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Veröffentlicht am 24.12.2023

Rache ist süss – Auftakt in die Reihe rund um Valérie und ihr Team

Herrengasse
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Ein grausamer Mord erschüttert Schwyz und Valérie Lehmann bekommt es in ihrem ersten Fall in Schwyz mit herausfordernden Ermittlungen zu tun. Als Leiterin der Ermittlungen hat sie einige Hürden zu meistern, ...

Ein grausamer Mord erschüttert Schwyz und Valérie Lehmann bekommt es in ihrem ersten Fall in Schwyz mit herausfordernden Ermittlungen zu tun. Als Leiterin der Ermittlungen hat sie einige Hürden zu meistern, zumal ihr nicht alle Kollegen vertrauen. Und als wäre dies nicht schon Herausforderung genug, wird Valérie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Am Tatort wird eine CD mit Musik von Tannhäuser gefunden, etwas dass sie in der Vergangenheit oft begleitet hat und ein dunkles Auto verfolgt sie überall hin. Versucht der Täter ihr eine Falle zu stellen und sie zum Wahnsinn zu bringen? Als während der Ermittlungen klar wird, dass ein vermeintlich natürlicher Tod eines weiteren Mannes, ebenfalls Mord war, muss von einem Serienmörder ausgegangen werden. An beiden Orten sind nahezu keine Spuren zu finden und die CD mit Tannhäuser scheint der rote Faden zu sein. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt, den weitere Opfer sind nicht auszuschliessen. Eine kuriose Rolle in den Ermittlungen scheint auch die Staatsanwältin Jole von Reding zu spielen. Sie versucht Valérie um ihren Finger zu wickeln und rückt ihre Informationen nur spärlich raus. Der erste Fall für Valérie ist herausfordernder als gedacht und bringt sie an ihre Grenzen.

‘Herrengasse’ bildet der Auftakt der Reihe rund um die Polizistin Valérie Lehmann und spielt im Raum Innerschweiz. Der Einstieg in die Reihe könnte spannender sein, einige Szenen ziehen sich in die Länge und nehmen teilweise die Spannung. Ich werde die Reihe jedoch gerne weiterverfolgen, denn die Schauplätze, welche mir vielfach bekannt sind, geben der Geschichte ein aussergewöhnliches Flair. Die Orte werden ganz anders wahrgenommen und man erfährt immer noch einiges. Ein Reihenauftakt der einiges verspricht und hoffentlich mit mehr Spannung überzeugen kann.

Valérie ist eine sehr starke Persönlichkeit und hat in ihrer Vergangenheit einiges durchmachen müssen. Dadurch ist sie abgehärtet und begeht vielfach Alleingänge während den Ermittlungen. Sie kommt mir sehr risikobereit rüber. Die Teamarbeit sagt ihr noch nicht so viel, vermutlich auch dadurch dass sie das Team noch nicht gut kennt und nicht weiss auf wen wirklich Verlass ist. Die beiden Ermittler Fabia und Louis versuchen auch vielfach ihr Ding durchzuziehen, was manchmal ein sehr risikoreiches Unterfangen ist. Ich bin gespannt wie sich diese drei Personen zu einem Team zusammenfinden und weitere Fällen lösen.

Ein Reihenauftakt der spannender sein dürfte, die Lust nach weiteren Ermittlungen jedoch geweckt hat.

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Veröffentlicht am 11.07.2023

Katz und Maus-Spiel mit zu früher Auflösung

Zwei Fremde
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Während eines Schneesturms, ausserhalb der Zivilisation alleine mit zwei weiteren Gästen im Hotel? Das klingt nach viel Nervenkitzel und wäre das nicht schon genug, gelangen kurz nacheinander zwei Fremde ...

Während eines Schneesturms, ausserhalb der Zivilisation alleine mit zwei weiteren Gästen im Hotel? Das klingt nach viel Nervenkitzel und wäre das nicht schon genug, gelangen kurz nacheinander zwei Fremde zum Hotel, welche beide angeben Polizeioffizier Gaines zu sein. Remie hat sich so auf ihren letzten Abend als Hotelnachtmanagerin gefreut. Morgen wird sie endlich ihren Traum erfüllen und sich auf den Weg nach Chile machen. Noch schnell die letzten beiden Gäste bewirten, das Hotel abschliessen für die Zwischensaison, so der Plan. Doch im nahe gelegenen Gefängnis kommt es zu Tumulten und einem Ausbruch. Kurz darauf taucht eine fremde Person beim Hotel auf, die sich als Polizist Gaines ausgibt. Der verletzte Polizist wird von Remie versorgt und ins Hotelgelände eingeführt. Kurze Zeit später taucht eine weitere fremde Person auf und gibt sich ebenfalls als Polizist Gaines aus. Irgendeiner der beiden ist vermutlich der geflüchtete Häftling, nur wer? Hilfe von aussen kann keine angefordert werden, den sämtliche Telefonleitungen sind tot.

‘Zwei Fremde’ begeistert den Leser mit seiner düsteren Stimmung, wozu das eher düster gehaltene Cover sehr gut passt. Als Leser fiebert man mit rauszufinden, wer tatsächlich Gaines ist und wer der geflohene Häftling. Dabei gelingt es nicht, sich auf eine Person festzulegen, es wechselt immer zwischen diesen beiden ab und man tappt im Dunkeln. Schade fand ich, dass die Auflösung zu diesem Rätsel bereits einige Kapitel vor Buchende kommt. Dies lässt die Spannung rapide sinken und die letzten Kapitel werden eher zu einem Müssen.

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Remie und um ihren verstorbenen Bruder. Mit ihm verbindet sie sehr viel und ihr junges Leben hat sich oft nach ihm gerichtet. In einigen Situationen war für mich nicht klar, ob sie wirklich vertrauenswürdig ist, oder ob sie irgendetwas verbirgt und auch etwas mit der ganzen Situation zu tun hat. Der Hotelgast Jai fand ich von Anfang an eher speziell und schwierig einzuschätzen, am Schluss kann man dann aber seine Vorgehensweise gut nachvollziehen.

Am Anfang ein packender Krimi, leider kam die Auflösung ein paar Kapitel zu früh, was der Spannung geschadet hat. Das Buch ist all jenen zu empfehlen, welche Nervenkitzel lieben, dieser jedoch nicht bis zum Schluss aufrecht erhalten sein muss.

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Veröffentlicht am 27.11.2022

Langatmige erste Hälfte – Spannung pur erst gegen Ende

Der Gastgeber. Fühl dich wie zu Hause
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Nika lebt immer unter einem anderen Namen in AirBnB-Wohnungen und versucht möglichst keine Spuren zu hinterlassen. Doch diese Wohnung ist anders als die anderen. Sie entdeckt plötzlich einen geheimen Raum, ...

Nika lebt immer unter einem anderen Namen in AirBnB-Wohnungen und versucht möglichst keine Spuren zu hinterlassen. Doch diese Wohnung ist anders als die anderen. Sie entdeckt plötzlich einen geheimen Raum, in den man durch eine versteckte Tür im Schlafzimmer gelangt. Als wäre diese Entdeckung nicht schon gruselig genug, findet sie im geheimen Raum Fotos von jungen Frauen, die ihr zum Verwechseln ähnlich aussehen. Auf dem letzten Foto glaubt sie sich selbst zu erkennen. Dies jagt ihr einen grossen Schrecken ein, den irgendwas scheint mit ihr zu geschehen. Sind es ihre Chefs die sich rächen möchten? Den sie hat bevor sie da ausgestiegen ist, sämtliche Code-Fragmente gelöscht und dadurch ist dem Unternehmen ein grosser Schaden entstanden. Entsprechend sind die Inhaber nicht wirklich gut auf sie zu sprechen und suchen sie auch.

In einem anderen Handlungsstrang geht es um die Polizistin Rita Benesch. Gerade hat sie ihren Vater verloren und versucht ein Leben ohne die ständige Aufsicht ihres Vaters zu bewältigen. Ein gefundenes Fahrrad, welches bei einer Auktion von Nika unter falschem Namen ersteigert wurde, führt sie auf die Spur der jungen AirBnB-Nomadin. Ihr Instinkt sagt ihr, dass Nika in grosser Gefahr ist. Dass sie sich jedoch selbst in grosse Gefahr begibt, ist ihr nicht klar.

‘Der Gastgeber’ beginnt sehr langatmig und es baut sich in der ersten Hälfte nicht die gewünschte Spannung auf. Der Klappentext macht definitiv Lust auf mehr und daher sind die Erwartungen auch eher hoch, die jedoch nicht erfüllt werden. Erst nach der Hälfte beginnt die Spannung und das Buch kann nicht mehr zur Seite gelegt werden. Schade wurde das Potenzial am Anfang nicht ausgenutzt, um den Leser bereits zu Beginn an das Buch zu fesseln.

Die Protagonisten sind sehr authentisch beschrieben und mit Nika sowie Rita kann man richtig gut mitfühlen. Das der am Anfang noch unbekannte Fremde ein Ekelpacket ist, ist schon sehr schnell klar. Völlig wirre Vorstellungen die der Fremde verfolgt. Beide Frauen haben ihr Packet zu tragen, meistern dies aber meist sehr gut und können aus ihrer Welt ausbrechen.

Nach einem langatmigen Start ein spannender Thriller. Ein Buch für diejenigen, welche nicht gleich zu Beginn eine spannungsgeladene Geschichte benötigen und den nötigen Durchhaltewillen haben.

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Veröffentlicht am 08.05.2022

spannende Leseprobe, aber enttäuschende Fortsetzung

Das verschlossene Zimmer
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Marie lebt mit ihrem Vater Dominik in Krakau. Leider kennt sie ihre Mutter nicht und ihr Vater möchte auf sie gar nicht angesprochen werden. Nun mit 17 Jahren möchte Marie mehr über ihre Mutter rausfinden ...

Marie lebt mit ihrem Vater Dominik in Krakau. Leider kennt sie ihre Mutter nicht und ihr Vater möchte auf sie gar nicht angesprochen werden. Nun mit 17 Jahren möchte Marie mehr über ihre Mutter rausfinden und wissen warum sie Dominik alleine grossgezogen hat. Als Dominik nicht zu Hause ist, versucht sie in sein Zimmer, das immer abgeschlossen ist, zu gelangen. In einer losen Bodendiele findet sie ein Kistchen in dem sich ein abgeschnittener blonder Zopf befindet. Ist das ein Hinweis auf ihre Mutter? Während sie weiterhin versucht mehr Informationen zu ihrer Mutter zu bekommen, trifft sie auf ihre Kinderliebe Ben. Der junge Jude ist wieder zurück in Krakau und Marie fühlt sich immer noch sehr zu ihm hingezogen. Doch ihr Vater findet die Verbindung zwischen diesen beiden nicht wirklich gut, da sich anzeigt, dass Juden immer mehr aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen werden. Aber Marie lässt sich davon nicht beirren und konvertiert zum Judentum, damit sie Ben heiraten kann. Ihren grossen Traum, Medizin studieren zu dürfen, scheint im Jahr 1939 für eine Frau unmöglich zu sein. Überall wird sie abgewiesen, doch sie möchte ihren grossen Traum nicht aufgeben müssen.

In einem zweiten Erzählstrang wird auf das Leben von Marie’s Eltern im 1918 zurückgeblickt. Helena arbeitet für Dominik’s Vater in dessen Apotheke. Auch sie verfolgt bereits das Ziel, als Frau grosses Erreichen zu können. Doch ihr bleibt das verwehrt und sie kann in der Apotheke nur Fuss fassen, weil der Apotheker immer vergesslicher wird. Damit die Kunden nicht zu schaden kommen, wird Helena zur Aufpasserin und darf sogar selbst Medikamente zubereiten. Als Dominik aus dem Krieg zurückkehrt fühlt er sich zu Helena hingezogen und die beiden beginnen eine Affäre. Doch bald wird Dominik wieder eingezogen und Helena bleibt schwanger bei seinem Vater zurück.

«Das verschlossene Zimmer» konnte mich leider nicht so packen. Der Klappentext und auch die Leseprobe waren sehr interessant. Leider hat danach die Spannung abgenommen und ich musste mich durch die Seiten zwingen, erst im letzten Drittel des Buches nahm die Geschichte wieder an Fahrt auf. Als Leser wollte man dann unbedingt wissen, was es genau mit der verschollenen Mutter auf sich hat und ob es Marie gelingen wird, das Familiengeheimnis aufzudecken. Der Schreibstil selbst empfand ich als angenehm und man konnte den Ausführungen gut folgen. Das die Geschichte in zwei Zeitepochen erzählt wurde, finde ich eine gute Idee. Als Leser konnte man sich beide Situationen gut vorstellen und so auch die Geschichte von Marie’s Eltern in einer sehr schwierigen Zeit kennen lernen.

Die Geschichte dreht sich rund um Marie, die versucht ihre Mutter zu finden. Eine junge, sympathische Frau, die ihr Ziel nicht aus den Augen verliert und gegen jeden Widerstand ankämpft. In dieser Zeit ein sehr schwieriges Unterfangen, was für uns heute unvorstellbar ist. Dominik, Marie’s Vater, der als anerkannter Arzt arbeitet hält sich bewusst immer im Hintergrund. Er möchte einfach keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und überlegt sich auch mehrmals ob er sich wirklich als Klinikleiter bewerben soll. Die weiteren Charaktere sind gut ausgearbeitet und passen gut in die beiden Zeitepochen. Sie geben dem Leser einen guten Eindruck, wie die Situation dazumal ausgesehen hat.

Nach der Leseprobe habe ich ein spannendes Buch erwartet, das ich in einem Zug verschlingen werde. Leider war die Fortsetzung danach eher enttäuschend. Das Ende der Geschichte, finde ich für diese Zeit eher unrealistisch und kommt dadurch auch unglaubwürdig rüber.

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Veröffentlicht am 03.04.2022

Hexenreiche Ermittlungen mit langsamen Spannungsaufbau

Bei den Tannen
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Beim Essen im Restaurant Tan im Sarntal, kommt die berühmte Gourmetkritikerin Carla Manfredi ums Leben. Ein Fall für Commissario Gruner und sein Team. Manfredi scheint vergiftet worden zu sein, ebenfalls ...

Beim Essen im Restaurant Tan im Sarntal, kommt die berühmte Gourmetkritikerin Carla Manfredi ums Leben. Ein Fall für Commissario Gruner und sein Team. Manfredi scheint vergiftet worden zu sein, ebenfalls ihre beiden Hunde. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig und es ist notwendig tief in die Geschichte des Dorfes einzutauchen. Den die Betreiberin des Restaurants, Hedwig Jöchler, stammt angeblich aus einer Hexenfamilie und das ganze Dorf bezichtigt sie und ihre beiden Schwestern der Hexerei. Gruner und seine Assistentin sind sich sicher, dass der Mörder im Dorf zu finden ist und legen ihr Augenmerk auf die Geschehnisse im Dorf. Im Dorf ist man sich sicher, dass eine der drei Jöchler-Schwestern am Tod von Manfredi schuld ist und sich das Wissen über Kräuter zu Nutze gemacht hat um die Gastrokritikerin zu vergiften. Doch sind die Ermittlungen wirklich so einfach? Ist der Mörder tatsächlich eine der drei Schwestern? Commissario Grauner und sein Team sind gefordert diesen Mord aufzuklären und gehen dabei selbst einige grosse Risiken ein.

Leider konnte mich das Buch nicht gleich von Anfang an packen. Erst nach ein paar Kapiteln haben mich die Ermittlungen gepackt und ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen. Zu Beginn wird in einem sehr monotonem Stil geschrieben, welcher die Spannung nicht aufkommen lässt, dies ändert sich jedoch nach einigen Kapiteln schlagartig und das Buch wird zu einem Page-Turner. Während den weiteren Kapiteln gab es vielfach ausgeprägte Abschweifungen, welche das Lesen eher erschwert haben. Dadurch musste man als Leser immer wieder überlegen, was den nun genau zuvor passiert ist, damit man den Anschluss wieder gefunden hat. Die Beschreibung der Landschaft im Sarntal waren sehr eindrücklich und als Leser konnte man sich diese auch sehr gut bildlich vorstellen. Die Szenen in der dunklen, unheimlichen Schlucht führten teilweise zu Gänsehaut, da man sich als Leser ausmalt, was passieren könnte und natürlich hofft das alles gut ausgeht. Bis am Schluss werden verschiedene Fährten gelegt und es ist doch gewisser Offensichtlichkeiten nicht klar, wer für den Tod von Carla Manfredi verantwortlich ist.

Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und kommen sehr authentisch rüber. Commissario Grauner als Hauptprotagonist ist sympathisch, jedoch scheint im manchmal der Blick fürs wesentliche und den Blick über den Tellerrand zu fehlen. Gut kann er da noch auf seine Assistentin zurückgreifen, die einen sehr aufgeweckten Eindruck macht und auch versucht ihren Kollegen der im Krankenstand ist, in die Ermittlungen miteinzubeziehen.

Für mich war es das erste Buch rund um Commissario Grauner. Es kann auch ohne Kenntnisse der vorherigen Bücher sehr gut gelesen werden, da die notwendigen Informationen für das Verständnis immer wieder einfliessen. Als Leser hat man dadurch nicht den Eindruck irgendetwas zu vermissen.

Ein Krimi in einer schönen Landschaft, bei dem es jedoch einige Kapitel braucht, bis die Spannung aufkommt. Für Leser mit Durchhaltewillen für den Spannungsaufbau eine absolute Leseempfehlung.

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