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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.07.2023

spannende Familiengeschichte

Porträt auf grüner Wandfarbe
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Auf der Spur der Vorfahren. Dieser Roman ist interessant. Das war schon aus der Leseprobe ersichtlich. Gwen wird durch ihre betagte aber noch sehr rührige Tante zur Ahnenforschung aufgefordert. Gwen erklärt ...

Auf der Spur der Vorfahren. Dieser Roman ist interessant. Das war schon aus der Leseprobe ersichtlich. Gwen wird durch ihre betagte aber noch sehr rührige Tante zur Ahnenforschung aufgefordert. Gwen erklärt sich bereit und entdeckt Geheimnisse, verworrene Zusammenhänge, echte Überraschungen und eisern verschwiegene Verwandtschaftsverhältnisse. Wirklich Unglaubliches kommt ans Tageslicht. Ich muss gestehen, zeitweise war ich verwirrt. Es wäre hier empfehlenswert einen Familienstammbaum dem Roman beizufügen. Was ich gut fand, die schwierigen Zeiten vor, während und nach den großen Kriegen in Europa wurden nur am Rand angesprochen. Junge Frauen, die leben wollen, sind der Mittelpunkt der Handlung. Armut, Dünkelhaftigkeit und auch der Judenhass bilden den Rahmen der Handlung. Eine Familiengeschichte wie diese ist besonders erzählenswert. Vor allem weil hier auch drei Generationen verbunden sind. Das Cover ist sehr ansprechend. Es ist nicht knallig oder aufregend, sondern einfach ein Porträt zweier junger Frauen, die anscheinend Geheimnisse miteinander teilen. Das Buch mit seiner feinen Gebundenheit in hellgrauer Farbe mit der stilisierten Blüte rechts unten ist ganz einfach nur als edel zu bezeichnen. Gefällt mir sehr gut. Ah ja – nicht zu vergessen: Endlich wieder einmal ein Buch mit einem eingearbeiteten Lesezeichen. Der Roman hat Klasse.

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Veröffentlicht am 23.04.2023

was wir alles nicht wissen

Lebendige Nacht
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Ich lebe auf dem Land und habe deshalb zur Tierwelt meiner Umgebung ein anderes Verhältnis als, na ja sagen wir mal, ein Münchener Großstadtmensch. Trotzdem hat mich die Beschreibung manch nächtlich aktiver ...

Ich lebe auf dem Land und habe deshalb zur Tierwelt meiner Umgebung ein anderes Verhältnis als, na ja sagen wir mal, ein Münchener Großstadtmensch. Trotzdem hat mich die Beschreibung manch nächtlich aktiver Mitbewohner überrascht. Frau Kimmig hat sehr gut erkannt und begründet, warum wir als Tagaktive mit der Nacht so unsere Probleme haben. Wir sind eben Menschen. Es ist auf jeden Fall erschreckend, wie wenig wir von den Geschöpfen der Nacht wissen. Absolut erkennbar ist, dass Frau Kimmig ihre Tiere und die damit verbundenen Forschungen liebt. Sie beobachtet, lernt, versteht, setzt theoretisches Wissen ein und schafft es so, Verhaltensweisen ganz einfach und schlüssig zu erklären. Das finde ich großartig. Würden diese oft ganz kleinen Kapitel in unserem Schulunterricht z. B. als kurze Leselektüre eingebaut werden, kann ich mir vorstellen, dass die Kinder vieles besser verstehen würden und ein ganz anderes Verhältnis zur Natur bekommen könnten. Wer sich hier weiterbilden möchte, hat ein sehr schön gestaltetes Lehrmaterial vorliegen. Dieses Lernen macht auch noch Laune. Der Stil ist absolut in Ordnung. Das Cover fällt sofort ins Auge.

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Veröffentlicht am 27.10.2022

Phantasie und Karibik

Die Meerjungfrau von Black Conch
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Ich las und dachte. Ich las und dachte um. Textstellen stellten mich vor ein Problem. Was ist hier gedruckt? Sind das alles einfache Druckfehler. Nein, das kann nicht sein. Weiterlesen! Dann stehen da ...

Ich las und dachte. Ich las und dachte um. Textstellen stellten mich vor ein Problem. Was ist hier gedruckt? Sind das alles einfache Druckfehler. Nein, das kann nicht sein. Weiterlesen! Dann stehen da Fragmente von Sätzen. Gar nicht so einfach! Hätte ich nur gleich die Nachbemerkung der Übersetzerin gelesen. Denn ab da war alles klar. Tiefes Einfühlen in die Mentalität der Inselbewohner und deren Sprache ist die Ursache. Spätestens ab jetzt ist der Roman eine angenehme Herausforderung. Die Handlung balanciert zwischen Märchen, Phantasie, Sagen und realen zwischenmenschlichen Beziehungen. So brutal im ersten Drittel Sportangler auftreten, so liebevoll und vorsichtig nehmen sich Inselbewohner der doch eher schwierigen Meerjungfrau an. Alles läuft auf einen märchenhaften Ausgang hin. Doch nein, weit gefehlt! Jetzt wurde ich nochmals gefordert. In mir bekämpften sich Traurigkeit und Erleichterung. Ganz am Ende dann der kleine Lichtblick: Die große Liebe zwischen der Meerfrau und ihrem menschlichen Retter hat in jedem Jahr einmal eine kleine Chance. Die Geschichte ist schön, phantastisch, sehr emotional. Sie reißt aber auch die geschichtlichen Probleme der karibischen Inselwelt an und geht auf die Narben ein, die sich in den Menschen tief eingegraben haben. Da ist noch kein Verzeihen zu bemerken. Eher wird die Vergangenheit von unvernünftigen Mitmenschen immer wieder aufgewühlt. Dies bringt Unzufriedenheit, Abkapselung, ja sogar Hass zum Ausbruch. Jeder Leser, der nicht nur leichte Literatur mag, hat sich mit dem Kauf dieses Romans einen großen Gefallen getan. Das Cover gefällt mir nicht so gut. Der einfach schwarze Buchdeckel wirkt elegant.

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Veröffentlicht am 27.10.2022

Phantasie und Karibik

Die Meerjungfrau von Black Conch
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Ich las und dachte. Ich las und dachte um. Textstellen stellten mich vor ein Problem. Was ist hier gedruckt? Sind das alles einfache Druckfehler. Nein, das kann nicht sein. Weiterlesen! Dann stehen da ...

Ich las und dachte. Ich las und dachte um. Textstellen stellten mich vor ein Problem. Was ist hier gedruckt? Sind das alles einfache Druckfehler. Nein, das kann nicht sein. Weiterlesen! Dann stehen da Fragmente von Sätzen. Gar nicht so einfach! Hätte ich nur gleich die Nachbemerkung der Übersetzerin gelesen. Denn ab da war alles klar. Tiefes Einfühlen in die Mentalität der Inselbewohner und deren Sprache ist die Ursache. Spätestens ab jetzt ist der Roman eine angenehme Herausforderung. Die Handlung balanciert zwischen Märchen, Phantasie, Sagen und realen zwischenmenschlichen Beziehungen. So brutal im ersten Drittel Sportangler auftreten, so liebevoll und vorsichtig nehmen sich Inselbewohner der doch eher schwierigen Meerjungfrau an. Alles läuft auf einen märchenhaften Ausgang hin. Doch nein, weit gefehlt! Jetzt wurde ich nochmals gefordert. In mir bekämpften sich Traurigkeit und Erleichterung. Ganz am Ende dann der kleine Lichtblick: Die große Liebe zwischen der Meerfrau und ihrem menschlichen Retter hat in jedem Jahr einmal eine kleine Chance. Die Geschichte ist schön, phantastisch, sehr emotional. Sie reißt aber auch die geschichtlichen Probleme der karibischen Inselwelt an und geht auf die Narben ein, die sich in den Menschen tief eingegraben haben. Da ist noch kein Verzeihen zu bemerken. Eher wird die Vergangenheit von unvernünftigen Mitmenschen immer wieder aufgewühlt. Dies bringt Unzufriedenheit, Abkapselung, ja sogar Hass zum Ausbruch. Jeder Leser, der nicht nur leichte Literatur mag, hat sich mit dem Kauf dieses Romans einen großen Gefallen getan. Das Cover gefällt mir nicht so gut. Der einfach schwarze Buchdeckel wirkt elegant.

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Veröffentlicht am 08.10.2022

Mysteriöse Handlung

Unsterblich sind nur die anderen
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Ganz anders als die Leseprobe vermuten ließ, hat sich der Roman entwickelt - jedoch nicht zu seinem Nachteil. Nachdem die beiden Frauen aufgebrochen sind, um drei Freunde zu suchen, wird die Handlung plötzlich, ...

Ganz anders als die Leseprobe vermuten ließ, hat sich der Roman entwickelt - jedoch nicht zu seinem Nachteil. Nachdem die beiden Frauen aufgebrochen sind, um drei Freunde zu suchen, wird die Handlung plötzlich, ja wie soll ich sagen, wunderlich. Die drei Männer sind an Bord einer Fähre. Sie erscheinen genau wie immer, aber auch total verändert. Ruhiger, ausgeglichener und total zufrieden mit ihrem jetzigen Leben auf der Fähre. Genau auf diesem Schiff ereignen sich immer mehr mysteriöse Vorkommnisse. Die Crew ist freundlich, höflich und entspannt. Die Fahrtstrecke verläuft genau nach Plan, kein Sturm bringt die angenehme Atmosphäre auf dem Schiff ins Wanken. Die beiden Freundinnen unternehmen Landgänge. Ihre drei männlichen Bekannten weigern sich jedoch strikt, das Schiff zu verlassen. Nun wird es noch unerklärlicher. Zum Inhalt möchte ich jedoch nicht mehr sagen, die Spannung soll ja nicht genommen werden. Achtgeben muss der Leser um den Anschluss innerhalb der Zeitsprünge nicht zu verpassen. Zu Beginn habe ich wirklich zurück geblättert und nochmal nachgelesen. Wirklich nur zum Beginn. Dann hatte ich die Gedankengänge der Autorin verstanden. Zwischendurch und zum Ende hin häufiger treten eigenartige Dialoge auf, die mir zuerst Kopf zerbrechen bereiteten. Sie fordern Aufmerksamkeit, tragen bei späterem Überdenken sehr zum Verständnis der Handlung bei. Insgesamt gesehen ist der Roman nicht einfach zu lesen. Sprunghaftes Umdenken ist über die gesamte Handlung erforderlich. Alle Register der Schriftstellerei scheinen hier gezogen zu sein – will sagen: moderne Probleme, vergangene Erlebnisse von sehr verängstigen Menschen, Liebesbeziehung, mythische Wesen und deren Einfluss auf gestresste Menschen und um dem allen die Krone aufzusetzen, ein glücklicher Ausgang, welcher traurig macht. Die Logik in dieser Rezension ist erst erkennbar, wenn das Buch gelesen wurde. Echt! Der Schreibstil ist nicht einfach aber anregend. Das Cover ist treffend.

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