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Veröffentlicht am 25.09.2022

Gebt mir mehr Kinsch

Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzunge, Bd. 1)
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Kinsch na Schannack - ebenso unverwechselbar wie der Name des Hauptprotagonisten dieses Fantasy-Highlights ist auch er selbst. "Ein schillerndes Fantasyabenteuer, wie es kein zweites gibt." So die Werbung ...

Kinsch na Schannack - ebenso unverwechselbar wie der Name des Hauptprotagonisten dieses Fantasy-Highlights ist auch er selbst. "Ein schillerndes Fantasyabenteuer, wie es kein zweites gibt." So die Werbung auf dem Buchrücken. Solche Übertreibungen hat das Buch wirklich gar nicht nötig.

Schon die vielfältigen Bedeutungen des Namens Kinsch sollte man sich nicht entgehen lassen. Der Autor verfügt über jede Menge Witz und Fantasie. Seine von den Koboldkriegen gebeutelte Welt ist einzigartig, ebenso das äußerst überzeugende und farbenprächtige Magiesystem, von dem ich nicht genug bekommen konnte.

Kinsch hat hohe Schulden bei der Diebesgilde. Die soll er nun abarbeiten, indem er der Rabenritterin Galva folgt. Warum, erfährt er bei Auftragsvergabe ebenso wenig wie wir. Es spricht sehr für die Story, dass das aber überhaupt nicht stört. Diese lebt von ihrem wunderbaren Antihelden, starken Frauen und einer verzauberten Katze in einer zum Süchtigwerden schillernden Welt.

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Veröffentlicht am 25.09.2022

Ohne Ankerketten durch die Zeit

Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit
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"Joes Charakter war nicht mit allzu vielen Ankerketten versehen - dafür war er noch nicht lange genug er selbst."

Joe Tournier erwacht mit Gedächtnisverlust 1898 in einem London, in dem nichts mehr vertraut ...

"Joes Charakter war nicht mit allzu vielen Ankerketten versehen - dafür war er noch nicht lange genug er selbst."

Joe Tournier erwacht mit Gedächtnisverlust 1898 in einem London, in dem nichts mehr vertraut scheint. Denn England ist französisch geworden, aber das ist nicht die einzige Seltsamkeit gegenüber unserer Welt. Menschen die ihn zu kennen behaupten, sind ihm völlig unbekannt. Er selbst glaubt mit einer Frau verheiratet zu sein, von der er nur noch weiß, dass sie Madeleine heißt. Eines Tages erhält er eine Postkarte, die ihn zu einem Leuchtturm auf den Äußeren Hybriden ruft. "Komm nach Hause, wenn du dich erinnerst."

Ebenso wie Joe stolpern wir orientierungslos durch diese Realität, in der irgendwann anscheinend vieles ganz anders gekommen ist. Natascha Pulley gelingen Sätze, die unter die Haut gehen und immer wieder schafft sie eine Athmospäre, in der alles zu verschwimmen scheint und die gleichzeitig Joe ebenso wie die Lesenden überwältigt.

Der Titel verrät, dass es sich um eine Zeitreisegeschichte handelt, die die üblichen Probleme mit sich bringt, Paradoxien zu überschauen und im Auge zu behalten. Ein echtes Kaleidoskop setzt sich erst zum Schluss des Buches zusammen. Dieses Ende ist dann ein wirkliches Highlight.

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Veröffentlicht am 24.09.2022

Gar nicht verrückt

40 verrückte Wahrheiten über Frauen und Männer
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"Eigentlich werden wir immer nur durch Verheißungen und nicht durch Erfüllung süchtig."

Wie ist es nur zu diesem verrückten Titel gekommen, der dem Buch einfach nur Unrecht tut? Bestimmt hatte der Verlag ...

"Eigentlich werden wir immer nur durch Verheißungen und nicht durch Erfüllung süchtig."

Wie ist es nur zu diesem verrückten Titel gekommen, der dem Buch einfach nur Unrecht tut? Bestimmt hatte der Verlag da seine Hände im Spiel.

Die 40 Thesen, die der Autor in ebenso vielen Kapiteln über Paarbeziehungen zwischen Männern und Frauen illustriert, sind nämlich weniger verrückt, sondern überraschend lebensklug und erhellend. Aber nicht nur über Beziehungen habe ich Einsichten vermittelt bekommen, sondern auch über mich selbst. Denn haben wir ein Problem, hat dies in erster Linie eigentlich immer viel mit uns selbst zu tun.

Die Texte sind leserfreundlich konkret, aber trotzdem auch oft sehr verdichtet. Es lohnt sich, die für jeden individuell wichigsten Satzperlen zu markieren.

Mir persönlich hat das Buch weitergeholfen. Zusätzlich habe ich noch den schönen Satz mitgenommen "Und schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass alles auch ganz anders sein kann."

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Veröffentlicht am 11.09.2022

Bauhelm auf

Wo ist bloß …? - Mein Baustellen-Buch zum Sachen suchen
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Dieses wimmelige Baustellen-Treiben war für meinen dreijährigen Neffen genau richtig. Es gibt jede Menge zu entdecken und zu suchen, aber die Seiten sind nicht durchgängig so wimmelig, dass es ermüdend ...

Dieses wimmelige Baustellen-Treiben war für meinen dreijährigen Neffen genau richtig. Es gibt jede Menge zu entdecken und zu suchen, aber die Seiten sind nicht durchgängig so wimmelig, dass es ermüdend wäre oder der Überblick verloren ginge.

Ich bin ja für Reime immer zu haben und so gefällt mir die Tatsache, dass die Szenen immer von einem kleinen Reim zum Vorlesen begleitet werden, besonders. Wie mittlerweile allgemein üblich, zeigt dieses Buch in den Bildern eine diverse Gestaltung von Menschen, ganz anders, als ich es aus meiner Kindheit kenne. Wunderbare Extras sind die Drehscheiben, mit denen man noch einiges mehr zu sehen bekommt als in der Ursprungsszene. An solchen interaktiven Elementen hat mein Neffe in Bilderbüchern immer viel Spaß. Zudem ist das Buch so stabil gestaltet, dass es sich für Kinder der entsprechenden Altersklasse wirklich eignet.

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Veröffentlicht am 08.09.2022

Monstren, Mutationen

Die wilde Jagd nach der Monströsen Dame
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Ich bin froh, dass ich den ersten Teil der Abenteuer der mutigen Frauen des Athena-Clubs erst kürzlich gelesen habe. Denn das Buch ist nicht nur aufgrund seiner Länge, sondern auch aufgrund der Fülle der ...

Ich bin froh, dass ich den ersten Teil der Abenteuer der mutigen Frauen des Athena-Clubs erst kürzlich gelesen habe. Denn das Buch ist nicht nur aufgrund seiner Länge, sondern auch aufgrund der Fülle der Anspielungen auf andere klassische fantastische Literatur, in erster Linie gothic novels, eine wunderbare Herausforderung. Zwar macht das Buch sicher auch ohne vertiefte Kenntnis Spaß, aber fallen die Querverweise auf, zollt man Theodora Goss zusätzlich Respekt, wie raffiniert sie bekannten literarischen Motiven neue Seiten abgewinnt und sie verquickt.

Die Damen des Athena-Clubs sind wirklich etwas ganz Besonderes, sind sie doch alle durch Experimente alchemistischer Wissenschaftler enstanden und dabei auch vom Charakter so unterschiedlich, dass sich für alle Lesenden mindestens eine Lieblingsfigur ergeben wird.

Wie sich im letzten Band schon andeutete, kommen Mary und ihre Freundinnen nicht zur Ruhe. Ihre ehemalige Gouvernante Mina hat sie gebeten, Lucinda Van Helsing vor den grausamen Experimenten des Vaters zu retten. Mary, Justine und Diana machen sich auf eine gefahrvolle Reise. Schon bald verschwindet Sherlock Holmes auf mysteriöse Weise und auch der Rest des Athena-Clubs bricht auf, um zu Hilfe zu eilen, aufgrund der eigenen Kuriosität in Begleitung eines Wanderzirkusses...

Wie schon im ersten Teil wird die Erzählung unterbrochen durch die Dialoge der Damen, die sie abgeben, während sich ihre Abenteuer in ein Buch verwandeln. Haben sie selbst doch sich und manches anders in Erinnerung. Das bringt immer wieder zum Schmunzeln und unterbricht angenehm die komplexe, detailreiche Handlung, von der sich manche überfrachtet fühlen könnten. Ich allerdings freue mich schon sehr auf den nächsten Teil, denn einige Spannungsbögen blieben raffiniert offen.

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