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Veröffentlicht am 29.01.2024

Über weite Strecken spannend mit wirrem Ende – unter dem Strich leider nicht zu empfehlen

Die Spiele
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Die Handlung in Stephan Schmidts Roman „Die Spiele“ nimmt zunächst schnell Fahrt auf. Nachdem ein IOC-Funktionär aus Mosambik tot in einem Hotelzimmer in Shanghai aufgefunden wurde, wird der deutsche Journalist ...

Die Handlung in Stephan Schmidts Roman „Die Spiele“ nimmt zunächst schnell Fahrt auf. Nachdem ein IOC-Funktionär aus Mosambik tot in einem Hotelzimmer in Shanghai aufgefunden wurde, wird der deutsche Journalist Thomas Gärtner, der nachweislich kurz vor dem Mord im Zimmer des Opfers war, sich allerdings angeblich an nichts mehr erinnern kann von den chinesischen Behörden festgenommen und die deutsche Diplomatin, die mehr mit dem vermeintlichen Täter verbindet als zunächst bekannt ist, bemüht sich um dessen Freilassung. Trotz häufiger Wechsel zwischen Orten und Zeitebenen bleibt das Buch über weite Strecken spannend. So besucht die (reale) Bundeskanzlerin mit ihrer Entourage Shanghai, wo just zu diesem Zeitpunkt auch über die Vergabe der nächsten Olympischen Spiele entscheiden werden soll, und wird in den Fall mit einbezogen. Zudem erhält der Leser weitreichende Einblicke in die Denk- und Handlungsweise der chinesischen Ermittlungsbehörden, wobei das Geschehen zum Teil aus der Sicht der jeweils handelnden Personen geschildert wird. Auch wenn es sich eher um einen Politthriller als einen Kriminalroman handelt, haben mich die einzelnen Handlungsstränge über weite Strecken gefesselt und ich konnte das Bucb nicht so leicht aus der Hand legen. Das Ende ließ mich dann jedoch ziemlich ratlos zurück. Zuerst scheinen die Fäden zielstrebig zusammen zu laufen, doch dann verheddern sie sich und alles wird sehr wirr. Es wird viel angedeutet, aber wenig zu Ende erzählt und so weiß man nach dem letzten Satz noch nicht mal sicher wer den IOC-Funktionär mit der dubiosen Vergangenheit denn nun wirklich getötet hat. Auch das eine oder andere Geheimnis der Protagonisten bleibt offen. Dafür wurden ein paar völlig unnötige und unpassende Kapitel über das Liebesleben des ermittelnden Kommissars eingestreut. Es hätte ein wirklich gutes Buch werden können, wenn der Autor sich am Ende so viel Mühe gegeben hätte wie über weite Strecken vorher. So jedoch bereue ich fast die Zeit, die ich diesem Roman gewidmet habe und kann ihn nicht weiter empfehlen. Schade!

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Veröffentlicht am 08.02.2023

Leider nur Mittelmaß

Stigma (Milosevic und Frey ermitteln 1)
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Aufgrund der Leseprobe und des daraus hervorgehenden Plots hatte ich einen sehr spannenden Krimi erwartet, wurde aber unter dem Strich leider etwas enttäuscht. Im Mittelpunkt stehen Frauen, denen sexueller ...

Aufgrund der Leseprobe und des daraus hervorgehenden Plots hatte ich einen sehr spannenden Krimi erwartet, wurde aber unter dem Strich leider etwas enttäuscht. Im Mittelpunkt stehen Frauen, denen sexueller Missbrauch in verschiedenen Facetten angetan wurde ohne dass die Täter angemessen bestraft wurden, weil sie entweder eine besondere Machtposition ausgenutzt haben oder sie mangels Beweisen nicht verurteilt werden konnten. Deren Schicksal wird zum Teil detailliert beschrieben und der Leser damit für ein durchaus wichtiges gesellschaftliches Thema sensibilisiert. Dies fand ich soweit anschaulich und nachvollzierbar geschildert.

Als Krimi allerdings ist das Buch insgesamt nur Mittelmaß. Das Geschehen plätschert häufig vor sich hin, die Sprache ist nicht sonderlich mitreißend und die Darstellung der Protagonisten teilweise ziemlich hölzern. Erst auf den letzten 50 Seiten, als die Handlung nochmal Fahrt aufgenommen hat, wurde ich ein wenig von "Stigma" gefesselt. Da gibt es in diesem Genre jede Menge bessere Bücher.

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Veröffentlicht am 26.09.2022

Wichtige Botschaft, aber leider nur mittelmäßig umgesetzt

Die Welt kippt
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Mit den in mehr oder weniger nahen Zukunft drohenden Folgen des Klimawandels und was die Menschheit dagegen tun kann, falls es nicht überhaupt schon zu spät ist um einen Kollaps unseres Planeten zu vermeiden, ...

Mit den in mehr oder weniger nahen Zukunft drohenden Folgen des Klimawandels und was die Menschheit dagegen tun kann, falls es nicht überhaupt schon zu spät ist um einen Kollaps unseres Planeten zu vermeiden, greift Heiko von Tschischwitz ein (über)lebenswichtiges Thema für uns alle in seinem Debutroman auf. Die wissenschaftlichen Darstellungen wirken fundiert und glaubhaft – hier kann der Autor durch seine langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet punkten. Dadurch kommt auch die Kernbotschaft beim Leser an und man kommt nicht drum herum sich seine eigenen Gedanken dazu zu machen. Mir hat es dabei den einen oder anderen Schauder über den Rücken gejagt angesichts der geschilderten Optionen, die durchaus realistisch wirken und die - indem die Handlung in den Jahren 2026 bis 208 angesiedelt ist - auch bedrohlich nah scheinen.
So gut jedoch die Fachkenntnisse und Ideen des Autors sein mögen, merkt man doch sehr schnell, dass es ihm an schriftstellerischer Erfahrung fehlt. Die Erzählweise in kurzen teilweise nur zwei- oder dreiseitigen Kapiteln passt zwar noch ganz gut, um zeitgleiche Handlungsstränge an verschiedenen Orten abwechselnd zu schildern. Allerdings wirken die Protagonisten und ihre Dialoge sehr klischeehaft und hölzern. Mir ist es deswegen leider nicht gelungen, zu einem der Charaktere eine Beziehung aufzubauen. Teile der Handlung habe ich ebenfalls als sehr konstruiert und vorhersehbar empfunden. Dazu kommen dann ein paar Sexszenen, die zwar ausführlich geschildert werden, aber eher unglaubwürdig wirken und keinerlei Mehrwert für die Handlung haben und somit so wirken, als hätte der Autor sie nur wegen des alten Vorurteils „Sex sells“ mit hinein gepackt.
Unter dem Strich bleibt für mich ein Buch mit einer Botschaft, die sehr viele Leser verdient hätte, aber einer bestenfalls durchschnittlich umgesetzten Handlung, die den Roman sicherlich nicht zum Bestseller werden lässt und somit das große Potential verschenkt. Hier wäre mehr möglich gewesen. Vielleicht hätte sich Heiko von Tschischwitz einen erfahrenen Co-Autor ins Boot holen sollen, der die Thematik in eine ansprechendere Story verpackt.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Leider enttäuschend und langweilig

Weißes Licht
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Aufgrund der Leseprobe und der Lobeshymnen aus den USA über diesen Roman hatte ich viel erwartet und wurde letztlich komplett enttäuscht. Nach einem zunächst gelungenen und durchaus ansprechenden Einstieg ...

Aufgrund der Leseprobe und der Lobeshymnen aus den USA über diesen Roman hatte ich viel erwartet und wurde letztlich komplett enttäuscht. Nach einem zunächst gelungenen und durchaus ansprechenden Einstieg wird die Handlung ab der Hochzeit von Charlie und Cece schlicht nicht mehr nachvollziehbar (ich möchte jedoch nicht zuviel verraten).
In recht großen Zeitsprüngen werden teilweise recht belanglose Begebenheiten erzählt und alles ist sehr zäh. Mir ist es auch während des ganzen Buches nicht gelungen eine Beziehung zu den Hauptcharakteren aufzubauen, die aus meiner Sicht recht oberflächlich dargestellt werden. Es werden viele Themen unserer Zeit angerissen wie Umweltzerstörung und Klimawandel, Drogensucht, Suizid, Homosexualität, aber stellenweise wirkt dies sehr konstruiert und man hat den Eindruck der Autor hätte all das unbedingt irgendwie unterbringen wollen, ohne dass vieles davon so richtig zur Handlung und zum Fortgang des Romans beiträgt.
In der Hoffnung auf ein wie auch immer geartetes großes Finale habe ich mich durch die kompletten 522 Seiten dieses langatmigen Buches gequält, aber auch das Ende wirkt leider ebenso blass und uninspiriert wie der Rest. Für mich eines der schlechtesten Bücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe – ich kann es daher nicht weiterempfehlen.

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