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Veröffentlicht am 20.01.2024

Wenig begeisterungsfähig Geschichte um eine rebellische Persönlichkeit

Die geniale Rebellin
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Ada möchte sich ihr Leben nicht diktieren lassen, sondern das machen was ihr gefällt. In der Gesellschaft im 19 Jahrhundert wird dies aber nicht gerne gesehen und ihre Mutter versucht alles um Ada gesellschaftsfähig ...

Ada möchte sich ihr Leben nicht diktieren lassen, sondern das machen was ihr gefällt. In der Gesellschaft im 19 Jahrhundert wird dies aber nicht gerne gesehen und ihre Mutter versucht alles um Ada gesellschaftsfähig zu machen und zu schauen, dass sie sich wie eine Dame verhält. Doch Ada kann sich damit überhaupt nicht abfinden und benimmt sich sehr rebellisch. Sie interessiert sich sehr für die Wissenschaft und die Mathematik und die Maschine von Charles Babbage hat es ihr sehr angetan. Doch den Frauen ist der Zugang zu wissenschaftlicher Literatur sowie der Forschung untersagt und Ada kommt auf normalem Wege nicht weiter. Auch an der Hochzeitsfront sieht es nicht ideal aus, den jeder Mann der einigermassen interessant ist nimmt reiss aus sobald er von ihren Interessen erfährt. Einzig mit William scheint sie einen guten Fang gemacht zu haben. Auch er ist wissenschaftlich interessiert und lässt ihr ihre Freiheit. Für Ada ist er ein Glücksfall und die beiden beginnen ihr gemeinsames Leben. Doch irgendwann ist dieses Leben für Ada zu wenig interessant und sie lotet ihre Freiheit immer mehr aus. Doch wird das gut gehen?

‘Die geniale Rebellin’ ist Teil der Reihe über bedeutende Frauen, welche die Welt verändern. Die Geschichte rund um Ada konnte mich jedoch nicht so begeistern, wie andere Bücher dieser Reihe. Die Spannung fehlt, um richtig in die Geschichte abtauchen zu können und gewisse Passagen haben zu Verwirrung geführt, so dass man nochmals genau überlegen und nachlesen musste, um was es den nun geht. Ich finde es schade dreht es sich hier hauptsächlich um den Kampf mit ihrer Mutter, die Suche nach einem geeigneten Ehemann und ihrem Leben als Ehefrau und Mutter. Ihre wirkliche wissenschaftliche Ader hätte mehr zur Geltung kommen können.

Ada finde ich einen speziellen Charakter. Gut kämpft sie für ihren Traum und den lässt sie sich auch von niemanden verbieten. Doch auf die andere Seite denkt sie sehr viel nur an sich selber und weniger um ihre eigene Familie. In gewissen Passagen fand ich sie sehr egoistisch und ich bin ehrlich gesagt nie wirklich warm geworden mit ihr. Ihr Sohn Byron scheint ihren rebellischen Kopf geerbt zu haben. Auch er lässt sich nicht alles gefallen und setzt sich zur Wehr. Gefallen an ihm hat mir, dass er hinterfragt, wieso Arme immer ausgeschlossen werden und er nicht mit ihnen befreundet sein darf.

Das Buch konnte mich nicht begeistern und finde ich bisher das schwächste in der Reihe, welche mir eigentlich sehr gut gefällt. Ich konnte jedoch dadurch eine Persönlichkeit kennenlernen, auf die ich vermutlich sonst nicht gestossen wäre.

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Veröffentlicht am 24.12.2023

Rache ist süss – Auftakt in die Reihe rund um Valérie und ihr Team

Herrengasse
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Ein grausamer Mord erschüttert Schwyz und Valérie Lehmann bekommt es in ihrem ersten Fall in Schwyz mit herausfordernden Ermittlungen zu tun. Als Leiterin der Ermittlungen hat sie einige Hürden zu meistern, ...

Ein grausamer Mord erschüttert Schwyz und Valérie Lehmann bekommt es in ihrem ersten Fall in Schwyz mit herausfordernden Ermittlungen zu tun. Als Leiterin der Ermittlungen hat sie einige Hürden zu meistern, zumal ihr nicht alle Kollegen vertrauen. Und als wäre dies nicht schon Herausforderung genug, wird Valérie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Am Tatort wird eine CD mit Musik von Tannhäuser gefunden, etwas dass sie in der Vergangenheit oft begleitet hat und ein dunkles Auto verfolgt sie überall hin. Versucht der Täter ihr eine Falle zu stellen und sie zum Wahnsinn zu bringen? Als während der Ermittlungen klar wird, dass ein vermeintlich natürlicher Tod eines weiteren Mannes, ebenfalls Mord war, muss von einem Serienmörder ausgegangen werden. An beiden Orten sind nahezu keine Spuren zu finden und die CD mit Tannhäuser scheint der rote Faden zu sein. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt, den weitere Opfer sind nicht auszuschliessen. Eine kuriose Rolle in den Ermittlungen scheint auch die Staatsanwältin Jole von Reding zu spielen. Sie versucht Valérie um ihren Finger zu wickeln und rückt ihre Informationen nur spärlich raus. Der erste Fall für Valérie ist herausfordernder als gedacht und bringt sie an ihre Grenzen.

‘Herrengasse’ bildet der Auftakt der Reihe rund um die Polizistin Valérie Lehmann und spielt im Raum Innerschweiz. Der Einstieg in die Reihe könnte spannender sein, einige Szenen ziehen sich in die Länge und nehmen teilweise die Spannung. Ich werde die Reihe jedoch gerne weiterverfolgen, denn die Schauplätze, welche mir vielfach bekannt sind, geben der Geschichte ein aussergewöhnliches Flair. Die Orte werden ganz anders wahrgenommen und man erfährt immer noch einiges. Ein Reihenauftakt der einiges verspricht und hoffentlich mit mehr Spannung überzeugen kann.

Valérie ist eine sehr starke Persönlichkeit und hat in ihrer Vergangenheit einiges durchmachen müssen. Dadurch ist sie abgehärtet und begeht vielfach Alleingänge während den Ermittlungen. Sie kommt mir sehr risikobereit rüber. Die Teamarbeit sagt ihr noch nicht so viel, vermutlich auch dadurch dass sie das Team noch nicht gut kennt und nicht weiss auf wen wirklich Verlass ist. Die beiden Ermittler Fabia und Louis versuchen auch vielfach ihr Ding durchzuziehen, was manchmal ein sehr risikoreiches Unterfangen ist. Ich bin gespannt wie sich diese drei Personen zu einem Team zusammenfinden und weitere Fällen lösen.

Ein Reihenauftakt der spannender sein dürfte, die Lust nach weiteren Ermittlungen jedoch geweckt hat.

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Veröffentlicht am 11.07.2023

Katz und Maus-Spiel mit zu früher Auflösung

Zwei Fremde
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Während eines Schneesturms, ausserhalb der Zivilisation alleine mit zwei weiteren Gästen im Hotel? Das klingt nach viel Nervenkitzel und wäre das nicht schon genug, gelangen kurz nacheinander zwei Fremde ...

Während eines Schneesturms, ausserhalb der Zivilisation alleine mit zwei weiteren Gästen im Hotel? Das klingt nach viel Nervenkitzel und wäre das nicht schon genug, gelangen kurz nacheinander zwei Fremde zum Hotel, welche beide angeben Polizeioffizier Gaines zu sein. Remie hat sich so auf ihren letzten Abend als Hotelnachtmanagerin gefreut. Morgen wird sie endlich ihren Traum erfüllen und sich auf den Weg nach Chile machen. Noch schnell die letzten beiden Gäste bewirten, das Hotel abschliessen für die Zwischensaison, so der Plan. Doch im nahe gelegenen Gefängnis kommt es zu Tumulten und einem Ausbruch. Kurz darauf taucht eine fremde Person beim Hotel auf, die sich als Polizist Gaines ausgibt. Der verletzte Polizist wird von Remie versorgt und ins Hotelgelände eingeführt. Kurze Zeit später taucht eine weitere fremde Person auf und gibt sich ebenfalls als Polizist Gaines aus. Irgendeiner der beiden ist vermutlich der geflüchtete Häftling, nur wer? Hilfe von aussen kann keine angefordert werden, den sämtliche Telefonleitungen sind tot.

‘Zwei Fremde’ begeistert den Leser mit seiner düsteren Stimmung, wozu das eher düster gehaltene Cover sehr gut passt. Als Leser fiebert man mit rauszufinden, wer tatsächlich Gaines ist und wer der geflohene Häftling. Dabei gelingt es nicht, sich auf eine Person festzulegen, es wechselt immer zwischen diesen beiden ab und man tappt im Dunkeln. Schade fand ich, dass die Auflösung zu diesem Rätsel bereits einige Kapitel vor Buchende kommt. Dies lässt die Spannung rapide sinken und die letzten Kapitel werden eher zu einem Müssen.

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Remie und um ihren verstorbenen Bruder. Mit ihm verbindet sie sehr viel und ihr junges Leben hat sich oft nach ihm gerichtet. In einigen Situationen war für mich nicht klar, ob sie wirklich vertrauenswürdig ist, oder ob sie irgendetwas verbirgt und auch etwas mit der ganzen Situation zu tun hat. Der Hotelgast Jai fand ich von Anfang an eher speziell und schwierig einzuschätzen, am Schluss kann man dann aber seine Vorgehensweise gut nachvollziehen.

Am Anfang ein packender Krimi, leider kam die Auflösung ein paar Kapitel zu früh, was der Spannung geschadet hat. Das Buch ist all jenen zu empfehlen, welche Nervenkitzel lieben, dieser jedoch nicht bis zum Schluss aufrecht erhalten sein muss.

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Veröffentlicht am 27.11.2022

Langatmige erste Hälfte – Spannung pur erst gegen Ende

Der Gastgeber. Fühl dich wie zu Hause
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Nika lebt immer unter einem anderen Namen in AirBnB-Wohnungen und versucht möglichst keine Spuren zu hinterlassen. Doch diese Wohnung ist anders als die anderen. Sie entdeckt plötzlich einen geheimen Raum, ...

Nika lebt immer unter einem anderen Namen in AirBnB-Wohnungen und versucht möglichst keine Spuren zu hinterlassen. Doch diese Wohnung ist anders als die anderen. Sie entdeckt plötzlich einen geheimen Raum, in den man durch eine versteckte Tür im Schlafzimmer gelangt. Als wäre diese Entdeckung nicht schon gruselig genug, findet sie im geheimen Raum Fotos von jungen Frauen, die ihr zum Verwechseln ähnlich aussehen. Auf dem letzten Foto glaubt sie sich selbst zu erkennen. Dies jagt ihr einen grossen Schrecken ein, den irgendwas scheint mit ihr zu geschehen. Sind es ihre Chefs die sich rächen möchten? Den sie hat bevor sie da ausgestiegen ist, sämtliche Code-Fragmente gelöscht und dadurch ist dem Unternehmen ein grosser Schaden entstanden. Entsprechend sind die Inhaber nicht wirklich gut auf sie zu sprechen und suchen sie auch.

In einem anderen Handlungsstrang geht es um die Polizistin Rita Benesch. Gerade hat sie ihren Vater verloren und versucht ein Leben ohne die ständige Aufsicht ihres Vaters zu bewältigen. Ein gefundenes Fahrrad, welches bei einer Auktion von Nika unter falschem Namen ersteigert wurde, führt sie auf die Spur der jungen AirBnB-Nomadin. Ihr Instinkt sagt ihr, dass Nika in grosser Gefahr ist. Dass sie sich jedoch selbst in grosse Gefahr begibt, ist ihr nicht klar.

‘Der Gastgeber’ beginnt sehr langatmig und es baut sich in der ersten Hälfte nicht die gewünschte Spannung auf. Der Klappentext macht definitiv Lust auf mehr und daher sind die Erwartungen auch eher hoch, die jedoch nicht erfüllt werden. Erst nach der Hälfte beginnt die Spannung und das Buch kann nicht mehr zur Seite gelegt werden. Schade wurde das Potenzial am Anfang nicht ausgenutzt, um den Leser bereits zu Beginn an das Buch zu fesseln.

Die Protagonisten sind sehr authentisch beschrieben und mit Nika sowie Rita kann man richtig gut mitfühlen. Das der am Anfang noch unbekannte Fremde ein Ekelpacket ist, ist schon sehr schnell klar. Völlig wirre Vorstellungen die der Fremde verfolgt. Beide Frauen haben ihr Packet zu tragen, meistern dies aber meist sehr gut und können aus ihrer Welt ausbrechen.

Nach einem langatmigen Start ein spannender Thriller. Ein Buch für diejenigen, welche nicht gleich zu Beginn eine spannungsgeladene Geschichte benötigen und den nötigen Durchhaltewillen haben.

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Veröffentlicht am 08.05.2022

spannende Leseprobe, aber enttäuschende Fortsetzung

Das verschlossene Zimmer
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Marie lebt mit ihrem Vater Dominik in Krakau. Leider kennt sie ihre Mutter nicht und ihr Vater möchte auf sie gar nicht angesprochen werden. Nun mit 17 Jahren möchte Marie mehr über ihre Mutter rausfinden ...

Marie lebt mit ihrem Vater Dominik in Krakau. Leider kennt sie ihre Mutter nicht und ihr Vater möchte auf sie gar nicht angesprochen werden. Nun mit 17 Jahren möchte Marie mehr über ihre Mutter rausfinden und wissen warum sie Dominik alleine grossgezogen hat. Als Dominik nicht zu Hause ist, versucht sie in sein Zimmer, das immer abgeschlossen ist, zu gelangen. In einer losen Bodendiele findet sie ein Kistchen in dem sich ein abgeschnittener blonder Zopf befindet. Ist das ein Hinweis auf ihre Mutter? Während sie weiterhin versucht mehr Informationen zu ihrer Mutter zu bekommen, trifft sie auf ihre Kinderliebe Ben. Der junge Jude ist wieder zurück in Krakau und Marie fühlt sich immer noch sehr zu ihm hingezogen. Doch ihr Vater findet die Verbindung zwischen diesen beiden nicht wirklich gut, da sich anzeigt, dass Juden immer mehr aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen werden. Aber Marie lässt sich davon nicht beirren und konvertiert zum Judentum, damit sie Ben heiraten kann. Ihren grossen Traum, Medizin studieren zu dürfen, scheint im Jahr 1939 für eine Frau unmöglich zu sein. Überall wird sie abgewiesen, doch sie möchte ihren grossen Traum nicht aufgeben müssen.

In einem zweiten Erzählstrang wird auf das Leben von Marie’s Eltern im 1918 zurückgeblickt. Helena arbeitet für Dominik’s Vater in dessen Apotheke. Auch sie verfolgt bereits das Ziel, als Frau grosses Erreichen zu können. Doch ihr bleibt das verwehrt und sie kann in der Apotheke nur Fuss fassen, weil der Apotheker immer vergesslicher wird. Damit die Kunden nicht zu schaden kommen, wird Helena zur Aufpasserin und darf sogar selbst Medikamente zubereiten. Als Dominik aus dem Krieg zurückkehrt fühlt er sich zu Helena hingezogen und die beiden beginnen eine Affäre. Doch bald wird Dominik wieder eingezogen und Helena bleibt schwanger bei seinem Vater zurück.

«Das verschlossene Zimmer» konnte mich leider nicht so packen. Der Klappentext und auch die Leseprobe waren sehr interessant. Leider hat danach die Spannung abgenommen und ich musste mich durch die Seiten zwingen, erst im letzten Drittel des Buches nahm die Geschichte wieder an Fahrt auf. Als Leser wollte man dann unbedingt wissen, was es genau mit der verschollenen Mutter auf sich hat und ob es Marie gelingen wird, das Familiengeheimnis aufzudecken. Der Schreibstil selbst empfand ich als angenehm und man konnte den Ausführungen gut folgen. Das die Geschichte in zwei Zeitepochen erzählt wurde, finde ich eine gute Idee. Als Leser konnte man sich beide Situationen gut vorstellen und so auch die Geschichte von Marie’s Eltern in einer sehr schwierigen Zeit kennen lernen.

Die Geschichte dreht sich rund um Marie, die versucht ihre Mutter zu finden. Eine junge, sympathische Frau, die ihr Ziel nicht aus den Augen verliert und gegen jeden Widerstand ankämpft. In dieser Zeit ein sehr schwieriges Unterfangen, was für uns heute unvorstellbar ist. Dominik, Marie’s Vater, der als anerkannter Arzt arbeitet hält sich bewusst immer im Hintergrund. Er möchte einfach keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und überlegt sich auch mehrmals ob er sich wirklich als Klinikleiter bewerben soll. Die weiteren Charaktere sind gut ausgearbeitet und passen gut in die beiden Zeitepochen. Sie geben dem Leser einen guten Eindruck, wie die Situation dazumal ausgesehen hat.

Nach der Leseprobe habe ich ein spannendes Buch erwartet, das ich in einem Zug verschlingen werde. Leider war die Fortsetzung danach eher enttäuschend. Das Ende der Geschichte, finde ich für diese Zeit eher unrealistisch und kommt dadurch auch unglaubwürdig rüber.

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