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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.08.2017

Vielleicht nicht der beste Band aus der Reihe, aber immer noch top!

Du sollst nicht leben (Ein Marina-Esposito-Thriller 6)
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Eine Mutter und ihr Baby werden vor den Augen des Vaters mit einer Armbrust erschossen. Darren Richard hatte die Wahl. Entweder er selbst oder seine Freundin und ihr Kind sollten sterben und damit für ...

Eine Mutter und ihr Baby werden vor den Augen des Vaters mit einer Armbrust erschossen. Darren Richard hatte die Wahl. Entweder er selbst oder seine Freundin und ihr Kind sollten sterben und damit für den Unfalltod zweier Menschen büßen. Begangen hat die Tat der „Rechtsprecher“. Er sorgt dort für Gerechtigkeit, wo das Gesetz versagt hat. Und der Fall bleibt ein einzelner, weitere „Rechtsprechungen“ folgen…

Auf die Hilfe seiner Ehefrau, der Profilerin Marina Esposito muss Phil Brennan dieses Mal verzichten, da diese in einer anderen Stadt den Zustand einer Patientin begutachten muss. Dort bekommt es Marina mit einer Frau zu tun, von der sie glaubte ihr nie wieder begegnen zu müssen...

Es ist bereits der sechste Fall für Phil Brennan und Marina Espositio. Und wieder ist ein sehr spannender Thriller dabei herausgekommen. Auch wenn manche Szenen sehr brutal sind. Die Handlung springt ständig zwischen den Strang rund um Phils Fall und dem von Marina hin- und her. Zwischendurch bekommt man auch Einblick in die Seele des Täters, von dem man meiner Meinung nach viel zu früh erfährt, um wen es sich dabei handelt. Super fand ich auch die angenehm kurzen Kapitel. Zusammen mit dem Wechsel wird hier die Spannung abermals gesteigert. Leider muss man auch Abschied nehmen von einer Figur, die man mittlerweile schon liebgewonnen hatte. Aber so ist das halt auch im richtigen Leben.
„Du sollst nicht leben“ ist ein insgesamt eine spannender sechster Teil einer Serie, die ich bestimmt nicht aus den Augen verlieren werde. Vielleicht nicht der Beste der Reihe, aber immer noch fünf Sterne wert.

Veröffentlicht am 11.07.2017

Spannend wie gewohnt

Sieh nichts Böses (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi 8)
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Während einer Polizeihundprüfung finden die Hunde nicht nur die präparierten Teile für die Prüfung, sondern auch die halbverweste Leiche einer jungen Frau. Neben ihr findet sich eine kleine Messingskulptur ...

Während einer Polizeihundprüfung finden die Hunde nicht nur die präparierten Teile für die Prüfung, sondern auch die halbverweste Leiche einer jungen Frau. Neben ihr findet sich eine kleine Messingskulptur in Form eines Affen, der seinen Unterleib bedeckt. Er ist den drei Affen zuzuordnen. Nichts Böses sehen. Nichts Böses hören. Nichts Böses sagen. Die Bedeutung des vierten Affen: Nichts Böses tun.
Doch zunächst gilt es die Identität der Toten zu klären. Dies ist nicht so ganz einfach, doch nachdem die Polizei herausgefunden hat, wer das Opfer ist, kommen die Ermittlungen in Gang und Kommissar Dühnfort stößt auf einen weiteren ungeklärten Fall, bei dem ebenfalls eine junge Frau verschwand.

Es ist bereits der achte Fall mit Tino Dühnfort. Und neben dem eigentlichen Fall ist es auch natürlich genauso spannend zu sehen wie sich die Beziehung zwischen Gina und Tino entwickelt. Kommissar Dühnfort ist gerade von einer Hochzeitsreise mit Gina zurückgekehrt und beide freuen sich auf ihr erstes Kind. Doch nicht alles verläuft so ganz gradlinig und die beiden müssen sich einer schwierigen Entscheidung stellen.
Der eigentliche Fall beginnt mit vielen Handlungssträngen, die sich nach und nach mit einander verbinden. Tino Dühnfort bekommt es bei seinen Ermittlungen mit vielen gestörten Eltern-Kind-Beziehungen zu tun. Dabei spielt auch Gewalt in Familien eine große Rolle. Eine schwierige Situation, zumal er ja bald Vater wird.
Das Buch selbst ist durchgängig spannend geschrieben. Inge Löhnig versteht es ihre Leser an ein Buch zu fesseln. Wieder einmal hat es die Autorin geschafft, die volle Punktzahl abzuräumen. Ich freue mich schon sehr auf Band neun.

Veröffentlicht am 13.06.2017

Vielschichtig und spannend

Wenn das Eis bricht
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Die Leiche einer jungen Frau, die enthauptet wurde wird im Haus des bekannten Geschäftsmanns Jesper Orre gefunden. Von Orre fehlt jede Spur. Da der Fund der Leiche an einen ähnlichen Fall von vor 10 Jahren ...

Die Leiche einer jungen Frau, die enthauptet wurde wird im Haus des bekannten Geschäftsmanns Jesper Orre gefunden. Von Orre fehlt jede Spur. Da der Fund der Leiche an einen ähnlichen Fall von vor 10 Jahren erinnert, wird die Kriminalpsychologin Hanne hinzugezogen, die damals an den Ermittlungen beteiligt war. Diese hat allerding mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen, da bei ihr der Beginn von Alzheimer diagnostiziert wurde.

Das Buch beginnt mit drei verschiedenen Erzählperspektiven, die jeweils aus der Ich-Perspektive erzählen. Da ist zum einen Peter, der Ermittler, Hanne, die Kriminalpsychologin und schließlich Emma, deren Perspektive zwei Monate vor dem Auffinden der Leiche einsetzt.
Anfänglich fand ich die Ausführungen etwas ausschweifend, doch spätestens nachdem sich die erste Erzählperspektive wiederholt, ist man mitten in der Geschichte drin, weil die Autorin eben nicht ausschweifend war, sondern einfach nur ihre Charaktere sehr gut eingeführt hat. Der ständige Wechsel zwischen den Protagonisten treibt den Plot unglaublich schnell voran. Dabei geht es noch nicht mal um die Frage nach dem Täter, sondern eher um das Warum. Man glaubt als Leser die ganze Zeit, mehr zu wissen, bis plötzlich alles ganz anders als erwartet kommt. Ich war total überrascht, dass ich diese Perspektive der Geschichte vollkommen übersehen hatte. Damit konnte die Autorin unglaublich bei mir punkten. Die Charaktere fand ich sehr spannend und gut gezeichnet und trotz der 600 Seiten bin ich nur so durch das Buch geflogen.

Ein super Thriller, der sehr vielschichtig und total spannend ist!

Veröffentlicht am 22.02.2017

Spannender locked-room-mystery

Rain Dogs
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Belfast, 1987. Zeit der Unruhen in Nordirland. Die Journalistin Lily Bigelow wird tot in der Burg von Carrickfergus aufgefunden. Ein Selbstmord? Oder doch ein Mord? Die Burg war über Nacht verschlossen, ...

Belfast, 1987. Zeit der Unruhen in Nordirland. Die Journalistin Lily Bigelow wird tot in der Burg von Carrickfergus aufgefunden. Ein Selbstmord? Oder doch ein Mord? Die Burg war über Nacht verschlossen, kein Weg führt rein oder raus. Sean Duffy, der katholische Bulle inmitten von Protestanten, bekommt es mit einem typischen locked-room-mystery zu tun, bereits dem zweiten in seiner Karriere. Er erkennt einige Ungereimtheiten und glaubt nicht an die Selbstmordtheorie. Liliy Bigelow begleitete eine finnische Delegation, die für neue Arbeitsplätze in Carrickfergus sorgen will. Gleichzeitig war sie an einer heißen Story dran, die Kindesmissbrauch enthüllen sollte und bis in hohe Regierungskreise führt…

Es ist bereits der fünfte Fall für Sean Duffy, dem katholische Bullen, der sich nicht immer seinem Chef beugt, sondern so ermittelt, wie er es für richtig hält. Gerade wurde Duffy von seiner Partnerin verlassen, da lernt er die Journalistin Lily kennen. Doch bereits am nächsten Tag ist sie tot. In Verdacht gerät zunächst der Burgwächter, da er als einziger die Möglichkeit hatte in die Burg hineinzugelangen. Als dann auch noch sein Vorgesetzter durch eine Autobombe stirbt, hat Duffy alle Hände voll zu tun, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Die Dialoge sind bissig und witzig zugleich. Ironie kommt nicht zu kurz. Die Sprache gefällt mir sehr gut, auch wenn man sie nicht gerade als flüssig bezeichnen kann. Kurze prägnante Sätze, die manchmal nur aus einem Wort bestehen. Doch damit ist oft mehr gesagt, als unnötiges blabla.

Sehr spannend erzählt, der Zeitgeist der 80er Jahre ist deutlich zu spüren. Auch wenn es keine einfache Zeit für Nordirland war und ein Blick unters Auto zur Kontrolle, ob sich dort eine Autobombe befindet, nahezu obligatorisch war. Das Ende hat mir super gefallen, in jeder Hinsicht. Daher bin ich schon sehr gespannt, wie es im nächsten Fall weitergeht.

Veröffentlicht am 05.02.2017

Eiskaltes inmitten der Hitze Berlins

Das Hospital
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Unerträgliche Hitze liegt über Berlin, als aus der Spree eine Wasserleiche mit herausgeschnittenen Lippen geborgen wird. Albert, der Freund der investigativen Journalistin Christine Lenève ist entsetzt ...

Unerträgliche Hitze liegt über Berlin, als aus der Spree eine Wasserleiche mit herausgeschnittenen Lippen geborgen wird. Albert, der Freund der investigativen Journalistin Christine Lenève ist entsetzt als er Tage später in einer Zeitung in dem Opfer seine ehemalige Freundin Nana erkennt. Die beiden waren einst Mitglieder einer Hackervereinigung, die im Untergrund tätig war. Schnell stellt sich heraus, dass Nana nicht das erste Opfer war. Ein Killer, genannt der Eismann, mordet sich durch Berlin. Gemeinsam mit Albert beginnt Christine der Spur des Täters zu folgen und diese führt sie in die Gesellschaft der Superreichen.

Mit großer Begeisterung hatte ich „Das Federspiel“, den ersten Band der Christine Lenève-Reihe gelesen und war sehr gespannt auf die Fortsetzung. Und auch dieses Mal wurde ich absolut nicht enttäuscht. Herausgekommen ist ein extrem spannender und packender Thriller. Man muss übrigens „Das Federspiel“ nicht zwangsweise gelesen haben, die Handlung ist in sich geschlossen und auch ohne Vorkenntnisse vom ersten Teil nachvollziehbar.

Verschieden Handlungsstränge tun sich gleich zu Beginn auf. Erzählt wird auf spannende Weise meist aus der Sicht von Albert und Christine. Doch die Perspektive wechselt auch zum Täter und man lernt einen eiskalten Psychopathen kennen, der eine schwierige Kindheit hatte. Gleichzeitig kann der Eismann sich aber auch sehr gut hinter der Maske eines smarten und netten Mannes verbergen.
Die Figur der Christine mag manchem Leser vielleicht als kalt erscheinen. Doch die junge Frau, die noch immer unter dem Tod ihres Vaters leidet, besitzt einen messerscharfen Verstand, der auch hier die Ermittlungen vorantreibt. Die gemeinsame Recherche mit Albert führt Stück für Stück der Lösung näher. Zudem der Autor hat auch genügend falsche Fährten ausgelegt, denen man bereitwillig folgt.
Schließlich kommt es zum großen Showdown im alten Hospital. Und wenn man bislang glaubte, dass das Buch spannend sei, so läuft hier der Autor zur Höchstform auf und toppt in Sachen Spannung alles bislang Gelesene.

Insgesamt ein rasanter, sehr spannender und gleichzeitig unterhaltsamer Thriller, den ich supergerne weiterempfehle. Das Ende schreit übrigens förmlich nach einem dritten, abschließenden Band, dem ich schon jetzt entgegenfiebere.