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Veröffentlicht am 30.09.2022

Unverzichtbar!

Das große Brotbackbuch
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120 Rezepte für Brot und Gebäck, mit vier einfachen Grundteigen und allem Wichtigen rund um und über Sauerteig, insbesondere wie man ihn ansetzt und pflegt. Dennoch kann man sofort losbacken, denn während ...

120 Rezepte für Brot und Gebäck, mit vier einfachen Grundteigen und allem Wichtigen rund um und über Sauerteig, insbesondere wie man ihn ansetzt und pflegt. Dennoch kann man sofort losbacken, denn während der Sauerteigansatz mit der Reifung beginnt, so gibt es genügend Rezepte mit Hefe, bei denen der Teig z.B. mit Naturjoghurt gesäuert wird, so dass man gleich los legen kann. Wenn dann auch mal etwas übrig bleibt und älter wird, macht das auch nichts, denn zum Ende des Buches gibt es auch noch Rezepte von süß bis herzhaft zur Verarbeitung von Brotresten. Das finden wir total stark und gerade die gerösteten und gewürzten Brotscheiben lieben wir.

Die Rezepte sind wirklich appetitlich fotografiert, so dass man sofort losbacken will, denn die Auswahl ist riesig und so findet sich so einige, bei denen man auch gleich die Zutaten im Haus hat. Es kann also gleich los gehen und wie das immer ist bei Rezepten von Christina Bauer, so sind diese wirklich sehr einfach. Auch für absolute Anfänger geeignet und schnell, so dass man es auch als arbeitendes Elternteil hinbekommt, sich die Zeit dafür zu nehmen. So verlockend es auch ist gleich los zu legen: wer gerade kein erfahrener Brotbäcker ist, sollte sich schon noch die Zeit nehmen die Grundlagen des Brotbackens vorher durchzulesen. Diese sind sehr anschaulich und Wichtiges auch in mehren Schritten mit Fotos veranschaulicht, wie z.B. der Ansatz eines Sauerteigs. Das finde ich ungemein hilfreich. Neben den Grundlagen und Kniffen, den zu verwendenen Materialien und Zutaten, werden auch typische Probleme und Pannen geschildert, wie man sie erkennt und wie man sie behebt. Außerdem wird nicht nur erklärt, wie man Pannen vermeidet, oder die perfekte Kruste zaubert, es geht auch um die Auswahl der Zutaten und die richtige Lagerung des Brotes. Fotos zeigen zudem das ungemahlene Korn, für all jene, die es noch selbst mahlen und schroten wollen. Da es sich um eine östereichische Bäckerin und einen ebensolchen Verlag handelt, werden die Mehlmahlgrade für beide Länder angegeben, da die Bezeichnungen jeweils variieren, bei jedem Rezept. Das macht es einfacher, als bei den Vorgängerbänden, in denen es bei den ersten Auflagen im allgemeinen Erklärteil stand und bisweilen überlesen wurde (weil man vor Eifer nicht vorne angefangen hat, sondern direkt mit Backen begonnen).

Wir haben gleich mal drei Rezepte ausprobiert: das Wurzelbrot, das Sonnenblumenbrot und ein Körnerbrot. Alle drei wurden sehr knusprig und gerade das Wurzelbrot soll ich nun regelmäßig machen, weil es nicht nur sehr knusprig, sondern auch fluffig und gleichzeitig herzhaft wurde. Nur der Name löste Verwunderung aus, aber als ich auf die knotige Form hinwies, haben sie es gleich eingesehen! Nein, es werden keine Wurzeln mit eingebacken!

Was mir sehr gut gefällt ist, dass ich mit diesen Rezepten nicht nur sicher bin, dass es gelingt, ich habe auch Einfluss auf die Qualität des Brotes, anhand der von mir gewählten und gekauften Zutaten. Da kann man sicher sein, dass es frei von Zusatzstoffen oder Süßungsmitteln ist.

Die Auswahl ist so vielfältig, dass für jede Gelegenheit etwas dabei ist, egal ob es um Alltagsbrot, Snacks, Partybrote oder süße Brote oder Zöpfe für das Sonntagsfrühstück geht, dass die Kinder auch nicht die Lust auf Brot verlieren.

Wieder ein unverzichtbarer Dauerbrenner für den Alltag, für mehr Abwechslung auf dem Tisch!

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Veröffentlicht am 20.09.2022

Jugendlich frische Romantic Mystery

Das Buch der Seelen
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Seit Generationen betreibt die Familie MacDonald ein Fotostudio in einem alten, mehrstöckigen Altstadthaus in Edingburgh. Auch Elsie scheint die Leidenschaft ihrer Familie für Blenden, Beleuchtung und ...

Seit Generationen betreibt die Familie MacDonald ein Fotostudio in einem alten, mehrstöckigen Altstadthaus in Edingburgh. Auch Elsie scheint die Leidenschaft ihrer Familie für Blenden, Beleuchtung und Tiefenschärfe geerbt zu haben. Seit Kindertagen hütet sie ein antikes Fotoalbum ihres Ur-Ur-Großvaters John mit seinbar missglückten Aufnahmen. Sämtliche Motive weisen rotglühende Augen auf und sind auch sonst etwas gruselig, mit Ausnahme des Bildes des rotäugigen jungen Lord Aiden Storm, der im Jahr 1900 nur knapp älter war, als Elsie jetzt, ehe er spurlos verschwand. Mangels Geschwistern und Haustieren hat sie sich angewöhnt, mit seinem Foto zu sprechen und hat das Bild des gespenstischen Riesenhundes sogar früher „Gassi geführt“. Doch nach einem Schulreferat über das Familienunternehmen, bei welchem sie das Album durch die Klasse gehen lässt, fehlen diese zwei Aufnahmen und drei weitere. Elsie ist untröstlich, bis sie plötzlich Lord Aiden Storm erst auf Instagram und dann noch in ihrer Schule wieder sieht. Wie ist das möglich?

Bei diesem Cover und diesem Klappentext wusste ich sofort: Das ist ein Buch für mich! Als Jugendliche war ich leidenschaftliche Romantic Mystery-Leserin. Ganz offensichtlich liebe ich das Genre auch heute noch. Ich mag die Mischung aus junger Liebe, Romantik und schauriger Spannung, ohne Ekelfaktor. Hier hat sich die Gänsehaut wunderbar mit dem Herzklopfen und der Sehnsucht nach Grannys fantastischem Shortbread abgewechselt. Dabei hat mir besonders gut gefallen, dass ich im Gegensatz zu Elsie eben nicht davon überzeugt war, dass Aiden einer von den Guten ist. Warum sonst wäre er in dem Fotoalbum ihres Vorfahren gefangen gewesen, wenn er denn kein Monster gewesen ist? Diese Geschichte ist inspiriert von Oscar Wildes Meisterwerk „Das Bildnis des Dorian Grey“ und Dorian wurde unter seiner strahlenden Hülle immer verdorbener. Trifft dies auch auf Aiden zu? Kann ein junger, gutaussehender Adeliger mit unfassbarem Reichtum eigentlich anders als verdorben sein? Allerdings ist Aiden nicht der Einzige an dessen Charakter ich gezweifelt habe. Klar, Benisha ihre beste Freundin ist natürlich ein Fels in der Brandung, aber wie sieht es mit der schönen Stella, der Tochter der Freundin von Stellas Vater aus?

Ein altes Schloss in Schottland, ein verfallendes Herrenhaus neben der Schule und natürlich ein alter, still gelegter Friedhof sind ebenso die stimmungsvollen Kulissen, wie die Katakomben von Edinbourgh. Über diese habe ich mittlerweile so viel gelesen, dass ich mich echt ärgere, dass ich zwar in Edinbourgh war, aber immer nur oberirdisch. Welch perfekter Ort für üble Machenschaften!

Hier treffen zwei Jahrhunderte sehr charmant aufeinander. Natürlich misstraut Aiden Smartphones und Computern, aber es wird nie in Lächerliche gezogen, ebensowenig, wie seine formvollendeten Manieren, die aus der Zeit gefallen sind. Ein junger Held, der eine schwere Bürde zu tragen hat. Ob er dieser Aufgabe gerecht werden kann? Natürlich kann Elsie ihn nicht auf rauschende Adelsbälle begleiten, wie es Ende des 19. Jahrhunderts üblich war, aber so ein Halloween- oder Winterball ist für Mittelstufenschülerinnen auch viel cooler. Die Zwänge sind viel geringer und Details für ihre Fotolinse findet Elsie allemal. Ohnehin fand ich Elsie ja von Anfang an eine sehr sympathische Heldin, mit ihrer Liebe für Details und ihrem Hang zum Eigenwilligen. Sie ist eine kein 08/15-Mädchen, die einfach irgendwelchen Trends hinterher läuft, sondern sich aus ihrer Familientradition das für sie passende Hobby aussucht und ihm mit Hingabe frönt.

Sehr stimmungsvoll, gerade zur jetzigen Jahreszeit, wenn draußen der Regen prasselt und man ohnehin mit einer heißen Tasse in den Händen vor sich hinfröstelt. Wie gut, dass es einem zum Schluss dann wieder warm ums Herz wird, aber nicht ohne die Gänsehaut davor. Ab 12 Jahren.

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Veröffentlicht am 15.09.2022

Vorsicht, wer zuhört...

Fräulein vom Amt – Die Nachricht des Mörders
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Alma Täubner, Tochter einer soliden Mittelstandsfamilie möchte ihr Leben selbst bestimmen und arbeitet daher als Fräulein beim Telefonamt und teilt sich eine Wohnung mit ihrer Schulfreundin, der kessen ...

Alma Täubner, Tochter einer soliden Mittelstandsfamilie möchte ihr Leben selbst bestimmen und arbeitet daher als Fräulein beim Telefonamt und teilt sich eine Wohnung mit ihrer Schulfreundin, der kessen Emmy Wolke, einer Floristin. Eines Tages belauscht sie auf der Arbeit eine heisere Kratzstimme eine kryptische Nachricht übermitteln. Ein Auftrag an einer Dame unter den Kolonaden sei ausgeführt worden. Eine Nachricht, die sie verwirrt, doch ein Blick in die Zeitung lässt sie erstarren: eine unbekannte, verstümmelte Frauenleiche wurde unter den Kolonaden gefunden. Die unbekannte Tote lässt Alma nicht los und sie meldet ihre Informationen der Kriminalpolizei. Doch der Kriminalrat wiegelt ihre Aussage als bloßen Zufall ab, weist auf die käufliche Profession der Unbekannten hin und die Bedeutung der kommenden Rennsaison. Doch Alma lässt nicht locker, mit Hilfe ihres Cousins Walter, eines Medizinstudents überzeugt sie sich vom Anblick der unbekannten Toten. Tatsächlich war sie ihr schon mal begegnet, bei einem Kurkonzert und sicherlich keine Prostituierte. Nun setzt Alma alles daran, den Mörder zu entlarven und erhält dabei Hilfe von Emmy, Walter und Kommissarsanwärter Ludwig Schiller.

Die legendären, lasterhaften Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts als die Menschen nach Leben und Zerstreuung lechzten, während die Reichsmark immer mehr an Wert verlor und gute Arbeit selten. Alma und Emmy sind zwei junge, selbst bewusste Frauen, die sich nicht von Konventionen unterkriegen lassen wollen, mit einer gewissen Faszination für die geheimnisvolle, halbseidene Unterwelt. Die Jetons in den Rocktaschen der toten führt Alma in verruchte illegale Casinos und auf die mondäne Rennbahn. Wenn ihre Großmutter wüsste, wo sie sich herumtreibt, wäre sie sprachlos, ebenso wie ihre Zimmerwirtin! Doch Alma bleibt hartnäckig und kaum hat sie die Identität der Toten herausgefunden, ereignet sich ein zweiter Mord! Während Walter immer häufiger in ihrer kleinen Wohnung auftaucht, wartet auch der Kommissarsanwärter immer häufiger auf das junge Fräulein vom Amt.

Mit viel Flair der mondänen Kurstadt in seinem goldenen Zeitalter, ein wenig Romanze und halbseidener Verruchtheit, erhält man nicht nur Einblicke in die Welt berufstätiger Frauen und der Vorbehalte gegen sie. Man kann Detail für Detail dieses scheinbar willkürliche brutale Verbrechen entlarven und dabei mehr über die Welt an den Schaltkreisen der technischen Kommunikation erfahren. Eine Welt, die Frauen verlassen mussten, sobald sie heirateten... Diese kleinen Informationen, die zeigen, dass bei aller Benachteiligung von Frauen, wir dennoch schon einiges auf dem Weg der Gleichberechtigung geschafft haben, mag ich ebenso gerne, wie die Beziehungsgeflechte zwischen den Protagonisten. Alma, die Tochter aus solidem Hause, die sich aus der Abhängigkeit befreien will und eine Schwäche für den gutaussehenden Kommissarsanwärter hat, der nach den Kriegserlebnissen sein Jurastudium nicht fortsetzte, ist ebenso sympathisch, wie ihre Mitbewohnerin. Emmy Wolke ist flatterhaft, wie ein Schmetterling und lässt Männerherzen höher schlagen. Allerdings kann sie sich kaum für einen entscheiden, zu Almas Glück, denn ansonsten wäre sie sicherlich längst unter der Haube und Alma müsste ihrer gestrengen Zimmerwirtin alleine trotzen. Während die zwei jungen Frauen der vermeintlichen Leichtigkeit der Jugend nachgehen, halten sie natürlich auch die Augen offen nach attraktiven jungen Männern. Diese waren damals Mangelware, da die meisten nicht unversehrt aus dem Krieg zurückkehrten und das Durchschnittsalter der Gefallenen bei 21 Jahren lag. Schatten und Licht liegen in Baden Baden eng beieinander, in vielerlei Hinsicht.

Dagmar Bittner haucht mit ihrer jungen und ebenso lebendigen, wie sympathischen Stimme Alma und Emmy Leben ein. Mal klingt sie nachdenklich, dann wieder neugierig oder aufgeregt und auch das blanke Entsetzen ist ihr bisweilen anzuhören. Mit ihrer unnachahmlichen Stimme verleiht sie diesem Krimi zusätzlichen Schwung und Esprit.


Der Krimi ist stark geprägt vom Flair der Zeit in der er spielt und trotz der wilden Verfolgungsjagden zum Schluß und den verruchten Spelunken eher ein cosy crime. Dennoch ist der Kriminalfall wendungsreich mit einem zu Beginn unerwarteten Ausgang. Ich bin schon gespannt, was Alma Täubner als nächstes auf dem Amt belauschen wird!

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Veröffentlicht am 14.09.2022

Die ersten weiblichen Polizistinnen

Die stumme Tänzerin
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Die stumme Tänzerin, Helga Glaesener, gelesen von Christiane Marx, Lübbe Audio, 6 CDs 455 Min.

Hamburg 1928: Die Armut der Rezession prägt die Stadt mit Hunger, Arbeitslosigkeit und Inflation. Die junge ...

Die stumme Tänzerin, Helga Glaesener, gelesen von Christiane Marx, Lübbe Audio, 6 CDs 455 Min.

Hamburg 1928: Die Armut der Rezession prägt die Stadt mit Hunger, Arbeitslosigkeit und Inflation. Die junge Paula, Tochter eines reichen Fabrikanten, möchte aber nicht den ihr vorbezeichneten Weg einschlagen und reich heiraten. Nach ihrem Sekretärinnenkurs hat sie eine Anstellung gefunden und will auf eigenen Beinen stehen. Mit einem Kollegen besucht sie abends ein beliebtes Varieté in Erwartung der großen Freiheit, doch es ödet sie an. Als sie es verlässt, gelangt sie in eine Razzia und landet auf der Polizeiwache. Kurz entschlossen heuert sie dort bei der neugeschaffenen weiblichen Polizeieinheit als Sekretärin an. Als sie eines abends die Kommissarinnen zu einem grauenhaften Frauenmord auf einem Friedhof in St. Pauli begleitet, wird ihr Leben endlich aufregend! Aufmerksam beobachtet sie die Ermittlungen um sich herum und fragt unauffällig den Schutzpolizisten, der zuerst vor Ort war aus. Zuerst scheint alles auf eine Tat aus dem Rotlichtmilieu hinzudeuten, bis Paula feststellen muss, dass dieses gar nicht so weit entfernt ist, von ihrer eigenen Herkunft. Ein furchtbarer Verdacht keimt in ihr auf. Kann es wahr sein? Auf der Suche nach der Wahrheit riskiert sie alles.

Eine Frau bei der Mordkommission und sei es nur als Sekretärin, wie schockierend! Paulas Eltern sind in heller Aufregung und verbieten es ihr! Sie soll sofort kündigen! Aber sie ist volljährig und selbst in ihren Kreisen gibt es nicht viele unversehrte junge Männer. Paula bleibt und macht sich unentbehrlich, auch wenn sie mit ihrem Dickschädel nicht nur bei Kommissar Martin Broder aneckt, sondern auch Kommissarin Caro im Herrenanzug, die ihre Alleingänge nicht tolerieren kann und will. Es ist nicht nur unkollegial, sondern auch höchst gefährlich!

Hier werden ganz deutlich die Schattenseiten der schillernden Halbwelt aufgezeigt. Paula hatte schon zuvor keine romantischen Illusionen, als sie das Varieté besucht, aber nicht nur den grauenvollen Frauenmord findet sie abstoßend. Frauen als Waren, die von brutalen, gierigen Männer benutzt und ausgenutzt werden. Ausgeliefert den Gelüsten der Freier ebenso wie ihrer „Beschützer“. Doch Paula muss erkennen, dass ihre eigenen Kreise nicht wirklich besser sind, denn wer außer denen hat denn noch das Geld für solche Vergnügungen? Ihr Weltbild gerät ins Wanken, aber ihr Drang nach der Wahrheit ist stärker, auch stärker als ihre Angst, von ihrer Familie verstoßen zu werden. Was Paula bei ihren Ermittlungen alles mitansieht und anhört, lässt einen bisweilen verstehen, welche Bedenken die Eltern treiben. Es ist schon sehr unappetitlich, aber eben nicht nur für Frauen.

Christiane Marx spricht mit ihrer jungen lebendigen Stimme die unermüdlich nach der Wahrheit strebende Paula. Deren Unerschrockenheit ist dann doch nicht immer so unerschütterlich, wie sie meint. Man hört ihr das Zögern, ebenso an wie die Entschlossenheit, mit der sie ihrer jungen Heldin nicht nur Leben, sondern auch ihre Beharrlichkeit einhaucht. Kurzweilig begleitet ihre Stimme uns in diese Männerdomäne, die eigentlich für Frauen verschlossen bleiben will.

Neben den Mordfällen gibt es Einblicke in das Elend der Wirtschaftskrise, die Klassenunterschiede, die Vorbehalte gegenüber weiblicher Kompetenz, die Anfänge der Pathologie, aber auch die aufkeimenden nazionalistischen und nazionalsozialistischen Strömungen, denen mit menschenverachtenden Völkerschauen im Zoo der Weg geebnet wurde. In der guten alten Zeit, war bei weitem nicht alles gut...

Tatsächlich hat mich die Auflösung am Ende überrascht. Klar, ganz zum Schluß hat es sich abgezeichnet, aber bis dahin... Die Konsequenzen die Paula persönlich durch ihren Ermittlungserfolg zu spüren bekommt, sind zweischneidig. Einerseits hat sie einen Grund zu jubeln und stolz auf sich zu sein, andererseits, gibt es gute Gründe, warum sie den Erfolg nicht ganz genießen kann. Das macht das Ende etwas nachdenklich, aber dafür um so wahrhaftiger.

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Glutenfreies Fingerfood für die ganze Familie

Fingerfood glutenfrei
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Wir haben so viele Freunde mit Lebensmittelunverträglichkeiten, dass ich vor jeder Einladung vor dem Problem stehe: oh je, was kann ich nur machen, was sie alle essen können und dann am Besten noch Corona-konform... ...

Wir haben so viele Freunde mit Lebensmittelunverträglichkeiten, dass ich vor jeder Einladung vor dem Problem stehe: oh je, was kann ich nur machen, was sie alle essen können und dann am Besten noch Corona-konform... also bitte nicht alle in eine Schüssel greifen....? Dabei soll die Auswahl bitte möglichst groß sein, die Präsentation ansprechend, aber bitte nicht so aufwendig und das Einkaufen der Zutaten unkompliziert und bitte nicht nur für die Unverträglichkeiten, sondern auch noch für jeden Geschmack!

Hier gibt es nicht nur glutenfreie Rezepte, es gibt auch einige lactosefreie und vegetarische und einige, wie die Reispapierröllchen sind sogar vegan! Dabei sind die Fotos so ansprechend, dass schon das Durchblättern Spaß macht! Untergliedert ist dieses handliche Büchlein in folgende Kapitel:

1. Mini-Pizzen und herzhafte Häppchen
2. Mini-Burger und Burger-Patties
3. Aufgerollt
4. Aufgespießt
5. Gefüllte und Gedippte Köstlichkeiten
6. Im Glas
7. Süße Häppchen
8. Service


Hier geht es um Fingerfood, um 50 Party-Rezepte, also die Möglichkeit schnelle glutenfreie Häppchen für mehrere Personen in großer Auswahl zu schaffen. Dabei kommen dann auch Rezepte wie überbackene Nachos mit fertig gekauften Tortilla-Chips vor, die eben nicht selbst zubereitet werden, im Gegensatz zu der zu schichtenden Bolognese-Sauce. Ich finde es tatsächlich sehr gut, dass einige der Rezepte sehr schnell und einfach sind. Es geht nicht um Menü-Vorschläge, sondern um viele kleine Häppchen, die am Besten noch hübsch präsentiert werden und auch wenn es hier nicht erwähnt wird, so sind doch die meisten auch für ein hygienisches Corona-Buffet geeignet.

Es gibt Rezepte für Vegetarier und Fleischesser. Lactosefrei sind die Rezepte eher nicht, da viel Frischkäse und Quark verwendet wird, das ist aber auch nicht der Anspruch des Buches. Versprochen wird, dass es gut erhältliche Zutaten sind und tatsächlich, kann man wirklich alle Zutaten ohne weiteres wenn vielleicht nicht in jedem Discounter, dann aber in jedem Drogeriemarkt bekommen. Das finde ich ungeheuer hilfreich, wenn die Zutaten dann auch nicht so teuer sind. Immerhin geht es ja um Party-Food, also um große Mengen. Auch finde ich es ganz geschickt, dass bei einigen Rezepten steht, dass man teilweise Fertigprodukte wie glutenfreie Burgerbrötchen verwenden kann. Nicht jeder hat Lust auch noch die Brötchen vor einer großen Party selbst zu bachen, da hat man meistens eh genug zu tun. Ansonsten werden hier auch noch coole Alternativen angeboten, wie aufgeschnittene Kartoffelmuffins statt Burgerbrötchen (die ich eh nicht mag, da sie mir zu pappig sind) oder kleine Burger in großen Champignon-Köpfen. Die Kartoffelmuffins habe ich mit frischen Kräutern aufgepeppt und ich soll sie nun regelmäßig als Beilage machen, weil die eine Tochter keinen Püree mag, diese herzhaften Muffins aber schon...

Einige der Rezepte eignen sich auch gut als Beilagen, oder zum Mitnehmen ins Büro und in die Schule. Dabei wird das Rad nicht neu erfunden, aber ich hatte seit Ewigkeiten kein Buch mehr, bei dem die Kinder bei so vielen Rezepten riefen: das musst Du unbedingt mal machen! Egal ob als Beilage, Snack, für die Schule oder zur Party, sie fanden die Ideen super und ich, die ich auch so einiges nicht mag, habe beim Schauen und Ausprobieren richtig Appetit bekommen.

Da die beste Freundin meiner Tochter Zöliakie hat und die Schulmensa ekelig ist und das glutenfreie Essen meistens vergisst, packe ich meiner Tochter beim Nachmittagsunterricht die doppelte Menge ein, damit sie gemeinsam essen, statt Junkfood vom Imbiss oder aus dem Supermarkt zu holen. Tatsächlich habe ich hier viele neue Anregungen gefunden, was ich auch noch morgens frisch zubereiten kann.

Ehrlich, ich hatte vor, mir meine Lieblingsrezepte zu fotografieren und es dann meiner Freundin, der Mutter von besagtem Kind zu schenken, aber tut mir leid, das Buch ist zu cool und viel zu beliebt hier, das gebe ich nicht her. Wenn sie mal einlädt, gibt es ein eigenes für Sie als Geschenk!

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