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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2022

Anders als gedacht – Neuinterpretation eines Klassikers

Wendy & Peter. Verloren im Nimmerwald
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Als Fan der klassischen Peter-Pan-Erzählung musste ich unbedingt zur Neuerscheinung „Wendy & Peter. Verloren im Nimmerwald“ der Autorin Aiden Thomas greifen. Ehrlich gesagt habe ich mir im Voraus das Buch ...

Als Fan der klassischen Peter-Pan-Erzählung musste ich unbedingt zur Neuerscheinung „Wendy & Peter. Verloren im Nimmerwald“ der Autorin Aiden Thomas greifen. Ehrlich gesagt habe ich mir im Voraus das Buch doch anders vorgestellt, wobei das Leseerlebnis im Gesamten wirklich nicht schlecht war. Allerdings habe ich nicht damit gerechnet wie düster und gruselig sich diese Neuinterpretation tatsächlich entwickeln würde. Die mysteriöse Atmosphäre ist der Autorin auf jeden Fall perfekt gelungen. Weniger glücklich war ich dafür mit dem Erzähltempo, da ich hier oft das Gefühlt hatte, die Handlung würde auf der Stelle treten. Gerade zu Beginn braucht die Geschichte schon sehr lange bis endlich etwas passiert. Vielleicht hängt mein Gefühl aber auch mit meiner Erwartungshaltung zusammen, denn durch das Element der verschwundenen Kinder, hatte ich mir mehr Krimiaspekte erhofft. Die Handlung legte aber doch den Fokus eher auf das Fantastische bzw. auf die Dynamik zwischen Peter und Wendy. Gerade hier ist der Autorin wie ich finde eine tolle Adaption von erwachseneren Versionen der beiden beliebten Charaktere gelungen. Facettenreich und dennoch authentisch, wurden Peter Pan, wie auch Wendy Darling so vor meinen Augen lebendig. Die Lektüre war durchgängig unterhaltsam, die Spannung schwankte allerdings. Der Schreibstil gefiel mir aber wirklich gut, da er sich angenehm lesen lies und ich mir alles bildhaft vorstellen konnte. Lediglich für die kurzzeitigen Längen gibt es von mir einen Stern Abzug. Trotzdem kann ich das Buch allen Fantasyfans empfehlen, eine reine Wohlfühlgeschichte, solltet ihr allerdings nicht erwarten.

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Inspirierend und gedankenreich – Für was wir Zeit bisher verwenden und was sich daran ändern sollte

Alle_Zeit
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„AlleZeit“ von Teresa Bücker war für mich eine durchaus erhellende Lektüre, welche mir im Gesamten gut gefiel. Zwar habe ich mich schon öfter mit der Abgrenzung von Erwerbsarbeit und Care Work beschäftigt, ...

„AlleZeit“ von Teresa Bücker war für mich eine durchaus erhellende Lektüre, welche mir im Gesamten gut gefiel. Zwar habe ich mich schon öfter mit der Abgrenzung von Erwerbsarbeit und Care Work beschäftigt, in ihrem Sachbuch geht die Autorin allerdings nochmal deutlich weiter. In sechs Kapiteln beschäftigt sie sich damit wie unsere heutige Zeitkultur aussieht und stellt Thesen auf warum die Zeit scheinbar niemals für alles reicht und was sich ändern müsste. Neben erwarteten Themen wie Arbeitszeit, Fürsorgearbeit und Freizeit, gibt sie auch interessante Einblicke in die Zeit von Kindern und warum Jede:r Zeit für Politik finden sollte. Das gesamte Buch ist wirklich außergewöhnlich gut recherchiert und mit zahllosen Quellen belegt. Auf jeder Seite ist spürbar, was für eine unglaubliche Arbeit in dieses Werk gesteckt wurde. Auch darum verwunderte es mich nicht, das alle Kapitel und Argumentationen gut durchdacht und nachvollziehbar dargestellt wurden. Allerdings muss ich zugeben, dass das Niveau des Buchs durchaus anspruchsvoll ist. Das Lesen erforderte merklich Konzentration und so musste ich das Buch immer wieder beiseite legen um das Gelesene verarbeiten zu können. Der Schreibstil gefiel mir durch seine positive und ansprechende Art eigentlich gut. Trotzdem ist er (auch durch die zitierten Quellen) anspruchsvoll und fremdwortlastig. Dies ist gerade deshalb so schade, da eine der durchgehenden Aussagen des Buches ist, wie wichtig es ist, dass einfach Alle (unabhängig von Alter, Bildungsniveau, Geschlecht, usw.) aktiv an der Gesellschaft und den darin vorkommenden Diskussionen und politischen Prozessen, teilhaben. Genau dazu möchte dieses Buch die Grundlage bereitstellen und anregen über die individuelle Perspektive hinaus zudenken. Ob die Botschaft wirklich alle Menschen erreichen kann, bleibt für mich am Ende aber fraglich. Dennoch möchte ich „AlleZeit“ gerne weiterempfehlen, denn inhaltlich und argumentativ überzeugte die Autorin mich auf ganzer Linie.
Mein Fazit: Inspirierend, anspruchsvoll, aber durchgehend interessant. Eine absolut lohnende Lektüre!

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Veröffentlicht am 19.10.2022

Ansprechendes, modernes Kochbuch, voller veganer Leckereien

Rosa kocht vegan
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„Rosa kocht vegan“ ist ein Kochbuch, welches bereits beim ersten Durchblättern gute Laune versprüht und meiner Küche sicher noch lange erhalten bleiben wird. Denn die Autorin Rosa Roderigo teilt in ihrem ...

„Rosa kocht vegan“ ist ein Kochbuch, welches bereits beim ersten Durchblättern gute Laune versprüht und meiner Küche sicher noch lange erhalten bleiben wird. Denn die Autorin Rosa Roderigo teilt in ihrem Werk nicht nur äußerst leckere Rezepte, sondern darüber hinaus auch noch jede Menge Herzenswärme. In gewohnt hochwertiger Qualität des Gu-Verlags, präsentiert sie ihre Rezepte und sogar etwas Basiswissen rund um die vegane Ernährung. Die Kapiteleinteilung ist soweit klassisch und hilft bei der Suche nach der nächsten Frühstücksidee, einem Snack oder doch dem deftigen Abendessen. Jedes Gericht wird auf einer Doppelseite präsentiert und ergänzt durch ein passendes und ansprechendes Foto. Die Texte der Zubereitungsschritte könnten für meinen Geschmack noch etwas kürzer gehalten sein. Rosa spricht darin ihre Leser:innen zwar direkt an, was für eine angenehme Nähe sorgt, durch Formulierungen wie „Schnapp dir dann…“ „In der Zeit kannst du dein…“, sind die Schritte aber auch nicht so schön übersichtlich wie in anderen Kochbüchern. Die Zutatenliste am Rand gefiel mir aber wieder gut, vor allem da hier auch Portionsangaben und Zubereitungszeiten zu finden sind. Alle von mir bisher nach gekochten Rezepte sind toll gelungen und absolut weiter zu empfehlen. Allerdings fiel auf, das immer wieder auf hochverarbeitete Lebensmittel (wie z.B. aufschlagbare Sojacreme, veganen Käse, usw.) zurückgegriffen wird. Da ich solche Produkte persönlich nicht allzu oft konsumieren möchte, gibt es von mir einen Stern Abzug. Dennoch möchte ich das Buch gerne weiterempfehlen, da es wirklich tolle Inspirationen bereithält und Rosas Lebenseinstellung wunderbar authentisch und leicht rüber kommt.

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Veröffentlicht am 19.10.2022

Packendes Thema, schwankende Spannung

Dark Clouds
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Alle die auf der Suche nach fesslender Lektüre mit Realitätsbezug sind, sollten zu „Dark Clouds“ von Thilo Falk greifen. Zwar hebt sich das Buch durch seine inhaltliche Gewichtung von anderen Klimathrillern ...

Alle die auf der Suche nach fesslender Lektüre mit Realitätsbezug sind, sollten zu „Dark Clouds“ von Thilo Falk greifen. Zwar hebt sich das Buch durch seine inhaltliche Gewichtung von anderen Klimathrillern ab, dennoch fließen jede Menge echter Fakten rund um das Thema Extremwetter ein. Auch was die technischen Hintergründe betrifft ist der Autor sehr detailverliebt und nimmt sich immer wieder Zeit Zusammenhänge zu erklären. Einerseits gefiel mir dieses Vorgehen gut, da man hier Nebenbei etwas lernen kann. Für einen Thriller ergaben sich aber andererseits für meinen Geschmack etwas zu viele Längen. Gerade zu Beginn lässt sich der Spannungsaufbau viel Zeit und auch in der Mitte hätte ich mir eine Verkürzung der Ereignisse gewünscht. Außerdem gibt es relativ viele Perspektiven, welche die Geschichte zusätzlich noch in die Länge ziehen, aber der Handlung auch eine große Bandbreite verleihen. Trotz der Vielzahl an Figuren, fiel es mir allerdings erstaunlich leicht den Überblick zu behalten und diese voneinander zu unterscheiden. Der Schreibstil las sich meist flüssig, nur als es um technische Details und Zahlen ging, bremste das meinen Lesefluss etwas aus. Inhaltlich entwickelte sich die Geschichte ganz anders als ich ursprünglich dachte. Überraschen konnte mich der Autor damit auf jeden Fall, wie realistisch sein Szenario schlussendlich erscheint muss jede:r selbst für sich entscheiden. Im Gesamten empfand ich die Zusammenhänge und die Auflösung aber als schlüssig. Einzig bei manchen persönlichen Handlungen von verschiedenen Protagonist:innen kam bei mir das Gefühl von Unstimmigkeit auf. Gerade die Väter verhalten sich nicht immer logisch und reagierten oft impulsiv und leichtsinnig. Auch die Zusammenführung der einzelnen Erzählstränge, bzw. Charaktere, erschien mir etwas unrealistisch und konstruiert. Aufgrund dessen gibt es von mir auch einen Stern Abzug. Ansonsten gefiel mir die Umsetzung aber richtig gut, so dass ich vier Sterne vergeben kann.

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Veröffentlicht am 15.10.2022

Eindrucksvolles vielschichtiges Werk, aber in meinen Augen kein Kinderbuch

Die Sprache der Freundschaft
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In der sprachlichen Gestaltung des Romans „Die Sprache der Freundschaft“ haben sowohl Autorin Claudia Mills als auch die deutsche Übersetzerin tolle Arbeit geleistet. Denn die Geschichte von Betsy wird ...

In der sprachlichen Gestaltung des Romans „Die Sprache der Freundschaft“ haben sowohl Autorin Claudia Mills als auch die deutsche Übersetzerin tolle Arbeit geleistet. Denn die Geschichte von Betsy wird in Form von Gedichten erzählt. Dieser reimen sich zwar nicht, kommen aber mit einer unglaublichen Sprachgewalt daher. Episodenweise erfahren wir so immer mehr aus dem Leben von Betsy und ihrer Freundin Lizard. Aus vielen Details ergibt sich im Gesamten dann doch ein stimmiges Bild. Obwohl ich mich zunächst an diesen außergewöhnlichen Schreibstil gewöhnen musste, passt er wirklich wunderbar zum Buch und steht fast schon selbst stellvertretend für eine der verlorenen Sprachen, um welche es unter anderem in der Geschichte geht. Die anspruchsvolle sprachliche Gestaltung ist aber nur einer von zwei Punkten, weswegen ich das Buch weniger als für Kinder geeignet halte.

Für wesentlich problematischer halte ich die heftigen vorkommenden Themen, welche im Klappentext überhaupt nicht ersichtlich sind. Um ein locker-leichtes gute Laune Buch handelt es sich nämlich keinesfalls. Achtung wer nicht gespoilert werden möchte, sollte nun nicht weiterlesen. Was meiner Meinung nach dringend nötig wäre, ist eine Triggerwarnung in Bezug auf die Themen Ängste und Depressionen, versuchter Suizid und Suchterkrankungen. Diese kommen nämlich ungeschönt und detailliert in der Handlung vor. Als Erwachsene konnte ich die Geschichte trotz ihrer Tragik voll und ganz wertschätzen und genießen. Ich liebe dieses besondere Buch und wurde von der Geschichte auch unheimlich berührt. Der Text umfasst unglaublich viele Emotionen und arbeitete ein komplexes Thema super auf. Nur passt die Altersempfehlung von 11 Jahren in meinen Augen absolut nicht. Vor allem da die inhaltliche Brisanz am Klappentext nicht zu erkennen ist und Eltern überhaupt nicht einschätzen können, mit welchen Themen ihr Kind in Berührung kommt. Ich bin keinesfalls der Meinung das Kinder sich nicht mit solch schwierigen Themen beschäftigen sollten. Nur kommen diese in Buch einfach sehr geballt und vor allem auch detailliert vor, so dass sich eine gemeinsame Lektüre anbietet. Wäre das Buch als Jugendbuch vermarktet worden, bekäme es von mir 5 Sterne. So muss ich aber leider einen Stern abziehen, wobei ich das Buch trotzdem sehr gerne (für ältere Leser:innen) weiterempfehlen mag.

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