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Veröffentlicht am 09.03.2018

Empfehlung für alle Literaturliebhaber

Bestseller
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Kurzmeinung:
Ein großartiges Buch. Es vereint intelligenten Witz, Rätselspaß und Literaturliebe. Definitiv eine absolute Empfehlung für alle Literaturbegeisterten. Da verzeiht man auch die kleinen Längen ...

Kurzmeinung:
Ein großartiges Buch. Es vereint intelligenten Witz, Rätselspaß und Literaturliebe. Definitiv eine absolute Empfehlung für alle Literaturbegeisterten. Da verzeiht man auch die kleinen Längen im Mittelteil sehr gern.


Meine Meinung:
Das Buch beginnt schon mit einem absolut genialen Einstieg. Ich habe mich sofort in den intelligenten Witz verliebt. Schon die Widmung ist genial und zur Wahl der einleitenden Zitate kann man dem Autor nur gratulieren. Schon auf den ersten Seiten entdeckt man die Ironie, mit dem der Autor die Literatur und den Literaturbetrieb auf die Schippe nimmt. Zum Beispiel mit dem eben erwähnten eingehenden Zitat ">>.<< Ulysses".
In zahlreichen Fußnoten macht sich Adamaschwili über den Literaturbetrieb lustig. Zum Beispiel eben über die Praxis der gewollt tiefgründigen Zitate am Buchanfang. Das wirkt aber überhaupt nicht frech oder arrogant, sondern ist einfach wirklich witzig.

Der Autor beschreibt sehr selbstironisch den Literaturbetrieb und schickt seinen Protagonisten, den Schriftsteller Pierre, nach seinem Selbstmord in die Literatenhölle, wo er viele bekannte (tote) Schriftsteller trifft und einige Abenteuer erlebt. Von "Ruhe in Frieden" keine Spur.

Neben sehr viel Witz bietet das Buch auch eine ordentliche Portion Spannung, wenn nämlich der Protagonist in der Literatenhölle zusammen Sir Arthur Conan Doyle diverse literarische Rätsel lösen muss und auf einer Art Schnitzeljagd durch die Unterwelt jagt.
In einem zweiten Handlungsstrang ist ein treuer Fan von Pierre über dessen Tod am Boden zerstört und auch sie versucht ein Rätsel zu lösen, welches ihr Pierre in seinen Büchern hinterlassen hat.

Doch was mich an dem Buch so begeistert hat ist eigentlich nicht die Handlung, sondern der Humor.
Der manchmal unterschwellige, oft sarkastische Witz trifft einfach genau meinen Geschmack und schon ab den ersten Seiten musste ich oft schmunzeln.
Manch ein Witz entgeht einem, wenn man die Literaten und ihre Werke nicht kennt, aber viel wird auch in den äußerst amüsanten Fußnoten erklärt.
Definitiv eine absolute Empfehlung für alle Literaturbegeisterten. Da verzeiht man auch die kleinen Längen im Mittelteil sehr gern.


Fazit:
Ein großartiges Buch voller intelligentem Witz, Charme und vor allem viel Bezug zu Literatur. Für alle Bibliophilen ein absolutes Muss. Auch eine ordentliche Portion Spannung steckt in diesem Roman und für alle, die Spaß am Miträsteln und lösen kniffliger Aufgaben haben, ist dieses Buch genau das richtige.

Veröffentlicht am 24.09.2017

Interessantes Setting und spannende Beziehungsdynamiken

Die Terranauten
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Kurzmeinung:
Interessantes Setting, spannende Wendungen und komplexe Beziehungsdynamiken. Sympathisch war mir zwar keiner der Charaktere, aber das hat den Lesegenuss in keiner Weise geschmälert.


Meine ...

Kurzmeinung:
Interessantes Setting, spannende Wendungen und komplexe Beziehungsdynamiken. Sympathisch war mir zwar keiner der Charaktere, aber das hat den Lesegenuss in keiner Weise geschmälert.


Meine Meinung:
Das Setting des Romans ist wie gesagt wirklich interessant. Mitten in der nordamerikanischen Wüste haben Wissenschaftler eine große Glaskuppel errichtet, unter der sie das Leben auf der Erde nachstellen. In einem geschlossenen System wollen sie biologische Systeme erforschen und verstehen, wie man nachhaltiger leben kann, eventuell auch das Leben auf der Erde auf anderen Planeten nachstellen kann. Diese Glaskuppel heißt "Ecosphere 2" und soll nun für zwei Jahre von 4 Forscheren und 4 Forscherinnen bewohnt werden – den sogenannten Terranauten.

Die Geschichte der Terranauten wird uns nun aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Da wäre zum einen die schöne Dawn. Sie ist für die Nutztiere unter der Kuppel verantwortlich. Der charmante Ramsay ist ebenfalls im Terranauten- Team und für Kommunikation zuständig. Außerdem bekommen wir das Geschehen noch aus Lindas Sicht geschildert. Sie hat sich auch auf einen Platz als Terranautin beworben, ihr Platz wurde aber durch ihre beste Freundin Dawn besetzt.

Das ganze Projekt wird finanziert von "Gottvater", einem superreichen Visionär. Unterstützt wird er von seiner jungen Geliebten Judy, von allen "Judas" genannt.

Wir begleiten die Protagonisten durch verschiedene Phasen des Projekts. Alles beginnt mit der Auswahl der Terranauten, die für die Mission geeignet sind und unter die Glaskuppel dürfen und endet einige Zeit nach dem "Wiedereintritt", also dem Ende der Mission.

Während des Einschlusses kommt es natürlich zu einigen heiklen Situationen. So wird zum Beispiel der Sauerstoff knapp und auch die Nahrungsmittel sind nie ausreichend. Am interessantesten fand ich aber, wie sich die Beziehungen entwickeln. Was macht es mit Menschen, wenn sie Tag und Nacht in einer kleinen Gruppe zusammen eingeschlossen sind. Wenn sie zusätzlich große Strapazen ertragen müssen und ständig überwacht werden? Das mediale Interesse an dem Projekt ist nämlich sehr groß und auch "Mission Control", also Gottvater und sein Team, haben die Terranauten immer im Blick.

Boyle schildert uns die Ereignisse wenig schmeichelhaft, aber mit viel Witz und Sarkasmus. Es wird nichts beschönigt oder verklärt. Boyle zeigt die Menschen, wie sie sind, mit ihren niederen Motiven, ihrem Neid, Egoismus, ihrer Naivität und Missgunst. Dennoch ist das Buch nie bedrückend, denn alles wird mit einem Augenzwinkern erzählt. Dieser Stil hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen.

Außerdem werden die Themen Nachhaltigkeit und Verantwortung für unseren Planeten thematisiert. Boyle bringt immer wieder sehr interessante Fakten in die Geschichte, über Biotope und Klima, über den Einfluss des Menschen, die Verschwendung und Verschmutzung. Über das labile Gleichgewicht und wie wir es gefährden.

Besonders spannend fand ich, dass dieser Roman auf einer wahren Begebenheit beruht. Es hat tatsächlich so ein Projekt gegeben.

Kleiner Kritikpunkt: Nicht so gut fand ich, das der Klappentext schon so viel verrät.


Fazit:
Ein Buch, das durch sein außergewöhnliches Setting etwas Besonderes ist. Es spricht viele wichtige Themen an und unterhält mit wissenschaftlichen Fakten und zwischenmenschlichen Dramen. Besonders gut gefallen hat mir der ehrliche und schonungslose Blick auf die Menschen und ihre Gedanken und Gefühle. Für mich eine gelungene Kombination aus Wissenswertem und Unterhaltung.

Veröffentlicht am 25.08.2025

"Wenn Worte töten" von Anthony Horowitz: Ein cleverer Krimi mit Meta-Twist

Wenn Worte töten
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Hey Buchfreunde! Heute nehme ich euch mit auf eine spannende Reise zur Kanalinsel Alderney, wo Anthony Horowitz in seinem Krimi "Wenn Worte töten" Mord und Literatur auf geniale Weise verbindet.

Meine ...

Hey Buchfreunde! Heute nehme ich euch mit auf eine spannende Reise zur Kanalinsel Alderney, wo Anthony Horowitz in seinem Krimi "Wenn Worte töten" Mord und Literatur auf geniale Weise verbindet.

Meine Meinung:

Was soll ich sagen: Ich bin einfach Fan! Auch Band 3 der Reihe Hawthonre ermittelt konnte mich wieder absolut überzeugen. Auch hier hat Horowitz wieder einen Krimi mit klassischer Detektivarbeit, vielen versteckten Hinweisen, klugen Schlussfolgerungen und mit interessanten und teilweise charmant-skurrilen Charakteren geschaffen. Der Erzählton bietet alles zwischen gemütlich, klug beobachtend, temporeich und immer mit einem Augenzwinkern und dem typisch britischen Charme und Humor. Es gibt falsche Fährten, überraschende Wendungen und wie immer eine spektakuläre aber nachvollziehbare Aufklärung.

Was macht das Buch so besonders?

- Die Atmosphäre: Horowitz' Beschreibungen von Alderney sind so lebendig und detailliert, dass man das Salz in der Luft zu schmecken und die raue Küstenbrise zu spüren meint. Die Insel wird zu einem Charakter für sich, mit ihrer eigenen Geschichte und ihren Geheimnissen.

- Die Charaktere: Jede Figur in diesem Roman ist sorgfältig ausgearbeitet und vielschichtig. Von der exzentrischen Bestsellerautorin mit ihren Allüren bis zum mürrischen Inselbewohner, der die "Eindringlinge" mit Argwohn betrachtet – jeder hat seine eigene Geschichte und potenzielle Motive.

- Der Humor: Trotz des ernsten Themas schafft es Horowitz, immer wieder humorvolle Momente einzustreuen. Sein trockener, britischer Witz sorgt für willkommene Auflockerung zwischen den Ermittlungen und macht das Lesen zu einem echten Vergnügen.

- Die Rätsel: Der Fall ist wirklich knifflig konstruiert und hält einen bis zum Schluss in Atem. Horowitz streut geschickt Hinweise und falsche Fährten ein, sodass man als Leser ständig seine Theorien überdenken muss. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich mitten in der Nacht noch "nur ein Kapitel" lesen wollte, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

- Das literarische Setting: Als Bücherwurm habe ich die Einblicke in die Welt der Literatur und des Verlagswesens besonders genossen. Horowitz zeichnet ein realistisches, manchmal ernüchterndes Bild der Branche, das zum Nachdenken anregt.


Tiefere Einblicke
Ich fand es besonders faszinierend, wie Horowitz die zwischenmenschlichen Dynamiken und Motivationen seiner Charaktere herausarbeitet. Er zeigt eindrücklich, wie persönliche Ambitionen, alte Wunden und aktuelle Konflikte zu einem explosiven Gemisch werden können.

Ein interessanter Aspekt ist auch die Darstellung der Inselgemeinschaft. Die geplante Stromtrasse, die die Bewohner spaltet, gibt dem Ganzen eine zusätzliche gesellschaftliche Komponente. Horowitz zeigt gekonnt, wie äußere Umstände die Spannungen innerhalb einer Gemeinschaft verstärken und welche Rolle dies bei der Entstehung von Konflikten spielen kann.

Der Schreibstil ist flüssig und zugänglich, ohne dabei oberflächlich zu wirken. Horowitz hat die Gabe, komplexe Zusammenhänge so zu erklären, dass man als Leser immer am Ball bleibt und aktiv mitdenken kann. Gleichzeitig schafft er es, literarische Anspielungen und Reflexionen über das Schreiben selbst einzuflechten, was dem Krimi eine zusätzliche Ebene verleiht.


Die Ermittlungen
Ein Highlight des Buches sind definitiv die Ermittlungen selbst. Hawthorne und die literarische Figur Horowitz gehen methodisch vor, befragen Zeugen, analysieren Beweise und stellen Theorien auf.

Besonders spannend fand ich, wie Horowitz klassische Elemente des Krimigenres – wie den abgeschlossenen Kreis von Verdächtigen auf der Insel – mit modernen forensischen Methoden und psychologischen Einsichten verbindet. So entsteht ein Krimi, der sowohl Fans traditioneller Whodunits als auch Leser anspricht, die eine zeitgemäße Herangehensweise schätzen.


Was hätte besser sein können?
Wenn ich einen Kritikpunkt finden müsste, dann vielleicht, dass manche Nebenhandlungsstränge etwas abrupt enden oder nicht vollständig aufgelöst werden. Einige Charaktere, die anfangs vielversprechend eingeführt werden, treten später in den Hintergrund. Aber ehrlich gesagt, hat mich das beim Lesen kaum gestört, so gefesselt war ich von der Haupthandlung und der Auflösung des Falls.


Fazit
"Wenn Worte töten" ist ein brillant konstruierter Krimi, der klassische Elemente des Genres mit frischen Ideen und interessanten Charakteren verbindet. Horowitz beweist einmal mehr, dass er ein Meister seines Fachs ist, der es versteht, Spannung aufzubauen und gleichzeitig zum Nachdenken anzuregen.

Das Buch ist der perfekte Lesestoff für alle, die:

- einen kniffligen Fall mit überraschender Auflösung lieben

- sich für die Welt der Literatur und des Verlagswesens interessieren

- charaktergetriebene Geschichten mit psychologischer Tiefe schätzen

- einen Hauch von britischem Humor in ihren Krimis mögen

Obwohl es der dritte Teil der Hawthorne-Reihe ist, funktioniert "Wenn Worte töten" auch hervorragend als Standalone. Neue Leser können problemlos einsteigen, während Fans der Reihe zusätzliche Entwicklungen in der Beziehung zwischen Hawthorne und Horowitz entdecken werden.

Ich für meinen Teil bin schon sehr gespannt, was Horowitz sich für den nächsten Fall einfallen lässt!

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Veröffentlicht am 10.04.2023

Über Mutterschaft und Freundschaft

Hätt' ich ein Kind
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Kurzmeinung:

Mit "Hätt' ich ein Kind" von Lea Streisand hatte ich so meine Startschwierigkeiten und ich hätte es fast abgebrochen. Ich bin unheimlich froh, dass ich es nicht gemacht habe. Denn bekommen ...

Kurzmeinung:

Mit "Hätt' ich ein Kind" von Lea Streisand hatte ich so meine Startschwierigkeiten und ich hätte es fast abgebrochen. Ich bin unheimlich froh, dass ich es nicht gemacht habe. Denn bekommen habe ich dafür einen Roman über Mutterschaft, die verschiedenen Wege, eine Mutter zu werden, über Frauenfreundschaften und eine große Portion Humor.


Meine Meinung:

In dem Buch "Hätt' ich ein Kind" verfolgen wir die beiden Freundinnen Kathi und Effi. Sie kennen sich schon lange, gehen gemeinsam durch dick und dünn und sind die engsten Verbündeten. Und so ist es nur natürlich, dass sie auch gemeinsam Mütter werden. Doch so einfach ist das dann doch wieder nicht.

Als Effi Kathi erzählt, dass sie schwanger ist, ändert sich für sie alles. Sie beide waren es doch, die gemeinsam ihre Mütter-Freundinnen belächelt haben, die über nichts anderes, als ihre Kinder reden können und sich spätestens um 19Uhr von jeder Party verabschieden. Kathi hat Angst, wie sich ihre Beziehung zu Effi verändern wird. Und gleichzeitig lässt Effis Schwangerschaft auch Kathis eigenen Kinderwunsch wieder präsenter werden. Wäre da nicht ein Problem: Kathi kann keine biologischen Kinder bekommen. Zunächst ist es für sie ein Schock, doch dann entschließt sie sich, zusammen mit ihren Partner, ein Kind zu adoptieren.

Und so verfolgen wir die beiden Freundinnen auf ihrem Weg, Mütter zu werden. Jede auf ihre Weise. Und dieser Weg ist manchmal echt hart. Effi muss unter den physiologischen Veränderungen bei der Schwangerschaft leiden (Übelkeit, Komplikationen, Bettruhe) und erlebt sogar eine Fehlgeburt. Aber auch Kathi hat es alles andere als leicht. Es hat mir beim Lesen wirklich im Herzen weh getan, welche Steine Kathi und ihrem Partner in den Weg gelegt werden, welche bürokratischen Hürden genommen werden müssen, um einem Kind ein Zuhause zu schenken. Wie sie aufgeregt und nervös und vorfreudig waren, diese Freude immer wieder enttäuscht wurde und sie die Hoffnung schließlich schon fast aufgegeben haben.

Umso schöner fand ich es, von der wundervollen Frauenfreundschaft zu lesen. Von den beiden Frauen, die sich gegenseitig durch diese Zeiten voller Höhen und Tiefen begleiten. Und auch davon zu lesen, wie Mutterschaft die Freundschaft beeinflusst und verändert. Aber wie sie gleichzeitig auch stabil bleibt. Auch der Humor, der in der trotz des ernsten Themas in der Geschichte steckt, hat mir sehr gefallen. Und ich muss auch sagen, dass mich das Buch auch persönlich berührt hat. Ich bin in einem ähnlich Alter wie die Protagonistinnen und setze mich auf die ein oder andere Art und Weise auch mit den Themen Mutterschaft und Kinderwunsch auseinander. Daher fand ich es interessant, diese beiden unterschiedlichen Perspektiven zu verfolgen und mich literarisch mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Am Anfang hatte ich zwar meine Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Und Kathis Ausflüge in die Geschichte der Deutschen Märchen haben mich nicht unbedingt interessiert. Aber insgesamt bin ich doch froh, dass ich dieses Buch über Frauenfreundschaft und Mutterschaft gelesen habe.

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Veröffentlicht am 03.10.2022

Eine überraschend queere Liebes- und Lebensgeschichte

Die sieben Männer der Evelyn Hugo
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Kurzmeinung:
"Die sieben Männer der Evelyn Hugo" von Taylor Jenkins Reid ist ein wunderbarer, gefühlvoller, spannender und überraschend queerer Roman über eine Frau, die trotz widriger Umstände ihren ...

Kurzmeinung:
"Die sieben Männer der Evelyn Hugo" von Taylor Jenkins Reid ist ein wunderbarer, gefühlvoller, spannender und überraschend queerer Roman über eine Frau, die trotz widriger Umstände ihren Weg zum Erfolg geht. Das Buch vereint glamouröse Hollywood Vibes mit Themen wie Liebe, Freundschaft und dem Einfluss von Erfolg, Macht und Geld.


Meine Meinung:
Nachdem mir "Daisy Jones and the six" von Taylor Jenkins Reid so unglaublich gut gefallen hat (es hat sogar zu meinen Jahreshighlights gehört!) war klar, dass ich den neuen Roman von TJR auch lesen muss. Aber demensprechend hoch waren auch meine Erwartungen. Eins kann ich euch aber auch schon verraten: ich wurde nicht enttäuscht. Taylor Jenkins Reid kann einfach gut schreiben. Ihre Geschichten sind spannend, gefühlvoll und lassen sich gut lesen. Dieses Buch bildet da keine Ausnahme.

In dem Buch verfolgen wir zwei Frauen. Da ist einmal die junge Journalistin Monique, die sich vor kurzem von ihrem Freund getrennt hat und nun alles in ihre Karriere steckt. Da kann sie ihr Glück kaum fassen, als die berühmte Hollywood-Legende Evelyn Hugo nach langem Rückzug entscheidet, ihre Lebensgeschichte für ein Buch zu erzählen –und zwar exklusiv nur Monique. Als erfahrene Leserinne ahnen wir natürlich schon: da steckt noch eine interessante Geschichte dahinter.

Mit Evelyn Hugo haben wir auch schon unsere zweite weibliche Hauptrolle des Buches kennengelernt. Auf zwei Zeitebenen verfolgen wir einmal, wie Monique Evelyn interviewt und wie sich die Beziehung der beiden entwickelt. Auf einer zweiten Zeitebene erfahren wir in Rückblicken von Evelyns glamourösen (und manchmal auch überhaupt gar nicht so glamourösen) Leben. Wie sich ihr Leben, ihre Beziehungen und ihre Karriere entwickelt hat und sie schließlich zu dem Megastar wurde, der sie heute ist. Welche Opfer sie dafür hat bringen müssen. Zu welchen verzweifelten Entscheidungen sie sich im Verlauf gezwungen sah. Und was für Glücksmomente und erschütternde Schicksalsschläge sie erlebt hat. Und natürlich erfahren wir vor allem von ihren sieben Ehen inklusive der sieben Ehemänner –und den Abgründen und Geheimnissen, die sich hinter jeder der Beziehungen auftuen.

Dieses Buch ist wirklich eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Es geht auf und ab, man freut sich mit und leidet mit Evelyn Hugo. Ich war wütend, traurig und glückselig. Ist das nicht toll, was Bücher alles in uns auslösen können? Wie auch bei der letzten Geschichte von Taylor Jenkins Reid war ich auch hier emotional total nah dran an den Figuren, vor allem an Evelyn. Die Geschichte hat mich gefesselt. Es gibt eine überraschende Wendung nach der anderen und so bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Etwas schwächer fand ich die Passagen auf der aktuellen Zeitebene. Moniques Figur hat mich nicht so sehr mein Interesse wecken können wie Evelyn. Teilweise hat sie mich sogar etwas genervt. Aber die Rückblicke in Evelyns Leben überwiegen zum Glück, so dass es dem Leseerlebnis insgesamt nicht geschadet hat. Außerdem war die Einordnung der Figur der Evelyn durch Monique in der ersten Zeitebene doch ganz hilfreich, um Evelyn nicht zu sehr zu glorifizieren. Genau wie Monique zuerst fast erfurchtsvoll erstarrt war, ging es auch mir als Leserin. Und das tiefe Eintauchen in ihre Geshichte, hat das Gefühl noch vertief. Durch Moniques Blick bekommen wir als Leser
innen in Erinnerung gerufen, dass jede Geschichte auch zwei Seiten hat und es selten nur klares Schwarz und Weiß gibt.


Fazit:
"Die sieben Männer der Evelyn Hugo" von Taylor Jenkins Reid ist ein großartiger Roman, der uns eintauchen lässt in das glamouröse Hollywood, aber uns auch in die Abgründe hinter der glänzenden Fassade blicken lässt. Die Leser*innen werden mitgenommen auf eine Achterbahnfart der Gefühle und werden mit einer spannenden, wendungsreichen und queeren Lebens- und Liebesgeschichte belohnt. Klare Leseempfehlung.

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