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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2022

Erschütternder Roman nach einer wahren Begebenheit

Baumschläfer
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Ein Roman nach einer wahren Geschichte: Marius, verletzt und blutüberströmt, will Hilfe holen für seine Mutter, getötet von Marius‘ Vater. Nach dem Krankenhaus wird Marius ins Heim gebracht, wo er sich ...

Ein Roman nach einer wahren Geschichte: Marius, verletzt und blutüberströmt, will Hilfe holen für seine Mutter, getötet von Marius‘ Vater. Nach dem Krankenhaus wird Marius ins Heim gebracht, wo er sich nicht wohl fühlt. Er reißt aus, lebt eine Weile als Obdachloser auf der Straße, bis er in einer kalten Winternacht auf einem Baum schlafend erfriert.

Diese Geschichte nach einer wahren Begebenheit erschüttert, zeigt sie doch, dass unser soziales Netz trotz allem Wohlstand manchmal zu große Maschen hat. Man fühlt mit Marius, erfährt mit ihm sowohl Hilfsbereitschaft wie auch Tritte von Mitmenschen. Trotz allem ist es nicht möglich, diese verletzte Seele eines Jugendlichen zu erreichen, er stirbt eines sehr einsamen Todes. Nicht gefallen hat mir der Schreibstil des Autors, wenn Sätze sich überlagern; dies soll zwar Marius‘ Gedanken widerspiegeln, doch ich finde, dass die Geschichte dadurch eher zerhackt wird. Das ist jedoch Geschmackssache, es wird sicherlich andere Leser geben, denen genau dies zusagt.

Dieses Buch äußert mit der Geschichte jede Menge Sozialkritik. Es liest sich deshalb nicht immer einfach. Dennoch beschäftigt sich das Buch sehr einfühlsam mit Marius‘ Geschichte und seinem unverschuldeten Scheitern im Leben so, dass ich es sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 21.10.2022

Geschichte aus dem Mafia-Milieu

Die Familie
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1928, Brooklyn, New York: Antonia und Sofia werden ins Mafia-Milieu hineingeboren. Sie freunden sich an und erleben zunächst eine wunderschöne Kindheit. Das ändert sich drastisch, als Antonias Vater sich ...

1928, Brooklyn, New York: Antonia und Sofia werden ins Mafia-Milieu hineingeboren. Sie freunden sich an und erleben zunächst eine wunderschöne Kindheit. Das ändert sich drastisch, als Antonias Vater sich außerhalb der „Familie“ orientieren möchte und daraufhin ermordet wird. Die Wege der Freundinnen driften etwas auseinander. Doch es werden auch wieder andere Zeiten kommen, bis hin zu einer weiteren Prüfung ihrer Freundschaft und ihrer Loyalität gegenüber der „Familie“.

Die beiden Freundinnen sind sehr unterschiedlich: Sofia ist eher ungestüm, Antonia die Bedachte, Stille. Die Nähe zwischen den beiden Familien lässt dennoch eine enge Freundschaft entstehen, die ihre erste Bewährung mit dem Tod von Antonias Vater bestehen muss. Die Einbindung der beiden Familien in das Mafia-Milieu wird gut beschrieben, wobei der Fokus auf den Frauen und Kindern liegt. Manches allerdings hätte man hier in meinen Augen etwas gestrafft werden können, hier fehlte mir oft ein bisschen die Spannung in der Erzählung.

Trotz des interessanten Themas konnte das Buch mich nicht ganz überzeugen. Ich vergebe knappe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 20.10.2022

Plötzlich Prinzessin

Tokyo ever after – Prinzessin auf Probe
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Izumi, genannt Izzy ist japanischer Herkunft, auch wenn ihre Mutter ein Geheimnis um den Vater der Jugendlichen gemacht hat. Als Izzy herausfindet, dass ihr Vater der zukünftige Kaiser von Japan ist, heißt ...

Izumi, genannt Izzy ist japanischer Herkunft, auch wenn ihre Mutter ein Geheimnis um den Vater der Jugendlichen gemacht hat. Als Izzy herausfindet, dass ihr Vater der zukünftige Kaiser von Japan ist, heißt das, dass Izzy kaiserliche Kronprinzessin ist. Prompt folgt eine Einladung vom japanischen Kaiserhof. Aber so einfach ist es gar nicht, so plötzlich im Rampenlicht zu stehen…

Izzys leicht chaotisches Leben als amerikanische Jugendliche ändert sich schlagartig, als herauskommt, dass sie nicht nur vom japanischen Kaiserhof abstammt, sondern unversehens sogar zur Kronprinzessin wird. Locker-flockig erzählt, erfährt der Leser, wie es ist, wenn das Leben sich so plötzlich verändert. Das gibt Stoff für viel Situationskomik, so dass man immer wieder mal vor sich hinlächelt beim Lesen. Doch es fehlt auch nicht der nachdenkliche Ton im Hintergrund, wenn Izzy sich plötzlich zwischen den Kulturen wiederfindet. Und eine kleine feine Liebesgeschichte gibt‘s obendrauf.

Das Jugendbuch überrascht mit vielen überraschenden Aspekten der Geschichte. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe überzeugte 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 17.10.2022

Empfehlenswerter Ratgeber

Die Selbstliebe-Illusion
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Jeder Mensch sucht nach dem Glück. Selbstliebe ist ein Ziel, das man mit vielen Methoden zu erreichen versucht. Ruediger Schache zeigt einen Weg, der durch Weglassen bestimmt ist: das Weglassen all der ...

Jeder Mensch sucht nach dem Glück. Selbstliebe ist ein Ziel, das man mit vielen Methoden zu erreichen versucht. Ruediger Schache zeigt einen Weg, der durch Weglassen bestimmt ist: das Weglassen all der Dinge, die uns unter Druck setzen und damit von wahrer Selbstliebe fernhalten. In sieben Schritten zeigt er, wie wir zu wahrer Selbstliebe finden können.

Selbstliebe finden durch Weglassen? Ja, wenn uns etwas hindert, uns selbst zu lieben, dann sollten wir daran arbeiten, das wegzulassen. In einfach verständlichen Schritten mit vielen Anregungen und Gedankenanstößen führt Schache den Leser zur Reflexion über das eigene Verhalten, zu den Hindernissen, die uns von der Selbstliebe abhalten, hin zu einem Verhalten, das Selbstliebe zulässt. Wer sich auf diese Reflexionen einlassen kann, wird sicher vieles aus diesem Buch herausziehen für sich selbst. Die Anleitungen und Gedankenanstöße sind gut verständlich aufgebaut und erklärt. Wer also mit der Arbeitsweise des Autors und Coachs Ruediger Schache klar kommt, wird mit diesem Buch eine gute Hilfe für sich selbst finden.

Diesen Ratgeber empfehle ich sehr gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 15.10.2022

Spannender historischer Roman

Matrix
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Marie ist siebzehn Jahre alt und Waise, als sie von Königin Eleanore von Aquitanien ins Kloster geschickt wird. Sie ist zu groß und ungelenk geraten, und eine Ehe scheint für sie nicht möglich zu sein. ...

Marie ist siebzehn Jahre alt und Waise, als sie von Königin Eleanore von Aquitanien ins Kloster geschickt wird. Sie ist zu groß und ungelenk geraten, und eine Ehe scheint für sie nicht möglich zu sein. Im Kloster soll sie, ehemalige Kriegerin und keineswegs fromm, zur Priorin eines äußerst abgelegenen, armen Klosters werden. Doch Marie findet sich nach und nach in ihre Rolle ein und schafft es, das verarmte Kloster mit seinen wenigen hungernden Nonnen so zu leiten, dass das Kloster zu neuem Leben erwacht.

Die Geschichte beginnt Mitte des 12. Jahrhunderts in England, es gibt viele Frauen und junge Mädchen, die ihr Leben im Kloster verbringen. Dass Marie allerdings dort landet, abgeschottet vom weltlichen Leben und mit wenig Aussichten auf ein erfülltes Leben, hat etwas damit zu tun, dass sie eine Halbschwester der Königin ist, ein Bastard, den die Königin nicht bei sich haben will. Marie schafft es, nach einer kurzen Phase der Rebellion, in ihre neue Rolle hineinzufinden, so sehr, dass sie diese selbst gestaltet, auf ihre ganz eigene Weise. Mit Maries Geschichte entsteht ein Roman über die rein matriarchalisch geprägte Welt des Frauenklosters, mit einer mutigen und klugen Priorin, die ihr Kloster von bitterer Armut zu Wohlstand und weltlichem Einfluss führt. Maries Lebensweg ist gut eingebettet in die geschichtlichen Hintergründe ihrer Zeit, es ist spannend, über das Klosterleben wie auch über Maries Leben zu lesen. Schade, dass die Autorin nichts darüber erzählt, wie sie zu Marie als Hauptfigur ihres Romans gekommen ist und welche historischen Fakten sie zu einer fiktiven Geschichte zusammenwirkt.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter für alle, die an historischen Romanen interessiert sind, und vergebe 4 von 5 Sternen.

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