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Veröffentlicht am 10.10.2022

California Dreaming

Malibu Love
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Schon der Reihenauftakt von Nadine Kergers Be-Mine-Reihe, "New York Dreams", klingt unheimlich interessant, weshalb er direkt auf meine Wunschliste gewandert ist; mein erstes Buch der Autorin ist jedoch ...

Schon der Reihenauftakt von Nadine Kergers Be-Mine-Reihe, "New York Dreams", klingt unheimlich interessant, weshalb er direkt auf meine Wunschliste gewandert ist; mein erstes Buch der Autorin ist jedoch Band 2 geworden: "Malibu Love".

(Beide Bände sind in sich geschlossene Geschichten, die wie ein Einzelband gelesen werden können. Zwar kenne ich nun bereits das Ende von Band 1, aber dies hat meine Neugier darauf nur noch mehr befeuert und ich möchte unbedingt erfahren, wie alles begann!)
 
Die sonnigen Wohlfühlvibes, die das wunderschöne Cover versprüht, setzen sich in der gesamten Story fort – was für ein tolles Setting! California Dreaming pur! Oftmals ist es in anderen Romanen so, dass man als Leser:in zu Beginn der Handlung das jeweilige Setting vor die Nase gesetzt bekommt, welches dann stichwortartig runtergerattert wird, ehe anschließend kein Wort mehr über den Handlungsort fällt – hier ist dies nicht der Fall, zum Glück! Falls ihr anfällig seid für Herbst- oder Winter-Blues: Schnappt euch dieses Buchschätzchen und träumt euch an den kalifornischen Strand!
 
Der Schreibstil der Autorin ist wundervoll! Bildreich, herrlich unterhaltsam und mit authentischen Dialogen gespickt, die an den passenden Stellen viel Gefühl aufweisen (z.B. im Hinblick auf die Dynamik zwischen Isy und ihrer Schwester Kathy oder in ihrem Umgang mit ihrer einstigen Jugendliebe Lucas - Isys Gedanken sind stets realistisch und nachvollziehbar). Gleichzeitig schreibt die Autorin mit einem flotten Humor, modern und umgangssprachlich - ohne dass die Gespräche plump, verkünstelt oder aufgesetzt wirken. Einzig die Tatsache, dass die Figuren sich in den Dialogen recht häufig mit ihren Vornamen ansprechen, war nicht so mein Fall (- ist einfach ein pet peeve von mir).

An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Kreativität in puncto Plot gewünscht, z.B. fallen Isy sowohl der perfekte Job als auch die ideale Wohnmöglichkeit quasi in den Schoß, und der Grund für das Drama kurz vor Schluss war mir einen Hauch zu vorhersehbar bzw. Schema F.

Beide Hauptfiguren sind Sympathieträger. Normalerweise würde ich bei einem unnahbaren Bad Boy wie Connor dahinschmelzen wie Eis in der Sonne, doch nicht der berühmte Surfer-Boy war mein Highlight (- vielleicht lag es am Man Bun, diese Frisur geht für mich geschmacksmäßig gar nicht -), sondern Isy, aus deren Perspektive in der Ich-Form erzählt wird. Ich liebe ihre spontane, flippige, direkte, selbstbewusste, liebenswürdige Art, ihre Schlagfertigkeit, ihre Cleverness, ihre Loyalität. Auch die Nebenfiguren haben mich begeistert, allen voran Isys Schwester, die ich zwischenzeitlich am liebsten kurz mal in den Arm genommen und getröstet hätte, und deren Entwicklung ich absolut gefeiert habe. Ebenfalls unheimlich sympathisch: Isys neuer Vorgesetzter. Und einen süßen Hund gibt’s obendrein!

Leider ist der Buchrücken nicht sehr stabil verarbeitet worden, sodass er trotz größter Vorsicht schon nach kurzer Zeit Leserillen aufgewiesen hat. Gestört hat es mich nicht, ich merke dies lediglich als Tipp für den Verlag an (für zukünftige Auflagen).

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: solide 4 ✰ ✰ ✰ ✰
Ein sommerlich-leichter Liebesroman vor traumhafter Kulisse, ideal für New-Adult-Leser:innen und Fans von Fake-Dating-Stories!

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Veröffentlicht am 19.10.2022

Besondere Story

The Secrets we share
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Puh, Band 2 von Olivia Dades Fandom-Trilogie war … anders. Anders als erwartet und anders als gewohnt.

Ich lese oft Romane, in denen geschmackvoll beschriebene Erotikszenen vorkommen, häufig lodert dabei ...

Puh, Band 2 von Olivia Dades Fandom-Trilogie war … anders. Anders als erwartet und anders als gewohnt.

Ich lese oft Romane, in denen geschmackvoll beschriebene Erotikszenen vorkommen, häufig lodert dabei das Feuer der Leidenschaft zwischen den Protagonisten auch mal ziemlich heftig. Bestes Beispiel: Die ebenfalls bei KYSS erschienene "Duty & Desire"-Reihe von Tessa Bailey, insbesondere Band 3 - so hot! Nach der Lektüre von "The Secrets We Share" kann ich festhalten: Es geht sogar noch - viel - heißer!

Die spicy Szenen, in denen Lauren und Alex eine ziemlich gute Zeit miteinander haben - und die für meinen Geschmack nicht erst im letzten Drittel erfolgen müssten, weil sie wirklich gut geschrieben sind und dem ganzen Roman die passende Würze verleihen -, versetzten mich folglich nicht in eine Schockstarre. Selbst was die Erwähnung von krasseren Begriffen wie Bottom/BDSM, Pegging, oder Dildos 'mit dem Umfang eines Unterarms' betrifft - ich hab kurz geblinzelt, aber no problem, wenn’s witzig verpackt ist wie hier. Sehr wohl als problematisch empfand ich hingegen die Tatsache, dass während all der restlichen Handlung beinahe zero romantic chemistry zwischen Alex und Lauren spürbar war. Vielleicht lag es daran, dass die Autorin so einen phantastischen Job gemacht hatte, als sie Lauren zu Beginn der Story möglichst unansehnlich darstellte - jedenfalls konnte ich, bei allem Wunschdenken, absolut nicht fühlen, dass (aus Alex' Sicht) daraus irgendwie eine sexual attraction entstehen sollte. Die aufkeimende Freundschaft, meinetwegen. Alles darüber hinaus: nee, es erschien mir schlichtweg nicht glaubwürdig, leider.

Nicht, dass ich es Lauren nicht von Herzen gegönnt hätte! Schließlich haben beide Figuren überaus liebenswerte Eigenschaften. Nur auf romantischer Ebene (- die leidenschaftlichen Szenen zähle ich nicht dazu, Sex bedeutet ja nicht automatisch Liebe -) wollte der Funke nicht überspringen, auch wenn die Worte der Autorin on paper (im wahrsten Sinne) eigentlich treffend gewählt waren: "Er wollte sie küssen. […] Seine Freundin, die die wärmsten und schönsten Augen hatte, die er je gesehen hatte […] und einen runden weichen Körper, den er manchmal grundlos anstarren musste." Theoretisch klingt das doch ziemlich cute. Keine Ahnung, warum es mich nicht erreicht hat.

"Kudos" für die Grundidee und die vielschichtig ausgearbeiteten Charakterzüge. Die Love Story von Lauren und Alex ist wirklich sehr … speziell, zum Teil gewöhnungsbedürftig, aber definitiv mal was anderes - ein Liebesroman, der aus der Masse heraussticht.

Und egal ob man nun angetan von der Geschichte ist oder nicht, gewisse Plot-Elemente sowie die Hauptprotagonisten werden einem aufgrund ihrer Einzigartigkeit in Erinnerung bleiben.

Ich werde wohl nie wieder ein Rotkehlchen oder einen Zaunkönig ansehen können, ohne an all die Vogelattribute denken zu müssen, die Lauren im Laufe der Handlung immer wieder und wieder … und wieder … zugeschrieben worden sind, insbesondere im Hinblick auf ihre "schnabelartige Nase", ihre zierliche Statur mit fülliger Mitte bzw. ihr insgesamt "vogelartiges Erscheinungsbild" und ihre 'beinahe unnatürlich winzigen' Hände. (Zwischenzeitlich dachte ich: Wehe ich muss jetzt noch ein einziges weiteres Mal lesen, WIE KLEIN ihre Hände sind!)

Lauren mag auf den ersten Blick wie eine "Spaßbremse extraordinaire" wirken, passiv, unscheinbar und verletzlich, doch sie ist eine unheimlich starke Persönlichkeit, vor deren Selbstlosigkeit und Güte ich meinen Hut ziehe. I mean … diese aufopferungsvolle Frau war dreizehn Jahre lang als Therapeutin in der Notaufnahme tätig, arbeitete teilweise 70 (!) Stunden die Woche. Das geht enorm an die Substanz und ich bewunderte sie dafür, dass sie überhaupt so lange durchgehalten hat.

"»Zu meinem Job gehörte es, Menschen an ihrem tiefsten Punkt zu begegnen. Oftmals waren ihre Probleme jenseits von allem, was ich hätte in Ordnung bringen können. Menschen, die selbstmordgefährdet waren, weil sie ihre Arbeit oder ihre Wohnung verloren hatten. Jugendliche, Kinder, die sterben wollten, weil sie gemobbt wurden. Und nachdem ich zum hundertsten Mal […] eine Mutter mit ihrem Baby wieder auf die Straße schicken musste, weil ich keine andere Wahl hatte, zum hundertsten Mal ein Kind zurück in dieselbe Situation zurückgehen lassen musste, wegen der es sich selbst verletzte […] Es ist wirklich schwer.«"

Auch Alex ist - aller Impulsivität zum Trotz - viel mehr als ein "hinreißendes Arschloch": tiefgründig, fürsorglich, hilfsbereit, großzügig, humorvoll, aufrichtig … Seine Rolle als Amor in 'Gods of the Gates' sieht er zu Recht kritisch. "[…] sieben Jahre lang hatte er sich verkleidet und eine Rolle in einer Serie gespielt, die den Zuschauern weismachte, dass sie aus missbräuchlichen Beziehungen nicht entkommen können. Nicht endgültig. Nicht einmal, wenn sie es jahrelang versuchen." Jedem Menschen mit einem Gewissen, für den das Wohl anderer über die Größe des eigenen Bankkontos geht, würde das sauer aufstoßen. Keine Selbstverständlichkeit in Hollywood, deshalb: Bravo! Schnell wird ihm klar, dass seine Aufpasserin, die er zunächst Nanny Clegg getauft hatte, "ein guter, ein richtig guter Mensch" ist.

Der Schreibstil der Autorin ist peppig, clever und modern - und (vielleicht ist es euch schon aufgefallen, denn es färbt leicht auf mich ab) voller Anglizismen. Mich persönlich störte das überhaupt nicht, ich bin eher ein Fan davon (wenn es denn zur Story/den Figuren passt - was hier der Fall war).

Apropos 'Fan': Die eingeschobenen Fanfiction-Passagen - denn neben Alex' ADHS ist Fandom eines der großen Themen, wobei der Fokus auf der sexuellen Note zu liegen scheint - mochte ich nicht so sehr. Ich empfand sie eher als unpassend, als unnötige Unterbrechung meines Leseflusses. Den Gedanken dahinter verstehe ich, sie sollten vermutlich ein bereicherndes Extra zum Plot darstellen, doch ich hätte es eher bei einem Auszug belassen oder meinetwegen bei zwei (vielleicht im ersten Drittel und gegen Ende).

Obwohl es für die Handlung vollkommen unbedeutend ist, MUSS ich die geniale Passage erwähnen, in der Lauren über die Katze sinniert, die einst ihrer Familie gehört hat (Slippers aka Lucifer). "Oder besser gesagt, die Katze hatte ihre Familie." Mit der Beschreibung der Eskapaden der "Katzen-Diktatorin" traf die Autorin den Nagel auf den Kopf, was habe ich gelacht!

Ebenfalls super fand ich die schlaue Wiederaufnahme gewisser bedeutungsschwerer Sätze ("Ich weiß, wer Sie sind.") oder Worte ("lächerlich"). Gestaltungstechnisch begeisterte mich die Innengestaltung - die Illustration und die Zitate auf den Innenklappen passten perfekt, die Abbildung von Lauren und Alex hätte sich auch ideal auf dem Frontcover gemacht.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: 4 ✰ ✰ ✰ ✰
Eine Geschichte der besonderen Art. Auch wenn der romantische Aspekt für mich so lala war, allein der Schreibstil der Autorin verdient mindestens 4 Sterne! Von mir gibt’s daher klare Empfehlung und den Hinweis: Urteilt nicht zu früh, lasst die Story in Ruhe auf euch wirken.

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Veröffentlicht am 15.09.2022

Hexenabenteuer im Kaufhaus

Die kleine Hexe Gunda Burgunder
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Die Rezension zu diesem mit vielen niedlichen Schwarz-Weiß-Zeichnungen versehenen Kinderbuch (Altersempfehlung des Verlags: 6 Jahre) fällt mir schwer - denn so ziemlich jede Information dazu, sei es zur ...

Die Rezension zu diesem mit vielen niedlichen Schwarz-Weiß-Zeichnungen versehenen Kinderbuch (Altersempfehlung des Verlags: 6 Jahre) fällt mir schwer - denn so ziemlich jede Information dazu, sei es zur Handlung oder zur Aufmachung, ist bereits detailliert im Klappentext aufgeführt. Als Leserin finde ich diese Tatsache super, weiß ich doch genau, was mich bei der Lektüre wohl erwarten wird; als Rezensentin macht es das Ganze etwas kniffelig.

Da der positive Eindruck bei Weitem überwiegt, bringe ich zunächst kurz die Punkte zur Sprache, die für mich nicht ganz stimmig waren. - Die Selbstzweifel, die Gunda erlebt, werden nicht mit Erwachsenen/älteren Hexen besprochen, sondern sie macht diese mehr oder weniger mit sich selbst aus. Es ist natürlich fantastisch, wenn man in solch jungen Jahren bereits jegliche Zweifel (die aufgrund des Vergleich mit anderen Kindern/Jugendlichen entstehen könnten) direkt beiseite wischen und an sich abprallen lassen kann, deshalb möchte ich diesen Part der Story gar nicht zu negativ bewerten; ich persönlich - und das ist jetzt reine Geschmacksache - hätte es einfach besser gefunden, wenn die kleinen Leser:innen sehen, dass Erwachsene verständnisvoll reagieren, wenn man sich mit seinen Sorgen an sie wendet und sich ihnen anvertraut.

Der Großteil des Kaufhauspersonals sowie die meisten Stadthexlinge werden als launisch, unfreundlich und oberflächlich dargestellt. (Man könnte beinahe annehmen, die Autorin hätte keine gute Meinung von den New Yorkern, denn es ist recht deutlich, welche Metropole hier als Inspiration für New Warz gedient hat.)

Was mir gut gefallen hat:

Es gibt zahlreiche drollige Formulierungen, z. B. "zum kribbeligen Krabbelkäfer", Unmut ausdrückende, kindgerecht umschriebene Ausrufe (wie "Rattenschwanz und Fledermaus!") oder die Namen, die Gunda ihren Reinmachbesen gibt ("Fegi", "Staubi"). Apropos: Solch einen Besen könnte ich auch ganz gut gebrauchen, hihi!

Gunda, die mit ihrer Mutter am Rande des Walpurgiswalds lebt und diese nun erstmalig ins große städtische Hexenkaufhaus begleiten darf, ist wirklich eine nette, tierliebe, rücksichtsvolle und - aus unserer (menschlichen) Sicht - sehr vorbildliche kleine Hexe. Ich hoffe, dass der "Boshaftigkeitskurs" ihr herzliches Wesen nicht allzu stark verändern wird, Hexenideale hin oder her! Als Hundemama war ich übrigens insbesondere über Beppo begeistert.


𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭: 4.5 ✰ ✰ ✰ ✰
Ein unterhaltsames Hexen-Abenteuer über neue Erfahrungen, Gutmütigkeit, Optimismus und erste Freundschaften. Prima zum Vorlesen geeignet!

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Veröffentlicht am 20.10.2022

Süße NA-Story für Australien-Fans

No Stars too bright
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Über "No Flames Too Wild" (Band 1) hatte ich nur Positives gehört, deshalb stand für mich fest, dass ich die in Down Under spielende New-Adult-Reihe von Nina Bilinszki unbedingt lesen wollte. (… zumal ...

Über "No Flames Too Wild" (Band 1) hatte ich nur Positives gehört, deshalb stand für mich fest, dass ich die in Down Under spielende New-Adult-Reihe von Nina Bilinszki unbedingt lesen wollte. (… zumal ich aus vielerlei Gründen wohl nie persönlich nach Australien reisen werde und mich daher auf literarische Ausflüge beschränken muss.)

Da ich selbst ein Auslandsjahr hinter mir habe und all die gemischten Gefühle von Sophie und Isabel soooo gut nachvollziehen konnte, musste ich des Öfteren innehalten beim Lesen - dieses Feeling von Heimweh/Pflichtgefühl vs. Bezug zur neuen Umgebung und dem Wunsch, dort bleiben zu können, hat die Autorin absolut fantastisch eingefangen, ebenso den reverse culture shock, der durchaus real ist. Facts!

Der freischaffende Fotograf Cooper fühlt sich in die Enge getrieben, als er plötzlich für das nächste halbe Jahr in einer Stadt leben soll (Eden), dabei hält er es eigentlich nur in der Natur aus, fernab von anderen Menschen.

"Menschen waren laut, unverschämt, teilweise gewalttätig und vor allem hinterhältig. Ganz im Gegensatz zu Tieren."

Doch dank einer gerissenen Testamentsklausel muss er sich nun vorerst um die Bar seines verstorbenen Grandpas kümmern - eine Horrorvorstellung für Cooper. Er ist jemand, der Energie beim Anfassen von Bäumen tankt und kopfschüttelnd den Müll anderer Leute einsammelt. Jemand, der frustriert darüber ist, wie sehr die Menschheit verlernt hat, im Einklang mit der Natur zu leben. Einen regelrechten "Hass" hat er entwickelt, weil "die Leute […] Einwegscheiß überall rumliegen lassen und die Umgebung damit zumüllen."

Aufgrund von Coopers Naturliebe ist das Thema "Klimawandel"/"Klimaschutz" allgegenwärtig, wird immer wieder erwähnt und zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte. Der Schutz von Ökosystemen, dem Lebensraum von Tier und Mensch, der natürlichen Schönheit unserer Welt ist ein bedeutender Punkt, das gilt für überall, aber speziell im Hinblick auf das Setting des Romans. Bestimmt hat jeder von uns schon mal von der Zerstörung des Great Barrier Reefs gehört oder von den leider mittlerweile regelmäßigen Buschfeuern. Die einzigartige Tierwelt Australiens ist in Gefahr. (Apropos 'Tiere' und 'Gefahr': Es gibt dort nicht nur kuschelige Koalabärchen, sondern auch jede Menge giftige Spinnen, Schlangen, Haie, … - manche:r Protagonist:in hätte auf gewisse tierische Begegnungen garantiert gerne verzichtet!)

So wichtig ich Naturschutz finde, irgendwann wurde mir die Thematik einen Touch zu viel. ("Wir betrachteten uns als die Krone der Schöpfung, dabei würden wir diejenigen sein, die diese Erde zugrunde richteten. […] Die Erde würde sich erholen, wenn sie endlich von uns befreit war.") Ich weiß, dass Coopers verantwortungsbewusste Good-Guy-Quality hervorgehoben werden sollte (sowie die Kompatibilität mit Sophie, die ihm vollen Herzens zustimmt), doch manchmal wirkte es recht belehrend, nicht wie ein romantischer Liebesroman. Dann wollte ich den beiden am liebsten zurufen: "Ich bin doch eurer Meinung! I totally get the point, aber jetzt ist es auch mal gut."

Das Highlight der Story waren für mich die landschaftlichen Beschreibungen, überhaupt das ganze authentische Flair - inklusive gelegentlichem Aussie-Slang (wie Barbie für Barbecue), der jedoch nicht überhandnahm.

Die gesamte Clique ist toll! Lauter liebenswerte Charaktere, mit denen man gern befreundet wäre.

Für meinen Geschmack hätte der Roadtrip gerne länger andauern oder zumindest früher beginnen können (nicht erst nach über 100 Seiten); der Einstieg an sich war super geschrieben (man lernt die Figuren prima kennen), aber danach zog es sich etwas. Abgesehen davon empfand ich den Schreibstil der Autorin als äußerst angenehm.

Sehr gut gefallen hat mir zudem das in hellen Blautönen gehaltene, mit Glitzerelementen verzierte Cover, und auch über die Playlist habe ich mich gefreut, ich liebe ja solche Details in Büchern.

𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭: 4 ✰ ✰ ✰ ✰
Diese süße New-Adult-Story ist ein Muss für alle Australien-Fans!

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Veröffentlicht am 09.09.2022

Netter Read

New Hope - Das Funkeln der Sehnsucht
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Der vierte Band der New-Hope-Reihe war für mich der erste Roman aus der Feder von Rose Bloom, deren idyllisches Kleinstadt-Setting von vielen Leser:innen bereits als das neue Green Valley oder zumindest ...

Der vierte Band der New-Hope-Reihe war für mich der erste Roman aus der Feder von Rose Bloom, deren idyllisches Kleinstadt-Setting von vielen Leser:innen bereits als das neue Green Valley oder zumindest als würdige Konkurrenz zu den Büchern von Lilly Lucas & Co. angesehen wird.

Der vielversprechend klingende Klappentext suggerierte eine romantische Second-Chances-Romance, und die habe ich auch bekommen. Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren, die einander auch nach vielen Jahren der Trennung nie vergessen konnten. Gekonnt wechselt die Autorin zwischen Gegenwart und Rückblicken, wodurch wir die Charaktere noch besser kennenlernen und erfahren, wie sehr der damals stark stotternde Jackson (der zudem gerade seine Eltern verloren hatte) unter Mobbingattacken seiner Mitschüler leiden musste.

Einerseits finde ich es enorm wichtig, dass diese Thematik (- Mobbing und welche Auswirkungen es auf die Opfer hat -) in Büchern zur Sprache kommt.

"Was veränderte es in einem Menschen? Was richtete es an, wenn er jeden Tag hörte, dass er nichts wert war? Wenn er ständig Angst haben musste, bei jedem Schritt erwischt und verprügelt, mit Worten bespuckt zu werden?"

Andererseits wird es in vielen Romanen oftmals so heftig übertrieben dargestellt und emotional ausgeschlachtet, dass mir vor Mitleid mit den betroffenen Figuren ganz schlecht wird beim Lesen. Im vorliegenden Werk jedoch trifft die Autorin genau den richtigen Ton, verharmlost nichts, aber lässt nicht zu, dass eine deprimierende Grundstimmung entsteht.

Ich konnte mich prima in Cas und Jackson hineinversetzen, wobei ER mir insgesamt sympathischer und greifbarer erschien; besonders gut gefiel mir die Dynamik zwischen ihm und seiner Tante Mildred. Mein heimlicher Favorit war Braxton, der Jackson bereits zu Jugendzeiten als treuer Freund zur Seite gestanden hatte; seine Geschichte ("New Hope - Das Schimmern des Glücks") möchte ich nun auf jeden Fall nachträglich lesen!

Die Autorin schreibt frisch, bildreich und lebendig, an manchen Stellen erschien mir die Wortwahl jedoch einen Hauch zu theatralisch bzw. unrealistisch. "Lass dich fallen" würde ich z.B. im realen Leben nie so zu jemandem sagen, romantische Szene hin oder her; es klingt in meinen Augen einfach irgendwie geschwollen-poetisch. Auch einige der Figuren waren mir einen Touch zu stereotypisch angelegt, speziell Cassie (die klassische 'Gute' - superhübsch, supernett zu jedermann, keine Ecken und Kanten ) und ihr Vater (= typischer Bösewicht).

Für meinen Geschmack dauerte es zu lange bis zur Auflösung der Vergangenheitsproblematik, dafür fand ich die Idee dahinter gelungen und kreativ, es war mal was anderes.

Sowohl die glitzernde Covergestaltung als auch der Buchtitel passen perfekt zum winterlichen Flair, welches genau up my alley war (und gerne sogar intensiver hätte ausfallen können, ich liebe ja Winter-/Weihnachtsromane und lese sie bewusst all year long).

Fazit:
Trotz ernster Themen (Mobbing; Affären) war es insgesamt ein netter, leichter Read für Zwischendurch, der sich gut zum Reinschnuppern in die Buchreihe eignet.

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