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Veröffentlicht am 15.09.2022

Im Untergrund

Das Stahlwerk
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Im Stahlwerk in Duisburg geschehen viele Morde, die nicht aufgeklärt werden können. Das aber ist für den Chef des Stahlwerks von Kessel überlebenswichtig. Wenn die Machthaber, die Nazis, davon Wind bekommen ...

Im Stahlwerk in Duisburg geschehen viele Morde, die nicht aufgeklärt werden können. Das aber ist für den Chef des Stahlwerks von Kessel überlebenswichtig. Wenn die Machthaber, die Nazis, davon Wind bekommen wird er nicht nur abgesetzt, sondern er muss auch um sein Leben fürchten. Da kommt es von Kessel sehr gelegen, dass sich unter den Kriegsgefangenen der Warschauer Kommissar Jarek Kruppa, befindet. Mit dem Leiter des Werkschutzes Schöppke soll Kruppa den Mörder schnell finden. Doch das ist leichter gesagt als getan. Da der Fall auch noch schnell gelöst werden, hilft den beiden auch nicht weiter. Für Kruppa ist es eine Chance zu überleben und er macht sich ans Werk. Doch wo soll er anfangen. Also macht er sich auf den Weg, um die Tatorte zu untersuchen und ein Motiv zu finden. Doch das ist alles aussichtslos, bis Kruppa durch Zufall den Weg in den Untergrund findet. Außerdem hilft ihm eine Nachricht weiter und nach und nach setzt sich das Puzzle zusammen.
Der Thriller „das Stahlwerk“ von Christian Piskulla ist ein Thriller, der in den 40er Kriegsjahren in Deutschland spielt und einen sehr interessanten Einblick in die Kriegsmaschinerie des Dritten Reiches gibt. Eine unglaublich brutale Mordserie erschüttert das Stahlwerk und macht den Arbeitern Angst. Interessant ist es natürlich auch, dass dieser Kriegsgefangene da ist. Aber für die Freiheit hilft dieser Kruppa auch seinem größten Feind. Die Story finde ich großartig und sehr spannend. Die Beschreibung der Situation des Stahlwerkes ist sehr plastisch und nachvollziehbar. Manchmal ist die Spannung greifbar, gerade wenn es in den Untergrund geht. Aber auch die Darstellung der wirtschaftlichen Situation der Menschen und die Geschäfte, die sich daraus entwickeln, sind authentisch und gut nachzuvollziehen. Die ganze Situation wird noch unterstützt durch die Dunkelheit, die im ganzen Roman vorherrscht. Das kennt jeder, das die Dunkelheit ein Trigger für Angstmomente ist. Die Hauptfiguren Kruppa und Schöppke raufen sich über den ganzen Thriller immer wieder zusammen, da sie natürlich ein Ziel haben. Doch auch die Verzweiflung, die Kruppa mit sich herumträgt, da er nicht weiterkommt, spiegelt sich in den Ermittlungen wider. Es ist ein Puzzle das Kruppa zusammenlegen muss und jeder der gerne puzzelt weiß das es manchmal dauert, bis es zum Durchbruch kommt, und das geschieht hier genauso.
Ich finde diesen Thriller außerordentlich spannen und historisch interessant. Es ist ein Buch, das ich nur schwer aus den Händen legen konnte, da es mich sehr gefesselt hat. Deshalb kann ich diesen Thriller allen, die sich auch historisch interessieren, nur wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 07.09.2022

Ein aussichtsloser Fall

Pirlo - Falsche Zeugen
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Ein neuer Auftrag für Pirlo und seine Assistentin Sophie, der sehr aussichtslos erscheint. Faruk Maliki soll einen Nazi Rocker ermordet haben und die Indizien sind erdrückend. Faruk Maliki ist jüngster ...

Ein neuer Auftrag für Pirlo und seine Assistentin Sophie, der sehr aussichtslos erscheint. Faruk Maliki soll einen Nazi Rocker ermordet haben und die Indizien sind erdrückend. Faruk Maliki ist jüngster Spross des Maliki Clans und sieht gar nicht ein vorsichtig zu sein. Deshalb wird er auch von der Polizei geschnappt und sitzt im Gefängnis. Sophie und Pirlo suchen verzweifelt nach einer Möglichkeit Faruk aus dem Gefängnis zu holen, doch vergebens. Die Situation der Clans gegen die Nazi Rocker spitzt sich derweil zu und Pirlo wird auch mit seiner Familien Vergangenheit konfrontiert und so steht er noch mehr unter Druck Faruk zu helfen. Doch Pirlo wie auch Sophie beschäftigen neben dem Fall auch noch private Themen. Pirlo hat sich frisch verliebt und Sophie muss eine Entscheidung treffen, ob sie ihren Freund Manu heiraten will und zu ihrem Vater in die Praxis gehen wird. Alles sieht ganz nach aussichtslosen Fällen aus, doch noch sind Pirlo und Sophie nicht am Ende.
Dieser zweite Band von Ingo Bott über „Falsche Zeugen“ und seine Protagonisten Anton Pirlo und Sophie Mahler ist ebenso wie der erste Band total interessant und spannend. Die beiden Hauptcharaktere haben diesmal nicht nur mit dem neuesten Fall zu tun, sondern auch mit ihrem Privatleben. Anton Pirlo ist bis über beide Ohren verliebt und das lässt ihn auch wieder einmal sein Hauptgeschäft nicht so ernst zu nehmen. Doch auch Sophie Mahler ist nicht frei von privaten Problemen. Nicht nur dass ihr Vater ihr in den Ohren liegt, doch endlich in seine Kanzlei einzutreten auch ihr Freund Manu möchte plötzlich um ihre Hand anhalten. Dann ist da noch der Fall und der ist sehr kompliziert, da es sich um eine scheinbar angekündigte Tat handelt. Hier wird ganz deutlich auf die geschäftlichen Beziehungen im Milieu hingewiesen und auch auf die Clan Problematik abgehoben. Der Fall klingt sehr authentisch und auch sehr aktuell. Die privaten Erlebnisse der beiden macht die ganze Story sehr sympathisch und das Verhältnis zwischen Pirlo und Sophie ist sehr interessant und bietet immer wieder Überraschungen, genau wie der aktuelle Fall, der zwar sehr zäh erscheint, aber gegen Ende doch ein sehr überraschendes Ende anbietet.
Alles in allem hat mich auch dieser zweite Teil wieder total überzeugt. Ich mag die Art und Weise, wie Ingo Bott seine Hauptcharaktere beschreibt. Für mich sind die beiden sehr sympathisch und deshalb kann ich dieses Buch auch nur wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Geheimnis aus der Vergangenheit

Der finstere Pfad
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Laura eine junge Mutter wird durch einen Zeitungsartikel über ein gefundenes Skelett auf dem West Coast Trail an ihre Vergangenheit erinnert. Sie war damals auf einem Trail, auf dem ein Mensch gestorben ...

Laura eine junge Mutter wird durch einen Zeitungsartikel über ein gefundenes Skelett auf dem West Coast Trail an ihre Vergangenheit erinnert. Sie war damals auf einem Trail, auf dem ein Mensch gestorben ist und sie fühlt sich schuldig, da sie glaubte jemanden ermordet zu haben. Sie fühlt sich außerdem verfolgt und glaubt auch zu wissen, wer das ist. Es könnte sich um den verurteilten, vermeintlichen Mörder handeln. In Rückblicken werden die Geschehnisse auf dem Trail beschrieben und die beteiligten Personen Maisie, Sera und Ric und deren Verhältnis untereinander erzählt. Laura ist durch die Situation sehr angespannt und sie macht sich auf den Weg, um der Bedrohung auf den Grund zu kommen.
Der finstere Pfad von Jenny Blackhurst ist ei Psychothriller, der es in sich hat. Er spielt auf zwei verschiedenen Ebenen in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Laura ist die Person, die in der Gegenwart agiert, die Mutter zweier Kinder und eines Mannes, die eigentlich ein unbeschwertes Leben lebt. Die Vergangenheit sind Maisie und Sera und natürlich Ric und weitere agierende. Doch hauptsächlich beschäftigt sich der Leser mit den drei Frauen und rätselt wer ist wer. Die Spannung dieses Thrillers bezieht sich auch auf diese Frage. Es ist wohl in der Vergangenheit ein Mord geschehen und die Situation wird auch immer wieder im Wechsel mit der Erzählung der Gegenwart aufgezeigt. Sehr spannend ist das Hin- und Herblenden und die Spannung nimmt von Seite zu Seite zu. Denn auch in der Gegenwart steigt die Spannung um Laura und deren Familie. Die weiblichen Personen beschreibt die Autorin sehr genau und hält dadurch das Who is Who sehr hoch. Dadurch wird der Spannungsbogen sehr hochgehalten und bleibt bis zum Ende auch sehr hoch. Das ist es was diesen Thriller ausmacht, eine ständig hohe Spannungsdichte.
Ich habe diesen Thriller eigentlich gar nicht gelesen, sondern eher verschlungen. Immer wenn ich die Vergangenheit gelesen hatte, musste ich auch die Gegenwart wieder lesen und umgekehrt. Auf jeden Fall hat die Autorin eine sehr hohe Affinität und überraschenden Wendungen, das heißt es lohnt sich diesen Thriller zu lesen.

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Veröffentlicht am 24.08.2022

Erschwerte Ermittlungen

Die Marseille-Morde - Das tote Mädchen
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Die frischgebackene Lieutnant Nadia muss in ihrem ersten Fall gleich einen Fall unter erschwerten Bedingungen aufklären. Der Selbstmord eines jungen Mädchens das in ihrer Klasse gemobbt wurde und dann ...

Die frischgebackene Lieutnant Nadia muss in ihrem ersten Fall gleich einen Fall unter erschwerten Bedingungen aufklären. Der Selbstmord eines jungen Mädchens das in ihrer Klasse gemobbt wurde und dann auch noch von Kindern der High Society. In diesem Fall sogar noch von Kindern des Polizeipräfekten und hoher anderer Mitglieder der Polizei und Gerichtsbarkeit, Sie hat aber Mitstreiter in dem jungen Staatsanwalt Pierre und ihren Kollegen Florian und Fiona, die neu in ihrem Team ist. Als dann auch noch Covid das normale Leben beeinträchtigt wird das Ermitteln immer schwieriger, da auch gerade die Hohen beamten ihre Arbeit sabotieren, um ihre Kinder zu schützen.
Die Marseille Morde von Anna Maria Aurel ist ein spannender Krimi mit einer sehr interessanten Story. Eigentlich sind es mehrere Themen, die in diesem Krimi verarbeitet werden. Es sind gesellschaftskritische Themen, wie die Einflussnahme von wichtigen Menschen mit Einfluss, die ihre Kinder schützen wollen. Oder die Situation in den französischen Banlieus und die Ausnutzung der Gewaltbereitschaft. Sehr interessant finde ich den Blick auf den Beginn der Corona Pandemie in Frankreich und den Einfluss auf die Arbeit der Polizei und deren Ermittlungen. Im Vordergrund steht natürlich das Mobbing von Kindern untereinander und die Verzweiflung der Opfer, die hier sehr eindringlich dargestellt wird. Aber auch die Personen, die die Autorin hier beschreibt, sind gut gezeichnet. Da ist Nadia, der Leutnant, der gerade als erste und einzige Frau, die in der Mordkommission den Posten übernommen hat. Sie hat ihre Werte und diese verfolgt sie sehr gewissenhaft auch manchmal gegen den Willen ihrer Vorgesetzten. Außerdem ist da noch Pierre, Staatsanwalt und ein enger Freund, der auf ihrer Seite steht um den Fall aufzuklären. Auch in ihrer Abteilung hat sie Unterstützer und eine neue Kollegin, Fiona, die nach Marseille versetzt wurde, passt genau in ihre Abteilung und deshalb ist es kein Wunder, das sie schnell Freunde werden. Der Spannungsbogen dieses Krimis ist sehr stringent aufgebaut worden und führt zu einem erwarteten Ende, aber der Weg ist in diesem Roman der Entscheidende, Das macht dieses Buch besonders.
Ich habe dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite mit großem Interesse gelesen, weil die Autorin es geschafft hat mich mit den verschiedenen Bereichen an ihr Buch zu fesseln. Ein toller regionaler Krimi mit sehr aktuellen Themen.

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Veröffentlicht am 24.07.2022

Verschwiegene Gemeinschaft

Marterlmord - Ein Geheimnis. Eine Mordserie. Ein schweigendes Dorf.
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Der Maresciallo Pietro wird aus Bergamo nach Südtirol in das Dorf Tal versetzt. Ein Außenposten, der Grund dafür ist seine Verlobte Beatrice, deren Vater, ein General, mit der Verbindung nicht einverstanden ...

Der Maresciallo Pietro wird aus Bergamo nach Südtirol in das Dorf Tal versetzt. Ein Außenposten, der Grund dafür ist seine Verlobte Beatrice, deren Vater, ein General, mit der Verbindung nicht einverstanden war und ihn deshalb nach Tal abgeschoben hat. Sei Vorgänger war 40 Jahre auf dem Posten und es ist nichts geschehen. Ein Alptraum für Pietro. Doch kaum ist er angekommen wird der Dorfsäufer tot aufgefunden. Ein Unfall wie es scheint, doch dies ist nur der Anfang. Ein Bauer wird tot an einem Marterl gebunden aufgefunden, nackt und ohne Hände. Pietro steht vor einem Rätsel, doch die Dorfbewohner tragen nicht zur Aufklärung bei, sie schweigen. Der einzige Lichtblick für Pietro ist der Dorfpfarrer Valentin, mit dem er sich über die Dinge austauschen kann. Doch am nächsten Tag wird der nächste Bauer tot an einem Marterl gefunden und das ganz Dorf schweigt weiter.
Marterlmord von Heidi Troi ist ein spannender Regionalkrimi und diese Region hat es in sich. Die Beschreibung der Erlebnisse von Pietro, einem Polizisten aus Bergamo, also Italien und dessen Versetzung nach Südtirol in ein eigentlich abgeschiedenen und langweiligen Ort Tal. Nicht nur er als Polizist wird argwöhnisch beäugt, auch das er aus Italien, der Besetzernation stammt, macht ihn für die Bewohner nicht sympathischer. Toll ist die Beschreibung der Menschen, die dort leben. Eigenbrötler, Grantler und gegen jeden, der nicht aus Tal stammt. Ich finde das ist sogar eine ganz liebenswerte Beschreibung, wenn es da nicht diese Morde gäbe. Ich kann mir die Situation und die Verzweiflung des Polzisten sehr bildhaft vorstellen, er fühlt sich als Außenseiter und es droht noch der Verlust seiner Verlobten. Auch diese Botschaft, die der Vater der Verlobte sendet, ist sehr deutlich. Lass die Finger von ihr. Das sind Bestandteile, die den Krimi interessant gestalten und dann kommt das aktuelle Thema auch noch dazu und das ist die Würze dieses Buches. Und es ist ja nicht mal nur ein Thema, das im Raum schwebt, sondern es sind gleich mehrere, die wie ein netz aufgebaut werden, genau wie der Spannungsbogen. Und diese Spannung nimmt im Laufe des Krimis sehr deutlich zu bis zum sehr überraschenden Ende.
Ich mag diese Art von regionalen Krimis, die auch die Menschen und ihre Eigenarten sehr gut beschreiben. Ich habe dieses Buch mit Interesse gelesen und musste auch unbedingt schnell die Auflösung des Falles lesen. Was kann man mehr erwarten, also ich nichts!

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