Profilbild von honigbuch

honigbuch

Lesejury Star
offline

honigbuch ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit honigbuch über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2022

Nachts in Krakau

EAST. Welt ohne Seele
0

In Krakau, Ende der 1990er Jahre, wird Jan Jordis Kazanski als CIA-Agent eingesetzt um „die Witwe“ zu finden. Sie führt die größte Verbrecherorganisation Krakaus an. Doch er sucht nicht allein nach ihr. ...

In Krakau, Ende der 1990er Jahre, wird Jan Jordis Kazanski als CIA-Agent eingesetzt um „die Witwe“ zu finden. Sie führt die größte Verbrecherorganisation Krakaus an. Doch er sucht nicht allein nach ihr. Die hübsche Dänin Xenia scheint sich auch sehr für „die Witwe“ zu interessieren. Schon bald muss er feststellen, dass seine Anwesenheit in Krakau nicht unentdeckt geblieben ist, denn er entgeht nur knapp einem Mordanschlag. Doch wer will ihn tot sehen? Sind es Agenten der Gegenseite, der Verbrecherring oder gar die eigenen Leute? Immer tiefer wird er in die Machenschaften hineingezogen und verliert sich nicht nur bei hübschen Frauen, sondern auch im Alkohol.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es ist ein klassischer Agententhriller im James Bond-Stil. Es bleibt bis zum Schluss spannend und zwielichtig. Also eigentlich so wie es sein soll. Der Protagonist ist geheimnisvoll und nach einem schweren Schicksalsschlag ziemlich kaputt. Wie in einem Agententhriller zu erwarten, mischen auch die Russen ordentlich mit. Wer auf dieses Genre steht wird hier sicher begeistert sein. Ich habe für mich jedoch festgestellt, dass mich diese Art von Thriller nicht so ganz abholen kann. Hätte ich mir eigentlich denken können. Schließlich schlafe ich bei James Bond auch immer ein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2022

Der vergessene Valentinstag

Up to Date – Drei Dates machen noch keine Liebe – oder doch?
0

Es ist Valentinstag und drei Frauen warten aufgeregt auf ihr Date. Nur leider taucht Joseph Carter nicht auf. Das Frühstück wollte er eigentlich mit der Geschäftsfrau Siobhan genießen. Zum Valentins-Lunch ...

Es ist Valentinstag und drei Frauen warten aufgeregt auf ihr Date. Nur leider taucht Joseph Carter nicht auf. Das Frühstück wollte er eigentlich mit der Geschäftsfrau Siobhan genießen. Zum Valentins-Lunch war er mit der sportlichen Miranda verabredet und den Abend wollte er mit der schüchternen Jane verbringen. Nicht nur die Frauen auch die neugierige Leserin will natürlich dringend wissen, was hier gespielt wird. Doch Joseph ist ein Mann voller Geheimnisse. Und so lässt er uns lange im Dunkeln über sich und sein Liebesleben. Am Ende kam dann die große Überraschung. Und das hat mich dann auch wieder mit dem Buch versöhnt. Zwischendurch hatte es seine Längen und ich musste es auch mal weglegen. In Ruhe hat es mich aber dennoch nicht gelassen und wurde deshalb ja auch immer wieder vorgeholt. Wir erleben die Story im Wechsel aus der Sicht der drei Frauen und erfahren dabei auch so langsam welches Geheimnis die jeweilige umgibt. Denn so ganz einfach sind ihre Lebenswege bisher nicht gewesen. Und jede hat ihren ganz speziellen Charakter. Manchmal war mir dies aber auch zu plakativ, da die Figuren dadurch sehr klischeehaft wirkten. Dennoch für mich, ein Buch für den gemütlichen Couchsonntag bei Schmuddelwetter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.09.2022

Spione in Berlin

Ein Präsident verschwindet
0

Kriminalhauptkommisar Gerber ermittelt im Fall des verschwundenen Verfassungsschutzpräsidenten Otto John. Wir befinden und im Jahr 1954, mitten im geteilten Berlin. Der Machtkampf zwischen dem Ost- und ...

Kriminalhauptkommisar Gerber ermittelt im Fall des verschwundenen Verfassungsschutzpräsidenten Otto John. Wir befinden und im Jahr 1954, mitten im geteilten Berlin. Der Machtkampf zwischen dem Ost- und den West-Sektoren ist in vollem Gange. Die Geliebte von Philipp Gerber, Eva Herden scheint irgendwie in das Rätsel um das Verschwinden Johns involviert zu sein. Denn nach einem Treffen mit ihm, ist auch sie plötzlich verschwunden. Dann wird ein Barbesitzer aus dem Rotlichtmilieu tot aufgefunden, und auch hier führt die Spur zu Eva. Hat sie die Seiten gewechselt? Phillip kann und will es nicht glauben.
Die Zeitreise ins Nachkriegsdeutschland, ganz zu den Anfängen der BRD, fand ich wirklich spannend. Die Spionageaktivitäten zwischen Ost und West haben wirklich potential für gute Stories. Die Stimmung, die hier aufgebaut wird, wirkt authentisch. Man fühlt sich richtig in die 50er Jahre versetzt. Bestimmte Details, wie die Schreibmaschienenüberschriften der Kapitel tragen ebenfalls dazu bei. Für mich war es wirklich mal etwas anderes und ich habe mich in der Zeit sehr wohl gefühlt. Ab und an hätte ich mir aber für einen Thriller doch mehr Spannung und Nervenkitzel gewünscht. Es blieb eher seicht und gediegen. Aber auch das ist ja manchmal ganz schön.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2022

Digital im Kopf

Dieser Beitrag wurde entfernt
0

Hast du dich schon einmal gefragt wer eigentlich die ganzen Beiträge im Internet überprüft und gegebenenfalls löscht? Nein? Ich bisher auch nicht. Man regt sich auf, warum etwas noch so oder so auf Facebook, ...

Hast du dich schon einmal gefragt wer eigentlich die ganzen Beiträge im Internet überprüft und gegebenenfalls löscht? Nein? Ich bisher auch nicht. Man regt sich auf, warum etwas noch so oder so auf Facebook, Instagram und Co stehen darf. Man versteht nicht warum anderes gelöscht wird. Aber wer diese Entscheidung treffen muss, dass bleibt verborgen. Hanna Bervoets bringt genau jene ans Licht. Kayleigh arbeitet für eine Firma, die das Internet nach unangemessenen Posts durchforstet. Täglich muss sie sich hunderte von Beiträgen und Videos ansehen. Darunter stark verstörende Szenen von Tierquälerei, Kindesmisshandlung, Gewalt, Sex und Terror. Nach und nach dringt die digitale Horrorwelt auch in ihr Leben ein und verändert sie.
Der Roman ist mit seinen knapp 100 Seiten wirklich kurzgehalten. Erzählt wird er in Briefform, was stilistisch grandios ist und für die Kürze auch machbar. Ich denke jedoch, dass ein bisschen mehr drum herum dem Roman gutgetan hätte. So blieb für mich doch einiges eher vage. Sehr gut fand ich jedoch das Thema des Romans. Das dort, wie in einem Callcenter, Menschen wie du und ich sitzen, die mit allem Abartigen des Netztes tagein tagaus konfrontiert werden, damit sie am Ende des Monats ihre Miete bezahlen können, darüber hatte ich tatsächlich bisher noch nie nachgedacht. Ich empfinde es im Angesicht der so hoch gelobten Digitalisierung als unwürdig und ungehörig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.09.2022

Schweigsames Dorf

Kalter Grund
0

„Kalter Grund -Pia Korittkis erster Fall“ von Eva Almstädt
Auf einem abgelegenen, holsteinischen Bauernhof werden drei Leichen gefunden, der erwachsene Sohn Malte und seine Eltern. Die neue Kommissarin ...

„Kalter Grund -Pia Korittkis erster Fall“ von Eva Almstädt
Auf einem abgelegenen, holsteinischen Bauernhof werden drei Leichen gefunden, der erwachsene Sohn Malte und seine Eltern. Die neue Kommissarin Pia Korittki soll sich beweisen und bekommt diesen Fall zugeteilt. Vom Team der Lübecker Mordkommission wird sie misstrauisch beäugt. Die männlichen Kollegen machen es ihr nicht leicht. Auch die Ermittlungen in dem kleinen Dorf gestalten sich schwierig. Dunkle Geheimnisse und schreckliche Schicksale werden vor ihr verborgen und die Ermordeten waren nicht gerade beliebt. Doch dann verschwindet ein 16-jähriges Mädchen und die Zeit drängt. Pia gerät mehr und mehr unter Druck.
Ich bin schon länger um diese Reihe herumgeschlichen und haben nun doch endlich, in einer lieben Leserunde, damit begonnen. Sofort begeistert hat mich die Stimmung des Krimis. Erinnert sie doch an skandinavisch, melancholisch, düstere Thriller. Die Kälte, die aus den Seiten des Buches kroch, konnte ich deutlich spüren. Also eindeutig ein Buch für heißen Tee und Kuscheldecke. Überrascht hat mich die Protagonistin Pia. Ihr Charakter ist wirklich speziell. Unvorhersehbar mit Ecken und Kanten und doch nicht zerstört und verzweifelt wie so manch Tatort-Kommissar. Ein Charakter, bei dem man wirklich Lust hat zu schauen, wie er sich entwickelt. Deshalb war dies mit Sicherheit nicht mein letztes Buch dieser Reihe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere