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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.07.2017

Die Vergangenheit holt einen immer ein

Du sollst nicht leben (Ein Marina-Esposito-Thriller 6)
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Darren Richards muss sich entscheiden. Entweder er stirbt oder seine Freundin und das gemeinsame Baby. Er entscheidet sich weiter zu leben. Also erschießt der Mann mit der Maske seine Familie - mit einer ...

Darren Richards muss sich entscheiden. Entweder er stirbt oder seine Freundin und das gemeinsame Baby. Er entscheidet sich weiter zu leben. Also erschießt der Mann mit der Maske seine Familie - mit einer Armbrust. Anschließend meldet sich der selbsternannte Rechtsprecher bei Detective Inspector Phil Brennan. Es geht um Gerechtigkeit. Richards hatte unter Alkohol- und Drogeneinfluss mit dem Auto zwei Menschen getötet.
Währenddessen bekommt es Phils Frau und Profilerin Marina Esposito mit einer gefährlichen Frau zu tun, die vorgibt, eine andere zu sein...
Tania Carver ist der Autorenname von Martyn Waites und „Du sollst nicht Leben“, bereits Band 6 der Thrillerserie um Marina Esposito.
Eigentlich ist es ja immer das Gleiche: Ein psychopathischer Killer und perfide Morde. Nichtsdestotrotz spannend geschrieben. Die Mischung aus Gewalt und Action, Privatleben der Protagonisten und solider Ermittlungsarbeit, gewürzt mit britischem Humor gefällt mir. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Und so sind mir Marina und Phil im Laufe der Jahre ans Herz gewachsen.
Doch diesmal traut sich der Autor was. Zum einen werden nach der Hälfte der Geschichte Täter und Motiv verraten, was zu Lasten der Spannung geht, zum anderen stirbt ein Sympathieträger. Aber ein Tania Carver-Fan kommt wahrscheinlich nicht drum herum, auch diesen Band zu lesen. Ich habe es jedenfalls nicht bereut. Denn einige Überraschungen gegen Ende des Thrillers hält der Autor für seine Leser noch bereit.

Fazit: Gut, für mich aber nicht das beste Buch der Reihe.

Veröffentlicht am 29.06.2017

Gänsehaut garantiert!

Das Haus in Cold Hill
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Die Krimi-Reihe um Detective Superintendent Roy Grace aus Brighton hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch „Das Haus in Cold Hill“ hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Was sich in Cold ...


Die Krimi-Reihe um Detective Superintendent Roy Grace aus Brighton hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch „Das Haus in Cold Hill“ hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Was sich in Cold Hill House abspielt, ist jenseits des Vorstellbaren. Ungewöhnliche Dinge geschehen: Aufgedrehte Wasserhähne in der Nacht, eine alte Frau in einem blauen Kleid, die hinter einem steht, ein Bett, das sich während der Nacht um hundertachtzig Grad dreht.
Obwohl der Umzug von Brighton raus aufs Land in das alte Haus für Ollie und Caro Harcourt eine große Investition ist, wollen sie das Wagnis eingehen. Doch schon bald fürchten sie um ihr Leben, denn was immer in diesem riesigen, verfallenen Herrenhaus noch lebt: Es ist ihnen nicht wohl gesonnen und will sie töten.
„Das Haus in Cold Hill“ von Peter James ist eine gruselige Geistergeschichte voller überraschender Wendungen und hat mich ein bisschen an die Romane des frühen Stephen King erinnert. Dem Autor gelingt es, Spannung aufzubauen und zu halten. Eigentlich nicht mein Genre. Aber ein Peter James-Fan kommt wahrscheinlich nicht drum herum, auch diesen Roman zu lesen. Ich habe es jedenfalls nicht bereut.

Fazit: Klassische Gruselgeschichte, spannend und schaurig zugleich.

Veröffentlicht am 27.06.2017

Tino und Gina sind zurück

Sieh nichts Böses (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi 8)
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„Sieh nichts Böses“ ist bereits der 8. Band um den Münchener Kommissar Konstantin Dühnfort. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ...


„Sieh nichts Böses“ ist bereits der 8. Band um den Münchener Kommissar Konstantin Dühnfort. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Tino ist mit seiner Frau Gina gerade erst aus den Flitterwochen zurückgekehrt. Beide freuen sich auf ihr erstes Kind. Da wird Tino zu einer weiblichen Leiche gerufen. Veronika war vor zwei Jahren angeblich untergetaucht. Denn sie hatte Schulden. Die Ermittlungen gestalten sich zäh. Die Ermittler stoßen auf eine Mauer aus Schweigen, Angst und Misstrauen.
Und dann verschwindet eine weitere Frau unter ähnlichen Umständen. Währenddessen ermittelt Gina im Fall einer alten Frau, deren Tod noch immer ungeklärt ist.
Inge Löhnig hat ihren neuen Kriminalroman wieder routiniert in Szene gesetzt. „Sieh nichts Böses“ punktet mit vielen falschen Fährten und überraschenden Wendungen, mit denen die Autorin die Geschichte voran und die Spannung in die Höhe treibt. Eine Geschichte von Neid und Verrat, von Hass und Eifersucht. Von allem aber von Gewalt.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Erneut nimmt das Privatleben der beiden Protagonisten einen breiten Raum ein. Gina und Tino müssen eine schwere Entscheidung treffen. Allerdings passt dieses Thema meines Erachtens nicht in einen Krimi. Der moralische Zeigefinger ist nicht zu übersehen.

Fazit: Genial geschrieben, abgründig, packend! Für mich aber nicht das beste Buch aus dieser Reihe. Denn ich mag es nicht, ermahnt zu werden.

Veröffentlicht am 19.06.2017

Tatort Frankfurt am Main

Frankfurter Blutspur
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Das schon aus „Frankfurter Kaddisch“ bekannte Personal, Hauptkommissar Gregor Mandelbaum und sein Team, ermittelt wieder. Dennoch handelt es sich bei „Frankfurter Blutspur“ um eine eigenständige, in sich ...


Das schon aus „Frankfurter Kaddisch“ bekannte Personal, Hauptkommissar Gregor Mandelbaum und sein Team, ermittelt wieder. Dennoch handelt es sich bei „Frankfurter Blutspur“ um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Der Vorgänger hatte mich begeistert und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Dieter Aurass geht gleich in medias res: Eine Prostituierte stirbt im Schnee. Ihr wurden die Zehen abgeschnitten. Deshalb konnte sie nicht mehr gehen. Wer hat Vera ermordet - und warum? Kurz darauf wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Auch sie wurde grausam verstümmelt. Zudem hat der Täter in beiden Fällen eine blutige Botschaft hinterlassen. Geht ein Serienkiller in der Mainmetropole um?
Über das Wiedersehen mit Gerichtsmedizinerin Dr. Sonja Savoyen, Gregor, Computernerd Schmuddel und Mutti Jutta, Küken Jenny und Bedenkenträger Dieter, habe ich mich sehr gefreut, denn sie sind mir ans Herz gewachsen. Neu dabei, Irina Petrowska und Frank Grothebaum von der Sitte.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Gregor und Sonja sind inzwischen ein Paar. Der Kommissar, der am Asperger-Syndrom, einer milden Variante des Autismus leidet, hat in Sachen sozialer Interaktion und Kommunikation viel von ihr gelernt. Grothebaum ist ein Ekelpaket, ein Kotzbrocken - und er ist korrupt. Aber ist er deshalb auch ein Mörder?
Die Geschichte lässt sich flott und flüssig lesen. Immer mal wieder finden sich Bezüge zum Vorgänger. Das macht Lust auf mehr für die, die den ersten Band (noch) nicht kennen. Rückblenden in die 60er Jahre aus der Sicht eines kleinen Jungen, verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Neben dem Kriminalfall thematisiert der Autor Homosexualität. Und hat deshalb in seinem aktuellen Roman eine lesbische Liebesgeschichte eingebaut. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Zitat: »Uups«, bemerkte er [der Täter] und wirkte noch immer amüsiert, »so war das nicht geplant. Ich befürchte, wir werden nun das durchführen müssen, was die Damen und Herren von der Polizei eine Verfolgungsfahrt nennen.«

Fazit: Ein realitätsnaher Who-Done-It-Krimi mit einem durchgängigen Spannungsbogen.

Veröffentlicht am 16.06.2017

Hölle, Hölle, Hölle

Teufelskälte
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„Teufelskälte“ von Gard Sveen ist der zweite Fall für den Osloer Kommissar Tommy Bergmann. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ...

„Teufelskälte“ von Gard Sveen ist der zweite Fall für den Osloer Kommissar Tommy Bergmann. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Den Vorgänger, „Der letzte Pilger“, hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
November 2004. Die junge Prostituierte Daina wurde brutal misshandelt. Bevor sie stirbt, kann sie Tommy noch einen Namen nennen, Maria, Edel Maria. Tommy ist geschockt. Denn der Modus Operandi erinnert ihn an Kristiane. Das junge Mädchen wurde 1988 tot im Wald in einem Müllsack abgelegt. Doch der Täter befindet sich in einer geschlossenen Anstalt, nachdem er den Mord an Kristiane und eine Reihe ähnlicher Taten gestanden hatte.
Hat Anders Rask einen Komplizen, der sich noch auf freiem Fuß befindet, oder wurde er unschuldig verurteilt?
Zusammen mit seiner neuen Kollegin Susanne Bech rollt Tommy den alten Fall erneut auf. Bei den damaligen Ermittlungen wurden Fehler gemacht. Susanne ist alleinerziehende Mutter der fünfjährigen Mathea und hat somit eine empfindliche Schwachstelle. Auch Tommy hat Schwächen. Er neigt zu Gewaltausbrüchen. Deshalb hatte sich seine Frau von ihm getrennt. Doch nun befindet sich Tommy in Therapie. Mit menschlichen Abgründen kennt er sich also bestens aus.
Die Morde sind grausam. Mit detaillierten Beschreibungen hält der Autor sich aber zum Glück zurück, so dass Raum bleibt für das Kopfkino des Lesers. „Teufelskälte“ ist gut konstruiert und spannend erzählt. Ein klassischer Krimi. Ein bisschen gemein ist allerdings, dass am Ende vieles offen bleibt. Zitat: „Seele in Flammen, tanzendes Blut. Wo bin ich, Tommy?“ Im Nachwort kündigt der Autor an, dass es einen Folgeband geben wird.

Fazit: Alles in allem ein spannender, abgründiger Who-Done-It-Roman, der jedoch nicht an den Vorgänger heranreicht.