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Veröffentlicht am 20.12.2022

Edinburghs Geheimnisse

Anatomy
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„Tote beißen nicht. Sie tun dir gar nichts. Es sind die Lebenden, die dir weh tun.“ – J.

Ich kann nicht behaupten, dass Anatomy für mich eine positive Überraschung war, denn irgendwie hatte ich bereits ...

„Tote beißen nicht. Sie tun dir gar nichts. Es sind die Lebenden, die dir weh tun.“ – J.

Ich kann nicht behaupten, dass Anatomy für mich eine positive Überraschung war, denn irgendwie hatte ich bereits im Gefühl: Das mit uns beiden, das wird was! Und mein Bauchgefühl lag dieses Mal richtig!

Das Setting des Edinburgh im Jahre 1817 gefällt mir schon unheimlich gut. Unheimlich ist aber auch das Stichwort, denn die Geschichte wird düster und ist nicht ganz ohne. Die Atmosphäre ist immer etwas dunkel und geheimnisvoll, die Stadt scheint nur so davor zu triefen. Und mittendrin befindet sich unsere Protagonistin Hazel, die sich nichts sehnlicher wünscht, als Chirurgin zu werden.

Hazel ist eine fantastische Protagonistin mit viel Mut und Willen, aber nicht ohne Respekt. Sie setzt sich für ihre Ziele ein, ist klug und strebsam und erkennt auch mal ihre Fehler, was ich sehr an ihr mag. Beim Lesen habe ich mich immer wieder über die Männer und Frauen aufgeregt, die Hazel unterschätzen und ihr ihr Können absprechen, da sie nun mal eine Frau ist und wir wissen ja: Wir Frauen können sowas nicht. Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass ich ab und an echt vergessen habe, dass das ja wirklich so gewesen ist und in einigen Teilen der Welt noch immer so ist.

Hazel bekommt auch einen Love Interest, allerdings ist die Romanze zum Glück eher im Hintergrund und Hazels Liebe zur Medizin steht im Vordergrund. Jack ist aber ein großartiger, eher stiller und lieber Mensch. Die Beziehung zwischen den beiden finde ich sehr schön und authentisch. Die Figur des Bernard empfand ich dagegen oft als sprunghaft und wackelig. Da hätte ich mir mehr, nennen wir es mal Charakterkonstanz, gewünscht.

Bei Anatomy konnte ich ganz wunderbar Theorien spinnen. Davon haben sich einige bewahrheiten können, andere habe ich in ähnlicher Weise vermutet. Ich bin ehrlich: Das Ende hat mich eher wenig überrascht, was mich aber nicht so sehr stört. Das Buch ist bis zum Ende eher ein historischer Roman, bekommt aber im Finale einen kleinen Fantasy-Touch. Ich glaube, das kann man lieben oder hassen. Da ich aber seltsamerweise eh davon ausgegangen bin, dass ich Fantasy lese, hat es mich gar nicht gestört. Allerdings wird mir eine Sache am Ende etwas zu einfach gelöst.

Fazit: Ich habe diese Geschichte wirklich gern gelesen und bin sehr gespannt auf den zweiten Band. Leider muss man sagen, dass der Klappentext etwas viel verrät. Aber: Ein angenehmer Schreibstil, ein interessanter Plot, eine Stadt voller Geheimnisse und eine süße, passend dezente Lovestory – Was will ich denn mehr?

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Veröffentlicht am 11.12.2022

Vorhang auf für Kate & Anderson

Kate in Waiting
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Ich lieb's, ich lieb's, ich lieb's!

Von diesem Buch hatte ich ehrlich gestanden gar nicht allzu viel erwartet: Eine süße Story und unterhaltsame Stunden. Das habe ich bekommen, aber ich bekam noch mehr!

Zunächst ...

Ich lieb's, ich lieb's, ich lieb's!

Von diesem Buch hatte ich ehrlich gestanden gar nicht allzu viel erwartet: Eine süße Story und unterhaltsame Stunden. Das habe ich bekommen, aber ich bekam noch mehr!

Zunächst einmal ist Kate für mich eine wundervolle junge Protagonistin. Um ehrlich zu sein fühlt sich mein 16-jähriges Ich Kate viel zu verbunden :D Ich mag einfach ihre Verliebtheit in die Liebe und wie sie langsam dahinter kommt, was der Unterschied zwischen Liebe und Verknalltkeit ist. Ich liebe ihre Liebe zum Theater und zu Musicals und wie sie unbedingt auf der Bühne stehen möchte. Nicht nur um bejubelt zu werden, sondern um für das Bejubelt zu werden, was sie liebt zu tun. Und ich liebe ihre Freundschaft zu Anderson.

Der Konflikt, der sich zwischen den beiden anbahnt, ist dabei viel tiefgründiger und berechtiger, als zuerst angenommen. Durch diese wirklich verzwickte Situation, hat die Story für mich die passende Portion Drama. Dazu kommt noch eine Menge Humor, der vielleicht manchmal etwas drüber ist. für mich aber perfekt und erfrischend.

Ich habe jede Seite dieser niedlichen Story genossen und hätte Kate und Anderson auch bei ihrem nächsten Stück noch gern begleitet.

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Veröffentlicht am 04.10.2022

Gewohnt großartig

Nothing more to tell
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Seit ich One of us is lying gelesen habe, muss einfach jedes neue Buch der Autorin einziehen. Ich liebe ihre Jugendthriller und so war auch NMTT wieder genau nach meinem Geschmack.
Vor Allem liebe ich ...

Seit ich One of us is lying gelesen habe, muss einfach jedes neue Buch der Autorin einziehen. Ich liebe ihre Jugendthriller und so war auch NMTT wieder genau nach meinem Geschmack.
Vor Allem liebe ich auch hier wieder, dass die Protagonisten und die Geschichten aller, die in den Fall verstrickt sind, im Vordergrund stehen. Das gibt den Figuren und so auch der Story selbst Tiefe und sorgt natürlich gleichzeitig dafür, dass man gern in die Irre geführt wird.
So hatte ich auch dieses Mal wieder mehrere Verdächtige und viele Theorien. Tatsächlich bleibt dieses Mal sehr lange offen, wer denn nun wie mit drin steckt. Das hat mich im ersten Moment etwas genervt, bis ich dann dachte, wie genial es denn ist, dass ich bis zum Ende noch nicht alles weiß. Tatsächlich lag ich mit der Person/den Personen (wir wollen ja nicht spoilern, wer und wie viele involviert sind) sogar von Anfang an richtig, hatte aber ein anderes Motiv und hab das dann doch noch so zwei bis viertausendmal über den Haufen geworfen.
Mit Brynn bekommen wir wieder eine gewohnt starke Protagonistin, die aber auch Schwäche zeigt. Die Idee, warum Brynn an dem Fall arbeitet, fand ich sehr gut, da das auch viele Türen im Buch geöffnet hat ohne dass ich dauern hinterfragt habe, warum eine Teenagerin da eigentlich ermittelt. In Tripp kann man sich übrigens durchaus verlieben. Trotzdem sind die Protagonisten und Figuren denen aus anderen Werken der Autorin aber sehr ähnlich.
Fazit: Never change a running system? Für mich funktionieren diese Bücher einfach unheimlich gut. Und auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, dass sich etwas wiederholt, bietet jedes Buch seine eigene Story und einen ganz eigenen Reiz.

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Veröffentlicht am 27.09.2022

Ein neuer Liebling im Regal

The Boy Who Steals Houses: The Girl Who Steals His Heart
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Zugegeben: Mit so einer emotionalen Geschichte, die mich so aufwühlen würde, hatte ich gar nicht gerechnet. Aber dieses Buch hat es wirklich geschafft, mich so in den Bann zu ziehen, dass ich kaum aufhören ...

Zugegeben: Mit so einer emotionalen Geschichte, die mich so aufwühlen würde, hatte ich gar nicht gerechnet. Aber dieses Buch hat es wirklich geschafft, mich so in den Bann zu ziehen, dass ich kaum aufhören wollte zu lesen. Und gleichzeitig musste ich dann doch mal inne halten und ganz tief durchatmen.

Direkt am Anfang ist mir aufgefallen: Der Schreibstil ist irgendwie anders. Ich brauchte einige Zeit, um das wirklich schätzen zu lernen. Aber dadurch hat die Autorin es auch geschafft, dass ich trotz der Schwere, die die Geschichte mit sich bringt, sehr fix durch die Seiten geflogen bin.

Die Balance zwischen bedrückend und hoffnungsvoll ist nicht zuletzt der großartigen Großfamilie zu verdanken, die ich sehr in mein Herz geschlossen habe. Jedes Mitglied hat eine Rolle, einen Charakter und eine Geschichte. Jeremy als herzlicher Bruder von Moxie hab ich besonders gern, muss ich gestehen. Das Band zwischen den beiden Brüdern Sammy und Avery fand ich wirklich wunderbar und authentisch. Sams Verhalten ist oft nachvollziehbar, aber nicht zu entschuldigen. Aber genau das macht ihn zu einem passenden Charakter für diese Geschichte.

Bei alldem Lob habe ich kaum Kritik, sondern eher zwei Punkte, die ich mir noch gewünscht hätte:

Ein kurzer Kommentar zum Thema Autismus (fehlt mir bei fast allen Büchern, bei denen es um Autismus aber auch Depression, ADHS etc. Geht)
Eine Trigger-Warnung, weil ich einige Szenen aus Sams und Averys Vergangenheit echt heftig finde.
Fazit: Ich kann dieses Buch jedemjeder Leserin ans Herz legen, der*die Lust hat, sich das Herz mehrmals rausreißen und wieder einsetzen zu lassen.

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Veröffentlicht am 31.05.2022

Bittersüß

Am Ende sterben wir sowieso (Todesboten #2)
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Ich bin noch immer nicht damit fertig, meine Gedanken zu diesem Buch zu sortieren, aber gleichzeitig möchte ich mir alles von der Seele schreiben. Meiner armen, geschundenen Seele! Aber obwohl der Hintergrund ...

Ich bin noch immer nicht damit fertig, meine Gedanken zu diesem Buch zu sortieren, aber gleichzeitig möchte ich mir alles von der Seele schreiben. Meiner armen, geschundenen Seele! Aber obwohl der Hintergrund dieser Geschichte eher deprimierend ist, ist da auch so viel mehr. Diese Geschichte steckt voller Leben und Liebe. Und für mich handelt sie hauptsächlich von zwei jungen Menschen, die am letzten Tag ihrer Lebens so leben, wie sie es vielleicht in mehr Jahren Leben nie getan hätten.

Matteo und Rufus bekommen beide den Anruf des Todesboten, dass dieser Tag ihr Abschiedstag werden würde. Somit erleben wir hier eine Geschichte an nur einem Tag, was sehr ungewöhnlich, aber wunderbar anders ist. Neben den beiden Protagonisten bekommt man als Leser auch Einblicke in andere Leben, aber alles ist verbunden und hängt miteinander zusammen. Diese Art des Einbringens von anderen Charakteren hat mich etwas an Neal Shustermans Stil erinnert.

Matteo ist eher ein Einzelgänger, der für die Menschen, die er liebt aber alles tut, was in seiner Macht steht. Rufus ist lauter, hat schon eine Menge erlebt und tut am Anfang seines letzten Tages etwas eher Rufus-Untypisches. Während Matteo seine Wohnung am liebsten nicht verlassen würde, versucht Rufus ihn aus seinem Schneckenhaus zu holen. Die Beziehung der zwei entwickelt sich mit so viel Ruhe, Verständnis und Respekt, dass sich mein Herz für die beiden sofort geöffnet hat.

Am Ende sterben wir sowieso ist keine Fantasy. Warum ich das so doof sage? Weil ich dort immer gehofft hätte, das sich eine Lösung finden lässt. Ich hätte das Schicksal ewig hinterfragt, aber das tue ich auch so. Führt mein Anruf vom Todesboten vielleicht in meinen Tod, weil ich Dinge tue, die ich sonst nicht getan hätte? Wege gehe und Straße fahre, die ich sonst nicht genommen hätte? Aber letzten Endes kommt es darauf vielleicht gar nicht auf das Wie und Wo an und jedem ist sein oder ihr Abschiedstag vorherbestimmt. Wer weiß sowas schon? Ich weiß nur, dass ich nicht wissen wollen würde, wann mein letzter Tag hier ist.

Fazit: Trotz des bedrückendes Themas ist dieses Buch so voller Leben und Liebe, dass man es wortwörtlich mit einem weinenden und einem lachenden Auge liest. Der Schmerz lohnt sich!

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