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Veröffentlicht am 25.11.2022

Wenn die Sinne täuschen

SCHNEE
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Als vier Freunde mitten im Winter von einer Wanderung in eine einsame Gegend nicht zurückkehren, wird eine Rettungsaktion gestartet. Als Johanna und ihr Kollege in einer Schutzhütte Kleidung finden, glauben ...

Als vier Freunde mitten im Winter von einer Wanderung in eine einsame Gegend nicht zurückkehren, wird eine Rettungsaktion gestartet. Als Johanna und ihr Kollege in einer Schutzhütte Kleidung finden, glauben sie auf der richtigen Spur zu sein. Nahe bei der Hütte wird die Leiche einer Frau gefunden. Sie ist nackt. Was hat sie veranlasst den Schutz der Hütte ohne Kleidung zu verlassen?
Die Story wird in drei Handlungssträngen erzählt. Einmal erfahren wir aus Sicht von Johanna die Handlungen des Rettungsteams, zum anderen lesen wir die Gedanken von Dröfn und erfahren was einige Tage zuvor in der Wandergruppe passiert ist. Und dann sind da noch die seltsamen Geschehnisse in einer Radarstation. Hier wurden durch die unterschwellige Bedrohung einige Gänsehaut-Momente erzeugt.
Die Autorin hat mit dem Setting eine eiskalte und düstere Atmosphäre geschaffen, aber andererseits auch eine wunderschöne winterliche Kulisse beschrieben.
Die Spannung wird erhöht durch die Vorspiegelung eventueller Einbildungen. Sind manche Szenen wirklich geschehen oder passierte dies nur in den Köpfen der Protagonisten. Mmh, aber was soll ich sagen, so richtig hat mich das nicht überzeugt, mir war es manchmal zu spooky und dabei zu konstruiert.
Anfangs war überhaupt nicht zu erkennen, wie die verschiedenen Fäden verknüpft werden sollen, aber nach und nach ergibt sich durch überraschende Wendungen ein unerwartetes Ende. Leider hat mir der Schluss nicht gut gefallen, zu schnell und zu abrupt.

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Veröffentlicht am 19.10.2022

Die rote Gefahr

Chicago in Flammen
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Louisa wurde von ihrem tyrannischen Vater in die USA verkauft und lebt mittlerweile als Näherin in Chicago. Ihr Vater ist mittlerweile gestorben und sie holt ihre Mutter und Schwester zu sich. Mit auf ...

Louisa wurde von ihrem tyrannischen Vater in die USA verkauft und lebt mittlerweile als Näherin in Chicago. Ihr Vater ist mittlerweile gestorben und sie holt ihre Mutter und Schwester zu sich. Mit auf dem Schiff war der junge Wilhelm, der sich allerdings als Dieb und Betrüger entpuppt und dadurch Louisa in einige brenzliche Situation mit hineinzieht.
Vor dem Hintergrund des Chicagoer Großfeuers im Oktober 1871 hat die Autorin mit einem bildlichem Schreibstil eine mutige Protagonistin zum Leben erweckt, die in dramatischen Situationen immer einen kühlen Kopf bewahrt.
Die Feuersbrunst wurde authentisch und mitreißend in Szene gesetzt und man fieberte bei aufwühlenden Handlungen mit den jeweiligen Schicksalen geradezu mit. Allerdings war mit dann irgendwann zu viel Feuer in der Geschichte. Ich hätte mir mehr und tiefgreifende Hintergründe zu den Protagonisten gewünscht, so blieben mir die Charaktere etwas blass.
Zum Ende hin empfand ich die Handlungen etwas zu abgehackt und ein paar Erzählstränge liefen ins Leere. Hervorzuheben ist die gute Recherchearbeit von Jana Beck, die die Informationen informativ und doch fesselnd in die Story eingewebt hat.
Ich habe das Buch gern gelesen und vergebe hierfür 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.07.2022

Krimi mit karibischen Flair

Die Knochenleser
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Als auf der Karibikinsel Camaho am helllichten Tag auf der Straße ein Junge ermordet wird, gerät der junge Michael "Digger" Digson in den Focus der Polizei, allerdings eher um ihn für eine neue Polizeitruppe ...

Als auf der Karibikinsel Camaho am helllichten Tag auf der Straße ein Junge ermordet wird, gerät der junge Michael "Digger" Digson in den Focus der Polizei, allerdings eher um ihn für eine neue Polizeitruppe zu verpflichten. Er wird zum Forensiker ausgebildet. Mit Miss Stanislaus, der Tochter des Superintendent Chilman bekommt er eine eigenwillige Partnerin zur Seite gestellt. Beide machen sich an die Aufgabe, spurlos verschwundene Personen aufzuspüren und stoßen recht oft auf Ablehnung und Aggressivität.
Der Autor hat in seinem Krimi eine düstere Atmosphäre geschaffen, die man auf einer schönen sonnigen Karibikinsel nicht erwartet. Die Stimmung ist geprägt von Brutalität, Unterdrückung und Missbrauch. Ständig verschwinden Personen und die Handlungsweise der Polizei wird oft gesetzeskonform hingebogen.
Die Dialoge empfand ich als sehr gewöhnungsbedürftig, der verwendete Slang brachte mich regelmäßig aus dem Lesefluss. Die Charaktere waren für mich nicht wirklich greifbar. Da ist zum einen "Digger" der Frauenschwarm, der ein Virtuose des Knochenlesens sein soll, aber dazu hätte ich mir mehr Details gewünscht. Und zum anderen die Tochter des kauzigen Superintendent Chilman, Miss Stanislaus. Von ihr wollte sich bei mir nicht wirklich ein Bild vor Augen bilden und ihre Darstellung empfand ich als etwas übertrieben. Dies sind allerdings alles nur Kleinigkeiten die mich gestört haben, denn dies ist durchaus ein interessanter Krimi.
Von mir 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.06.2022

Spannende Story

Wunderland
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Die Story beginnt mit dem sechsjährigen Michel der mit seiner Schwester ins Heim muss, nachdem seine Eltern bei einem Autounfall um Leben gekommen sind. Weiter geht es mit Kommissar Kalkbrenner der zu ...

Die Story beginnt mit dem sechsjährigen Michel der mit seiner Schwester ins Heim muss, nachdem seine Eltern bei einem Autounfall um Leben gekommen sind. Weiter geht es mit Kommissar Kalkbrenner der zu einem Leichenfund auf eine Mülldeponie gerufen wird. Und dann ist noch Jamina. Ihr drogenabhängiger Bruder wir tot aufgefunden, doch sie glaubt nicht an eine Überdosis, denn er ist seit Monaten clean.

Alle drei Handlungsstränge wurden schlüssig aufgebaut und verknüpfen sich im Laufe der Geschichte zu einem emotional heftigen Ganzen.

Obwohl „Wunderland“ mein erstes Buch aus der Kalkbrenner-Serie ist, hatte ich bereits von Anfang an die Charaktere gut vor Augen. Der Thriller kann auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, Rückblenden in die Vorgängerbände wurden hier gut in die Handlung integriert.

Leider hat mir der Schreibstil nicht besonders gefallen, ich denke es lag an den Dialogen, die mir teilweise ein bisschen zu nervig waren. Das gewählte Thema ist sehr ergreifend und daher keine leichte Kost.

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Veröffentlicht am 08.05.2022

Ein Team ist ein Team

Einsame Entscheidung
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Der deutsche Kommissar Leander Lost ermittelt bei der portugiesischen Polizei. Durch sein Asperger-Syndrom hat er es nicht leicht, doch sein Team akzeptiert und schätzt ihn so wie er ist. In diesem 5. ...

Der deutsche Kommissar Leander Lost ermittelt bei der portugiesischen Polizei. Durch sein Asperger-Syndrom hat er es nicht leicht, doch sein Team akzeptiert und schätzt ihn so wie er ist. In diesem 5. Fall bekommen sie es mit einem Chemiekonzern zu tun, der für die Zulassung eines Kunstdüngers in der EU über Leichen geht.
Für mich als Neuling in der Lost-Reihe von Gil Ribeiro war es nicht ganz einfach in die Story einzusteigen. Viele Personen gleich zu Anfang verwirrten mich, hier wäre ein Personenregister vielleicht hilfreich gewesen. Auch konnte mich der Kriminalfall nicht überzeugen, das Ganze war mir ein bisschen zu konstruiert. Die Spannung dümpelte anfangs auch ein bisschen vor sich hin, nahm aber zum Ende hin immer mehr Fahrt auf.
Am besten haben mir die unterschiedlichen Charaktere und ihre teilweise schrulligen Eigenheiten gefallen. Ich werde der Serie aber nochmal eine Chance geben und mit dem ersten Teil beginnen um die Protagonisten besser kennenzulernen. Für diesen Krimi gebe ich 3,5 Sterne.

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