Profilbild von chuckipop

chuckipop

Lesejury Star
online

chuckipop ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit chuckipop über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2022

Sehr gelungener Mix aus Kochbuch und Reiseführer – Südfrankreichs Besonderheiten und leckerste Rezepte kennenlernen!

Speiseführer Südfrankreich
0

"Speiseführer Südfrankreich" von Sandy Neumann ist als Paperback mit 189 Seiten bei CONBOOK erschienen. Es handelt sich, wie von den anderen Bänden der Reihe bereits gewohnt, um ein hochwertiges, aufwendig ...

"Speiseführer Südfrankreich" von Sandy Neumann ist als Paperback mit 189 Seiten bei CONBOOK erschienen. Es handelt sich, wie von den anderen Bänden der Reihe bereits gewohnt, um ein hochwertiges, aufwendig gestaltetes Buch mit bedruckten Einbandklappen, das toll aussieht, angenehm in der Hand liegt und vor Allem durch seinen Inhalt überzeugt :)

Ich finde es klasse, dass die Reihe der Speiseführer sowohl von innen als auch von außen Wiedererkennungswerte aufweist, sich die Aufteilung sehr ähnelt, jedoch auch ganz anders ist, da die Inhalte und Fotos natürlich perfekt auf den jeweiligen Ort abgestimmt sind.

Jetzt aber auf nach Südfrankreich :)

In diesem Band der Reihe nimmt die Autorin ihre Leser mit auf eine kulinarische Reise in die Region Provence – Alpes - Côte d’Azur, ihre Herzensheimat.

Sandy Neumann bereist Frankreich seit 2010 und hat einen eigenen, ebenfalls sehr lebendigen und Urlaubsfeeling auslösenden Blog Confiture de Vivre. Hier in ihrem Speiseführer bietet sie uns ganz besondere Einblicke auf die Märkte und in die Kochtöpfe der Insel, und auch Restauranttips dürfen selbstverständlich nicht fehlen!.

In den Klappen des Einbandes erhält man vorn dank einer Übersichtskarte den kulinarischen Überblick sowie hinten 10 wissenswerte kulinarische Fakten über die Region Provence – Alpes - Côte d’Azur.

Der Inhalt des Buches ist in drei Hauptabschnitte - Fisch, Fleisch und mehr / Gemüse und mehr / Gebäck, Dessert und mehr - unterteilt und wird mit diversen kleineren Kapiteln, Übersichten und Fakten perfekt ergänzt.

Nach einer kurzen Einführung gibt es eine allgemeine Erklärung der regionalen Küche und einen Abschnitt über die Kochtöpfe Marseilles, bevor dann 30 für die Region typische Speisen ausführlich vorgestellt werden - wovon mir besonders die Seiten über das Olivenöl , die Tapenaden und die Früchte der Provence gefallen haben, obwohl es jhier im Speiseführer viele aufwändigere Gerichte gibt und solche, die man richtig gut wirklich nur vor Ort bekommt.

Neben der tollen Beschreibung und den Fotos, die richtig Appetit machen, gibt es zu dem jeweiligen Gericht im Anschluss noch Restaurant- bzw. Einkaufstips (mit Adressangaben, Öffnungszeiten und Erreichbarkeit), Tips zur passenden Begleitung sowie „Gut zu wissen“. Vereinzelt ist dann auch das Rezept zum selbst zubereiten dabei.

Zwischendrin gibt es immer wieder leckere unterschiedliche Ausflüge in kulinarische Bereiche, über gesundes Essen, Nachhaltigkeit, Übernachtungen u.v.m.

Abgerundet wird das Ganze dann durch eine sehr nützliche Sprachhilfe, in der die wichtigsten Begriffe, die man im Restaurant, auf dem Markt und im Zusammenhang mit Speisen brauchen kann, aufgeführt sind.

Eine tolle, im wahrsten Sinne des Wortes geschmackvolle Kombination aus Reiseführer und Kochbuch und ein ganz besonderer Einblick in die Kochtöpfe der Region Provence – Alpes - Côte d’Azur – wenn da kein Urlaubsfeeling aufkommt… !

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.10.2022

Schräger Charme, eine illustre Gesellschaft und eine fesselnde Quest!

Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzunge, Bd. 1)
0

"Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzunge, Bd. 1)" von Christopher Buehlman ist als gebundenes Buch mit 528 Seiten bei Klett Cotta / Hobbit-Presse erschienen und bildet den Auftakt zu einer neuen Reihe.

Um ...

"Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzunge, Bd. 1)" von Christopher Buehlman ist als gebundenes Buch mit 528 Seiten bei Klett Cotta / Hobbit-Presse erschienen und bildet den Auftakt zu einer neuen Reihe.

Um seine Schulden bei der Gilde begleichen zu können, bekommt Kinsch Na Shannack den Auftrag, die Ritterin Galva auszuspionieren. Zusammen begeben sich die Beiden auf eine abenteuerreiche Quest und es gesellen sich im Verlauf weitere Gefährten hinzu. Besonders der blinde Kater Karl hat es mir angetan, und auch die Hexe Norrigal mochte ich sehr.

Zugegeben, anfangs fiel es mir recht schwer, mich in die detailreiche High-Fantasy Welt Christoph Buehlmans´hineinzufinden, zumal ja auch sein Protagonist Kinsch, der vor schrägen Besonderheiten strotzt, eine recht zotige, derbe Gedanken- und Ausdrucksweise an den Tag legt. Pragmatisch, sarkastisch, teilweise fast schon vulgär und mit einem Wortwitz, den ich erstmal sacken lassen musste. Auch die stellenweise heftige Brutalität ist vermutlich nicht jedermanns Geschmack, aber da bin ich unempfindlich ;)

Nach dem für mich etwas holperigen Einstieg konnte mich das Geschehen allerdings umso mehr fesseln und ich fand mich auch in der Welt mit den vielen unterscheidlichen Kreaturen und der besonderen Zeitrechnung gut zurecht.

Der Autor hat eine ausgesprochen kreative und außergewöhnliche Art zu schreiben, und seine Gedankengänge sind so bunt und facettenreich angelegt, dass er bisweilen etwas zu sehr vom eigentlichen Geschehen abdriftet. Das hat den Lesefluss stellenweise etwas gehemmt und mich abgelenkt, aber auf eine spannende und interessante Weise ;)

Insgesamt eine sehr komplexe Welt, in der man sich erst orientieren muss. Der zweite Band wird vermutlich in dieser Richtung einfacher und man kann sich mehr auf die Haupthandlung und die Charaktere als Solches konzentrieren :)

Auf alle Fälle äußerst lesenswert und es lohnt absolut, sich hier "reinzufuchsen"!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.10.2022

Fesselnder und überzeugender Krimi aus den 1920er Jahren - das weckt nostalgische Gefühle!

Fräulein vom Amt – Die Nachricht des Mörders
0

"Fräulein vom Amt - Die Nachricht des Mörders" von Charlotte Blum ist als ungekürztes Hörbuch mit einer Laufzeit von 9 Stunden, 42 Minuten bei Argon Digital erschienen und wird gesprochen von Dagmar Bittner.

Baden-Baden ...

"Fräulein vom Amt - Die Nachricht des Mörders" von Charlotte Blum ist als ungekürztes Hörbuch mit einer Laufzeit von 9 Stunden, 42 Minuten bei Argon Digital erschienen und wird gesprochen von Dagmar Bittner.

Baden-Baden 1922: Alma Täuber ist Telefonistin mit Herz und Leidenschaft. Außerdem eine lebenslustige junge Frau, die sich mit ihrer besten Freundin Emmi eine kleine Wohnung teilt, gern tanzen geht und Schallplatten liebt. Anrufer freundlich annehmen, verbinden, sich aus dem Gespräch ausklinken, dabei professionell sein und nicht hektisch werden, wenn immer mehr Lämpchen auf der Tafel der eingehenden Anrufe blinken - das kann Alma hervorragend. Aber manchmal passiert es, dass sie doch Gesprächsfetzen mithört oder etwas mehr mitbekommt, als "der Drache", der die Fräuleins vom Amt beaufsichtigt, erlaubt. So hat Alma etwas aufgeschnappt, dass sie unheimlich und rätselhaft findet, aber nicht zuordnen kann. Erst später, als sie in der Zeitung liest, dass man eine erstochene Frau bei den Kolonnaden gefunden hat, wird sie stutzig - hat der Mann mit der merkwürdigen Stimme etwa die Erledigung eines Auftragsmordes gemeldet? Alma geht mit ihren Beobachtungen zur Polizei, wo sie jedoch eher belächelt wird. Man geht bei den Ermittlungen davon aus, dass es sich bei der Leiche um eine Prostituierte handelt und ist bestrebt, den Fall schnell abzutun. Einzig Kommissaranwärter Ludwig Schiller nimmt Almas Anliegen ernst und schätzt ihre feine Beobachtungsgabe...

Charlotte Blum hat einen unterhaltsamen historischen Krimi geschrieben, der mich vom ersten Satz an gefesselt und mit nach Baden-Baden genommen hat. Illegales Glücksspiel, Pferderennen, Prostitution - das sind eigentlich nicht die Themen, die Alma umtreiben, doch kommt sie hier mit all dem in Berührung und stürzt sich anfangs etwas gehemmt, aber dennoch engagiert und beherzt in ihre eigenen Ermittlungen, die sie tief ins Milieu und zu illustren Individuen führen. Dabei erzeugt die Autorin mit ihren detaillierten Beschreibungen und einer guten Portion Lokalkolorit eine überzeugende, authentische Atmosphäre, die mir sehr gefallen hat.

Auch der Einblick in die fast vergessene Arbeit der Telefonistinnen war unterhaltsam und höchst interessant, dadurch konnte Charlotte Blum nostalgische Gefühle in mir wecken :)

Alma ist eine empathische und liebenswerte Person, dabei aufgeweckt und Neuem gegenüber aufgeschlossen, die wunderbar in ihre Ära passt und dennoch ihrer Zeit voraus ist. Zusammen mit ihrer Freundin Emmi Wolke, einer sympathischen und schlagfertigen Floristin, die alles etwas lockerer und entspannter angeht, ihrem Cousin Walter und dem Kommissaranwärter erlebt Alma aufregende Abenteuer.

Zwar werden hier auch ein paar Klischees bedient, so wie die sich anbahnende Romanze mit Ludwig Schiller, was den Hörgenuß jedoch für mich nicht geschmälert hat.

Dagmar Bittner hat mir die Figuren mit ihrer Stimme noch näher gebracht, mir die Umgebung bildhaft präsentiert und das Geschehen lebendig und authentisch herübergebracht.

Mein Fazit: ein äußerst unterhaltsamer, schlüssiger historischer Krimi mit liebenswerten Charakteren und einer etwas verruchten Atmosphäre - das Hören hat mir sehr viel Spaß gemacht!

FräuleinvomAmtDieNachrichtdesMörders

NetGalleyDE! #DankeNetGalleyDE!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.09.2022

Serienmord im Rotlichtviertel - ein spannender Kriminalfall aus dem Jahr 1856!

Ein Fremder hier zu Lande
0

"Ein Fremder hier zu Lande - ein neuer Fall für Wilhelm von der Heyden" von Ralph Knobelsdorf ist als Taschenbuch mit 512 Seiten bei Lübbe erschienen.

Es handelt sich, wie im Titel bereits erwähnt, um ...

"Ein Fremder hier zu Lande - ein neuer Fall für Wilhelm von der Heyden" von Ralph Knobelsdorf ist als Taschenbuch mit 512 Seiten bei Lübbe erschienen.

Es handelt sich, wie im Titel bereits erwähnt, um den zweiten Band einer Reihe. Der Kriminalfall ist allerdings in sich abgeschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Wer gern die Entwicklung der Protagonisten von Anfang an verfolgt und sich einen ausführlichen Überblick über den damaligen Polizeiapparat verschaffen möchte, dem empfehle ich, zuvor Band 1 der Reihe zu lesen, der ist ebenfalls sehr lohnenswert :)

Berlin, März 1856. Eine junge, blonde Frau wird in der Bordellgasse an der Königsmauer stranguliert aufgefunden. Der Leichenbeschauer stellt fest, dass es besondere Knocheneinkerbungen an der Toten gibt, die er bereits vorher gesehen hat. Bei den anderen Leichen handelte es sich um Prostituierte, nun liegt eine junge Frau aus gutem Hause auf Fleischmanns Tisch.

Kriminalkommissar Wilhelm von der Heyden und sein Kollege Ernst Vorweg werden mit den Ermittlungen betraut - und es ist ein zielmicher Druck vorhanden, denn hier scheint ein Serienmörder am Werk zu sein, den es zu fassen gilt...!

Ralph Knobelsdorf hat einen spannenden historischen Kriminalroman geschrieben, der mit seiner bildhaften Sprache und seinen detailliert beschriebenen Charakteren eine tolle, authentische Atmosphäre erzeugt und den Leser ganz tief mitnimmt in das Jahr 1856 nach Berlin, ins Rotlichtmilieu. Ich konnte förmlich das Hufgeklapper der Droschkenpferde auf dem Kopfsteinpflaster hören, dazu eine Nase voll Pferdedung und die schummrige Straßenbeleuchtung ;)

Besonders interessant waren für mich auch diesmal wieder der Einblick in die damalige Polizeiarbeit und dass die Ermittlungen die Polizei in unterschiedliche Schichten der Gesellschaft führt.

Als weiteres Highlight kommt der Täter zwischendurch selbst regelmäßig zu Wort - das finde ich besonders spannend, denn auch, wenn man die Identität noch nicht kennt, so ist man als Leser der Polizei doch weit voraus...

Im Nachwort erklärt der Autor noch, welche Fakten und historische Persönlichkeiten hier geschickt mit Fiktion verwoben wurden. Dadurch ist dieser Krimi, der sorgfältig recherchiert wurde, ungemein authentisch und absolut überzeugend.

Mein Fazit: Ein spannender historischer Kriminalfall, der unterhaltsame Lesestunden und eine tolle Atmosphäre zu bieten hat - sehr empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2022

Düstere, fesselnde Ermittlungen in der Toskana - Fall 2 für Carl Sopran!

Den Tod geerbt
0

"Den Tod geerbt" von Helmut Jäger ist als Taschenbuch mit 430 Seiten bei Sparky´s Edition erschienen. Es handelt sich um den zweiten Fall für den Privatdetektiv Carl Sopran, der unabhängig von Band 1 gelesen ...

"Den Tod geerbt" von Helmut Jäger ist als Taschenbuch mit 430 Seiten bei Sparky´s Edition erschienen. Es handelt sich um den zweiten Fall für den Privatdetektiv Carl Sopran, der unabhängig von Band 1 gelesen werden kann.

Um die persönliche Entwicklung des Protagonisten von Beginn an mitzuverfolgen, wäre es durchaus nützlich, Band 1 zu lesen. Allerdings lässt Helmut Jäger hier immer wieder Details aus Carls Vergangenheit einfließen, so daß auch mir als Neueinsteiger keine wichtigen Informationen gefehlt haben!

Julia Schiller engagiert den Detektiv Carl Sopran, weil ihre Mutter Michaela auf dem Weg in die Toskana kurz vor ihrem Ziel spurlos verschwunden ist. Und das, wo sie sich dort von den turbuleten Vorfällen daheim und ihrer soeben erfolgten Scheidung erholen wollte. Julia ist verzweifelt, zumal sie zusammen mit ihrer Mutter einen erfolgreichen Cateringservice betreibt, der in Kürze umstrukturiert werden soll.

Carl Sopran nimmt den Fall an und weil er jemanden benötigt, der italienisch spricht, um zu dolmetschen, bittet er Francesca, eine Bekannte, um Hilfe. Diese sagt sofort zu und die beiden begeben sich in turbulente Ermittlungen, die so einige Überraschungen bereithalten und die Ermittler ganz tief in die Familiengeschichte der Schillers führen...

Helmut Jäger hat einen spannenden, komplexen Fall geschaffen, den seine Protagonisten zu lösen haben. Dabei geraten sowohl Carl als auch Francesca auch persönlich in höchste Gefahr und finden sich regelmäßig in Situationen wieder, die mich beim Lesen schaudernd mitbangen ließen.

Die Handlung konnte mich von Beginn an fesseln und Helmut Jägers Schreibstil ist spannend, voller detailreicher Beschreibungen und zahlreicher unvorhersehbarer Wendungen. Er erzeugt eine sehr authentische Atmosphäre, und die Schilderugen der wunderschönen Toskana lassen zusätzlich Urlaubsfeeling aufkommen.

Carl Sopran ist ein bisweilen etwas zu spontan handelnder, dabei sympathischer und engangierter Typ, der dadurch ein wenig chaotisch wirkt.

Francesca mochte ich am liebsten, sie ist empathisch, loyal, engagiert und verschwiegen. Und so herrlich unkompliziert, sie packt mit an bzw. bringt sich ein, wo sie gebraucht wird, ohne lane zu fragen.

Der Fall wird schlüssig und überzeugend aufgeklärt, wobei mir das Ende dann etwas zu überladen war - da überschlugen sich plötzlich die Entwicklungen auf zu wenigen Seiten, da hätte man noch etwas mehr Raum für die Vergangenheit lassen können.

Ein sehr lesenswerter, absolut spannender Krimi mit zahlreichen Twists und überzeugenden, sehr menschlichen Ermittlern!

Ich bin schon jetzt gespannt, ob die Calr und Francesca auch künftig wieder zusammenarbeiten werden, denn sie haben so einiges erlebt und sich zu einem richtig guten Team entwickelt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere