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Veröffentlicht am 25.09.2022

Wie ein modernes Märchen - hätte etwas mehr Tiefe vertragen können

Cinderella ist tot
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In Mersailles werden junge Frauen nach Cinderellas Vorbild zu einem Ball gezwungen und die Männer des Landes können sich dort ihre Bräute aussuchen. Sophia weiß schon lange, dass das nicht das Leben ist, ...

In Mersailles werden junge Frauen nach Cinderellas Vorbild zu einem Ball gezwungen und die Männer des Landes können sich dort ihre Bräute aussuchen. Sophia weiß schon lange, dass das nicht das Leben ist, das sie führen möchte, am liebsten würde sie mit ihrer besten Freundin, in die sie verliebt ist, das Reich verlassen. Nach einem Zwischenfall muss sie allein fliehen und ist schon bald auf den Spuren von Cinderellas wahrer Geschichte.

Ich war mir oft nicht sicher, ob ich Sophia für naiv, leichtsinnig oder mutig halte. Sie begreift schon, wie sehr das System Frauen unterdrückt, aber viele Details scheinen ihr auch neu. Dazu kennt sie zwar die strengen Regeln und erahnt die Konsequenzen, aber sie testet die Grenzen aus und sagt immer das, was sie gerade denkt, auch wenn andere ihre Handlungen und Worte für gefährlich halten. Ihre unvorsichtige Art konnte ich unter ihren Lebensumständen kaum nachvollziehen.

Der Einstieg ins Buch hat mich schon ein wenig verwirrt und das lag auch am Klappentext. Auf der Rückseite vom Buch steht nämlich, Sophia habe schon zwei erfolglose Bälle hinter sich und es sei ihre letzte Chance, dabei ist der anstehende Ball ihr erster. Wobei man junge Frauen, die beim ersten Ball keinen Mann abbekommen, auch schon als gescheitert betrachtet.

Schreibstil und Handlung fand ich etwas oberflächlich gestaltet und habe mir schon oft gedacht, dass auch Sophias Geschichte ein bisschen was von einem Märchen hat, weil es irgendwie schon einfach gestrickt ist. Die Suche nach der Wahrheit verläuft unspektakulär, auch wenn es immer wieder kleine Überraschungen gibt. Die Liebesgeschichte fand ich auch eher enttäuschend, dafür ging es mir einfach zu schnell.

Fazit
"Cinderella ist tot" konnte meine Erwartungen nicht ganz erfüllen, dafür war mir die Protagonistin zu leichtsinnig und die Suche nach Cinderellas Geschichte nahm so viel Platz ein, konnte aber nicht so richtig überzeugen.

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Veröffentlicht am 14.09.2022

Ein ungleiches Paar und Humor, der einfach nicht mein Fall war

Boyfriend Material
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Lucs Vater ist nicht sehr berühmt, aber berühmt genug, dass auch Lucs Taten in der Klatschpresse landen können - und leider ist Luc nicht perfekt. Als die Schlagzeilen seinen Job bedrohen, muss Luc zeigen, ...

Lucs Vater ist nicht sehr berühmt, aber berühmt genug, dass auch Lucs Taten in der Klatschpresse landen können - und leider ist Luc nicht perfekt. Als die Schlagzeilen seinen Job bedrohen, muss Luc zeigen, dass er ein "guter Schwuler" ist und dafür braucht er einen skandalfreien Vorzeigefreund: Oliver.

Lucs Komplexe, Ängste und Gefühle konnte ich schon verstehen, aber trotzdem hat mich sein Verhalten oft genervt. Er wurde schon ausgenutzt und steht im Schatten seines Vaters, aber das erklärt nicht unbedingt seinen ganzen Charakter, es sei denn, man will behaupten, dass er sich wegen seiner Komplexe von vornherein in allem blöd anstellt, damit er nicht noch scheitern kann, so als selbsterfüllende Prophezeiung.

Ich mochte aber Oliver und eigentlich auch die Liebesgeschichte der beiden, auch wenn sie oft ganz anders lief als erwartet. Es beginnt als Fake-Beziehung, aber dann wird auch noch ständig davon gesprochen und sie stellen sich auch nicht so gut dabei an, sodass es mich nicht so richtig packen konnte, obwohl Fake-Beziehungen zu meinen Lieblingshandlungen gehören. Die Unterschiede zwischen Luc und Oliver fand ich schon unterhaltsam, denn Luc ist sehr chaotisch, und das meine ich schon in jeder Hinsicht, Oliver hingegen verhält sich immer absolut korrekt und vorbildlich, gerät dabei aber auch sehr steif und humorlos.

Die Nebencharaktere fand ich meistens eher anstrengend, aber das hing oft mit dem Humor zusammen, der allgegenwärtig ist, aber leider einfach nicht meinen Geschmack treffen konnte. Besonders Lucs Freunde waren mir zu intensiv und wurden mir kaum sympathisch.

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Veröffentlicht am 13.09.2022

Freundschaft & Liebeslieder - Für mich das bisher schwächste Buch der Autorin

The Girl in the Love Song
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Seit sie dreizehn sind, sind Miller und Violet beste Freunde. Eigentlich hat sich Miller auch fast sofort in sie verliebt, aber Violet hat ihm schon damals klar gemacht, dass sie ihre Freundschaft niemals ...

Seit sie dreizehn sind, sind Miller und Violet beste Freunde. Eigentlich hat sich Miller auch fast sofort in sie verliebt, aber Violet hat ihm schon damals klar gemacht, dass sie ihre Freundschaft niemals gefährden dürfen, auch nicht durch romantische Gefühle. Jahre später schreibt Miller noch alle seine Liebeslieder für sie, kann ihr aber nicht sagen, wie er wirklich für sie empfindet.

Miller und Violet kommen aus unterschiedlichen Verhältnissen und kämpfen für ihre Träume. Miller wurde von seinem Vater verlassen und hat mit seiner Mutter eine sehr schwere Zeit durchgemacht, bevor es wieder ein klein wenig besser wurde, aber seine Mutter muss immer noch hart arbeiten und trotz Violets Freundschaft und ihres starken Glaubens an Millers Fähigkeiten, zweifelt Miller daran, dass er mit seiner Musik jemals etwas erreichen könnte. Generell ist er eher hoffnungslos und glaubt selten daran, dass es ihm eines Tages mal besser gehen könnte.

Violet ist da schon ganz anders, sie ist meistens optimistisch und hat genaue Pläne für ihre Zukunft, die sie zielstrebig verfolgt. Die Streitereien ihrer Eltern belasten sie sehr und sie steht Miller noch sehr nah, aber ihre Freundschaft ist auch irgendwie angespannt. Sie ist seit Jahren in den Schulschwarm River verknallt, aber als sie ihm näher zu kommen droht, ist sie sich nicht mehr sicher, was sie eigentlich will und ihre Gefühle stehen Kopf.

Die enge Freundschaft der Protagonisten fand ich besonders am Anfang wirklich gelungen und auch ihre privaten Probleme konnten mich mitreißen, wie Millers Krankheit, die toxischen Beziehungen seiner Mutter und seine neuen Außenseiter-Freunde oder Violets Eltern, ihre Mitschüler und ihre Bemühungen für ihren Traum. Aber ab der Hälfte wurde es mir ein wenig zu chaotisch, es war mir einfach zu viel auf einmal los und die Zeitsprünge haben es nicht besser gemacht, weil die Schwierigkeiten ihrer Beziehung für mich weniger greifbar wurden und dadurch alles etwas an Bedeutung und Gewicht verloren hat.

Ansonsten fand ich den Schreibstil wieder angenehm und die Charaktere auch sehr sympathisch, besonders die "Lost Boys", also Miller und seine zwei neuen Freunde Ronan und Holden mochte ich sehr gerne und obwohl mich dieses Buch jetzt nicht so ganz überzeugen konnte, haben mir so viele andere Bücher der Autorin so gut gefallen, dass ich mich auf die weiteren Bücher der Reihe freue.

Fazit
Für mich war "The Girl in the Love Song" das bisher schwächste Buch der Autorin, denn obwohl mir das Thema und die erste Hälfte des Buches sehr gut gefielen, entwickelte es sich anders als erwartet und durch die Zeitsprünge hat mich die Geschichte dann auch verloren.

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Veröffentlicht am 05.09.2022

Wichtiges Thema, aber mich konnte die Geschichte nicht packen

Wenn ich uns verliere (Light in the Dark 1)
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Bei der Bewertung des Buches fällt es mir ein wenig schwer, auf Maggies Charakter einzugehen, dabei ist das ja eigentlich das zentrale Thema dieses Buches. Die Autorin selbst spricht es auch im Nachwort ...

Bei der Bewertung des Buches fällt es mir ein wenig schwer, auf Maggies Charakter einzugehen, dabei ist das ja eigentlich das zentrale Thema dieses Buches. Die Autorin selbst spricht es auch im Nachwort an und ich fand es schön, dass sie thematisiert, wie sie dazu steht.

Maggie lässt sich durch ihre Gefühle leiten und ist meistens schon sehr leicht reizbar, sie reagiert sehr heftig und übertrieben auf Kleinigkeiten und nimmt auch alles sehr persönlich. Sie hat gute Gründe dafür, aber ich fand sie trotzdem sehr anstrengend, auch wenn ich versucht habe, verständnisvoll zu sein. Ihre Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich packen, weil ich sie für einen fiktiven Charakter einfach zu unsympathisch fand.

Wenn mir jemand mit ähnlichem Verhalten im echten Leben begegnet, hoffe ich aber schon, mehr Geduld beweisen zu können, so wie Leo hier. Er hat zwar selbst auch Probleme, weil er angehender Autor mit Schreibblockade ist, aber er war schnell fasziniert von der lebendigen Maggie und gibt ihr immer wieder neue Chancen.

Auch wenn mir die Geschichte insgesamt nicht so gut gefallen hat, weil ich mit Maggie nicht warm wurde und Leo mir zu blass war, fand ich es trotzdem schön, dass die Autorin auf das Thema aufmerksam macht - auch mit dem erklärenden Nachwort - und mehr Diversität ins Genre bringt.

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Veröffentlicht am 05.09.2022

Reich & oberflächlich

Heartless Dynasty - Der Erbe
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Ich hatte ja gehofft, der zweite Teil könne nun das bieten, was dem ersten durch die Teilung gefehlt hat, aber so richtig überzeugen konnte mich das Ende auch nicht.

Es geht schon genau so weiter wie ...

Ich hatte ja gehofft, der zweite Teil könne nun das bieten, was dem ersten durch die Teilung gefehlt hat, aber so richtig überzeugen konnte mich das Ende auch nicht.

Es geht schon genau so weiter wie im Vorgänger, immer geht es darum zu beweisen, wie reich und arrogant die Familie ist, und besonders feministisch sind viele Bemerkungen immer noch nicht. Manche dieser Zurschaustellungen sind auch etwas widersprüchlich, weil man einerseits an den riesigen Einfluss der De Loughreys glauben soll und ihnen gleichzeitig so einfache Dinge nicht gelingen. Das nimmt der Geschichte die Glaubwürdigkeit.

Bei Atticus und Ophelia ist es weiterhin ein Hin und Her zwischen Macht, Vertrauen und Begehren. Ophelia findet sich in der Welt der Reichen schon ein bisschen besser zurecht und behauptet sich als Frau an Atticus' Seite. Durch seine Gefühle für sie ist sie eine seiner wenigen Schwächen und sie fordert ihn heraus, in dem sie den Workaholic dazu zwingt, Zeit mit ihr zu verbringen, um ihn auch besser kennenlernen zu können. Ich fand Atticus trotzdem zu steif und distanziert.

Die übrigen De Loughreys, Atticus' Geschwister und Cousins konnten kaum Eindruck bei mir hinterlassen, und wenn doch, dann keinen guten, daher habe ich nicht wirklich Lust, die Reihe weiter zu verfolgen. Sollte mich irgendwann ein Klappentext doch wieder ansprechen, könnte ich aber auch wieder einsteigen.

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