Tolles Setting
Seasons of the WickedAls Zwillingsschwester hat man es bestimmt nicht leicht, doch Máirín geht es als jüngere der zwei Prinzessinnen ganz gut. Sie steht nie im Mittelpunkt, kann zwar leider keine Ausbildung wie Morgayne genießen, ...
Als Zwillingsschwester hat man es bestimmt nicht leicht, doch Máirín geht es als jüngere der zwei Prinzessinnen ganz gut. Sie steht nie im Mittelpunkt, kann zwar leider keine Ausbildung wie Morgayne genießen, doch da wird sich für die junge Frau schon ein Weg finden. Denkt sie. Bis zu dem Abend als die Verbindung reißt, Máirín plötzlich Anwärterin auf den Hexenthron wird und sich einem Wettstreit stellen muss, von dem sie keinen blassen Schimmer hat. Wem kann sie vertrauen, wer spielt ihr die Freundschaft nur vor und wer scheint böse, ist im Geheimen vielleicht….. Trotzdem genau das? Lest selbst.
Everly Sheehan’s neues Werk punktet auf alle Fälle mit einem kreativen Setting und einer faszinierenden Idee. Die Reiche der Jahreszeitenmagien, die unterschiedlichen Charaktere mit ihren individuellen Persönlichkeiten und der Handlungsstrang haben mich sofort in den Bann gezogen.
Ich finde es toll, wie man beobachten kann, das Máirín von einer etwas leichtgläubigen, naiven Person immer wieder Sprünge macht und sich weiter entwickelt. Wie sie reift und der Herausforderung immer mehr gewachsen ist. Sie ist liebevoll, gütig und sehr sympathisch. Ihre Art zu denken mag weich erscheinen, aber ist es nicht genau das, was uns fehlt? Ein bisschen mehr Glaube an das Gute? Ich mochte sie sehr.
Ich liebe auch die anderen Mitstreiter. Sowohl Herbstprinz Nor, Reagan und die hübsche Sommerprinzessin Soraya sind durchaus sympathische Charaktere. Jeder hat so seine Geschichte und man fühlt mit dem ein oder anderen schon mit. Bei denen konnte mich Everly auch durchaus überraschen. Aber lest lieber selbst!
Allerdings fehlt mir ein wenig das Runde im Verlauf der Geschichte. Es gibt immer wieder kleinere Ecken und Kanten, kleine Sprünge beim Bewegungsablauf der Situation, kleine Hüpfer im Verlauf der Emotionen oder unerklärliche Situationen, in denen Protagonist/*in plötzlich etwas können oder tun, was vorher nicht da war, dass ich die Handlung manchmal einfach stolpernd fand. Zum Beispiel waren da plötzlich Emotionen, bei denen ich vorher das Knistern vergeblich suchte. Oder der Zeitraum eines Kampftrainings wirkte einfach zu kurz. Das hat sich für mich etwas unrund angefühlt und eventuell hätte man den Wettstreit ein bisschen mehr ziehen können, um diesen Druck des Weiterkommens raus zu nehmen. Aber gut.
Das Ende hat sich aber in meinen Kopf gebrannt und auch wenn ich nicht komplett überzeugt vom ersten Teil bin, kam ich schnell durch das Buch. Máirín, Nor und die anderen sind sehr interessant und ich möchte auch wissen, wie es mit Talin oder dem Jahreszeitenthron aussieht!
Der Spannungsbogen war nämlich gut gespannt und die Gesichtslosen haben ganz schön Eindruck hinterlassen. Ich wurde angelockt und nun möchte ich mehr wissen. Vielleicht geht es euch ja genauso.