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Veröffentlicht am 27.05.2023

Gelungenes Finale!

Westwell - Hot & Cold
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3

Ich habs geschafft, ich habe Westwell 3 gelesen. Und so schön es auch war, ist mir doch wieder bewusst geworden, warum ich den dritten Teil so lange vor mir hergeschoben habe: Ich wollte einfach nicht, dass es endet.
Aber wir dürfen uns ja bald schon auf ein Spin Off der Reihe freuen, weshalb ich jetzt einfach alle ermutige, alle Teile zu lesen. Ich denke Eli wird nochmal was ganz Besonderes.

Zur Info: Dies ist der letzte Band einer Trilogie. Damit es wirklichen Spaß macht, solltet ihre euch unbedingt an die Reihenfolge halten:)

Klappentext:
Helena kann es nicht fassen: In dem Moment, als ihr Glück mit Jess endlich zum Greifen nah ist, wird es ihr schon wieder entrissen. Gerade haben die beiden beschlossen, sich all denen zu widersetzen, die ihre Liebe verhindern wollen, da greifen Unbekannte Jess an und verletzen ihn lebensgefährlich. Doch wer hat es auf ihn abgesehen? Und warum? Helena muss sich erneut auf die Suche nach Antworten begeben, die gefährlich eng mit dem Tod von Valerie und Adam verwoben sind. Und je näher sie der Wahrheit kommt, desto mehr fragt sie sich, ob sie und Jess jemals eine gemeinsame Zukunft haben können – oder ob ihre Liebe nicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt war …

Schreibstil:
Der Schreibstil von Lena Kiefer lässt nichts zu Wünschen übrig. Ich liebe es, dass ich durch die Geschichte huschen kann, ohne das Gefühl zu haben, ich werde gehetzt. Sie nimmt uns einfach mit, in die tiefen Gefühle, die magischen Momente und die kleinen Lacher, für die die Geschichte trotz allem immer noch Zeit hat.
So habe ich mich einfach nur mitreißen gelassen und jede Seite genossen.

Meine Meinung zur Geschichte:
Der Cliffhanger aus Band 2 hat natürlich einige Erwartungen aufkommen lassen. Wo vorher alles noch mehr oder weniger zahm und gefühlt mehr sein sollte, als es war, wurde es auf einmal ziemlich ernst. Denn eine Schusswunde ist ernst, vor allem, wenn sie willentlich herbeigeführt wurde. Zum Glück wurde das auch so behandelt. Jess hat einen ordentlichen Schrecken bekommen und auch Helena realisiert die Situation besser. Ich fand den ganzen Turning Point für solch eine Geschichte ziemlich heftig, fand es aber gleichzeitig langsam auch angemessen. Schließlich musste nach zwei Bänden nun auch mal etwas passieren. Die Auflösung des Ganzen fand ich dann aber wiederum nicht so gut. Es fehlte die Raffinesse und auch ein paar falsche Fährten oder Hinweise, irgendwas, dass uns Leser:innen ins Rätseln gebracht hätte. Stattdessen bekommen wir eine Lösung serviert, die nicht ganz befriedigend ist und bei der man sofort weiß, dass das große Ganze damit nicht aufgelöst ist. Helena und Jess sind da aber anderer Meinung. Und genau hier wurden sie für mich irgendwann unauthentisch, denn nach so vielen bereits gesammelten Beweisen, war ziemlich klar, dass da mehr hinterstecken musste.

Aber nun gut, erstmal gibt es zwei Wochen Auszeit und die ist richtig schön. Helena und Jess hatten hier nochmal Zeit, ihre Gefühle zu intensivieren und sich derer bewusster zu werden. Zudem konnten wir Jess besser kennenlernen, indem wir Einblick in seine Vergangenheit bekamen. Das fand ich super charmant und hat tolle Momente für den Liebesgeschichten-Nerd in mir geliefert.

Und in diesem Moment, in der Dunkelheit am Strand, nur zehn Minuten, nachdem ich meine Erinnerungen an den Angriff zurückbekommen hatte, wurde mir bewusst, was Liebe tatsächlich bedeutete. Sie war nicht in erster Linie Anziehung oder Feuer oder dass man Spaß zusammen hatte. Sie war vor allem Fürsorge und Rücksicht. Liebe bedeutete, in bestimmten Momenten zuerst an jemand anderen zu denken als an sich selbst.

WESTWELL. HOT & COLD VON LENA KIEFER
Ein großer Faktor auch in diesem Band ist und bleibt Tess. Ich fand sie von Anfang an spannend und sehr aufregend. Sie war eine Figur, die man schlecht einschätzen konnte und die unberechenbar ihre Finger in jedem Teil der Geschichte hatte. Dadurch, dass Jess so eine schlechte Beziehung zu ihr hat, war sie zudem immer nur im Hintergrund aktiv, was es noch geheimnisvoller machte. In diesem Band, versucht er sich erstmals, ihr anzunähern, was ich sehr schön fand. Klar, sie ist in gewisser Weise ein Monster, aber man selbst findet ja keinen Frieden, wenn man mit der Person nicht abgeschlossen hat, sie stattdessen vielmehr überall vermutet. Dadurch entdeckt man hier noch ganz andere Seiten von ihr und muss sie anders in das ganze Geschehen einberechnen. Gut gemacht und wirklich gut für die Geschichte, die dadurch nicht nur Tiefe, sondern auch Momente zum Zweifeln und zum Nachdenken bekommt.

Zu Tess gehört irgendwie auch immer Eli, Jess‘ kleiner Bruder. Ich fand es super schön, dass auch er den Raum bekommt, sich zu entwickeln. Das ist natürlich besonders toll im Hinblick darauf, dass wir ja bald ein Spin-Off von ihm bekommen. Hier in der Geschichte trägt er aber auch seinen Teil zu wichtigen Passagen bei und zeigt sein gutes Herz. Ich habe ihn auf jeden Fall lieb gewonnen und bin schon sehr auf seine Story gespannt.

Der Handlungsverlauf war stark – spannend und aufregend. Gleichzeitig gab es wieder viel Herzschmerz und man wurde gut auf die Folter gespannt. Ich habe es wieder sehr genossen, diese Liebesgeschichte zu lesen, die gleichzeitig einen Krimi in sich trägt und dieses Mal auch einige krasse Momente abbekam. Was ich nicht ganz so gut fand, war, dass die Geschichte zum Ende hin nochmal einen kleinen Schlenker bekam. Den hätte es nicht gebraucht, da wir schon oft genug warten mussten und es ein wenig den spannenden Anstieg auf das Finale, das Ende des letzten Bandes nahm. Zum Glück wurde nicht wieder alles auf Anfang gestellt, sonst hätte ich das Buch wahrscheinlich weggelegt.

Und dann verließ ich Jess, schon wieder, zum gefühlt tausendsten Mal. Während ich mich fragte, ob wohl irgendwann der Tag kommen würde, an dem ich endlich, endlich… … bleiben durfte.

WESTWELL. HOT & COLD VON LENA KIEFER
Ansonsten aber fand ich das Ende gut gemacht. Es wurden lose Erzählstränge zusammengeführt, einiges auch wieder aufgenommen und wirklich für die Liebe gekämpft. Zuletzt ist da wirklich nichts mehr mit Abwarten und Tee trinken. Helena und Jess meinen es ernst und das zeigen sie auch.
Kleiner Drücker dieses Endes: Die Auflösung des ganzen Falls fand ich nur okay. Das Motiv war da und es ergab auch Sinn, aber man merkte doch, dass die Autorin keine Krimi-Autorin ist. Es fehlten einfach ein paar Hinweise, vielleicht auch falsche, die uns Leser:innen mehr zum Nachdenken gebracht hätten und am Ende diesen „Aha“-Moment heraufbeschworen hätten. So aber hat man eigentlich nichts von der Auflösung geahnt, ich habe beim Zurückdenken auch keine verdächtigen Situationen o.ä. in Erinnerung rufen können und musste mich einfach damit zufrieden geben. Okay, aber nicht genial.

Fazit:
Für mich war es ein gelungenes Finale der Trilogie, denn Helena und Jess heben ihre Beziehung hier nochmal auf eine andere Ebene, die Vernetzung zwischen den Nebenfiguren wurde größer und die Spannung war durchweg da. Das Ende war gut, aber im Hinblick auf die kriminalistischen Teile der Geschichte nicht genial. Da haben mir einfach ein paar Details und etwas Raffinesse gefehlt. Beachte ich das Buch aber unter dem Aspekt eines Liebesromans, blieben hier keine Wünsche offen.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 26.04.2023

Zwei sehr liebenswerte Jungs

When You Come Back to Me
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Zur Info: Dies ist der zweite Band einer lose zusammenhängenden Reihe. Es gilt: Ihr könnt die Bände auch in einer anderen Reihenfolge lesen, es ist aber meiner Meinung nach schöner, wenn man sich an diese ...

Zur Info: Dies ist der zweite Band einer lose zusammenhängenden Reihe. Es gilt: Ihr könnt die Bände auch in einer anderen Reihenfolge lesen, es ist aber meiner Meinung nach schöner, wenn man sich an diese hält. (Hier geht’s zu meiner Rezi des ersten Bandes: Klick.)

Schreibstil:
Emma Scott ist meine Feeling-Queen. Sie schafft es immer wieder, Gefühle für uns Leser spürbar zu machen, die man eigentlich schlecht in Worte fassen kann. Auch hier ist das wieder der Fall. Beide Protagonisten erleben in ihrem Inneren eine unheimliche Qual und dennoch sind da die guten Momente, die sie immer wieder zurückholen. Ich konnte das super nachempfinden und war die ganze Zeit voll dabei. Im Vergleich zu den anderen Büchern fehlte mir vielleicht eine kleine, zweite Facette dieser Gefühle. Es war einfach schade, dass man von Holdens Texten nicht ganz so viel mitbekommen hat.



Die Sorte Lachen, die immer weitergeht, bis man sogar vergessen hat, was genau eigentlich so komisch war. Die Sorte, die Freundschaften sofort besiegelt. Ein warmer Ballon dehnte sich in mir aus, hob mich für ein paar Minuten aus der Dunkelheit. Als ich wieder zu Atem kam und zurück auf der Erde war, gehörte ich an dieses Lagerfeuer mit diesen Jungs.

WHEN YOU COME BACK TO ME – EMMA SCOTT



Meine Meinung allgemein:
Holden und River kannte ich beide schon aus dem ersten Band der Reihe und anfangs war ich deshalb etwas ungeduldig. Schließlich wusste ich bis zu einem gewissen Punkt ungefähr, was kommen würde. Die Zeit dazwischen ist aber erst einmal schwer abzuschätzen, weil Holden und River natürlich noch ganz anderes erleben, von dem man vorher keine Ahnung hatte. Die Autorin hat es aber gut hinbekommen, dennoch jede Szene spannend zu halten. Dazu hat sie vor allem mit den Perspektivwechseln und auch mit Abkürzungen an den richtigen Stellen gearbeitet. Sie hat quasi da angesetzt, wo die Leerstelle saß und alles drumherum weitgehend nur umrissen.

Holden war für mich von den beiden am spannendsten, weil ich ehrlich gesagt im ersten Band keine Ahnung hatte, was ihn zu seinem Verhalten treibt. Den Hintergrund erfahren wir hier und zwar ziemlich schnell, denn Holden ist mit seiner zynischen Art alles andere als geheimnisvoll. Vielmehr spielen die Gründe in seinen Gedanken immer wieder die Hauptrolle, kein Wunder bei den Erlebnissen. Er war für mich durchweg die interessantere Person, weil er mehr erlebt hat, mehr aufzuarbeiten hat und an sich einfach eine interessantere Persönlichkeit darstellt. Bei Holden ist nämlich nix normal. Weder seine Familie, noch seine Umgangsarten, noch sein Outfit oder seine Einstellung zum Leben (wenn man normal denn so verwenden möchte). Ich fand ihn dadurch total spannend. Dazu war er aber auch sehr verletzlich. Während River bewusst die Entscheidung trifft, sein Leben so zu leben, wie er es tut, muss Holden noch mit dem klarkommen, wie sein Leben momentan aussieht. Und das hat er nicht allein beeinflusst, das wurde gelenkt. Ich habe die ein oder andere Träne verdrück, weil mein Mitgefühl für ihn so groß war und er teilweise echt alleine mit allem dasteht.
Die Autorin versteht es aber, ihn seinen steinigen Weg bestreiten zu lassen. Und auf diesem nimmt sie uns mit. Durch alle Höhen und Tiefen, durch Trauer und Freude und hinein in Rivers Herz.



Wieder war es, als würde er mir direkt ins Herz und in den Kopf gucken und alle Geheimnisse sehen, die ich dort versteckt hatte… Sogar die, die ich so tief vergraben hatte, dass ich selbst ganz vergessen hatte, dass es sie gab. Bis er gekommen war.

WHEN YOU COME BACK TO ME – EMMA SCOTT



River ist die klischeehaftere Figur. Er ist einer der Typen, der das Leben seines Vaters lebt und seine eigenen Träume dafür zurückstellt. Das durchschaut aber erstmal keiner und River selbst ist gut darin, es keinen merken zu lassen. Und dann kommt Holden und stellt seine Welt auf den Kopf. Zwingt ihn, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sein Leben zu hinterfragen. Noch dazu steht er vor der Herausforderung, mit Holden umzugehen, bei dem sein Kopf und sein Herz in komplettem Widerstreit stehen. Gerade seine sensible Art hat mich von River überzeugt. Passend dazu wurde auch seine Familie zu einem Punkt, der ihn dahingehend noch weiter fordert. All das zeigte sehr gut, wie unglücklich man in dem scheinbar perfekten Leben sein kann und wie schwer es sein kann, aus dem auszubrechen, was bisher sein Leben war.

Zusammen ergaben die beiden ein Paar, wie ich es nicht erwartet hatte. Die Kennlernzeit ist aufregend und geschieht ziemlich schnell. Beide sehen von Anfang an ziemlich klar, was ihre Gefühle dem anderen gegenüber betreffen. Statt des üblichen Ablaufs, nehmen die beiden ab dann ein paar Umwege. Ich war zwischendurch manchmal echt nicht sicher, ob sie es schaffen würden. Und das, obwohl man doch eigentlich weiß, dass so ein Liebesroman mit einem Paar ändert, nicht mit zwei Einzelpersonen. Das machte es aber natürlich auch sehr spannend. Ich war immer abwechselnd mal auf Rivers Seite, weil er es echt nicht leicht hat und sein Outing einfach verdammt viel Mut erfordert, und dann wieder auf der von Holden, der es nicht verdient hat, dass er so lange warten und darunter leiden muss. Das Gute? Die Autorin gibt den beiden Zeit und bricht somit nichts übers Knie. Sie baut einen Zeitsprung ein, lässt River Zeit, sich zu entwickeln und in sein neues Leben zu finden, genauso wie Holden. Das hat mir sehr gut gefallen. Es war dennoch alles dramatisch und ich habe keine Sekunde an der Liebe der beiden zueinander gezweifelt, aber es war eben authentisch. Real und wirklich, Alltag, der dazwischen kommt und auch der Fakt, dass jeder nach der Highschool erstmal für sich überlegen muss, wie sein zukünftiges Leben aussieht.

Dazu haben die beiden gezeigt, wie unterschiedlich die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität ausfallen kann und wie das Umfeld dort mit hineinspielen. Gerade Holdens Hintergrund ist mehr als krass und hat mich auf jeden Fall nachdenklich zurückgelassen. Weil ich weiß, dass er nicht der Einzige ist, der dieses Schicksal teilt und weil ich weiß, dass einige Menschen immer noch so denken und so mit Homosexualität oder allem, was sie als „abnormal“ bezeichnen, umgehen. -> ganz große #rainbowflag an dieser Stelle!



Du verdienst es, laut geliebt zu werden.

WHEN YOU COME BACK TO ME – EMMA SCOTT



Was ich zusätzlich genossen habe: Auch die Protagonisten aus Band 1 tauchen hier wieder auf. Man blickt nochmal von außen auf sie, was ich sehr interessant fand und man bekommt auch noch einiges mit, was in den Zeitsprüngen aus Band 1 geschieht. Das war eine schöne Ergänzung und hat das Universum der „Lost Boys“-Reihe für mich zu einem Ganzen gemacht. Jetzt bin ich sehr sehr gespannt auf Band 3, denn den Ausblick darauf gab es jetzt schon zweimal und ich kann es kaum erwarten, auch diese Liebesgeschichte zu lesen.

Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die beiden Protagonisten bringen viel Tiefe mit, zeigen, wie unterschiedlich die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität ausfallen kann und welchen Mut und welche Selbstzufriedenheit es braucht, um glücklich und frei zu sein. Der Handlungsverlauf war durchweg spannend und sehr emotional. Das Ende hat mich nochmal überrascht, weil es sich Zeit gelassen hat. Dadurch wirkte alles noch authentischer. Vielleicht hat mir ein ganz klein wenig das gewisse Extra gefehlt, das ich oft bei der Autorin finde. Zudem war es dann doch etwas lang alles für den wenigen Inhalt.

Dennoch 4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 26.04.2023

Rockstar Romance mal anders

Beyond the Stars
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Hallo zusammen:)
ein verletzter Rockstar und eine Frau, die es schafft, ihn zu retten? Klingt für meine Realität zu weit hergeholt, umso lieber lese ich aber solche Geschichten, denn manchmal möchte ich ...

Hallo zusammen:)
ein verletzter Rockstar und eine Frau, die es schafft, ihn zu retten? Klingt für meine Realität zu weit hergeholt, umso lieber lese ich aber solche Geschichten, denn manchmal möchte ich das einfach: Träumen – von der heilen Welt, der alles verändernden Liebe und Rockstars, die auf Frauen wie Natalie warten.

Zur Info: Dies ist der erste Band einer lose zusammenhängenden Reihe. Die Geschichten in sich sind abgeschlossen und machen es so möglich, die Reihenfolge der Bücher auch zu ändern. Der Reihe nach ist es aber meist am Schönsten:)

Klappentext:
Als die Gesangstrainerin Natalie Winter das Angebot bekommt, einem der größten Rockstars der Welt aus einer Stimmkrise zu helfen, ist sie überwältigt von dieser beruflichen Chance. Kurzerhand packt sie ihre Koffer, um die nächsten Wochen bei ihm in Kanada zu verbringen. Doch Pascal Girard, der Leadsänger der Band Renard, verhält sich nicht so kooperativ wie sein Management versprochen hat. Natalie ist dennoch überzeugt, seine Stimme retten zu können – wenn er sie nur lassen würde. Dass Pascal auch noch unverschämt attraktiv ist, bringt Natalies Vorsatz, sich niemals mit einem Klienten einzulassen, gefährlich ins Wanken.

Schreibstil:
Es war das erste Buch der Autorin für mich und ich werde sie auf jeden Fall positiv in Erinnerung behalten, denn Mareen Knoth schreibt sehr schön. Gelassen, poetisch, fein in den Details und zudem ist sie gut darin, Gefühlszustände und Dinge, die man meint, gar nicht beschreiben zu können, den Leser:innen zu übermitteln. Gerade zu einer Rockstar-Romance passte dieser Schreibstil sehr gut, weil Musik nunmal Poetik ist und immer auch Gefühle ausdrückt. Das wurde hier ganz gut deutlich. Zudem haben mir die Songtexte sehr gut gefallen:)

Es kam ihm vor, als hätte eine dunkle Macht von ihm Besitz ergriffen, und obwohl er dagegen ankämpfte, tobte und verzweifelt um Hilfe schrie, schien niemand ihn zu hören.

BEYOND THE STARS VON MAREEN KNOTH
Meine Meinung:
Keine zwei Sätze und ich war mitten in der Geschichte. Natalie war mir gleich sympathisch und schon ging es auch schon an den Kern der Story: Ihren Beruf, der sie zu dem Rockstar Pascal führt. Das, was mir Natalie so sympathisch gemacht hat, war ihre Prinzipientreue. Der Job mag nicht das sein, was sie sich in ihren geheimsten Träumen von ihrem Leben verhofft, dennoch steckt sie all ihre Energie hinein und hat ihre ganz eigene Methode. Dieser bleibt sie der ganzen Geschichte über treu, was ich super fand, weil es die Konstante in ihrer Entwicklung war und zudem immer wieder zu Veränderungen der Storyline geführt hat. Beispielsweise dann, wenn sie mit anderen Meinungen konfrontiert wurde oder durch Pascal.

Über Pascal weiß man zunächst nur, was Natalie über ihn am Telefon erfährt. Eins ist aber sofort klar: Er ist ein Rockstar. Und sofort hatte ich ein Bild im Kopf. Von einem Mann, dessen Liebe die Musik ist, der vielleicht sexuell sehr aufgeschlossen ist, viel Stress hat, viele Termine zu bewältigen hat und unheimlich reich ist. All das trifft auf Pascal zu, gleichzeitig ist er aber auch ganz anders und damit spannender, weil ihm ein wichtiger Punkt am Anfang der Geschichte fehlt: die Musik. Dadurch wird ihm ein wenig das Märchenhafte, Träumerische – er ist eigentlich nur ein normaler Kerl mit viel Geld. Und noch dazu benimmt er sich ziemlich kindisch. Ich war wirklich manchmal etwas fassungslos und musste nochmal überlegen, ob ich es nicht doch mit einem Zwölfjährigen zu tun habe. Hier hätte ein bisschen weniger ganz gut getan. Vor allem, weil wir Leser:innen dann von Anfang an besser verstanden hätte, warum Natalie sich in ihn verliebt. Ich persönlich wäre nämlich bei seinen kindlichen Auftritten schreiend davongerannt.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden würde ich als Slow Burn beschreiben. Tatsächlich wartet man sehr lange darauf, das wirklich etwas zwischen ihnen passiert. Das heißt aber nicht, dass das schlecht ist. Wie bei Slow Burn üblich, genießt man hier als Leser:in die Funken, die sich nur langsam zu einem Feuer entfachen und uns damit auf die Folter spannen. Durch die Therapie, die Natalie mit Pascal macht, kommen sich die beiden täglich sehr nah. Jeden Moment fragt man sich, wann sie die Grenzen übertreten werden und genau das ist der Nervenkitzel, der die Geschichte nur so verfliegen lässt.

„Du bist nicht allein.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Er schluckte hart, als ihre Blicke sich ineinander verschränkten, als wollten sie sich nie mehr lösen.

BEYOND THE STARS VON MAREEN KNOTH
Zudem fand ich die Therapie auch super schön beschrieben. Man konnte sehr gut nachvollziehen, um was es geht, worauf es ankommt und Pascals Problem wurde auch gut fassbar. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es genauso genießen würde, wie jemand wieder zur Musik zurückfindet, wie mitzubekommen, wie jemand sie ausübt. Die Emotionen waren definitiv da und haben mich verzaubert Seite um Seite weiterlesen lassen. Wenn das jetzt auf die Dauer doch etwas langweilig klingt, dann kann ich euch beruhigen. Pascal lebt das Rockstarleben mit allen Facetten, was immer wieder zu Problemen und auch innerlichen Blockaden führt. Mit letzteren hat Pascal bis zuletzt zu kämpfen.

Und jetzt kommen wir zu meinen Kritikpunkten, denn obwohl ich das Buch sehr schnell und sehr happy durchgelesen habe, blieb da am Ende das Gefühl, ich hätte was verpasst. So im Nachhinein lag das vor allem daran, dass das Ende zu kurz war, der Mittelteil dafür wahrscheinlich zu lang. Die Story konzentriert sich sehr auf die Therapie und rückt die Liebesgeschichte immer wieder zurecht, sodass sie nicht in den Fokus gerät. Als es dann (ich hoffe hier spoilere ich jetzt nichts, was ihr nicht eh schon wisst) zum Happy End kam, fehlte mir de Beschreibung einiger Entwicklungen. Beide Figuren sind in ihren Prinzipien die meiste Zeit sehr starr, am Ende gelingt es ihnen, diese abzulegen und zueinander zu finden. Der Weg dorthin ist eher ein Sprung über eine Schlucht: Abrupt, wenig ausformuliert und auch überraschend, wenn man nicht sowieso wüsste, wie es ausgehen würde (weil es eben ein Liebesroman ist). Das fand ich einfach etwas schade, weil mir eigentlich alles an der Story (bis auf Pascals kindliche Ausbrüche) sehr sehr gut gefallen hat. Vielleicht kann man ja einfach noch ein paar Seiten anhängen oder so:)

PS: Ich freue mich schon sehr auf die Story der Nebenprotagonisten Amy & Henry (wenn sie denn überhaupt ein Paar ergeben sollten). Hier wurden auf jeden Fall schon viele süße Teaser gemacht.

Fazit:
Ich bin nur durch die Geschichte geflogen und habe sie sehr sehr gerne gelesen. Es ist eine Slow Burn-Story und die Musik des Rockstars steht hier definitiv im Vordergrund, wenn auch anders, als man es sonst gewöhnt ist. Einzig schade fand ich, dass das Ende etwas kurz war und nicht ganz an vorher beschriebene Entwicklungen anschloss. Das Buch hätte vielleicht einfach ein paar Seiten mehr gebrauchen können.

Vielen Dank an Netgalley.de und den reverie-Verlag für das Rezensionsexemplar!

3 Gründe, wann du dieses Buch lesen solltest:

Du liebst Rockstar-Romance
Du magst Slow-Burn-Geschichten
Du kannst dich für Musik begeistern und möchtest mehr darüber erfahren
Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 14.10.2022

Ein Auftakt, der mich neugierig auf mehr macht

No Longer Yours - Mulberry Mansion
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Zur Info: Dies ist der erste Band einer unabhängig voneinander lesbaren Reihe. Aber natürlich ist es auch hier so, dass die Reihenfolge ganz schön ist, wenn man schonmal ein paar Details über zukünftige ...

Zur Info: Dies ist der erste Band einer unabhängig voneinander lesbaren Reihe. Aber natürlich ist es auch hier so, dass die Reihenfolge ganz schön ist, wenn man schonmal ein paar Details über zukünftige Protagonisten erfahren und in Bezug auf frühere Paare in späteren Büchern nicht gespoilert werden will.

Klappentext:
Avery kann ihr Glück kaum fassen: Sie hat tatsächlich eins der begehrten Zimmer der Mulberry Mansion ergattert! In einem Wohnprojekt der Universität sollen Studierende die alte englische Villa wieder instand setzen. Aber Averys Freude wird jäh gedämpft, als sie feststellen muss, dass einer ihrer Mitbewohner kein anderer ist als ihr Ex-Freund Eden, der ihr vor zwei Jahren beim Abschlussball das Herz brach. Aus dem warmherzigen Jungen von damals ist ein verschlossener junger Mann geworden, der alle auf Abstand hält. Doch während sie gemeinsam die Mulberry Mansion renovieren, kommen plötzlich Gefühle hoch, über die Avery eigentlich längst hinweg war, oder etwa nicht?

Schreibstil:
Die Autorin kannte ich vorher nicht, doch sie wird mir in Erinnerung bleiben. Ich will noch keine Vergleiche ziehen, aber es war doch schon sehr schön geschrieben. Flüssig und locker lesbar und gleichzeitig nachdenklich und gewichtig. Hier werden viele Wörter gezielt eingesetzt, um Emotionen und die Bedeutsamkeit dieser rüberzubringen. Für mich persönlich wird eine Geschichte so immer noch viel tiefgreifender.

Meine Meinung zur Geschichte:
Ich habe letztens erst ein Buch gelesen, in dem das Paar sich ebenfalls schon vor Beginn der Geschichte verliebt hatte. Dort fand ich persönlich es nicht ganz so gut gemacht, weil mir die Emotionen und das Band zwischen den Protagonisten fehlte. Ich hatte es nicht persönlich „miterlebt“ und irgendwie konnte mich die Nacherzählung nicht so erreichen. Hier war ich also skeptisch, was ich von Avery und Eden halten sollte. Es fing aber dann doch alles ganz anders an…

Erst einmal finde ich die Idee von der Mulberry Mension super schön. Ein altes Haus zu renovieren und darin mit so unterschiedlichen, bisher fremden Menschen zu leben, klingt für mich nicht nur spannend, sondern auch magisch und nach unheimlich viel Potential, um zusammenzuschweißen. Und genau das passiert hier auch und deshalb war es der perfekte Ort für die beiden Protagonisten, die für sich allein zunächst einmal recht verloren in der Welt wirkten. Und das meine ich nicht bezogen auf die Geschichte, sondern auf ihre Charaktere, die einfach unheimlich gut ausgearbeitet waren.

Erzählt wird hauptsächlich aus der Perspektive von Avery, die anfangs sehr in sich gekehrt ist. Ihr ist etwas passiert, was weiß man zunächst nicht. Man erkennt aber in den Kleinigkeiten, wie es ihr Leben beeinflusst. Und das allein fand ich schon sehr gut gemacht, denn ich habe Avery kennenlernen können, sie auch sofort gemocht und dennoch war da dieses Unbekannte, das unheimlich schwer auf ihr lastete und die Stimmung um sie herum nicht unbedingt locker flockig gemacht hat. Manchmal reagiert man als Leser dann ja ein wenig genervt, fragt sich, wann sie endlich mal wieder besser drauf ist und was eigentlich ihr Problem ist. Nicht so bei Avery – von Anfang an versteht die Autorin es, uns Avery als eine Person vorzustellen, die man erst einmal so hinnimmt und ganz langsam versucht, herauszufinden, was bei ihr los ist.

Die erste Zeit in der Mulberry Mansion ist dann auch die, in der man hauptsächlich etwas über Avery, ihre Mitbewohner und deren Leben lernt. Was die Liebesgeschichte angeht, so hüllt sich die Geschichte hier noch ein wenig in schweigen. Als Leser tappt man so lange im Dunkeln, aber das hat mich hier nicht wesentlich gestört. Immerhin gab es da Eden, den es einzufangen galt.

Eden ist anfangs ein bloßer Schatten im Haus, genauso wie für den Leser, bleibt er auch den anderen Mitbewohnern ein Rätsel. Er ist schweigsam, zieht sich aus allem raus und scheint unheimlich viel mit sich selbst auszumachen. Avery weiß mehr, aber dann auch wieder nicht, denn Eden hat sich verändert und lebt hier ein anderes Leben. So versucht man zusammen mit ihr an Eden heranzukommen und ihn zu verstehen und kennenzulernen. Und das ist nicht leicht. Der ganze Prozess ist zieht sich über viele Seiten und ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, zwischendurch hätte ich nicht gerne die ein oder andere Seite übersprungen. Gleichzeitig aber wurde man als Leser auch immer wieder mit tollen Momenten gefüttert. Momente, in denen Avery sich öffnet, in denen sie ihre Mitbewohner besser kennenlernt, in denen auch Eden ein klein wenig verständlicher wird und Momente, in denen wir in die Vergangenheit abtauchen. Und diese Tauchgänge sind als Analepsen immer sehr gut eingefügt. Immer, wenn gerade eine Schlüsselszene auftaucht oder wir als Leser den Schubs benötigen, den Avery ja schon weiß, fügt sich eine Analepse ein. Das sind immer nur kurze Kapitel, die immer wahnsinnig gut für das Verständnis der Situation waren und nicht unbedingt chronologisch abgespult wurden. Das Highlight war dann für mich, als Eden gegen Ende des Buches auch aus seiner Perspektive erzählt und somit auch die Rückblicke aus seiner Perspektive weitererzählten, wo Avery es nicht mehr mitbekommen hat. Mega spannend und gut gemacht. Ich war selten so happy, ein „Damals“ zu lesen wie hier. Normalerweise nerven mich solche Rückblicke nämlich oft, weil sie einfach nur die Gegenwart unterbrechen und eigentlich auch gar keinen Einfluss mehr auf die Gegenwart nehmen. Hier aber war das nicht so, denn Avery und Eden haben sich in diesem „Damals“ das letzte Mal gesehen und in dieser Zeit ist unheimlich viel passiert, was sie heute noch prägt und was nicht einfach nur Vergangenheit ist. Man braucht es also sowieso, um die Charaktere zu verstehen. Eine kluge Lösung also, um die Vergangenheit dem Leser mitzuteilen, ohne die Protagonisten seitenlang erzählen zu lassen.

Ganz gleich, wie viel Dunkelheit und Schwere in unseren Leben existierte, völlig egal, wie viel Raum wir dem gaben, indem wir darüber sprachen, es würde nie etwas daran ändern, wie hell und echt und gut der Rest zwischen uns war.

NO LONGER YOURS – MERIT NIEMEITZ
So, jetzt aber zu den Charakteren an sich. Avery mochte ich sehr gerne, weil sie einerseits sehr verschlossen ist, anderseits aber irgendwo auch genau weiß, was sie will und wo sie ihre Grenzen zieht. Sie ist sehr direkt in ihrem Tun und kann sich auch anderen gegenüber mit Worten behaupten, ohne fies zu werden. Das ist für mich immer eine Begabung, die ich bewundere. Das Schwere an ihr beeinflusst sowohl ihre Vorstellung von der Zukunft als auch ihre Gegenwart. Sie hat mit Problemen zu kämpfen, die ihr anfangs nicht alle bewusst sind, die ihr im Laufe der Geschichte jedoch bewusst werden und die sie in ihrem Entwicklungsprozess auch angeht. Das fand ich sehr gut gemacht. Ich konnte alles nachempfinden, habe Avery selbst verstanden und ihre Handlungen passten zu dem, was sie innerlich in sich verankert hatte.
Das Besondere an ihr ist wohl, dass sie seit dem „Damals“ keine großen Fortschritte gemacht hat, weil Eden es war, dem sie viel aufgebürdet hat. Auch das wird problematisiert und von ihr reflektiert und das auf sehr schöne Art und Weise. Man merkt ihr nach und nach an, wie sie ihre Stärke wiederfindet und erkennt, das der Prozess, in dem sie steckt, aus ihr selbst heraus seinen Anfang finden muss und das die Menschen um sie herum nicht unbedingt etwas damit zu tun haben, wie sie damit umgeht.

Wenn ich Menschen erstmals traf, sagte ich meistens entweder gar nichts oder irgendwie das Falsche. Lexi meinte oft, mir würde ein Filter im Kopf fehlen, der dafür sorgte, dass die Ehrlichkeit sich der Höflichkeit unterordnete, wie es sich gehört hätte.

NO LONGER YOURS – MERIT NIEMEITZ
Eden ist verschlossener als Avery. Er trägt so gut wie nichts nach außen, weshalb man auch erst sehr spät offenbart bekommt, was ihn so belastet. Interessant an seiner Figur ist, dass er sich lange Zeit sehr für Avery verbiegt bzw. sich ihren Bedürfnissen anpasst. Erst, als Avery also in ihrem Prozess weiter voranschreitet, erlaubt sie Eden sozusagen aus dem von ihr gemalten Bild von ihm herauszutreten und seine Verletzlichkeit zu zeigen. Ich weiß nicht, ob das so vage für euch deutlich wird, aber ich möchte nicht spoilern und trotzdem meine Bewunderung dafür kundtun, dass diese beiden Figuren hier mit ihren Problemen wunderbar ineinandergreifen. Die Autorin hat es geschafft, dass die beiden einerseits ganz allein für ihr Glück verantwortlich sind und sie andererseits aber als Paar Erwartungen abändern und Formen ablegen müssen.
Deutlich wird diese besondere Synthese der beiden als Paar durch ihr Alles. Für Eden und Avery gibt es immer nur ein Alles. Nichts halbes, nichts Ganzes, die beiden wollen füreinander da sein und das wird bis zum Ende zu einem Motiv, das letztlich wunderschön vollendet wird. Ich war dementsprechend sehr happy mit dem Ende, bei dem nochmal so deutlich wurde, wie tiefgreifend und vielschichtig diese beiden Charaktere gestaltet wurden.

Tja, das war eigentlich schon alles, was ich zu dieser schönen Geschichte zu sagen habe. Vielleicht kann ich noch sagen, dass ich mich als Germanistin und Buchliebhaberin unheimlich an Eden erfreut habe. Es sind immer wieder so schöne Szenen zu ihm und seiner Buchliebe eingeflochten. Zu gerne würde ich zum Beispiel seiner Hörbuchstimme lauschen und das Immernachtstraum besuchen.
Und dann sind da natürlich noch die Bewohner der Mulberry Mansion, die unheimlich liebenswürdig sind. Das Huhn würde ich gerne mal kuscheln, Maxton drücken, mit May Muffins backen, mit Willow tanzen gehen und ach, einfach mal auf einen Kaffee vorbeischauen. Allein das zeigt glaube ich schon, dass alle einen wunderbar fassbaren Charakter bekommen haben und das finde ich immer super schön bei Nebenprotagonisten.

Und weil ich gerade so im Fluss bin, führe ich jetzt einfach mal ein kleines Anhängsel an meine Rezensionen an:

Drei Gründe, warum du dieses Buch lesen solltest:
1. Du möchtest eine Liebesgeschichte lesen, die nicht nur aus Küssen, sondern aus ungesagten Worten, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und den tiefsten Emotionen besteht.
2. Du möchtest in die Mulberry Mansion reisen. Eine alte Villa, ungezähmt und wunderschön, deren Bewohner alle auf ihre Art Einzigartig sind und dich mit ihrer Herzlichkeit willkommen heißen.
3. Du möchtest von echten, authentischen Problemen lesen, die manchmal nicht schön sind und leider auch triggern, die aber bewältigt werden müssen und dich deshalb nicht nur mitfiebern, sondern auch mitleiden lassen.

Fazit:
Eine Geschichte, die langsam Fahrt aufnimmt, dabei aber tiefemotional ist. Die Autorin schreibt wunderschön, weiß, Gewicht in ihre Worte zu legen und hat hier zwei Protagonisten geschaffen, die unheimlich vielschichtig sind. Die Thematik ist nicht leicht, aber sehr gut ausgearbeitet und vor der Kulisse der Mulberry Mansion fühlt man sich als Leser dann doch die meiste Zeit einfach nur wohl.

PS: Ich freue mich unheimlich auf Willow und Maxton!

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 12.06.2022

Solide aber nicht hochkarätig

Swimming in Light
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Zur Info: Dies ist der zweite Band einer lose zusammenhängenden Reihe. Ihr könnt die Bücher also unabhängig voneinander lesen, da die Figuren jedoch wiederkehrend sind, würde ich die richtige Reihenfolge ...

Zur Info: Dies ist der zweite Band einer lose zusammenhängenden Reihe. Ihr könnt die Bücher also unabhängig voneinander lesen, da die Figuren jedoch wiederkehrend sind, würde ich die richtige Reihenfolge empfehlen.

Klappentext:
Ruffian will nur eins: seiner verstorbenen Mutter ein Denkmal setzen, indem er die obdachlosen Menschen, um die sie sich gekümmert hat, aus der bitteren Armut befreit. Dafür ist er sogar bereit, das Gesetz zu brechen und ins Gefängnis zu gehen. Als es ihm gelingt, sich in die Kreise der wohlhabenden Gesellschaft einzuschleichen, trifft er auf ein unerwartetes Hindernis: Teddi Burathon und ihre liebevolle Familie. Ein Kuss ist genug, um zu begreifen, dass Teddi die Eine für Ruffian ist. Aber um seinen Plan durchzuziehen, muss er sie belügen, ganz gleich, wie sehr sein Herz dabei blutet. Doch er hat nicht mit Teddis Entschlossenheit gerechnet, ihn vor sich selbst zu beschützen und für ihre Liebe zu kämpfen …

Schreibstil:
Ich muss sagen, dass ich anfangs doch ein wenig gestockt habe beim Lesen, denn teilweise sind die Sätze etwas komisch getrennt bzw. zusammengefasst. Daran habe ich mich aber recht schnell gewöhnt. Vielleicht ist das auch eher eine Übersetzungsfrage, denn ansonsten war der Schreibstil wieder wunderschön. Debra Anastasia schreibt sehr schön klar, locker und super einfühlsam. Die Emotionen kommen sehr gut rüber und die Figuren verstehen sich auch ohne Worte. Das dringt bis zum Leser durch und ist dadurch sehr beeindruckend.
Zudem hat sie wie Emma Scott die Gabe, die Figuren, egal ob ihre Handlungen schlecht oder gut sind, sehr nahbar darzustellen. So entwickelt man als Leser viel Mitgefühl und versteht die Figuren vor allem. Gerade im Hinblick auf die manchmal schwierige Situation im Handlungsverlauf, fiebert man so immer mit.

Zur Geschichte allgemein:
Der Anfang der Geschichte ist irgendwie interessant, vielleicht auch ein wenig merkwürdig. Ich habe mich total auf die Familie gefreut, wurde dann aber erstmal mit Ruffian konfrontiert, der im Gegensatz zu den Protagonisten in Band eins nicht von Natur aus durch und durch gut ist. Kurzum: er ist ein Problemkind, das in seiner Welt gefangen zu scheint. Zum Glück weiß Emma Scott es aber, uns ihren Hauptprotagonisten trotzdem gut zu verkaufen. Dies tut sie, indem sie ihn in seine verletzlichsten Moment zeigt und uns dadurch von vorneherein seine Beweggründe offenlegt.
So konnte ich natürlich nicht anders, als Ruffian zu mögen. Er ist sehr familienfreundlich, setzt sich für die Leute ein, die er liebt, hat ein gutes Herz und das mit Teddy ist Liebe auf den ersten Blick. Die Geschichte hindurch dominiert seine Eigenschaft, niemanden zu verletzen. Das sorgt für viel Tiefe und natürlich Emotionen. Zudem entschleunigt es den Erzählverlauf und lässt die Figuren sehr viel bewusster handeln und denken.
Was mich an Ruffian etwas gestört hat, war die Grundmotivation, die ihn zu seinen Handlungen treibt: Rache. Ich weiß nicht, wie ihr das empfindet, aber ich mag Rache so gar nicht. Für mich ist es etwas, das von unverarbeitet Hass zeugt und keinen besonderen Sinn für einen selbst ergibt. Man gewinnt durch die Ausübung von Rache nichts, sondern verliert viel mehr.
Bis Ruffian dahingehend zu Verstand kommt, dauert es sehr lange. Man muss es mögen, das bis dahin mit dieser Motivation auszuhalten.

Teddy war für mich dagegen regelrecht übermenschlich. Ich musste mir immer wieder in Erinnerung rufen, wie jung sie eigentlich ist. Sie ist einfach unheimlich taff und wahnsinnig gut organisiert und strukturiert. Es geht ihr darum, anderen zu helfen und dafür gibt sie alles.
Als sie auf Ruffian trifft, gerät ihr strukturiertes Leben durcheinander. Plötzlich ist nicht mehr alles planbar, schon gar nicht ihre Gefühle. Aber auch bei ihr ist ziemlich schnell klar, dass Ruffian für sie etwas Besonderes sein wird. Trotz dessen bleibt sie sich die Geschichte hinüber treu und zieht so ganz langsam und unmerklich Ruffian immer weiter auf die gute Seite. Das fand ich super schön, weil er so immer mehr Gründe und Dinge bekam, für die er noch einstehen konnte.
Was ich letztlich an Teddy vielleicht nicht ganz so cool fand, war, dass sie am Ende völlig teddyuntypisch handelt. Zwar versprüht sie weiterhin ihre gute Art, aber sie lässt sich auch in etwas hineinziehen, was am Anfang für sie niemals denkbar gewesen wäre. Inwieweit das so realistisch ist, kann ich nur vermuten. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass Teddy hier ein wenig auf Ruffians Ebene gehoben werden sollte, was eher gewollt authentisch wirkte. Somit war mir das Ende vielleicht etwas zu happy, denn Teddy schafft es natürlich auf teddytypische Art perfekt.

Den Handlungsverlauf fand ich gut. Die beiden kamen sich nur langsam näher, es kommen immer wieder andere und stärkere Gefühle auf und die anderen Protas bleiben stets gegenwärtig. Das hat mich sehr gefreut, weil die ganze Familie einfach nur toll ist.
Letztlich war dieser Band aber nicht ganz so tragisch. Alles bewegte sich auf einem recht vorhersehbaren Level.

Fazit:
Alles in allem fand ich diesen Band ein klein wenig schlechter als Band 1. Hier war einfach mehr vorhersehbar, was einem ein wenig die Momente nahm, in dem man völlig fertig gemacht wurde. Gefühlstechnisch gibt es hier aber auch wieder viel mitzuerleben und Teddy und Ruffian sind ein super schönes wie tragisches Paar, das ich gerne begleitet habe. Cool fand ich auch, dass der Schreibstil weiterhin stark blieb und die Protas aus dem ersten Band hier wieder erwähnt werden. Ich freue mich jetzt einfach sehr auf Austin:)

4 von 5 Sterne von mir.

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