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julia-elysia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2022

Die Kunst des Loslassens von toxischen Menschen

Wie du Menschen loswirst, die dir nicht guttun, ohne sie umzubringen
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Ich habe mir das Buch kurz vor meinem Arzttermin gekauft, weil ich noch etwas Zeit hatte und der Buchladen direkt gegenüber war. Ich selbst bin jemand, der ziemlich schnell loslassen kann - was die Beziehung ...

Ich habe mir das Buch kurz vor meinem Arzttermin gekauft, weil ich noch etwas Zeit hatte und der Buchladen direkt gegenüber war. Ich selbst bin jemand, der ziemlich schnell loslassen kann - was die Beziehung angeht, gedanklich hänge ich noch sehr viel länger an diesen Menschen. Dabei hat mich vor allem der Satz "Hör auf, Beziehungen mit Menschen zu führen, mit denen du gar keine Beziehung mehr führst" aus dem Buch abgeholt. Generell gab es unendlich viele Passagen, die mich angesprochen haben oder wo ich zustimmend genickt habe.

Zugegeben dachte ich, dass mich etwas anderes erwarten würde: eine Art Ratgeber, der dir zeigt, wie du wirklich mit Menschen abschließen kannst. Irgendwie war das Buch von Andrea Weidlich auch so etwas wie so ein Ratgeber, allerdings wurde hier die Geschichte eines Wochenendes erzählt, wo sieben Menschen (plus ein Psychotherapeut) gemeinsam daran arbeiten, wie man toxische Menschen am besten loswird (ohne sie umzubringen natürlich).

Das Buch war an so vielen Punkten Augen öffnend. Auch wenn die Protagonist:innen ihre Geschichten erzählt haben, so habe ich mich darin wiedergefunden. Dabei war nicht nur der Psychotherapeut die zum Umdenken antreibende Kraft, sondern auch der Austausch zwischen den Protagonist:innen selbst.

Am Ende jedes Kapitels gab es dann immer wieder kurze oder längere Sprüche, die die wichtigste Kernessenz des Kapitels zusammengefasst haben.

Das Buch wird auf jeden Fall noch lange in meinem Gedächtnis bleiben und es hat mich auf jeden Fall dazu gebracht, einige Aspekte in meinem Leben umzudenken oder überdenken. Ich vergebe klare 5 Sterne!

Veröffentlicht am 13.09.2022

Die Poesie des "Fuck you"

Untenrum frei
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"Untenrum frei" stand lange auf meiner Wishlist und auf starkes Anraten einer Userin auf Instagram habe ich es mir endlich zugelegt - und ich bereue es nicht!

Margarete Stokowski berichtet nicht nur wissenschaftlich-fundiert ...

"Untenrum frei" stand lange auf meiner Wishlist und auf starkes Anraten einer Userin auf Instagram habe ich es mir endlich zugelegt - und ich bereue es nicht!

Margarete Stokowski berichtet nicht nur wissenschaftlich-fundiert über die Geschichte des Feminismus und die Wichtigkeit dahinter (auch wenn man sich selbst dabei nicht unbedingt als Feminist:in bezeichnen muss), sondern erzählt auch von persönlichen Erlebnissen - von Erfahrungen, die sie als Kind mit Rollenbildern und Ungleichheiten gesammelt hat, bis hin zum Erwachsenenalter. Sie spricht von sexueller Freiheit und Nicht-Freiheit, von dem führenden Männerbild in Schulen, Zeitschriften, Medien und zwischenmenschlichen Interaktionen, von Gewalt und sexuellen Übergriffen, von dem Herabreden dieser Situationen durch die Öffentlichkeit und vom Totschweigen.

Ich fand diesen Wechsel zwischen wissenschaftlichen und persönlichen Informationen sehr interessant. Am Anfang dachte ich oft, dass ich mich nicht wirklich mit den Gedanken der jungen Margarete identifizieren kann, weil mir entweder so etwas nicht passiert ist oder ich in der Hinsicht als Kind aufgeklärter war. Und dann ist mir an einigen Stellen doch bewusst geworden, dass ich mich in einigen Punkte wiedersehe.

Ein einziger Kritikpunkt ist die Platzierung der Triggerwarnung. Zwar hatte die Autorin in ihrem Vorwort erwähnt, dass auf den entsprechenenden Seiten Triggercontent enthalten ist. Die Seite merkt man sich allerdings beim Lesen nicht, weswegen ich von der Schilderung des sexuellen Übergriffs mehr als überrumpelt wurde und ich für einen Moment schockiert war. Ich hätte mir zusätzlich noch eine Fußnote gewünscht, die kurz vor der Szene auf den triggernden Abschnitt verweist.

Ansonsten kann ich das Buch wirklich jedem empfehlen, der wissen möchte, was hinter Feminismus steckt (und vielleicht sogar eine voreingenommene Einstellung gegenüber diesem Begriff hat) und der unsicher darüber ist, ob wir in diesem Jahrhundert immer noch für Gleichberechtigung und Freiheit kämpfen müssen. Denn ja, müssen wir, in jeder Hinsicht.

Veröffentlicht am 13.09.2022

Spannender dritter Teil!

Loreley
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Kaum ist das Buch bei mir angekommen, musste ich es auch schon lesen. Ich liebe die Loreley-Reihe und kann sie jedem ans Herz legen, der eine spannende High-Fantasy-Geschichte übers Segeln, rachsüchtige ...

Kaum ist das Buch bei mir angekommen, musste ich es auch schon lesen. Ich liebe die Loreley-Reihe und kann sie jedem ans Herz legen, der eine spannende High-Fantasy-Geschichte übers Segeln, rachsüchtige Götter, zerstrittene Königreiche und magische Meereswesen lesen möchte.

Mal wieder hat Marleen S. Meri mich mit ihrem traumhaften und fesselnden Schreibstil überzeugen können. Dieses Mal hatte sie nur einen starken Faible für krasse Cliffhanger am Ende jedes Kapitels und jeder Sichtweise (das ist kein Kritikpunkt, sondern ein Kompliment für die spannenden Inhalte)!

Normalerweise bin ich bei sich wechselnden Sichtweise von mindestens einer Perspektive genervt, und auch wenn ich Atlas' Sicht aus den vorherigen Bänden nicht so spannend fand wie die anderen, muss ich sagen, dass mich dieses Mal alle Perspektiven und Figuren gefesselt haben.

Es gibt noch ein Haufen Geheimnisse um gewisse Figuren, die hoffentlich im vierten Band erläutert werden, ansonsten weiß ich nicht, ob ich ruhig mit dem Unwissen schlafen könnte. Auch fiebere ich weiterhin mit Belén und Thaloan mit und hoffe, dass sie vielleicht trotz der Vorfälle noch ein glückliches Ende haben werden. Generell hoffe ich, dass Beléns Sichtweise im vierten Band noch etwas mehr zu Geltung kommt, da ich das Gefühl hatte, dass diese im dritten Band im Vergleich zu den anderen viel weniger zu Wort kam.

So oder so ist "Loreley - Sand & Sterne" eine grandiose Fortsetzung, der ich gerne 5 Sterne gebe. Ich freue mich auf den vierten Band!

Veröffentlicht am 01.08.2022

Magischer und fesselnder Auftakt der High-Fantasy-Reihe

Die Krone der Dunkelheit
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Ich habe bereits "Midnight Chronicles" von Laura Kneidl gelesen, weswegen mir die Autorin nicht völlig fremd war, aber ich muss sagen, dass ihr Talent vor allem im Bereich High Fantasy liegt (zumindest ...

Ich habe bereits "Midnight Chronicles" von Laura Kneidl gelesen, weswegen mir die Autorin nicht völlig fremd war, aber ich muss sagen, dass ihr Talent vor allem im Bereich High Fantasy liegt (zumindest hat mir hier ihr Schreibstil, ihr Weltenaufbau, Plot und Characterdesign weitaus mehr gefallen!).

"Die Krone der Dunkelheit" ist der erste Band einer Trilogie und erzählt unter anderem von der Menschenprinzessin Freya, die ihren entführten Bruder Thalon sucht - und ihre Reise führt sie ins gefährliche Reich der Fae, in welchem sie nur mit der Hilfe eines unsterblichen Wächters überleben kann. Auf dem Klappentext wird zwar auch Ceylin erwähnt, die als erste Frau eine Wächterin an der Mauer werden wird und am Anfang genauso präsent wie Freya war, allerdings nimmt ihre Perspektive vor allem zum Ende hin ab, was ich etwas schade fand.

Das Buch wird aus mehreren Sichten erzählt und war zu gleichen Teilen spannend. Bei manchen Büchern finde ich manche Perspektiven ermüdend oder weniger interessant, so aber nicht hier. Jede Figur hat ihr eigenes Päckchen zu tragen und wird mit den verschiedenen Hintergrundgeschichten lebhaft und authentisch an die Leser:innen herangebracht.

Die ganze Zeit über dachte ich zwar, dass ich wusste, wer und wo Freyas Bruder ist, allerdings gab es auf den letzten 200 Seiten noch eine überraschende Wendung. Tatsächlich hätte ich mir das Wiedersehen zwischen den Geschwistern etwas emotionaler vorgestellt, doch der überraschende Wendepunkt hat etwas davon abgelenkt. An einigen Stellen, vor allem zum Ende hin, hat sich die Geschichte etwas gezogen, und in Anbetracht der Längen der nächsten beiden Teile hoffe ich, dass dies nicht auch dort der Fall sein wird.

Nichtsdestotrotz gebe ich dem ersten Band 5 Sterne! Ich bin gespannt auf den zweiten Teil!

Veröffentlicht am 01.08.2022

Es ist okay ...

Es ist okay
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Lange stand das Buch auf meiner Wunschliste und ich bin so froh, dass ich es doch endlich mal gekauft habe! Normalerweise hadere ich immer etwas mit solchen "Lebensratgeber-Büchern", aber bereits beim ...

Lange stand das Buch auf meiner Wunschliste und ich bin so froh, dass ich es doch endlich mal gekauft habe! Normalerweise hadere ich immer etwas mit solchen "Lebensratgeber-Büchern", aber bereits beim Vorwort konnte Angela Doe mich überzeugen: "Trotzdem fühle ich mich nicht befugt, einen "Lebensratgeber" zu schreiben. In meinen Augen ist eigentlich niemand dazu befugt [...]. Person Y kann keinen Ratgeber für Person B schreiben. Denn Person Y ist nicht Person B."

Dieses Grundverständnis führt Angela weiter fort. "Es ist okay" ist kein Ratgeber und auch kein Leitfaden für ein "besseres" oder "glücklicheres" Leben. Es ist ein Buch, welches Geschichten aus ihrem Leben erzählt - und ja, trotzdem habe ich mich darin wiedergefunden.

Sie spricht viel über Essstörungen, und auch wenn ich niemals eine hatte, so verstehe und fühle ich ihre Lehren und Sichtweisen auf gewisse Aspekte. Genau wie bei ihren anderen Geschichten über Selbstzweifel, Zukunftsängste, Sich-Finden und -Verlieren.

Ihre Worte gehen einem unter die Haut, regen einen zum Nachdenken an, berühren einen. Sie haben mich berührt und mir an manchen Stellen sogar die Augen geöffnet.

Ich kann das Buch auf jeden Fall jedem empfehlen, der manchmal das Gefühl hat, nur rückwärts und nicht vorwärts zu gehen. Der das Gefühl hat, nicht genug oder ein Versager zu sein. Der denkt, dass Glücklichsein niemals möglich werden wird, wenn das, das und das noch aussteht oder noch nicht vorhanden ist.

Ganz klare 5 Sterne von mir!