Profilbild von cellonessa

cellonessa

Lesejury Star
offline

cellonessa ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit cellonessa über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2022

Nur der Cliffhanger rettet diesen Roman ...

Dark Ivy – Wenn ich falle
0

Ich lese gerne Dark Academia, und "Dark Ivy" klang toll und vielversprechend: die dunkle Vergangenheit der Protagonistin, ein Studium an einer traditionsreichen Akademie auf einer atmosphärischen Insel, ...

Ich lese gerne Dark Academia, und "Dark Ivy" klang toll und vielversprechend: die dunkle Vergangenheit der Protagonistin, ein Studium an einer traditionsreichen Akademie auf einer atmosphärischen Insel, ein Millionenerbe, das Knistern zwischen beiden ...
Leider erweist sich dieser Auftakt aber als ziemlich enttäuschend. "Dark Ivy - Wenn ich falle" bietet vor allem einen stets flüssig und damit sehr angenehm zu lesenden Stil. Durch viel mehr kann dieses Werk aber leider nicht glänzen.
Das Buch hält nicht das, was es verspricht, denn es ist nicht wirklich Dark Academia. Die entsprechende Atmosphäre kommt nur stellenweise ganz kurz auf - vor allem, wenn die Figuren sich per Fähre oder Ruderboot vom Festland auf die Insel begeben, es dunkel und neblig ist ... das passiert genau zwei Mal. Viel zu wenig, um diese Atmosphäre wirklich aufkommen lassen, geschweige denn halten zu können!
Auch das, was sonst noch Dark Academia ausmacht, sucht man vergeblich ... die Bibliothek spielt kaum eine Rolle, die Vorlesungen könnten nicht seltsamer und ferner von jeglicher Realität sein, auch sonst ist das Wetter super, man kann sogar am Strand feiern, es gibt keinerlei düstere, mysteriöse Grundstimmung, keinerlei düstere, mysteriöse Figuren, keine Geheimbünde, wie man sie bspw. aus "Four Houses of Oxford" kennt, keine Verbrechen, keine Spannung, keine Gefahr ... nichts dergleichen.
Es passiert über knapp 400 Seiten kaum etwas. Es plätschert alles dahin. Es gibt Liebe, Freundschaft, Sex. Das ist "Dark Ivy - Wenn ich falle" in a nutshell.
Es ist nicht wirklich ein Geheimnis, dass und wie ihr bester Freund starb. Man vermutet es schnell, es gibt schnell viele Andeutungen und sogar Hinweise, und nach der Hälfte der Seiten wird schon alles aufgelöst diesbezüglich. An "Dark Ivy - Wenn ich falle" ist somit eigentlich so gar nichts dark.
Bis Seite 404 fand ich dieses Buch dann auch total langweilig und war sicher, dass ich den zweiten Band daher auch nicht lesen will und werde.
Erst auf den allerletzten paar Seiten passiert dann wieder was und es gibt einen wirklichen Cliffhanger, der dazu führt, dass man die Reihe doch weiter verfolgen und erfahren möchte, wie es weitergehen, was mit Eden und William passieren, wie es ihr nach diesem Vorfall ergehen wird.
Aber ich rechne auch bei Band 2 mit keinem Highlight, sondern eher damit, dass er wie sein Vorgänger ziemlich langweilig, durchschnittlich und vorhersehbar sein wird. Sein Klappentext deutet es schon an ...
Fazit: ein paar Stunden nette Unterhaltung zwischendurch, aber leider nicht mehr - das ist "Dark Ivy - Wenn ich falle". Sehr durchschnittlich, auch voraussehbar, nicht wirklich Dark Academia, geschweige denn gute Dark Academia. Es ist so eine Reihe, die man lesen kann - aber definitiv nicht lesen muss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2022

Intimitäten

Intimitäten
0

Eine junge Frau zieht von New York nach Den Haag, beginnt dort ihre Arbeit als Dolmetscherin am Internationalen Gerichtshof. Bald darauf lernt sie einen Mann kennen, verliebt sich in ihn, träumt von einem ...

Eine junge Frau zieht von New York nach Den Haag, beginnt dort ihre Arbeit als Dolmetscherin am Internationalen Gerichtshof. Bald darauf lernt sie einen Mann kennen, verliebt sich in ihn, träumt von einem Leben mit ihm. Er verschwindet jedoch nach Lissabon - angeblich, um die Scheidung in die Wege zu leiten, doch er kehrt lange nicht zurück. Das Leben in Den Haag muss jedoch weitergehen, es läuft ein Prozess gegen einen Kriegsverbrecher - doch die Fragen, die Unsicherheit, die Leere, die mit Adriaans Verschwinden begannen, breiten sich auf ihr gesamtes Leben aus ...

******
Ein anspruchsvoller Roman, sowohl bezüglich des Stiles als auch bezüglich des Inhaltes. Doch wer sich auf beides einlässt, der kann beides genießen.

Obwohl die Bezüge zum Internationalen Gerichtshof und dem Prozess gegen den Kriegsverbrecher durch den Ukraine-Krieg wohl aktueller und interessanter denn je sind, fand ich persönlich den Erzählstrang bezüglich der Protagonistin und Adriaan noch spannender und besser. Adriaan ist eine sehr mysteriöse Figur; der Leser weiß bis zuletzt nicht, welche Absichten der nun verfolgt, ob er ehrlich ist oder lügt, ob er die Protagonistin liebt oder seine Ex-Frau, ob er zurückkehren wird oder nicht. Nahezu jede Leserin wird sich mit der Protagonistin identifizieren können. Psychologisch ist dieser Roman äußerst spannend und fast schon ein Thriller. Kein absolutes Highlight, aber durchaus eine Autorin, von der ich mehr lesen würde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.09.2022

Atmosphärisch, spannend und schön

Der Duft der Kirschblüten
0

Berlin in den 1870er Jahren: Clara Winterfeld hat im Teehaus ihrer Eltern ihre Erfüllung gefunden. Doch ihre Eltern wollen sie gut versorgt wissen, und so lässt sie sich dazu überreden, Franz zu heiraten ...

Berlin in den 1870er Jahren: Clara Winterfeld hat im Teehaus ihrer Eltern ihre Erfüllung gefunden. Doch ihre Eltern wollen sie gut versorgt wissen, und so lässt sie sich dazu überreden, Franz zu heiraten - ihren Freund aus Kindertagen, der zwar viel Geld, aber nichts mehr besitzt, das Claras Herz berührt ... Schnell erweist sich diese Ehe als größter Fehler ihres Lebens. Und ebenso schwer gestaltet es sich, diesem Mann und dieser Ehe wieder zu entkommen. Denn als Franz ahnt, dass Clara sich in den japanischen Teehändler Akeno verliebt hat, tut er alles, um diesen Kontakt zu verhindern - während Clara und Akeno unbedingt zusammen sein wollen und Clara sich nichts sehnlicher wünscht, als Akeno nach Japan zu folgen und dort mit ihm zu leben ...

******

Rosalie Schmidts angenehm zu lesender, überaus atmosphärischer und bildhafter Stil gefiel mir auf Anhieb.

Zunächst empfand ich dieses Buch als ganz normalen historischen Roman, ganz nett zwar, aber sicher nicht lange nachklingend. Ich war nicht so ganz begeistert und alles andere als sicher, ob ich die Fortsetzung lesen möchte. -Dies änderte sich jedoch schon bald! Man fühlt, hofft und bangt mit Clara und Akeno, verabscheut Franz. Anders als zunächst vermutet, ging es durchaus auch spannend und gefährlich zu, sodass dieser Roman mich schnell fesselte und ich ihn nicht mehr aus der Hand legen konnte. Auch die Romantik kommt durch die Liebe zwischen Clara und Akeno nicht zu kurz.

Schön fand ich auch, dass Teeliebhaber Hintergrundinformationen bekommen, etwa mehr über die japanische Teezeremonie erfahren.

Insgesamt besticht "Der Duft der Kirschblüten" klar durch seinen Stil und seine Atmosphäre sowie Clara, Akeno und den Tee im Mittelpunkt der Geschichte.

Dieser erste Teil bleibt spannend bis zum Schluss, und es treiben den Leser bis zum Erscheinen des zweiten Bandes im Frühjahr 2023 offene Fragen um: Wer ist der Vater von Claras Tochter? Ist sie Franz endgültig entkommen oder wird er sie doch selbst am anderen Ende der Welt wieder einholen? Wird sie Akeno in Japan finden können? Wie wird es ihnen dort ergehen?

Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung und würde sie am liebsten jetzt schon lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2022

Empfehlenswert für alle Liebhaber historischer Kriminalromane

Fräulein vom Amt – Die Nachricht des Mörders
0

Baden-Baden im Jahr 1922: Eine Frau wird bei den Kolonnaden ermordet. Die Polizei ermittelt nicht; man geht davon aus, dass es sich lediglich um eine Prostituierte handelt. Die jungeTelefonistin Alma Täuber ...

Baden-Baden im Jahr 1922: Eine Frau wird bei den Kolonnaden ermordet. Die Polizei ermittelt nicht; man geht davon aus, dass es sich lediglich um eine Prostituierte handelt. Die jungeTelefonistin Alma Täuber wird jedoch im Rahmen einer Vermittlung Zeugin eines Telefongesprächs, bei dem ein Täter meldet, dass ein Mord begangen und somit der entsprechende Auftrag erledigt worden sei. Die Polizei lässt auch diesem Anruf keinerlei Bedeutung zukommen - Alma ist aber sofort klar, dass der Täter gefasst werden muss, und so ermittelt sie auf eigene Faust. Unterstützung bekommt sie schließlich von dem jungen Kommissaranwärter Ludwig Schiller.

******

"Fräulein vom Amt - Die Nachricht des Mörders" ist ein historischer Kriminalroman, der vor allem durch seinen Stil, viel Lokalkolorit und seine Protagonisten, allen voran Alma und ihre Freundin Emmi, besticht.

Man wird gleich in das Baden-Baden vor hundert Jahren versetzt. Der Roman lässt sich überaus flüssig lesen, und obwohl zwei Autorinnen am Werk waren, erscheint alles wie aus einem Guss. Es beginnt spannend, nämlich mit dem Mord bei den Kolonnaden. Lange hat man überhaupt keine Ahnung, wer der Mörder sein könnte. Zwei Personen kommen in Betracht, beide sortiert man schnell wieder aus. Entscheidende Hinweise bzw. gleich die Lösung gibt es erst ganz zum Schluss. Zusätzlich erhöht wird die Spannung durch einen zweiten Mord; der Zusammenhang wird nur langsam enthüllt. Man tappt bis zum Schluss im Dunkeln und möchte das Buch aufgrund dieser Spannung auch nicht mehr aus der Hand legen.

Dadurch, dass man so lange im Dunkeln tappte, es trotz der vorhandenen Spannung auch immer wieder gemächlich und aufgelockert zuging, auch Almas Arbeit und ihr Leben mit Familie und Freunden eine große Rolle spielte, änderte sich dies für meinen Geschmack im letzten Abschnitt fast schon zu sehr und zu abrupt. Die Ereignisse überschlugen sich regelrecht, stellenweise wirkte das Ganze auch irgendwie konstruiert und dadurch unrealistisch.

Insgesamt kein absolutes Highlight, aber doch ein solider, spannender und auch schöner historischer Kriminalroman, in der auch das Privatleben der Hauptfigur viel Raum einnimmt. Und für Fans historischer Kriminalromane ist "Fräulein vom Amt - Die Nachricht des Mörders" definitiv empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2022

Nicht der schlechteste, aber auch nicht der beste christliche historische Roman ...

Die Kunstschätzerin
0

England in der Mitte des 19. Jahrhunderts: Die junge Kunstschätzerin Eleanor übernimmt das Unternehmen ihres Vaters. Gleich zu Beginn erhält sie einen äußerst schwierigen Auftrag: Sie soll entscheiden, ...

England in der Mitte des 19. Jahrhunderts: Die junge Kunstschätzerin Eleanor übernimmt das Unternehmen ihres Vaters. Gleich zu Beginn erhält sie einen äußerst schwierigen Auftrag: Sie soll entscheiden, ob die Sammlung des Vaters ihrer Jugendliebe Harry nach dessen Tod an seinen Sohn oder an das South Kensington Museum übergeben werden soll; ob Harry heimlich Stücke aus der Sammlung entwendet und verkauft hat oder nicht.
Kann man ihm -in dieser Sache und auch in der Liebe- vertrauen oder nicht, sagt er die Wahrheit oder lügt er?
******
Die Geschichte lässt sich angenehm flüssig lesen, wenngleich Sandra Byrds Stil nicht an den Stil großer Autorinnen christlicher historischer Romane heranreicht.
Insgesamt konnte mich "Die Kunstschätzerin" aber leider nicht wirklich fesseln und begeistern und daher auch nicht ganz überzeugen.
Es gibt christliche Elemente, eine Liebesgeschichte, auch Krimielemente.
Positiv ist zu bewerten, dass manche Dinge und Figuren, etwa Mr. Clarkson, bis zuletzt nicht vorhersehbar waren, sodass eine gewisse Spannung gegeben war. Das wirkte sich auch positiv auf die Gesamtatmosphäre aus.
Auch weiß man dadurch bis zuletzt nicht, ob sie Harry nun vertrauen kann oder nicht, ob es in der Liebe ein glückliches Ende für die beiden geben wird oder nicht.
Allerdings blieben viele Figuren zu blass und distanziert.
Man erfährt zwar Einiges über Kunstsammlungen und die Arbeit von Kuratoren, doch ich hätte mir bspw noch mehr Informationen über das Victoria & Albert Museum gewünscht.
Insgesamt ist es ein solider christlicher historischer Roman, sicher nicht der schlechteste, aber auch nicht der beste. Unterm Strich konnte mich diese Geschichte leider nicht wirklich packen. An andere Autorinnen christlicher historischer Romane wie Julie Klassen, Lynn Austn, Jody Hedlund oder Carolyn Miller reicht Sandra Byrd leider nicht heran.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere