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Veröffentlicht am 22.02.2023

Zwischen Eis und Blut

Gezeichnete des Schicksals
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Alexandra ist eine Pilotin, die von der Zivilisation ausgeschlossene Inuit-Familien mit Nahrungsmitteln versorgt. Auf einem ihrer Versorungsflüge muss sie eine grausame Entdeckung machen, da ein gesamtes ...

Alexandra ist eine Pilotin, die von der Zivilisation ausgeschlossene Inuit-Familien mit Nahrungsmitteln versorgt. Auf einem ihrer Versorungsflüge muss sie eine grausame Entdeckung machen, da ein gesamtes Dorf in ein unmenschliches Blutbad verwandelt wurde und niemand überlebt hat. Was niemand ahnt ist, dass Alex so ein Erlebnis schon einmal hatte: ihre Mutter und ihr kleiner Bruder sind von grausamen Wesen vor ihren Augen ermordet wurden. Ihr Vater und sie konnten fliehen und haben ein neues Leben in der eisigen Kälte Alaskas begonnen, um den grauenhaften Erinnerungen zu entkommen. Mit dieser Entdeckung muss sich Alex den Schrecken ihrer Vergangenheit stellen. Zeitgleich macht sie Bekanntschaft mit Kade, einem mysteriösen Fremden, der vorgibt zur Untersuchung der Mordfälle nach Alaska geschickt worden zu sein. Was Alex nicht ahnt, ist, dass Kade ein Vampir des Ordens aus Boston ist, der hinter dem Verbrechen die Machenschaften von Dragos vermutet, der die Menschheit den Vampiren unterjochen will. Obwohl Alex Kade vorher noch nie zuvor gesehen hat, fühlt sie sich in seiner Gegenwart seltsam geborgen und zu ihm hingezogen. Doch zugleich macht ihr diese Nähe Angst, denn Kade hat etwas an sich, was nicht mit den normalen Maßstäben zu beschreiben scheint. Im Verlauf der gemeinsamen Ermittlungen kommen sich die beiden immer näher und müssen sich beide mit verdrängten Erfahrungen auseinandersetzen.

Sehr mysteriös, spannend und absolut fantastisch geschrieben, hat mich dieser Teil der Reihe wieder absolut in den Bann gezogen. Die Geschichte schließt mittlerweile zeitlich nahtlos an den vorherigen Band an, sodass man die Bücher mittlerweile alle nacheinander verschlingen kann. Mit der passenden Spur erotischer Spannung ist auch dieser Band wieder eine sehr gelungene Mischung.

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Veröffentlicht am 01.01.2023

Absolutes Suchtpotenzial

Mimik
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Dieser Psychothriller von Sebastian Fitzek hat mich absolut gefesselt: ab der ersten Seite konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, bis ich es zu Ende gelesen habe. Und dies habe ich in weniger als ...

Dieser Psychothriller von Sebastian Fitzek hat mich absolut gefesselt: ab der ersten Seite konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, bis ich es zu Ende gelesen habe. Und dies habe ich in weniger als 24 Stunden geschafft. Selbst für mich absolute Leseratte ein absoluter Rekord. So spannend habe ich in den letzten Jahren kein Buch gefunden, um es so schnell auslesen zu können. "Mimik" reiht sich damit für mich in die absoluten Fitzek-Spitzenklasse-Thriller wie "Augensammler/Augenjäger", "die Therapie" oder "Seelenbrecher". Es ist mit Abstand, das Lesehighlight, seiner letzten fünf Bücher. Auch der neue Schreibstil mittels dessen Sebastian Fitzek versucht zeitgleiche Handlungen mit unterschiedlichen Protagonisten in verschiedenen Szenen darzustellen hat mich überzeugt. Gerne kann der Autor dieses Stilmittel in seinen zukünftigen Büchern beibehalten.

Nachdem ich die Lobpreisung auf das Buch bereits vorweg genommen habe noch kurz eine inhaltliche Zusammenfassung: Hauptcharakter ist Mimik-Resonanzexpertin Hannah Herbst, die nach einer Amnese gefesselt in der Gewalt eines aus dem Gefängnis ausgebrochenen Mörders aufwacht. Sie kann sich sowohl an ihr bisheriges Leben, an ihre Persönlichkeit und auch an die Ereignisse vor der Amnesie nicht erinnern und nur bruchstückhaft und langsam kommt ihre Erinnerung wieder. Allerdings sieht sie ein Video auf welchem sie den Mord an ihrem Ehemann und ihrer Stieftochter gesteht. Doch als Expertin der Mimik fallen ihr ein paar Unstimmigkeiten auf, die sie an der Darstellung des Geständnisses zweifeln lassen.

Sebastian Fitzek gelingt es auf absolute unnachahmliche Art und Weise den Leser bis auf die letzten Seiten an der Schuld/Unschuld von Hannah Zweifeln zu lassen. Ständig tauchen neue Hinweise, Erinnerungen oder Indizien auf, die die Perspektive immer neu erscheinen lassen und man als Leser bis zum Schluss kaum weiß, was Wahrheit und was Täuschung ist. Auch dürfen die Cliffhänger am Ende jedes Kapitels nicht fehlen. Ich empfehle: mit ausreichend Getränken und Knabberkram versorgen und dann erst wieder hervorkommen, wenn das Buch ausgelesen ist!

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Veröffentlicht am 14.11.2022

Drei Frauen, drei Generationen, eine Familie

Die Frauen von Kilcarrion
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Familie ist nicht immer unbedingt ein Konstrukt von bedingungslosem Zusammenhalt, Liebe, Geborgenheit, ein Ort der Zuversicht, der Ruhe oder Verlässlichkeit. Mitunter kann es sehr schwer sein sich aufeinander ...

Familie ist nicht immer unbedingt ein Konstrukt von bedingungslosem Zusammenhalt, Liebe, Geborgenheit, ein Ort der Zuversicht, der Ruhe oder Verlässlichkeit. Mitunter kann es sehr schwer sein sich aufeinander einzustellen, zu unterschiedlich erscheinen die Charaktere und Vorlieben oder Vorstellungen, zu unterschiedlich die biografischen Ereignisse oder schmerzhaften Erinnerungen, die uns prägen und die sich unmittelbar nicht nur auf uns selbst, sondern auch auf unsere nachfolgenden Generationen auswirken.

Das erleben in Jojo Moyes Debütroman auch Joy, Kate und Sabine. Denn die drei Frauen sind nicht nur von ihren Charakteren und Temperamenten grundverschieden, sie verbindet auch nicht eine wirkliche gemeinsame Zuneigung, da sie allesamt eher ihre eigenen Interessen verfolgen anstatt dem Gegenüber richtig zuzuhören und zu schauen, welchen unterstütztenden Beitrag leisten können. Es geht eher gegeneinander anstatt miteinander, weil sie die jeweilige Perspektive mit einer großen PortionVehemenz vertreten anstatt mit Verstehen aufeinander zuzugehen. Erst im Verlaufe des Kontaktes lernen sie den jeweiligen anderen besser zu verstehen und die Eigenarten als biografisch bedingte Lebensfacette anzunehmen. Und mit dem Verstehen des Anderen werden auch Veränderungspotenziale ausgelöst, die zunächst noch undenkbar erscheinen, sodass sie jeweils unterschiedliche Schritte aufeinander zu gehen.

Dieses Buch von der Unterschiedlichkeit, aber dem trotzdem vorhanden Willen nach Zusammengehörigkeit einer Familie hat mich sehr begeistert. Genauso wie die Protagonisten lernt der Leser die unterschiedlichen Charaktere erst mit der vollständig erzählten Geschichte kennen und muss vorher gebildete Bilder wieder über Bord werfen, um sich auf Veränderungen einzustellen. Eine äußert außergewöhnlich gelungene gewöhnliche Familiengeschichte!

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Veröffentlicht am 18.10.2022

Kriminalistisches Meisterwerk

Böses Blut
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Cormoran Strike hat es nicht leicht: bei seiner Tante, die für ihn mehr wie eine Mutter war, ist Krebs diagnostiziert worden und es sieht nicht so gut aus. Die Familie muss sich auf eine palliative Begleitung ...

Cormoran Strike hat es nicht leicht: bei seiner Tante, die für ihn mehr wie eine Mutter war, ist Krebs diagnostiziert worden und es sieht nicht so gut aus. Die Familie muss sich auf eine palliative Begleitung einstellen.
Bei einem seiner Familienbesuche wird er von der 40-jährigen Anna Phipps angesprochen: sie bittet ihn in einem vor 40 Jahren ereigneten Vermisstenfall zu ermitteln. Anna ist seitdem auf der Suche nach sich selbst, da die verschwundene Person ihre eigene Mutter ist. Auf präzise Art und Weise wird beschrieben, wie ein ungelöster Fall unterschiedliche Biografien prägt und eine Familie innerlich zerrüttet. Strike ist nicht unbedingt hoffnungsvoll, nimmt den Fall aber trotzdem an und gemeinsam mit seiner Detektiv-Partnerin Robin Ellacott einigt er sich mit seine Auftraggeberin Anna darauf ein Jahr lang im Cold-Case zu ermitteln und zu schauen wie weit die Ermittlungen kommen.

Mit diesem fünften Krimi ist für mich ein kriminalistisches Meisterwerk gelungen. Bisher fand ich alle Bände gelungen, doch dieser Fall ist wirklich eposant. Durch die vielen Ermittlungsstränge, Verstrickungen, Hypothesen und Personen ist es auch für den Leser gar nicht so leicht den Überblick zu behalten. Dennoch werden die Ereignisse immer genau an den richtigen Stellen zusammengefasst, sodass der Überblick nicht verloren geht. Nach und nach decken Strike und Robin unterschiedliche Motive auf, die jedoch nie den entscheidenden Durchbruch zu markieren scheinen. Als das Jahr sich dem Ende neigt und noch immer keine Leiche der verschwundenen Margot Bamborough entdeckt werden konnte, scheinen die beiden Ermittler dem Aufgeben sehr nahe. Doch dann fügen sich die Puzzlestücke letztendlich doch nich zusammen.

Aufgrund der Vielschichtigkeit konnte ich das Buch zu den letzten dreihundert Seiten kaum noch aus der Hand legen. Faszinierend, überraschend und gleichzeitig absolut abstoßend habe ich auf die Auflösung reagiert. Gleichzeitig wirkt Strike durch die familiäre Belastung sehr menschlich, was im Nachhinein als Besonderer Kontrast zu der Mordermittlung erscheint. Ich warte jetzt schon wieder sehnsüchtig auf den sechsten Band!

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Veröffentlicht am 09.10.2022

Neue Lieblingsreihe

Akte Nordsee - Am dunklen Wasser
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Ich liebe die Krimi-Reihe um Pia Korittki und hatte schon etwas Angst, dass Eba Almstädt diese Reihe zugunsten der neuen Reihe "Akte Nordsee" zu einem Ende bringt. Umso mehr habe ich mich gefreut als ich ...

Ich liebe die Krimi-Reihe um Pia Korittki und hatte schon etwas Angst, dass Eba Almstädt diese Reihe zugunsten der neuen Reihe "Akte Nordsee" zu einem Ende bringt. Umso mehr habe ich mich gefreut als ich gehört habe, dass sie jetzt zwei Krimi-Reihen schreibt. Dieses Buch habe ich mir zu meinem Geburtstag gewünscht und innerhalb von ein paar wenigen Tagen verschlungen.

Plot: Die junge Internatslehrerin Sabrina Diekrs wird an einem Baum erhängt von ihrem Freund und der Anwältin Fentje Jacobsen aufgefunden. Fentje hatte zuvor besagten Freund mit einer dicken Beule auf dem Kopf auf der familiären Schafweide gefunden und ihre Hilfe angeboten. Als der Freund durch die ermittlenden Polizeibeamten in U-Haft genommen wird, da zunächst keine anderen Ermittlungsergebnisse vorliegen, übernimmt Fentje die juristische Verteidung, da sie von der Unschuld des Mannes überzeugt ist. Gemeinsam mit dem ihr, auf den ersten Blick eher unsympathischen Journalisten, Niklas John, beginnt sie jedoch eigene Ermittlungen anzustellen um ihren Mandanten zu entlasten, da ihr die Polizeibeamten in zu wenig Richtingen ermitteln. Gemeinsam können die beiden immer mehr Hinweise sammeln und stellen sogar eine Verbindung zu dem plötzlichen Unfall mit Todesfolge einer früheren Freundin von Fentje her.

Der Auftrakt zu dieser neuen Krimi-Reihe hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen. Sowohl Fentje als auch Niklas sind mir beim Lesen immer sympathischer geworden und auch die Familie von Fentje mit ihren teilweise sehr lustigen Eigenschaften ist mir schon nach der ersten Begegnung ans Herz gewachsen. Dazwischen die sich aufbauende erotische Spannung zwischen Niklas und Fentje, die im zweiten Band ruhig noch einen etwas größeren Raum einnehmen darf, in Kombination mit einem wirklich interessanten und spannenden Kriminalfall, machen das Buch zu einem sehr kurzweiligen Lesevergnügen, welches schnell Lust auf einen zweiten Teil macht. Ich weiß jetzt schon, dass dies meine neue Lieblungsreihe des Jahres wird!

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