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Veröffentlicht am 16.11.2022

Konnte mich leider nicht überzeugen

Merry Mary Christmas
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Mary Christmas Parker ist mitten in den Planungen für ihre Hochzeit, die kurz vor Weihnachten stattfinden soll, als sie ihren Verlobten mit einer anderen Frau erwischt. Mary beendet die Beziehung sofort, ...


Mary Christmas Parker ist mitten in den Planungen für ihre Hochzeit, die kurz vor Weihnachten stattfinden soll, als sie ihren Verlobten mit einer anderen Frau erwischt. Mary beendet die Beziehung sofort, stellt dann aber fest, dass sie nun ein Problem hat, denn die Hochzeit ist an Marys Erbe gekoppelt und die Familie trifft bald ein, um ihren Verlobten kennenzulernen. Es muss also dringend ein Ersatzmann her! 

Der Einstieg in diesen Roman ist ziemlich turbulent und ereignisreich. Mary liebt das Drama und stolpert in einige kuriose Situation. Für einige unverhoffte Schmunzler ist damit also gesorgt. Dennoch fällt es anfangs nicht ganz leicht, sich auf die Protagonistin einzulassen. Denn sie reagiert oft etwas kopflos und wirkt ziemlich sprunghaft. Außerdem hat man das Gefühl, dass sie die plötzliche Trennung von ihrem Verlobten, also dem Mann, mit dem sie eigentlich ihr restliches Leben verbringen wollte, nicht so hart trifft, da sie schnell andere Möglichkeiten auslotet. 

Außerdem stolpert sie, zugegebenermaßen ohne eigenes Verschulden, in einen Kriminalfall. Diese Wendung wirkt etwas überraschend und wird auch nicht besonders authentisch eingeflochten, denn die Ermittlungen wirken ziemlich unrealistisch. Dennoch kommt dadurch ein wenig unverhoffte Spannung in den weihnachtlichen Liebesroman, den man vom Klappentext her erwartet. In Marys Leben geht es drunter und drüber und deshalb wirkt die Handlung stellenweise sehr überhastet. Zum Ende hin legt sich das allerdings, dann kommt schließlich auch die bis dahin vermisste Weihnachtsstimmung auf und die Liebesgeschichte nimmt endlich Fahrt auf. 

Zu wenig Weihnachtsstimmung und zu viel Drama! 

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Veröffentlicht am 14.08.2022

Konnte mich leider nicht überzeugen

Die Familie
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Antonia und Sofia wachsen beinahe wie Schwestern auf und sind unzertrennlich. Schon in der Schule wird den beiden klar, dass ihr familiärer Hintergrund besonders ist. Denn die anderen Kinder gehen auf ...

Antonia und Sofia wachsen beinahe wie Schwestern auf und sind unzertrennlich. Schon in der Schule wird den beiden klar, dass ihr familiärer Hintergrund besonders ist. Denn die anderen Kinder gehen auf Abstand, weil die Väter der beiden zur "Familie", einer Mafia-Organisation, die aus italienischen Auswanderern besteht, gehören. Für Antonia und Sophia ist der Familienalltag allerdings normal, denn sie kennen es nicht anders. Doch dann versucht Antonias Vater der Organisation den Rücken zu kehren. Er wird ertappt und verschwindet spurlos. Plötzlich ist nichts mehr, wie es vorher war. Doch die beiden Freundinnen müssen sich zusammenraufen, denn die Familie verlässt man nicht...

Die Handlung startet 1928 in Brooklyn. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Antonia und Sofia, die zwar beste Freundinnen sind, doch unterschiedlicher kaum sein könnten. Man erfährt von ihren Träumen, Sehnsüchten, aber auch von ihren Ängsten. Dabei bekommt man einen Einblick in den Alltag der Mafia-Mitglieder, wobei der Fokus auf den beiden Mädchen liegt, die die gefährlichen Geschäfte zunächst nicht richtig einordnen können. 

Die Handlung trägt sich zwischen 1928 und 1948 zu. Man beobachtet also, wie die Mädchen zu Frauen werden, die zwar unterschiedliche Träume haben, aber deren Schicksal durch die Familie untrennbar miteinander verknüpft ist. Die Charaktere werden ausführlich beschrieben, wodurch man sie mühelos vor Augen hat, ihr Heranwachsen erlebt und im Verlauf der Handlung beobachtet, wie sie selbst Familien gründen. Obwohl man sich alles problemlos vorstellen kann, plätschert die Handlung gemächlich vor sich hin, wodurch man gelegentlich in Versuchung gerät, die Zeilen lediglich zu überfliegen. Denn die alltäglichen Probleme stehen im Vordergrund und wirken zuweilen eintönig. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und man gerät doch noch in den Sog der Erzählung. 

Obwohl der Plot durchaus Potential hat, konnte mich die Umsetzung leider über weite Teile nicht fesseln. Der spannende Abschluss, auf den die Ereignisse zusteuern, hat mich dann zwar wieder etwas versöhnt, doch insgesamt gesehen, konnte mich das Buch leider nicht in seinen Bann ziehen. 

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Veröffentlicht am 25.07.2021

Konnte mich leider nicht überzeugen

Raumfahrer
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Jan arbeitet in einem Krankenhaus. Eines Tages wird er von einem Patienten angesprochen. Dieser zeigt ihm ein Foto und lädt Jan zu sich ein. Jan bekommt bei seinem Besuch einen Karton mit Unterlagen. Der ...

Jan arbeitet in einem Krankenhaus. Eines Tages wird er von einem Patienten angesprochen. Dieser zeigt ihm ein Foto und lädt Jan zu sich ein. Jan bekommt bei seinem Besuch einen Karton mit Unterlagen. Der Patient gibt außerdem geheimnisvolle Andeutungen von sich, die darauf schließen lassen, dass Jans Familiengeschichte mir der des Patienten verwoben sein muss. Bei seinen Nachforschungen wird Jan mit Ereignissen aus der DDR-Zeit konfrontiert. 

Beim Einstieg in dieses Buch macht sich sofort eine triste, geradezu hoffnungslose Atmosphäre breit, die gut zum Inhalt passt. Man hat die verlassenen Wohnungen und die leerstehenden Geschäfte vor Augen, zumal das Krankenhaus, in dem Jan beschäftigt ist, demnächst ebenfalls geschlossen wird. Jans Verwunderung, was der Patient von ihm will und warum er ausgerechnet ihm die Unterlagen in die Hand drückt und dabei geheimnisvolle Andeutungen macht, wirkt glaubhaft. 

Die Familiengeschichte der Brüder Kern muss mit der von Jan verwoben sein. Um was genau es dabei geht, enthüllt sich nach und nach in einer Vielzahl von Kapiteln. Dabei sollte man konzentriert lesen, denn die Wechsel der Perspektiven und die Zeit, in der sich die jeweiligen Ereignisse gerade zutragen, sind nicht gekennzeichnet. Man schwebt quasi schwerelos durch Zeit und Raum und braucht einen Moment, um sich zu orientieren. Einen durchgehenden roten Faden sucht man vergeblich, wodurch leider der Lesefluss gehemmt wird. Da die Charaktere außerdem eher blass und austauschbar wirken, fällt es schwer, sich auf die Geschichte einzulassen. Man beobachtet das Ganze eher distanziert, ist aber dennoch zunächst gespannt, wie sich die unterschiedlichen Stränge miteinander verbinden werden. 

Mein Interesse hat allerdings recht bald nachgelassen, da mir die Handlung einfach zu sprunghaft war und mich die Charaktere einfach nicht in ihren Bann ziehen konnten. Ich habe mich regelrecht dazu überwinden müssen, diesen Roman zu beenden. Da man über Geschmack bekanntlich streiten kann und mir wahrscheinlich das nötige Verständnis fehlt, dieses Werk gebührend zu würdigen, kann ich nur empfehlen, selber zum Buch zu greifen und sich eine eigene Meinung zu bilden. 



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Veröffentlicht am 14.07.2021

Konnte mich leider nicht überzeugen

Eine Frau bei 1000°
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Die 80-jährige Herbjörg Maria Björnsson ist aus dem Altersheim getürmt und verbringt die letzten Tage ihres Lebens in einer Garage. Lange wird es wohl nicht mehr dauern, denn Herbjörg ist vom Krebs zerfressen. ...

Die 80-jährige Herbjörg Maria Björnsson ist aus dem Altersheim getürmt und verbringt die letzten Tage ihres Lebens in einer Garage. Lange wird es wohl nicht mehr dauern, denn Herbjörg ist vom Krebs zerfressen. Sie wird vom Pflegedienst betreut und vertreibt sich ihre verbliebene Zeit im Internet. Dabei verdreht sie mit gefakten Profilen Männern den Kopf oder spioniert ihrer Familie hinterher. Außerdem bucht sie schon einmal den Termin für ihre eigene Einäscherung. Dann beginnt sie, in Gesellschaft einer alten Handgranate, ihr Leben Revue passieren zu lassen...

Herbjörg Maria Björnssons Geschichte wird in der Ich-Form erzählt. Dabei stellt man sich allerdings keinen Moment vor, am Bett einer alten, netten Dame zu sitzen und ihren Erinnerungen zu lauschen. Denn Herbjörg stellt von Anfang an klar, dass die keine nette alte Dame ist. Zu erzählen hat sie allerdings viel, denn Herbjörg hat einiges erlebt. Der Zweite Weltkrieg hat ihr Leben entscheidend geprägt. Und so springt sie bei ihrer Erzählung durch Zeiten und Länder. Manchmal kann man ihr nur schwer folgen, denn einen roten Faden, der durch die Handlung führt, sucht man leider vergeblich. Sie spricht, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Dabei hat man manchmal das Gefühl, dass ein Mann diese Geschichte erzählt, denn Herbjörgs Ausdrucksweise ist oft derb und wenig damenhaft. 

Gerade die Aussicht, dass eine grantige alte Frau, die mit einer Handgranate in einer Garage lebt und sogar den Termin ihrer eigenen Einäscherung selbst vereinbart, unverblümt aus dem Nähkästchen des Lebens plaudert und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, hat mich an diesem Buch gereizt. Denn ich habe vor einigen Jahren "Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen" von Hallgrimur Helgason gelesen und war von dem tiefschwarzen Humor, mit dem der Profikiller Toxic durch die Geschichte führt, begeistert. Das, zumindest in ähnlicher Form, hatte ich mir von Herbjörgs Schilderungen auch erhofft.

Meine Erwartungen wurden allerdings nur bedingt erfüllt, denn leider wurde ich mit der Hauptprotagonistin überhaupt nicht warm. Deshalb habe ich ihre Erzählung auch eher distanziert betrachtet. Der Schreibstil konnte mich bei diesem Buch leider auch nicht überzeugen. Die Geschichte wirkte auf mich viel zu sprunghaft und ausschweifend erzählt, um mich fesseln zu können. Obwohl Herbjörg wirklich viel erlebt hat, habe ich schon bald das Interesse verloren. Ich habe zwar bis zum Schluss durchgehalten, da ich immer die Hoffnung hatte, dass mich dieses Buch noch "packt", doch diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt. 

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Veröffentlicht am 16.05.2021

Konnte mich leider nicht überzeugen

Die kleine Apotheke in St. Peter-Ording
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Merle ist seit Jahren glücklich verheiratet. Obwohl sie für ihren Mann den Traum von der eigenen Apotheke aufgegeben hat, um ihn in der Forschung zu unterstützen, hat sie das Gefühl, eine liebevolle Beziehung ...

Merle ist seit Jahren glücklich verheiratet. Obwohl sie für ihren Mann den Traum von der eigenen Apotheke aufgegeben hat, um ihn in der Forschung zu unterstützen, hat sie das Gefühl, eine liebevolle Beziehung zu führen. Das ändert sich allerdings schlagartig, als ihr Mann bei einem Unfall im Labor sein Augenlicht verliert. Er bevormundet Merle und verlangt, dass sie nicht mehr arbeitet und stattdessen immer für ihn da ist. Als er zur Reha fährt, nutzt Merle die Auszeit für sich und besucht ihre Eltern in St. Peter-Ording. Dort trifft sie auch ihren Jugendfreund Mika wieder, der mittlerweile die Apotheke am Ort führt. Als Mikas Angestellte krank wird, springt Merle gerne ein. Dabei kommen sich Mika und Merle näher...

Das Buch lässt sich flüssig lesen und die Ortsbeschreibungen sind wirklich gelungen. Das gilt leider nicht für die Charaktere, denn wirklich sympathisch wirkte auf mich niemand. Der zunächst sehr liebevolle Umgang zwischen Merle und ihrem Mann, wirkt durch die ständige Verwendung von Kosenamen schon sehr überzuckert.

Obwohl alles darauf angelegt ist, Sympathien für Merle zu entwickeln, kann auch die Hauptprotagonistin nicht wirklich überzeugen. Ihre Handlungen sind nicht immer nachzuvollziehen und das Drama, das sich zwischen ihr und ihrem Mann abspielt, lässt sich aus diesem Grund auch nur schwer lesen, ohne dabei ständig mit den Augen zu rollen.

Die Szenen in der Apotheke konnten mich ebenfalls nicht überzeugen. Merles Besserwisserei und ihre Einmischungen wirkten auf mich nicht glaubhaft. Denn so wurde der Jugendfreund für mich in seiner Berufskompetenz herabgewürdigt und für einen selbstständigen Apotheker, der bisher ohne Merle ausgekommen ist, wirkte das auf mich vollkommen unrealistisch. Auch der Lösungsvorschlag, den Merle später ihrem Jugendfreund präsentiert, um ihm aus einer Notlage zu helfen, sorgte bei mir wieder für skeptisch hochgezogene Augenbrauen. Denn darauf wäre er im wirklichen Berufsleben sicher selber gekommen, ohne dass die allwissende Merle als rettender Engel eingreifen müsste.

Die Liebesverwicklungen wirkten auf mich außerdem nicht mitreißend oder nachvollziehbar. Merles Strandspaziergänge waren dagegen sehr realistisch beschrieben und sorgten bei mir kurzzeitig für Lesefreude.

Handlung und Charaktere konnten mich leider gar nicht überzeugen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb leider nur zwei von fünf möglichen Sternchen. Da man über Geschmack bekanntlich streiten kann, ist es empfehlenswert, selber zum Buch zu greifen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

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