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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.09.2022

Bezaubernd, warmherzig und so smart

Das irrationale Vorkommnis der Liebe – Die deutsche Ausgabe von »Love on the Brain«
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Bee Königswasser ist Neurowissenschaftlerin und bekommt die Gelegenheit, als Co-Leiterin eines NASA-Projektes eine bahnbrechende Forschung zu begleiten. Ihre Freude darüber trübt sich, als sie erfährt, ...

Bee Königswasser ist Neurowissenschaftlerin und bekommt die Gelegenheit, als Co-Leiterin eines NASA-Projektes eine bahnbrechende Forschung zu begleiten. Ihre Freude darüber trübt sich, als sie erfährt, dass ihr Partner dabei Levi Ward sein wird, ihr Erzfeind aus dem Doktorandenprogramm ihrer Universität. Der Schwarm vieler Kommilitoninnen schien sie immer zu hassen, mied ihre Gegenwart und weigerte sich, mit ihr zu arbeiten. Das scheint sich nicht geändert zu haben, aber ist es wirklich Hass, der Levi von ihr fernhält?

Schon seit dem Lesen ihres Debütromans bin ich Ali Hazelwood völlig verfallen und begeistert, dass die deutsche Übersetzung dieses zweiten Buches so schnell erschienen ist. Auch wenn sich die Inhalte von der Thematik her sehr ähneln, schafft sie es dennoch, mich erneut zu bezaubern und bestens zu unterhalten. Das liegt vor allem an den wunderbaren Charakteren.

Bee ist ein großer Fan von Marie Curie und wir erfahren viel über deren Leben.
Immer wieder fragt sich Bee, was Marie tun würde und führt auch einen gleichnamigen Twitter-Account, @whatwouldmariedo. Dies allerdings anonym, denn sie fürchtet unangemessene Reaktionen und Shitstorms. Nicht ganz unbegründet, denn immer wieder muss sie sich mit der Macht der Männer in der Wissenschaft auseinandersetzen und gegen deren verbohrte und antiquierte Ansichten ankämpfen, um sich durchzusetzen. Männer, die es grundsätzlich besser wissen. Männer, die Frauen Zweifel einreden und ihr Selbstwertgefühl mindern. Das kennen vermutlich leider viele Frauen in egal welchem Job.

Das klingt ernst und traurig? Keineswegs. Ich habe schon gelacht, als ich gleich die erste Kapitelüberschrift googeln musste. Alle Überschriften benennen Teile des menschlichen Gehirns und für welche Emotionen oder Handlungen sie stehen. In diesem Zusammenhang ist übrigens der englischen Originaltitel „Love on the Brain“ viel passender als der deutsche. Urkomisch fand ich die mit einem Trademark versehenen erfundenen Begriffe wie Schniedelreferenz ™, Schwanzplosion ™ oder Schwanzcluster ™, mit denen sich Bee über die eben benannten Männer aufregt.

Die Aufeinandertreffen von Bee und Levi sind wunderbar komisch und haben mich so sehr zum Lachen gebracht. Treffsichere Dialoge mit klugen Sprüchen und reichlich trockenem Humor tragen maßgeblich zum Charme der Geschichte bei. Ebenso wie grandiose Nebencharaktere, allen voran Bees Assistentin Rocio, die schon ein eigenes Buch verdient hätte. Aber Levi, dieser wunderbare, hilflose, selbstlose, in seiner Kommunikation unfähige Levi - ihm gehört mein Herz. Ich konnte mich noch nie mit der Vorstellung eines Buchcharakters als sogenanntem „Book Boyfriend“ anfreunden. Das hat sich mit Levi geändert. So ein wunderbarer Mann!

Mich beeindruckt bei Ali Hazelwood vor allem, wie spielerisch und leicht es ihr gelingt, intelligente und tiefgründige Inhalte so lebensnah und unverkrampft zu vermitteln. Diversität ist ein großes Thema für sie, Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern, Zugang zu Bildung für alle, Respekt und Toleranz ebenso. Das alles so wunderbar warmherzig und locker und lässig und sehr modern. Talent für heiße Erotik hat sie übrigens auch noch.

Mein einziger Kritikpunkt betrifft wieder das Cover, das ich unglücklich gewählt finde. Erfreulich, dass die bald erscheinenden weiteren Bücher der Autorin die Originalcover übernehmen werden. Ich weiß es deshalb so genau, weil ich sie schon alle vorbestellt habe und es kaum erwarten kann.

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Veröffentlicht am 11.07.2022

Endlich der total witzige und absolut heiße vierte Teil der Serie

Love You Never Ever
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Der Polizist West Donovan gabelt im strömenden Regen eine Anhalterin am Straßenrand auf. Unpassend gekleidet und mit abgelaufenem Führerschein verfrachtet er Roxy Goddhart in seinen Streifenwagen und bringt ...

Der Polizist West Donovan gabelt im strömenden Regen eine Anhalterin am Straßenrand auf. Unpassend gekleidet und mit abgelaufenem Führerschein verfrachtet er Roxy Goddhart in seinen Streifenwagen und bringt sie nach Bluelick. Wie praktisch, dass sie da sowieso hinwollte, um ihre Großmutter zu besuchen. Leider ist diese zwischenzeitlich verstorben und während Roxy noch überlegt, wohin es sie nun zieht, bietet die Inhaberin des Cafés, in das West sie gebracht hat, einen Job als Kellnerin und eine kleine Mietwohnung an. Dass sie damit zu West direkter Nachbarin wird, ist ein Schlag für ihn. Denn Roxy ist das Gegenteil von allem, an das er glaubt und er wünscht sich eigentlich, dass sie schnellstens aus seiner Stadt verschwindet und ihm weiteren Ärger erspart.

Wir haben eine Weile auf den vierten Teil der „Private Pleasures“ - Reihe gewartet. So lange, dass ich schon fast vergessen hatte, wie sehr ich Samanthe Becks Bücher mag. Wie kaum eine andere Autorin dieses Genres vermag sie, ihre Charaktere so lebensnah zu beschreiben, dass man sich ihnen sofort verbunden fühlt. Der etwas steife West, der sich als Officer strikt an Regeln hält und das auch von seinen Mitmenschen erwartet, sieht sich einer lebenslustigen und abenteuerlichen Musikerin gegenüber, die das Leben nimmt, wie es kommt. Ihr unkonventioneller und sexy Stil in Sachen Kleidung macht ihn an und führt ihn ständig in Versuchung, bis er nicht mehr widerstehen kann. Mit ihrer Neigung, in unkontrollierbare Situationen zu geraten, reizt sie seine Prinzipientreue. Er will sie beschützen und doch gleichzeitig aus seiner kleinen Stadt vertreiben.

Roxy ist als Tochter von Musikern, die immer durchs Land gezogen sind, ein Leben als Nomadin gewöhnt. Auch jetzt ist es ihr Plan, nicht ewig in Bluelick zu bleiben, sondern nur genug Geld zu verdienen, um weiterziehen zu können. Zudem gibt es in ihrer Vergangenheit einen dunklen Punkt, den sie West verschweigt, denn sie weiß genau, dass der Mann, der streng das Gesetz befolgt, mit ihrem Tun nicht einverstanden wäre.

Das alles verpackt Samanthe Beck in wunderbar humorvolle Dialoge mit Pointen, die mich ständig zum Lachen gebracht haben. Situationskomik und Wortwitz ziehen sich selbst durch die erotischen Szenen. Und die haben es in sich. Es dauert ein bisschen, bis sich die schwelende Glut zwischen West und Roxy entzündet. Dann aber entfacht sich Feuerwerk, das seinesgleichen sucht. Sinnlichkeit und Lust törnen das Kopfkino sehr an.

Wie viele andere Romanzen braucht es auch hier ein kleines Drama, das West und Roxy zu überstehen haben, aber es zeigt mal wieder, dass Kommunikation und Vertrauen der Schlüssel zu einer gesunden Beziehung sind.

„Love you never ever“ ist zwar als Standalone lesbar, es macht aber deutlich mehr Spaß, wenn man die vorherigen Teile kennt, da die bisherigen Protagonisten als Sidekicks immer wieder auftauchen.

Insgesamt ein wunderbar komischer und beschwingter Liebesroman, den ich mit größtem Vergnügen verschlungen habe. Ich hoffe sehr, dass wir auf die Übersetzung des nächsten Bandes nicht allzu lange warten müssen.

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Veröffentlicht am 04.07.2022

Grandioser Start in eine neue Reihe - Vested Interest 2.0

Bossy Love - Küss den Chef
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Grace VanRyan startet nach ihrem Jurastudium ein bezahltes Praktikum in der Anwaltskanzlei von Jaxson Richards. Dieser ebenso attraktive wie eiskalte Jurist macht ihr zunächst das Leben schwer, auch wenn ...

Grace VanRyan startet nach ihrem Jurastudium ein bezahltes Praktikum in der Anwaltskanzlei von Jaxson Richards. Dieser ebenso attraktive wie eiskalte Jurist macht ihr zunächst das Leben schwer, auch wenn die gegenseitige Anziehung offensichtlich ist. Doch Beziehungen unter Mitarbeitern sind nach den Firmenrichtlinien untersagt. Außerdem ist Liebe kein Konzept, dass für Jaxson in Frage kommt. Doch die in einer liebevollen Familie aufgewachsene Grace erwartet genau die für ihre Zukunft.

Melanie Morelands Bücher gehören ganz sicher zu meinen Lieblingen im Genre Romantik. Sie geht mit ihren Plots keine neuen Wege, alles hat man auch von anderen Autor*innen schon mal gelesen. Dennoch fesselt sie mich jedes einzelne Mal mit einem souveränen und intensiven Schreibstil an ihre Geschichten, die ich Seite für Seite verschlinge.

Das ist hier nicht anders. Jaxson ist unerträglich arrogant, selbstherrlich, kalt und mürrisch. Ohne jede Rücksicht lässt er das auch seine Mitarbeiter spüren. Grace und ihr liebenswerter Kollege Michael wissen jedoch damit umzugehen und stellen sich ihm selbstbewusst entgegen. Jaxson ist aber auch einsam, lässt niemanden wirklich an sich heran. Grace ist behütet in einem wunderbaren Familienverband groß geworden. Zielstrebig und mit mehr Ehrlichkeit als einer Praktikantin angemessen ist, stellt sie sich Jaxson entgegen. Die Fetzen fliegen in humorvollen und schlagfertigen Dialogen, die Funken zwischen beiden ebenso.

Das Hauptaugenmerk liegt auf der unterschiedlichen Herkunft der beiden. Jaxson als vernachlässigtes und ungeliebtes Kind erwartet nichts vom Leben. Grace weiß, wie stark die Liebe sein kann, hat sie doch mit ihren Eltern ein wunderbares Beispiel vor Augen. Wer die Story ihrer Eltern kennt („Sie dürfen den Chef jetzt küssen“), sieht natürlich, dass sich die Geschichte wiederholt.

Ich könnte diesen Roman nicht so gut bewerten, wenn nicht immer wieder die atemberaubenden
Protagonisten der „Vested-Interest“-Reihe auftreten würden. Die wiederkehrenden Verknüpfungen zu den Männern von BAM sind herrlich und liefern viel Inhalt. Man könnte „Bossy Love“ zwar auch eigenständig lesen, würde aber viel Spaß verpassen. Denn bei „ABC Corp“ geht es um die nun erwachsenen Kinder. Und hier wie dort legt Melanie Moreland viel Wert auf Familie und Freundschaft. Das bekommt Jaxson besonders in den von Hassliebe geprägten Dialogen mit Graces Vater Richard zu spüren. Ich habe Tränen gelacht, wenn diese beiden sich gefetzt haben.

Vielleicht hätten einige Seiten weniger dem Buch nicht geschadet, dennoch war ich völlig vertieft in diese wunderbare Geschichte, die eine perfekte Mischung aus Humor, Hitze und Herzschmerz bietet.

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Veröffentlicht am 14.02.2022

Volltreffer - intelligent und warmherzig, dabei urkomisch und sexy

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
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Olive, Doktorandin der Biologie an der Universität Stanford, will ihrer besten Freundin Anh beweisen, dass sie jemanden datet. In ihrer Not küsst sie einen Mann, der ihr zufällig in den Weg läuft. Zu ihrem ...

Olive, Doktorandin der Biologie an der Universität Stanford, will ihrer besten Freundin Anh beweisen, dass sie jemanden datet. In ihrer Not küsst sie einen Mann, der ihr zufällig in den Weg läuft. Zu ihrem Entsetzen ist es Dr. Adam Carlsen, ein gefürchteter Dozent ihres Fachbereiches. Bestürzt muss sie feststellen, dass dieser kleine Kuss sie völlig aus der Fassung bringt. Adam akzeptiert ihre Erklärung und ist erstaunlicherweise bereit, Olive bei ihrer Scharade zu unterstützen.

Wie viele Fake-Dating-Romanzen kennen Leser*innen dieses Genres? Richtig. Unzählige. Manche gut, manche weniger. Hätte ich nicht den Hype um das englische Original mitbekommen, wäre die deutsche Übersetzung einen zweiten Blick nicht wert gewesen. Nun weiß ich, dass all die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt sind. Und ich werde diesem zauberhaften Roman auch noch einen dritten Blick können, denn er gehört ganz sicher zu den wenigen Büchern, die ich ein zweites Mal verschlingen werde.

Der Debütroman von Ali Hazelwood besticht mit unglaublich intelligenten Dialogen und warmherzig skizzierten Protagonisten. Jedes Kapitel startet mit einer Hypothese, die entweder belegt oder widerlegt werden muss. Olive ist eine rein auf ihre Dissertation fokussierte Studentin, die Tage und Nächte im Labor verbringt, um Experimente durchzuführen und Analysen zu schreiben. Sie ist der Inbegriff eines Nerds, mit wenigen Freunden und noch weniger Liebhabern. Unsicher und manchmal linkisch, aber liebevoll und für ihre Freunde aufopfernd.

Adam dagegen ist gnadenlos in seiner Ehrlichkeit gegenüber seinen Studenten, was ihn zu einem der meistgehassten Professoren seiner Uni macht. Manchmal verlassen sie nach einer Besprechung weinend sein Büro, weil er sie mal wieder schonungslos auf Fehler hingewiesen hat. Olive gegenüber verhält er sich aber verständnisvoll, beschützend und sanftmütig. Seine Ernsthaftigkeit weicht liebevollem Witz und trockenem Humor. Daraus resultieren herrlich erfrischende Wortgefechte voll mit scharfsinnigen Scherzen.

Dabei vergisst die Autorin aber nicht, auf Probleme an Universitäten hinzuweisen, was Frauen im wissenschaftlichen Umfeld betrifft. Sie sind oft benachteiligt, müssen sich mit übergriffigen Dozenten und herablassenden Mentoren auseinandersetzen. Olive erlebt das genauso und wie viele andere Frauen muss sie sich leider fragen, ob sie solche Ungeheuerlichkeiten öffentlich machen und zur Anklage bringen soll. Auch Diversität ist Ali Hazelwood, selber Professorin für Neurobiologie, ein großes Anliegen. Wunderbare Nebenfiguren zeigen Vielfalt in alle Richtungen.

Trotz vieler, für mich oft unverständlicher Fachbegriffe (was bitte, sind ein Thermocycler oder eine Mehrkanalpipette? Oder - mein Liebling - ein Caenorhabditis-elegans? ), ist es ein leicht zu lesendes Vergnügen. In keiner Weise trocken oder langatmig. Man mag kaum erwarten, dass auch Erotik ihren Platz findet. Aber die wenigen, gut platzierten Szenen, haben es definitiv in sich und sind sowohl humorvoll als auch heiß.

Ein klitzekleines Manko ist aus meiner Sicht das Cover der deutschen Ausgabe. Ich finde es im Gegensatz zum Original zu ernst, nicht treffsicher genug. Aber das kann ich nur dem Verlag vorwerfen, nicht der Autorin.

Wer eine hinreißende romantische Komödie sucht, smarte Protagonisten, originelle Dialoge und das alles in einem erstklassigen Erzählstil, der ist hier genau richtig. Ich hoffe inständig, dass weitere Romane von Ali Hazelwood auf den deutschen Markt kommen werden.

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Veröffentlicht am 29.01.2022

Das Warten hat sich gelohnt - fantastische Fortsetzung!

Idol - Gib mir alles von dir
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Brenna James ist die knallharte PR-Beraterin der Rockband Kill John. Als Cousine des Sängers Killian ist sie von Anfang an dabei und gibt alles für die Band, die sich gleichsam auch zu ihrer Familie entwickelt ...

Brenna James ist die knallharte PR-Beraterin der Rockband Kill John. Als Cousine des Sängers Killian ist sie von Anfang an dabei und gibt alles für die Band, die sich gleichsam auch zu ihrer Familie entwickelt hat. Wenn da nicht Rye Peterson wäre, der Bassist, für den sie als junges Mädchen geschwärmt hat. Doch dann machte er alle ihre Hoffnungen zunichte und von da an sind sie erbitterte Feinde. Durch ein Versehen belauscht Rye ein Gespräch zwischen Brenna und ihrer Freundin Jules. Er erfährt, dass sie nach Nähe sucht, nach Verbindung zu einem Mann, nach Intimität, die ihr ein One-Night-Stand nicht bieten kann. Rye schockiert Brenna, als er sich anbietet, dieser Mann zu sein. Doch die Regeln, die sie für ihre gemeinsame Zeit festlegen, werden nach und nach gebrochen…

Seit Band 1 der Idol-Reihe beobachten wir die Wortgefechte zwischen Brenna und Rye und ich schätze, dass allen Leser*innen klar war, dass es sich hierbei eigentlich um ein schlecht getarntes Vorspiel handelte. Und ebenso lange warten wir darauf, dass sich all diese aufgestaute Spannung in einer gewaltigen Explosion entlädt. Willkommen in Band 4.

Es hat ein bisschen gedauert, bis der vorliegende Band erschienen ist, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Im Gegensatz zu verschiedenen anderen Serien muss man auch nicht lange überlegen, was bisher geschah. Ich war sofort wieder im Thema und es war, als ob ich gestern zuletzt über die Männer und ihre Frauen gelesen hätte. Callihan hat sie so oft und intensiv in diese Geschichte eingebunden, dass sofort wieder Vertrautheit hergestellt wird.

Man erfährt viel über die Hintergründe, warum sich Brenna und Rye immer und immer wieder an die Gurgel gehen, sich nichts schenken in ihren Schlagabtauschen. Wie in so vielen Romanen ist es eine Story über Missverständnisse, mangelndes Vertrauen und die Unfähigkeit, offen zu kommunizieren. Wie schwer es ist, aus eingefahrenen Bahnen auszubrechen, in diesem Fall aus den gegenseitigen Attacken und ja, auch verbalen Verletzungen.

Es ist wunderbar und berührend zu sehen, wie sich die beiden einander öffnen, ihre Verletzlichkeit eingestehen und dadurch die gesuchte Nähe und Intimität finden, die sie beide so bitter nötig haben. Brenna muss als Frau in diesem Business immer knallhart sein, darf keine Schwächen zeigen, muss sich immer wieder beweisen. Rye hat Angst, nur als Musiker wahrgenommen zu werden, nicht als Mensch. Schmerzen in seinen Händen lassen ihn Angst vor der Zukunft und seiner Existenzberechtigung haben. Es ist traurig zu sehen, wie einsam sich beide fühlen, trotz der engen Bindung an die anderen. Besonders Rye hat in diesem Buch eine beeindruckende Seite von sich gezeigt. Nämlich nicht die des kindischen Clowns, sondern die des reifen, erwachsenen und aufmerksamen Mannes, der alles für Brenna sein kann und will.

Die humorvollsten Stellen in diesem Band sind die, wenn die Bandmitglieder zusammensitzen und sich necken und veralbern. Man spürt in jeder Zeile ihre tiefe Verbundenheit, spürt, dass sie alles füreinander tun würden.

Auch wenn Scottie immer noch mein absoluter Liebling bleibt, hat sich Rye einen großen Platz in meinem Herzen erobert. Hoffentlich müssen wir nicht allzu lange auf Whips (und Jules?) Geschichte warten. Aber so grandios, wie Kristen Callihan schreibt, wird es das wert sein.

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