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Sanne

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.08.2017

Eine Landlady mit Herz

Herzmuscheln
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Kyla lässt Dublin mit gebrochenem Herzen zurück. Sie hat keinen Job, keine Wohnung, aber ein leicht verloddertes Guesthouse in Connemara. Das ist eigentlich sehr schön, aber mit einem eigenwilligen Bewohner, ...

Kyla lässt Dublin mit gebrochenem Herzen zurück. Sie hat keinen Job, keine Wohnung, aber ein leicht verloddertes Guesthouse in Connemara. Das ist eigentlich sehr schön, aber mit einem eigenwilligen Bewohner, den sie nicht los wird. Das erweist sich später als Glücksfall. Viel verwirrender ist ein merkwürdiger Gast, der schon mal durchs Fenster einbricht, wie tot auf dem Rasen liegt oder mit Pfeil uns Bogen schießt. Das Guesthouse wird hergerichtet, Freundinnen, nette Gäste und ein Pony stellen sich ein. Und das Geheimnis des komischen Mannes wird gelüftet.
Locker flockig geschrieben, gut zu lesen. Wenig Überraschendes, aber die Figuren werden mit Wärme dargestellt. Denkanstöße zum Umgang mit älteren Menschen werden gegeben. Ein Buch zum Träumen, schöne Urlaubslektüre.

Veröffentlicht am 02.07.2017

Kleingartenidylle?

Unter allen Beeten ist Ruh (Ein Pippa-Bolle-Krimi 1)
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Pippa Bolle, Übersetzerin italienischer Fachtexte und von ihrem untreuen Mann getrennt lebend, bekommt ein ruhiges Plätzchen auf einer idyllischen Insel im Berliner Norden angeboten. Die Inselbewohner ...

Pippa Bolle, Übersetzerin italienischer Fachtexte und von ihrem untreuen Mann getrennt lebend, bekommt ein ruhiges Plätzchen auf einer idyllischen Insel im Berliner Norden angeboten. Die Inselbewohner begrüßen sie warmherzig, Pippa fühlt sich wohl, bis... eine liebenswürdige alte Dame in ihrer Badewanne ertrinkt. Unfall oder Mord? Alle vermuten Letzteres. Schmutz-Lutz könnte der Täter sein, will er doch unbedingt alle Parzellen aufkaufen, um Platz für ein weiteres Wellness-Hotel zu erlangen. Er kann sogar ein Testament, welches ihn als Erben der Verstorbenen einsetzt, vorweisen. Allerdings ein gefälschtes. Der echte Erbe, ein Halbbruder von Lutz, erleidet einen Tag später einen Badeunfall und verstirbt im Krankenhaus. Klar, dass die Polizei ermittelt und einige dunkle Geschichten aus der Vergangenheit ans Tageslicht bringt. Plötzlich ist jeder verdächtig. Pippa versucht in bester Miss Marple-Manier, den Fall aufzuklären. Sie steht zunächst aber auch vor nicht einem, sondern vielen Rätseln.

Das wenig überraschende Ende passt jedoch gut zu diesem in heiterer Schreibweise gehaltenem Krimi. Ausserdem werden auch ernste Themen wie Sterbehilfe, Hanflegalisierung als Schmerzmittel, Trends wie Geocaching und Lokalkolorit angesprochen.

Ein leicht und angenehm zu lesendes Buch mit liebevoll beschriebenen Charakteren, trotz Mord und reichlich Querelen gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 02.07.2017

Wunder geschehen

Das Wunder von Treviso
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Nichts, aber auch gar nichts passiert in Treviso. Flirrende Augusthitze, ein schlecht bezahlter Pfarrer, dem die Aufgaben und ein Hexenschuss über den Kopf wachsen, schläfrige Langeweile, die Jugendlichen ...

Nichts, aber auch gar nichts passiert in Treviso. Flirrende Augusthitze, ein schlecht bezahlter Pfarrer, dem die Aufgaben und ein Hexenschuss über den Kopf wachsen, schläfrige Langeweile, die Jugendlichen ziehen weg. Ein Wunder muss her!

Dank Don Antonio und einem pfiffigen Tischler gibt es tatsächlich Eines, Pilger kommen in Scharen, der Umsatz steigt, die Liebe blüht, die Nachbardörfler werden neidisch. Paradiesisch, oder? Aber: kann das Wunder auch der Vatikanischen Prüfung standhalten? Entführung, Erpressung und Fälschung folgen - so viel war hier lange nicht los.

Die liebevoll geschilderten Figuren mit Mutterwitz, bodenständig, geschäftstüchtig und ein wenig naiv wachsen Einem schnell ans Herz. Zum Teil kommen sie mir bekannt vor: die resolute ältere Dame mit Stützstrümpfen, der Kunsttischler, der in konjunkturarmer Zeit sogar ganz profan Türen richtet, der clevere Ladenbesitzer, der verliebte Neffe des Bürgermeisters und der geizige Bürgermeister selbst. Augenzwinkernd wird auch der Geist von Don Antonios Vorgänger bemüht. Kann er in höchster Not helfen?

Leicht und amüsant zu lesen, ist "Das Wunder von Treviso" passende Lektüre für einen lässigen Sommerurlaub.

Veröffentlicht am 02.07.2017

Das Schicksal hat es satt

Schicksal!
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Das Schicksal, Sergio mit Namen, hat die Nase voll. Schöne Idee, es zu personifizieren, seine Arbeit zu verfolgen - so viele Möglichkeiten, leider oft mit sexistischem Einschlag. Sergios Kollegen offenbaren ...

Das Schicksal, Sergio mit Namen, hat die Nase voll. Schöne Idee, es zu personifizieren, seine Arbeit zu verfolgen - so viele Möglichkeiten, leider oft mit sexistischem Einschlag. Sergios Kollegen offenbaren Schwächen: Bestimmung ist Nymphomanin, Glück hat ADS, Faulheit ist Narkoleptiker, Gerechtigkeit ein Soziopath, Gott (Jerry) machtbesessen usw. usw.

Jedenfalls ist Schicksal unsterblich, steckt in einem Menschenanzug und hat es satt, die Menschen dabei zu beobachten, wie sie ihren vorgegebenen Schicksalspfad zum Schlechteren verlassen. Einmischung seinerseits ist aber von Gott Jerry nicht erwünscht.

Sara tritt in Sergios Leben, er verliebt sich. Seine Gefühle verändern sich derart, dass er Menschen helfen möchte und anfängt, ihr Schicksal zu verändern. Und er offenbart sich Sara. Ob das gut geht?

Scott G. Browne gibt sich viel Mühe, sammelt fleißig abstrakte Nomen und versieht sie mit ihm passenden Eigenschaften. Bei den meisten Menschen wird ihre oft düstere Zukunft im kriminellen oder pornographischen Bereich vorausgesehen, aber sie sind ja selber schuld: "Sie sind auf Haben,Wollen und Kaufen programmiert."

Brownes Sprache ist klar und einfach, sich häufig wiederholende Satzmuster wirken nur anfänglich als gutes Stilmittel. Schicksal scheint mir mitunter als ein Mann mit eindeutigen Wunschvorstellungen gezeichnet.

Das Buchcover ist fröhlich und ansprechend.

Insgesamt ein durchaus andersartiger Roman.

Veröffentlicht am 26.03.2026

Klufti und die Heiligen

Schutzpatron
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Kommissar Kluftinger steht wieder einmal total neben sich. So einen schusseligen Chef, der seine Kollegen nicht ernst nimmt und selbst gravierende Fehler macht, möchte man nicht haben. Als er sein Auto ...

Kommissar Kluftinger steht wieder einmal total neben sich. So einen schusseligen Chef, der seine Kollegen nicht ernst nimmt und selbst gravierende Fehler macht, möchte man nicht haben. Als er sein Auto nicht findet, stellt er sich so haarsträubend dämlich an, dass einem die Lust aufs Weiterlesen vergeht. Wer durchhält, wird mit einigen slapstickartigen Aktionen belohnt, manche ziemlich amüsant. Aufkommende Lesefreude wird durch wiederholte unchronologische Zeitsprünge ausgebremst.
Genug gemeckert, sooo schlecht ist der 6. Kluftinger dann doch nicht. Es gibt einiges zu lachen, einige spannende Aktionen, einfallsreiche Szenen. Liest sich endlich ganz gut weg. Perfekt für Fans des etwas anderen Kommissars!

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