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Veröffentlicht am 02.12.2022

Spannende historische Geschichte

Die Töchter der Ärztin
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Nach dem mich bereits die Reihe um die Ärztin Ricarda Thomasius begeistert hat, war ich nun gespannt auf die Töchter, die beide grundverschieden sind. Henny, die Ältere, baut sich in Berlin eine Praxis ...

Nach dem mich bereits die Reihe um die Ärztin Ricarda Thomasius begeistert hat, war ich nun gespannt auf die Töchter, die beide grundverschieden sind. Henny, die Ältere, baut sich in Berlin eine Praxis für Onkologie auf, während Antonia das Fernweh von ihrem Vater geerbt hat. Sie sollte in der Praxis von Henny mit arbeiten, aber sie hatte andere Pläne. Antonia hatte eine Zusage als Assistenzärztin für das Krankenhaus von Daressalam erhalten. Um sich die teure Überfahrt leisten zu können, nimmt Antonia eine Stelle als Krankenschwester an Bord des Passagierdampfers an. Hier trifft sie auf den geheimnisvollen Ben, in den sie sich verliebt.

Ich war sehr gespannt auf die neue Reihe und wurde nicht enttäuscht. Das Buch umfasst die Zeit von 1927 bis Juli 1929 in der ich die Töchter Henny und Antonia begleite. Die unterschiedlichen Charaktere haben ihre Stärken und Schwächen, so dass sie sehr authentisch wirken. Durch den ständigen Wechsel zwischen den Familienmitgliedern wird immer wieder Spannung aufgebaut, so dass es nie langweilig wird.

Gekonnt vermittelt das Autorenduro die medizinischen sowie gesellschaftlichen Probleme der damaligen Zeit. Sehr bewusst wird auf die Stellung der Frau Anfang des 20. Jahrhunderts hingewiesen. Schnell findet man Zugang zu den Töchtern, da sie beide eine sympathische Ausstrahlung haben. Der Schreibstil ist flüssig. Durch die bildhaften Beschreibungen sah ich nicht nur Berlin und Freystetten vor mir, sondern reiste auch mit nach Ostafrika. Die jeweilige Atmosphäre wurde glänzend vermittelt.

Zur Orientierung gibt es im Buch einen Stadtplan aus dem Jahr 1928 von Berlin, eine Karte von Ostafrika, ein Register mit den wichtigsten Personen und am Ende noch einen Stammbaum der Familien Thomasius und Freystetten. Für mich hat sich das Buch wieder zum Pageturner entwickelt, der mich von Beginn an gefesselt hat. Ich durfte wunderbare Lesestunden mit den Töchtern der Ärztin verbringen und freue mich schon auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 25.11.2022

Ein Roman voller Atmosphäre

Ein Lied für Molly
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Die alleinerziehende Bonnie lebte gemeinsam mit ihrem Sohn Josh in Dublin. Ihr Job in einem Imbiss brachte ihr gerade so viel ein, um über die Runden zu kommen, zu allem Überfluss hatte sie in ihrer Wohnung ...

Die alleinerziehende Bonnie lebte gemeinsam mit ihrem Sohn Josh in Dublin. Ihr Job in einem Imbiss brachte ihr gerade so viel ein, um über die Runden zu kommen, zu allem Überfluss hatte sie in ihrer Wohnung einen Wasserschaden. Für die Reparatur würde ihr gesamtes Erspartes draufgehen und es gab niemand, den sie um Hilfe bitten konnte. In einem vollbesetzten Bus lagen auf einem Sitz Unterlagen. Sie entpuppten sich bei näherer Betrachtung als eine Notenmappe, in der jemand Lieder geschrieben hatte. Bonnie erkannte in den hauchdünnen Seiten instinktiv, dass jemand diese Unterlagen schmerzlich vermissen würde. Sie versprach ihrem Sohn, die Mappe den Besitzer zurückzugeben.

In ihrem Buch entführt uns Claudia Winter nach Irland. Hier lernen wir nicht nur den eigenwilligen Pianisten Robert kennen, sondern auch die sympathische Bonnie. Beide Erzählstränge sind flüssig geschrieben und immer mit der nötigen Spannung, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann. Die Charaktere erleben eine ganz besondere Geschichte, die Claudia Winter geschickt miteinander verwoben hat. Das Geschehen lebt nicht nur von den gezeichneten Figuren, sondern auch durch die Beschreibungen der Schauplätze und der Musik. Ein Roman voller Atmosphäre und zum Wohlfühlen wie eine wärmende Decke.

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Veröffentlicht am 19.11.2022

Reizvoller Krimi

Der Tod macht Urlaub in Schweden
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Der Mordermittler Peter Vinston aus Stockholm ist krankgeschrieben und sollte sich eigentlich im idyllischen Österlen erholen. Die Bevölkerung des Ortes protestierte gegen ein Millionenbauprojekt, welches ...

Der Mordermittler Peter Vinston aus Stockholm ist krankgeschrieben und sollte sich eigentlich im idyllischen Österlen erholen. Die Bevölkerung des Ortes protestierte gegen ein Millionenbauprojekt, welches die Starmaklerin Jessie Anderson am Strand vorbereitete. Jessie hatte ein großes Strandgrundstück gekauft und entgegen allen Erwartungen für ein paar Luxusvillen die Baugenehmigung erhalten. Dann wird Jessie Anderson tot aufgefunden. Die junge Kommissarin Tove Esping macht sich auf den Weg, doch ihr Chef versucht jemand mit mehr Erfahrung hinzuzuziehen. Peter Vinston lässt sich gern auf die Ermittlungen ein, gegen den Willen von Tove.

Mir hat dieser Krimi sehr gefallen, obwohl die Handlung sehr ruhig verläuft, bleibt die Geschichte bis auf die letzten Seiten spannend. Das Zusammenspiel des Ermittlungsteams war wunderbar skizziert. Tove Esping und Peter Vinston sind sehr unterschiedlich, oft konnte ich mir ein Lächeln bei ihren Dialogen nicht verkneifen. Viele Personen hätten als Täter in Frage kommen können, so dass ich bis zum Schluss mit raten konnte und nicht auf die Lösung gekommen bin. Dieses macht für mich einen reizvollen und empfehlenswerten Krimi aus.

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Veröffentlicht am 15.11.2022

Ein besonderer Roadtrip

Weihnachtsfest mit einem Engel
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Maria lebt in dem Seniorenheim Möwenstrand. Sie hofft Weihnachten auf die Familie, aber diese hat andere Pläne. Auf einem Spaziergang am Elbufer stürzt Maria und kommt ins Krankenhaus. Hier trifft sie ...

Maria lebt in dem Seniorenheim Möwenstrand. Sie hofft Weihnachten auf die Familie, aber diese hat andere Pläne. Auf einem Spaziergang am Elbufer stürzt Maria und kommt ins Krankenhaus. Hier trifft sie auf den Engel Georg, der sie holen will. Da Maria nur noch wenig Zeit auf Erden verbleiben wird, möchte sie unbedingt noch ihre Enkelkinder Max und Frieda sehen. Maria überredet den Engel Georg sie nach München zu begleiten. Ein wunderbarer Roadtrip mit kleinen Wundern und Überraschungen beginnt.

Nach Tage voller Weihnachtszauber, konnte mich Anja Marschall auch mit diesem Weihnachtsbuch wieder begeistern. Sofort befand ich mich mittendrin in der unterhaltsamen Geschichte, bei der es keine Sekunde langweilig wurde. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, so dass ich mir die Personen vorstellen konnte. Ich habe mit gefiebert, ob Maria noch ihre Enkelkinder sieht, aber ich war auch gespannt, welche Entscheidung Ben treffen wird.

Obgleich der Ablauf der Handlung teilweise vorhersehbar war, konnte ich mich dem berührenden Roman nicht entziehen. Mit einer Prise Humor, Charme, kleinen Wundern und viel Liebe hat das Buch mich verzaubert. Genau das richtige um mal ein paar Stunden aus der Wirklichkeit abzutauchen und die vorweihnachtliche Zeit zu genießen.

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Veröffentlicht am 09.11.2022

Leben unter Tage

Die Sehnsucht nach Licht
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Luisa führt ehrenamtlich durch das Schaubergwerk in Bad Schlema. Sie war für ihren Vater eingesprungen und dabei geblieben. Unter der Erde begegnet Luisa all den Geschichten ihrer Familie. Ihr Großonkel ...

Luisa führt ehrenamtlich durch das Schaubergwerk in Bad Schlema. Sie war für ihren Vater eingesprungen und dabei geblieben. Unter der Erde begegnet Luisa all den Geschichten ihrer Familie. Ihr Großonkel Rudolf hatte im Schacht 38 gearbeitet, als er plötzlich im Jahr 1951 verschwand. Nie hat man wieder etwas von ihm gehört. Als Luisa Nachforschungen anstellt, kommt vieles ans Licht.

In der Gegenwart erleben wir Luisa bei den Recherchen zu ihrem Onkel Rudolf. Im Vergangenheitsstrang begleiten wir die Familie Steiner beginnend im Jahre 1908 bis heute. Ihr Leben ist geprägt durch den Bergbau im Erzgebirge.

Der Erzählstil von Kati Naumann ist sehr bildhaft. Sie lässt in ihrem Buch die Leser:innen teilhaben an der Geschichte der Familie Steiner, deren Leben durch das Auf und Ab in dem Bergarbeiterort ständigen Wandel unterzogen war. Sehr genau wurden Arbeitsschritte im Bergbau beschrieben, so dass ich mir alles sehr gut ausmalen konnte. Man merkt, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat. Gleichzeitig wurde mir noch mal bewusst gemacht, wie gefährlich die Arbeit unter Tage sein kann und welche Gefahren es über Tage durch absackende Häuser bringt. Bald nach Kriegsende gab es keinen Umweltschutz und keiner scherte sich darum, wenn Kinder im radioaktiven Schlamm spielten. Abgerundet wird die Geschichte noch durch einen Stammbaum der Familie Steiner, einer Zeittafel zum Bergbau im Schlematal und einem Lageplan rund um Bad Schlema.

Mir hat die Familiengeschichte angenehme Lesestunden bereitet.

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