Wie oft hört man in sich selbst den Satz „Dafür habe ich keine Zeit“, „Hätte ich doch mehr Zeit“, aber wer macht dann wirklich etwas mit diesen Gedanken? Haben wir schon mal eine wissenschaftliche oder ...
Wie oft hört man in sich selbst den Satz „Dafür habe ich keine Zeit“, „Hätte ich doch mehr Zeit“, aber wer macht dann wirklich etwas mit diesen Gedanken? Haben wir schon mal eine wissenschaftliche oder politische Perspektive auf die Zeit eingenommen?
Das dürfte wohl auf die wenigsten von uns zutreffen. Die meisten akzeptieren diese Überlegungen ein Leben lang, ohne den Blick auf die Hintergründe. Wer nicht zu dieser breiten Masse gehören möchte, sollte sich Teresa Bückers Buch „Alle Zeit – eine Frage von Macht und Freiheit“ vornehmen.
Besonders überzeugend ist das Buch dabei mit seinem einfachen, gut verständlichen Sprachstil. Der dennoch Texte mit überzeugenden Fakten, gut recherchierten Quellen und einleuchtenden Argumenten transportiert. Neben der Perspektive der Zeit auf die Arbeit, werden auch Zeiten für Care, Kinder oder auch die freie Zeit thematisiert und von allen Seiten beleuchtet. Ebenso zeigt das Buch auf, wie es anders gehen kann.
Ein sehr lesenswertes Sachbuch mit einem interessanten Thema, was auf jeden Fall den Horizont zum Thema Zeit erweitert.
In dem Roman „Du und ich und tausend Sterne über uns“ von Spiegel Bestseller-Autorin Rowan Coleman geht es um unerschütterliche Liebe, Verlust und Hoffnungsschimmer, die sich nicht immer rational erklären ...
In dem Roman „Du und ich und tausend Sterne über uns“ von Spiegel Bestseller-Autorin Rowan Coleman geht es um unerschütterliche Liebe, Verlust und Hoffnungsschimmer, die sich nicht immer rational erklären lassen. Durch einen Flugzeugabsturz ihres geliebten Mannes Abe müssen sowohl Trudy als auch ihr Sohn Will mit einem Verlust umgehen lernen, der ihnen noch nicht einmal ein Grab zum Abschied und Trauern gibt. Aus dieser schweren Situation heraus, begeben sich Tru und ihr Sohn in die alte Heimat von Tru zurück, in der sie seit ihrem Zerwürfnis mit ihrer Mutter vor vielen Jahren nicht mehr wahr. Doch Trudys Eindruck, das alte Haus aus ihrer Kindheit, könnte ihnen Geborgenheit und Ruhe geben, wird immer wieder durch unerklärliches, übernatürliches auf die Probe gestellt. Diese Geister der Vergangenheit, die Trudy scheinbar etwas sagen wollen, bringen sie wieder näher mit ihrer Mutter zusammen und gemeinsam entschlüsseln sie längst vergessene und sogar noch nie erzählte Geschichten.
Die starke Trudy versucht dabei ihrem kleinen Sohn Will, eine gute Mutter und der Fels in der Brandung zu sein und ist dabei so liebevoll, emotional und empathisch, dass man das Gefühl hat, man würde ihr wirklich in dieser Situation beistehen. Ihr Mut im Angesicht der Geister der Vergangenheit wird belohnt und ist beneidenswert. Auch der kleine Will wirkt so greifbar mit seiner unbändigen Überzeugung, dass sein Vater noch lebt. Die Figuren, die diese Geschichte so lebendig machen, werden so authentisch in ihren Facetten beschrieben, dass man sich bei dem ein oder anderen ertappt, ihn anfangs zu mögen und schlussendlich zu verachten – oder auch andersherum.
Dabei machen die Geister der Vergangenheit die Geschichte gruselig, spannend und irgendwie auch beruhigend, da die Gerechtigkeit wohl doch immer einen Weg findet.
Wer Liebesgeschichten mit melancholischer Stimmung mag und sich auch vor Übernatürlichem nicht verschließt, findet hier eine aufregende Geschichte mit unerwarteten Wendungen und vielen Puzzleteilen, deren Verbindung sich am Ende perfekt zusammenfügt, wie eine Patchwork-Decke.
Marie steckt zu Beginn des Buchs in einer echten Krise. Gerade sie als Paartherapeutin muss sich eingestehen, dass ihre Beziehung zu ihrem Mann Julius am Ende ist, als sie ihn in flagranti mit seiner Assistentin ...
Marie steckt zu Beginn des Buchs in einer echten Krise. Gerade sie als Paartherapeutin muss sich eingestehen, dass ihre Beziehung zu ihrem Mann Julius am Ende ist, als sie ihn in flagranti mit seiner Assistentin erwischt. Und auch ein Jahr nach der Trennung hat sie sich aus dieser Krise noch nicht wieder herausmanövriert. Also verordnet sich die Wahlhamburgerin eine Auszeit über Weihnachten auf Fehmarn in ihrer Heimat, um ihrer Familie mehr unfreiwillig auf dem Alpakahof zu helfen. Doch statt Ruhe findet sie nur Chaos, als zuerst One Night Stand Tom und anschließend auch noch Exmann Julius mitsamt seiner neuen Freundin auf dem elterlichen Hof auftaucht.
Marie ist Mitte vierzig und wirkt zu Beginn ziemlich verzweifelt. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und mochte sie direkt. Sie steckt irgendwie fest in ihrem Leben und das verdeutlicht der Zeitsprung von einem Jahr am Anfang des Buches noch, weil man sieht, dass sie das ganze Jahr an dem Betrug ihres Mannes zu knacken hatte. Trotz dieser Krise gibt es lustige Momente und man kommt gut in die Stimmung des Romans hinein. Ich mochte die Szenen aus der Praxis und auch auf dem Hof. Dennoch gab es eine Stelle, wo ich mich etwas überrumpelt gefühlt habe: Nämlich als One Night Stand Tom, von dem wir vorher noch nie etwas gehört hatten, auf dem Hof auftaucht und es von den Beschreibungen zunächst so wirkt, als wäre es ihr Exmann. Als ich mich dann aber mit dem plötzlichen Auftauchen angefreundet hatte, fand ich die Schilderungen, wie sich Marie vor ihm versteckt, ziemlich witzig. Auch als dann weitere Personen dazu kamen, habe ich mich gut unterhalten gefühlt und mochte die Mischung aus lustig und romantisch. Manchmal waren mir jedoch die Stimmungssprünge etwas zu schnell und Maries Handlungen kamen mir nicht immer ganz logisch vor. Würde eine Frau in diesem Alter wirklich sofort eifersüchtig werden, wenn der neue Mann mit einer anderen Frau tanzt? Ich denke, man wäre erwachsen genug, um es anzusprechen und nicht wegzulaufen.
Dennoch hat mir das Ende wirklich gut gefallen! Das war wirklich ein Highlight muss ich sagen, weil ich mit etwas viel Platterem gerechnet hatte und diese Variante wirklich überraschend gelungen fand. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber dass Marie erst Zeit für sich braucht, um ihr Leben neu zu ordnen, wirkt sehr viel erwachsener als manche Handlung während der Erzählung. Dass dann aber auch die Romantik nicht zu kurz kommt und Weihnachten nochmal aufgegriffen wird, hat mir sehr gefallen.
Alles in allem gebe ich 4 Sterne und wünsche mir beim nächsten Mal etwas fließendere Stimmungswechsel, nachvollziehbarere Reaktionen der Protagonisten und behalte gerne ein so kreatives, süßes Ende.
Manchmal braucht man einfach einen Tapetenwechsel, um wieder klarer zu sehen. So geht es auch Rosie in Anne-Marie Vargas Liebesroman Happy Ending. Sie zieht es nach London, wo sie schnell Anschluss in ...
Manchmal braucht man einfach einen Tapetenwechsel, um wieder klarer zu sehen. So geht es auch Rosie in Anne-Marie Vargas Liebesroman Happy Ending. Sie zieht es nach London, wo sie schnell Anschluss in einem Freundeskreis findet. Und in diesem Freundeskreis hat man sehr schlechte Erfahrungen gemacht mit Dates untereinander. Doch leider findet Rosie Gamble, den Bruder ihrer neuen besten Freundin, mehr als anziehend und kann dem Knistern zwischen ihnen nicht widerstehen.
Der Roman beginnt mit einigen chaotischen Tagen in London: Eine komische WG, kein Erfolg beim Schreiben des Romans, kein Job in Sicht. Rosie lässt sich dennoch nicht unterkriegen. Und so rutscht sie in den Freundeskreis von Tara, Saoirse und Deepti hinein. Anfangs macht sie keine guten Erfahrungen mit Taras Zwillingsbruder Gamble, doch das wandelt sich in ein Katz-und-Maus-Spiel und entwickelt sich zu einer echten Enemies-to-Lovers-Romanze. Die Wortgefechte zwischen den beiden sind sehr unterhaltsam und das Knistern kommt total gut herüber. Allerdings dieses Verbot im Freundeskreis untereinander nicht zu daten, hat sich für mich nicht natürlich angefühlt. Ist es wirklich so, dass man mit Mitte zwanzig noch über solche Regeln nachdenkt? Oder spricht man es nicht viel mehr bei den Menschen, mit denen man gerne Zeit verbringt, an? Das war mir etwas zu überdramatisch als verbotene Liebe inszeniert. Daher konnte ich mich nicht so gut in die Problemsicht von Rosie hineinversetzen.
Den Umgang mit den Depressionen, die Rosie plagen, und die sie in letzter Konsequenz auch zu dem Tapetenwechsel veranlasst haben, fand ich dagegen sehr behutsam thematisiert. Rosie hat sich im Bezug darauf toll entwickelt im Roman. Anfangs kann sie nicht darüber sprechen und steht auch gegenüber ihrer Familie nicht für ihre Bedürfnisse ein, das kann sie im Verlauf ablegen. Auch gegenüber Gamble und ihren neuen Freunden entwickelt sie sich weiter und so wird aus dem Buch nicht nur ein Liebesroman, sondern auch eine tolle Geschichte, über eine Frau, die lernt, wie wichtig es ist, für sich einzustehen. Wichtig wäre in Bezug auf die Depressionen aber vielleicht eine Triggerwarnung am Anfang und eine leichte Anpassung des Klappentextes. Denn ich hatte einen ganz anderen Grund erwartet, der Rosie zum Umzug nach London bewegt hat. Zusätzlich hatte ich durch den Bezug auf Emily Henry im Klappentext ein etwas heitereres Setting erwartet. Hier sollten klarer Worte gefunden werden, was den Leser erwartet, um jedem die teilweise gedrückte Stimmung vorab klar zu machen.
In Summe hat mir die Liebesgeschichte gut gefallen, war für mich aber kein Lese-Highlight. Die Emotionen kamen gut herüber, aber das Problem der verbotenen Liebe hat mich nicht überzeugt.
Alle reden über KI. Die Buzz-Words wie neuronale Netze, large Language Model, maschinelles Lernen und viele mehr hallen nur so durch die Büroräume. Doch noch lange nicht jeder kann von sich behaupten, ...
Alle reden über KI. Die Buzz-Words wie neuronale Netze, large Language Model, maschinelles Lernen und viele mehr hallen nur so durch die Büroräume. Doch noch lange nicht jeder kann von sich behaupten, wirklich zu wissen, was künstliche Intelligenz ist. Einen umfassenden Überblick über die Grundlagen bietet dieses Buch. Es stellt Zusammenhänge her und zeigt auch den Entwicklungsweg der KI auf - sowohl in die Vergangenheit als auch als Ausblick auf das, was noch kommen kann.
Besonders gut hat mir der Aufbau des Buches gefallen. Denn es baut sich nicht nur chronologisch von der frühen KI bis hin zu spezialisierter Zukunfts-KI auf, sondern schafft auch innerhalb der Kapitel einen nachvollziehbaren roten Faden. Das gelingt, indem zu Beginn jedes Kapitels ein Text einleitet und anschließend ein Schaubild die wichtigsten Begriffe des Kapitels erklärt und den Zusammenhang untereinander herstellt. Danach gibt es in kurzen Abschnitten viele detailreiche, aber leicht verständliche Erläuterungen. Eine schöne ergänzende Auflockerung bilden die Schaubilder und Illustrationen, die es zu jedem Text gibt.
Ich war besonders erstaunt, wie weit die ersten Ideen der künstlichen Intelligenz - damals noch unter anderen Namen - zurückreichen und wie es quasi zunächst mit spielenden Computern losging. Mehr erschreckt als begeistert haben mich die Zukunftsvisionen zur schrecklichen KI. Und auch, wenn der Verstand kaum ausreicht, um sich die Ausmaße dieser künstlichen Intelligenz vorzustellen, so kann ich mir zumindest ausmalen, dass es durchaus im Bereich des möglichen liegt. Ich finde, wenn man sich mit KI in der Gegenwart auseinandersetzt, dann darf auch nicht der Ausblick fehlen, wohin das führen kann - im besten aber auch im schlechtesten Fall. Daher hat mir dieser Ausblick als Abschluss des Buches auch sehr gefallen.
Zusätzlich hätte ich mich aber noch über mehr praktische Anwendungsbeispiele von Firmen oder Institutionen gefreut, wodurch man das schon heute realisierbare Potenzial besser greifen kann. Und letztendlich würde das ja auch dazu dienen, dass man Ideen dazu generiert, wie einem KI im eigenen (Arbeits-)alltag einen Mehrwert bringen würde.