Viel Drama, zu wenig Musik
The Moment I Fell For YouWorum geht’s?
Für Dare ist Football das Größte – wären da nicht seine Aggressionsprobleme, die seinen Traum von einer Profikarriere in Gefahr bringen. Als er dann jedoch zufällig hört, wie seine Nachbarin ...
Worum geht’s?
Für Dare ist Football das Größte – wären da nicht seine Aggressionsprobleme, die seinen Traum von einer Profikarriere in Gefahr bringen. Als er dann jedoch zufällig hört, wie seine Nachbarin singt, steht seine Welt plötzlich Kopf. Dare und Bay haben eigentlich nicht besonders viel gemeinsam und kennen sich trotz ihrer Nachbarschaft kaum. Der beliebte Footballspieler und die schüchterne Musikerin – das klingt nicht unbedingt nach einem Erfolgsrezept. Dare bekommt Bay jedoch einfach nicht mehr aus dem Kopf und setzt alles daran, um auch sie davon zu überzeugen, dass die beiden eine Chance verdient haben.
Meine Meinung
Ich liebe Musik, und mindestens genauso sehr liebe ich Geschichten in denen Musik eine große Rolle spielt. Der Klappentext dieses Buches klang da für mich wahnsinnig vielversprechend, nach dem Lesen bin ich aber ganz ehrlich ein kleines bisschen enttäuscht von der Richtung, die die Handlung hier eingeschlagen hat.
Der Schreibstil hat mir zunächst einmal gut gefallen, man kam wirklich flüssig voran und ich hatte grundsätzlich Spaß beim Lesen. Was mir dann aber leider nicht mehr ganz so gut gefallen hat, war der Handlungsbogen und die Entwicklung der Charaktere. Der Zeitsprung in die Vergangenheit kam nicht unbedingt überraschend, ich hatte aber durchaus das Gefühl, recht schnell zwei unterschiedliche Geschichten zu lesen.
Bay habe ich zunächst eigentlich recht sympathisch gefunden, und grundsätzlich hat mir an ihrer Figur auch wirklich gut gefallen, dass sie sich sichtbar weiterentwickelt und nicht bloß auf der Stelle tritt. In Kombination mit Protagonist Dare ist der Effekt für mich aber leider komplett verloren gegangen, denn mit ihm konnte ich einfach nicht besonders viel anfangen.
Was mich besonders an Dare gestört hat, waren seine gewalttätigen Tendenzen, die selbst für sein Alter und vor dem Hintergrund seiner Vergangenheit etwas zu viel für mich waren. Darüber hinaus hat er für meinen Geschmack etwas zu viel Raum in diesem Buch eingenommen, was nicht nur Bay als Figur, sondern auch das Thema Musik zu sehr in den Hintergrund gedrängt hat. Dadurch hatte ich leider beim Lesen immer wieder den Eindruck, dass mir zwar wahnsinnig viel erzählt wurde, ich aber kaum etwas mitfühlen konnte.
Anstrengend fand ich leider auch die Menge an Drama, die hier in die Handlung eingebaut wurde. Sollten alle Bücher dieser Trilogie so aufgebaut sein, werde ich vermutlich nicht bis zum Schluss durchhalten, denn in meinen Augen war hier einfach kein wirkliches Gleichgewicht zwischen niedlichen Szenen und einem absolut überzogenen hin und her gegeben.
Fazit
Grundsätzlich hatte dieses Buch Potenzial, das für meinen Geschmack aber einfach zu wenig ausgeschöpft wurde, um mich zu begeistern. Thematisch und emotional ist für den nächsten Band auf jeden Fall noch eine ganze Menge mehr drin, was die Geschichte für mich dann hoffentlich angenehmer gestalten wird, als das bei der Umsetzung dieses Auftaktbandes der Fall war.
Von mir gibt es dafür knappe drei Bücherstapel.