Profilbild von Kyra112

Kyra112

Lesejury Star
offline

Kyra112 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kyra112 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2022

Der Umbruch des politischen Systems und seine Folgen

Salz und Schokolade (Die Halloren-Saga 1)
0

Halle in den 50er Jahren - Den Eignern der Mignon-Schokoladenfabrik ist es gelungen, die Fabrik zu halten und vor allem noch im eigenen Besitz zu halten. Weil sie von Kind auf inmitten der Schokolade groß ...

Halle in den 50er Jahren - Den Eignern der Mignon-Schokoladenfabrik ist es gelungen, die Fabrik zu halten und vor allem noch im eigenen Besitz zu halten. Weil sie von Kind auf inmitten der Schokolade groß geworden ist, ist es für Irene, genannt Reni, selbstverständlich ihr berufliches Glück auch im familieneigenen Betrieb zu suchen. Ihr Vater ist dankbar, ist doch die familiäre Entwicklung problematisch. Irenes Bruder befindet sich in Kriegshaft, ihre Mutter zerbricht psychisch an den politischen Entwicklungen und auch die Großmutter ist nur noch ein Schatten ihrer selbst.
An einem Silvesterabend begegnet Reni Paul, einem Halloren, den sie schon aus Kindheitstagen kennt und beide sind einander zugetan.

Ein tolles Buch über zwei prägende Bereiche, die die Stadt Halle ausmachen. Erkennbar ist dies schon am Cover des Buches, auf dem eindeutig die hallesche Marktkirche zu erkennen ist. Daher ist mir dieses Buch sofort ins Auge gefallen und hat mein Interesse geweckt.
Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar und absolut nachvollziehbar.
Halle und die Hallorenfabrik und Halle und die Saline sind zwei Bereiche, die untrennbar mit Halle verbunden sind. Amelia Martin ist es gelungen, diese Bereiche anschaulich darzustellen und ihre historische Bedeutung für die Händelstadt hervorzuheben.
Deutlich erkennbar ist an den Hauptfiguren der gesellschaftliche Umbruch. Zu Beginn des Buches werden noch ganz klar die Standesunterschiede zwischen den beiden Hauptcharakteren Irene und Paul hervorzuheben. Im Laufe des Romans wird jedoch klar, dass sich die Zeiten und vor allem das politische System so geändert hat, dass Tradition und Wertschätzung nicht mehr viel wert ist.
Auch die Entwicklung eben des neuen politischen Systems ist absolut interessant dargestellt und die Schwierigkeiten der damaligen Zeit werden gut hervorgehoben.
Die Entwicklung der Geschichte ist sehr interessant und hat mehrere Höhepunkte, bei denen ich jedes Mal mitfieberte, wie sich alles entwickeln würde.

Mein Fazit: Amelia Martin ist es gelungen, wichtige Kapitel der Stadt Halle (Saale) darzustellen und anschaulich zu vermitteln. Auch wenn die Dinge teilweise sehr fiktiv dargestellt sind, habe ich viel über diese tolle Stadt erfahren und kann vor allem allen, die ebenso aus der Region kommen, dieses Buch nur ans Herz legen. Aber auch für alle, die Halle noch nicht kennen, ist dieses Buch eine absolute Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.11.2022

Rückschläge machen stärker

Das letzte Versprechen
0

„Das letzte Versprechen“ von Hera Lind ist eine zum Teil autobiografische Geschichte der gebürtigen Donauschwäbin Anna Eckardt.
Es erzählt ihre Kindheitserinnerung an ihre Überführung in ein Lager und ...

„Das letzte Versprechen“ von Hera Lind ist eine zum Teil autobiografische Geschichte der gebürtigen Donauschwäbin Anna Eckardt.
Es erzählt ihre Kindheitserinnerung an ihre Überführung in ein Lager und ein Kinderheim, aus dem sie fliehen kann. Immer an ihrer Seite, ihre Großmutter, die ihrer Mutter versprach, immer auf Anni acht zu geben.
Als Anni zu ihrer Mutter zurückkommt, beginnt eine Zeit der Annäherung, die erst viele Jahre später ihren Höhepunkt erreichen soll. Dabei immer an ihrer Seite, ihre Großeltern, die Anni stets versuchen, zu beschützen.

Das Buchcover ist sehr berührend und spricht mich daher besonders an, weil es für mich eine sensible Geschichte mit Tiefgang verspricht.
Dieses Buch ist das erste, das ich von Hera Lind gelesen habe und ich bin begeistert.
Zu Beginn des Buches musste ich es öfter zur Seite legen, weil die Darstellung einfach so grausam und unmenschlich waren, dass ich es erst einmal begreifen musste. Bis zur Hälfte hat mich das Buch daher des Öfteren fassungslos zurückgelassen.
Die Beschreibungen und Erzählungen sind nicht künstlich überspitzt, sondern zeigen, dass dieses Buch auf einer authentischen Basis erzählt wird. Es wird unvorstellbares menschliches Leid erzählt und inmitten dessen, ein kleines Kind, das gar nicht begreifen kann, was vorgeht und dem die Kindheit genommen wird. 
Die Charaktere sind beeindruckend. Ich stellte mir öfter die Frage, wie viel Leid ein Mensch ertragen kann. Allen Charakteren sind schreckliche Dinge widerfahren, die wir uns in der heutigen Zeit nicht annähernd vorstellen können und doch haben sie immer weiter funktioniert. Hera Lind beschreibt das eindrucksvoll und lässt dabei auch Anni sprechen.
Auch der zweite Teil des Buchs, Annis Leben in Bayern ist fließend erzählt. Hier fiel es mir deutlich leichter der Geschichte zu folgen und die Seiten flogen nur so dahin. Aber dennoch stellte Hera Lind auch hier eindeutig wieder raus, wie viel Leid die Familie auch nach ihrer Rückkehr auf Gefangenschaft und Zwangsarbeit erleiden musste und das für manche Statussymbole alles sind.
Die Spannung erreicht in diesem Buch mehrfach Höhepunkte und gerade zum Ende wollte ich doch wissen, wie die Geschichte ausging und konnte damit nicht aufhören zu lesen.
Gab es am Anfang des Buches noch mehrere Perspektivwechsel, bei denen es mir mitunter schwerfiel, zu folgen, gab es diese wiederum ungefähr ab der Hälfte des Buches nicht mehr. Das fand ich wiederum doch schade, weil es die Geschichte etwas auflockerte.

Für mich war es ein Buch, welches fesselnd und faszinierend zugleich geschrieben ist und vielen als Warnung, aber auch als Vorbild dienen kann, nach Rückschlägen immer wieder aufzustehen!
Eine Empfehlung an alle, die weitere Einblicke in die deutsche Geschichte haben wollen und sich auch nicht vor ihren grausigen Details fürchten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2022

Ein kulinarischer Ausflug an den Fürstenhof

Das offizielle Sturm der Liebe-Kochbuch
0

Sturm der Liebe - Das offizielle Kochbuch - Eine kulinarische Zeitreise durch die Erfolgstelenovela ist ein Kochbuch, welches sowohl durch die Geschichte der Serie führt als auch die beliebtesten Rezepte ...

Sturm der Liebe - Das offizielle Kochbuch - Eine kulinarische Zeitreise durch die Erfolgstelenovela ist ein Kochbuch, welches sowohl durch die Geschichte der Serie führt als auch die beliebtesten Rezepte aus ihr enthält. 


Das Buch überzeugt mit einem Cover, gestaltet wie durch Omas Zeiten, verbunden mit einer wunderbar edlen Haptik. Schon auf der ersten Seite wird man in das Leben am Fürstenhof versetzt, begrüßt einen hier ein Aquarell vom beliebten TV-Hotel.
Das Inhaltsverzeichnis stellt die einzelnen Paare der Serie vor, denn jedes bildet ein eigenes Kapitel. 
Die Kapitel enthalten Informationen über die Paare von Beginn bis heute. Der Leser wird also direkt in die Geschichte eingeführt. Gekrönt wird das Ganze mit wunderbaren Rezepten, aus der Küche der Seriendarsteller als auch aus der Sterneküche des TV-Restaurants.
Die Rezepte sind so gestaltet, dass der Leser ihnen die Zutaten entnehmen kann und die Kochanleitungen sind, obwohl es sich bei ihnen oftmals um scheinbar anspruchsvolle Gerichte handelt, leicht und nachvollziehbar nachzukochen.
Das wunderbare an den Rezepten ist, es handelt sich sowohl um nationale als auch um internationale Küche.
Die Fotos der Gerichte sind schmackhaft gestaltet und die Fotos aus der Telenovela wirken fröhlich und bringen damit zusätzlichen Spaß beim Kochen.

Fazit: Ein wunderbares Kochbuch sowohl für alle, die gern kochen, aber vor allem für Fans der Telenovela.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2022

Fragen des Lebens

Winterzauber im kleinen Strandhaus am Meer
0

Winterzauber im kleinen Strandhaus am Meer ist das bereits fünfte Buch von Annette Böhler.
Livia, eine junge Anwältin, flieht nach dem Tod ihres Vaters aus ihrer gewohnten Gegend nach Fehmarn, dem Ort, ...

Winterzauber im kleinen Strandhaus am Meer ist das bereits fünfte Buch von Annette Böhler.
Livia, eine junge Anwältin, flieht nach dem Tod ihres Vaters aus ihrer gewohnten Gegend nach Fehmarn, dem Ort, an dem sie als Kind am glücklichsten war. Nach einer unüberlegten Aktion trifft sie auf den geheimnisvollen Birk und seinen Neufundländer Maple. Birk lädt sie ein, ein paar Tage bei ihm zu bleiben und stellt ihr durchaus die ein oder andere Frage über das Leben, die etwas in Livia bewegen.

Schon allein dieses wundervolle Cover lädt zum Lesen dieses Buchs ein. Die Detailverliebtheit und Farbgebung hat mich überzeugt!
Der Roman ist flüssig geschrieben und man ist schnell im Geschehen drin. Die Kapitel sind übersichtlich geschrieben und aus dem Fokus der beiden Hauptcharaktere, also in der Ich-Form.
Ich habe bisher alle Romane von Annette Böhler gelesen und muss sagen, dies ist mein Favorit. Es ist kein Roman mit Spannung und auch kein Roman, der einfach vor sich her plätschert. Es ist ein eher ernster Roman, der viele wichtige Dinge behandelt, die uns im Leben begegnen, dem „Wohin will ich?“ - „Was will ich?“ und „Wer bin ich eigentlich?“ Dabei geht es nicht in die esoterische Richtung, sondern viel mehr auf einer freundschaftlichen Basis und den Erfahrungen des Lebens.
Beide Charaktere, sowohl Livia und Birk, geben erst nach und nach preis, wer sie eigentlich sind und wie sie zu ihrer jeweiligen Situation, in der sie sich gerade befinden, gekommen sind. Beide geben sich Zeit, setzen einander nicht unter Druck, fragen einander nicht aus, respektieren einander und geben einander Freiraum. 
An Bird finde ich bewundernswert, dass er eins mit der Natur ist. Bei Livia wiederum ist es schön anzusehen, dass sie nicht die starke Anwältin ist, sondern unwahrscheinlich an ihren familiären Wurzeln hängt und eben nicht nach Macht und finanziellem Reichtum strebt. Sie besinnt sich der wichtigen Dinge in ihrem Leben.

Fazit: Ein wunderschönes Buch, das gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit zum Abschalten, aber auch Nachdenken einlädt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2022

Zurück im weihnachtlichen SPO

Wintermeer und Bernsteinherzen
0

Zurück am schönsten Strand der Welt - Auch bei „Wintermeer und Bernsteinherzen“ von Tanja Janz entführt sie ihre Leser wieder in das traumhafte St. Peter-Ording. 
Finjas beruflicher Neustart klappt nicht ...

Zurück am schönsten Strand der Welt - Auch bei „Wintermeer und Bernsteinherzen“ von Tanja Janz entführt sie ihre Leser wieder in das traumhafte St. Peter-Ording. 
Finjas beruflicher Neustart klappt nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat. Um finanziell über die Runden zu kommen, muss sie wieder einen Abstecher in ihren alten Beruf als Immobilienmaklerin machen. Dieser führt sie nach St.Peter-Ording. Hier sucht sie eine Traumimmobilie für einen berühmten Kunden. Zufällig entdeckt sie dabei ein wunderschönes, älteres Reetdachhaus. Doch das Haus hat ein Geheimnis. Finja versucht es zu ergründen. Dabei lernt sie Zahnarzt Jesper kennen und auch er scheint etwas zu verbergen.

Das wunderschöne Cover lädt sofort zum Lesen ein. Passend dazu der bildhafte Schreibstil von Tanja Janz und das Wiedersehen mit bereits bekannten Figuren machen das Leseerlebnis wieder zu einem rundum Wohlfühlmoment.
Einige der Charaktere sind Kennern der St.Peter-Ording-Serie schon wohl vertraut und damit wirkt der Ausflug an die Nordsee wie ein Nachhausekommen. Die neuen Charaktere Finja und Jesper runden die Geschichten um den Ort wieder wunderbar ab. 
Ich muss zugeben, worüber ich lange nachgegrübelt hab und wozu ich auch ewig keinen Zusammenhang fand, war der Prolog. Immer und immer suchte ich Verbindungen oder Figuren, die sich auch in der jetzigen Geschichte wiederfanden.
Finja war mir aufgrund ihrer bodenständigen und doch recht abgeklärten Art sehr sympathisch. Sie verlor sich nicht in Träumereien, sondern war immer auf dem Boden der Tatsachen unterwegs. Jesper dagegen ist ein sehr direkter Typ, was mich dazu bewog, seiner Figur gegenüber etwas skeptischer zu sein. Dennoch ergänzten sich beide optimal und harmonierten echt gut, sodass ich diese Geschichte wieder einmal verschlungen habe.
Was mir besondern gefiel, die Liebesgeschichte war nicht so extrem romantisch und kitschig, sondern so, wie auch Finja wirkt, bodenständig, während Jesper doch etwas euphorischer schient.
Wunderschön fand ich auch den Bezug zum Weihnachtsfest. Ich konnte mir richtig vorstellen, wie der Weihnachtsmarkt auf dem Wilhelmshof abgelaufen ist und wär gern dabei gewesen. 
Was mir etwas negativ aufgefallen ist, ich finde es klasse, immer wieder altbekannte Figuren in den Romanen zu erleben, aber irgendwie waren es in diesem Roman doch ein bisschen zu viele - Manchmal ist weniger mehr.

Alles in allem für mich wieder ein wunderbarer Wohlfühlroman mit Wellnessflair in SPO.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere