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Veröffentlicht am 27.11.2022

Das Graphische Viertel

Die Bücher, der Junge und die Nacht
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Die Bücher, der Junge und die Nacht von Kai Meyer ist in der Hörbuchfassung von Simon Jäger, Maria Koschny und Johann von Bülow gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, ...

Die Bücher, der Junge und die Nacht von Kai Meyer ist in der Hörbuchfassung von Simon Jäger, Maria Koschny und Johann von Bülow gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimmen der Sprecher:innen kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit waren diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Besonders gut hat es mir auch gefallen, dass verschiedene Sprecher:innen verschiedene Charaktere darstellen. Dadurch gewinnt die Story noch mehr an Tiefe.
Dieses Buch ist das erste Buch, dass ich vom Autor Kai Meyer gelesen habe. Bisher habe ich über seine Bücher und seinen Schreibstil auch beinahe nur Gutes gehört und war dementsprechend gespannt auf dieses Buch. Die Handlung spielt in verschiedenen Zeitsträngen, in denen verschiedene Protagonisten vorrangig im Fokus stehen. Die Zeitsprünge zwischen den Abschnitten hätten für mein Empfinden ein wenig besser kenntlich gemacht werden können. Schön ist es zu verfolgen, wie die einzelnen Erzählstränge im Verlauf zueinander finden und sich ein stimmiges Bild über die Jahre hinweg bildet. Das Setting ist ebenso mystisch wie real, ich konnte mich gut hineinversetzen.
Die Handlung an sich hat mir gut gefallen, jedoch streckenweise habe ich das Interesse verloren (glücklicherweise auch schnell wiedergefunden), es gibt für mein Empfinden einige Längen im Buch. Schreibstil und Sprache haben mir sehr gut gefallen, auch die Charaktere waren facettenreich dargestellt. Gut gefallen hat mir die umfassende Weltsicht.

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Veröffentlicht am 06.11.2022

Als die Welt zerbrach

Als die Welt zerbrach
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Als die Welt zerbrach von John Boyne ist in der Hörbuchfassung von Elisabeth Günther gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. ...

Als die Welt zerbrach von John Boyne ist in der Hörbuchfassung von Elisabeth Günther gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Es kam mir zudem so vor als hätte die Srecherin verschiedene Stimmlagen genutzt, um Zeitsprünge und damit größere Altersunterschiede der Protagonistin darzustellen.
Dieses Buch ist die Fortsetzung des bekannten Buches "Der Junge im gestreiften Pyjama" des Autors. Ich habe es vor vielen Jahren gelesen und dieses Buch sehr gemocht (auch wenn es inhaltlich grobe Fehler in den Darstellungen der damaligen Zeit hat), war dadurch umso gespannter auf diese Fortsetzung. Protagonistin Gretel ist bereits aus dem Vorgänger-Buchb bekannt, erzählt hier ihre Lebensgeschichte, dominierende Gefühle sind dabei Schuld und Verdrängung. Die Handlung wird in verschiedenen Zeitsträngen erzählt, neben den aktuellen Geschehnissen, gibt es immer wieder zeitliche Rückblenden. In jedem dieser Zeitstränge passiert sehr viel, so dass die Handlung nie langweilig, aber beinahe schon ein wenig überladen ist. Der Spannungsbogen bleibt dadurch immer aufrecht. Jeder Aspekt dieser Geschichte ist durchzogen von Schuld, von Verdrängen, von nicht erinnern wollen, von Angst.
Das ist eine durchaus interessante Perspektive, die Gretel zu einer unnahbaren und für mich auch teils unsympathischen Protagonistin macht. Womöglich ist das Absteiten und Verleugnen realistisch, hat mich aber häufig frustiert zurück gelassen. Gretel steht in ihrem Leben vielen Widrigkeiten gegenüber, auch in hochbetagtem Alter trifft sie lebensverändernde Entsched´idungen - wird in Anbetracht ihrer Geschichte vielleicht das erste mal aktiv, statt zu flüchten.
Insgesamt hat mir Als die Welt zerbrach sehr gut gefallen, ich habe es sehr zügig gelesen, habe mich hervorragend in die Handlung hineindenken können.

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Veröffentlicht am 26.10.2022

Shorty

Shorty
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Shorty von Jörg Maurer ist in der Hörbuchfassung von dem Autor selbst gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher ...

Shorty von Jörg Maurer ist in der Hörbuchfassung von dem Autor selbst gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme des Sprechers kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören. Stimmlage und Betonungen haben mir gut gefallen und sind eingänglich. An den Dialekt musste ich mich zunächst gewöhnen, hatte dann jedoch keine Hörschwierigkeiten damit. Auch die Passagen am Anfang und Ende des Hörbuches haben mir gut gefallen, sie haben die gesamte Stimmung aufgelockert, auch wenn sie streng genommen nicht zum Buch an sich gehören.
Die Handlung an sich fing für meinen Geschmack etwas zäh an und zog sich eine ganze Weile wie Kaugummi. Beinahe hätte ich das Buch abgebrochen. Dann kam jedoch Fahrt in die Geschichte und an einen Abbruch war nicht mehr zu denken. Die von Jörg Maurer erschaffene Welt hatte mich dann doch im Bann.
Shorty ist ein Protagonist, der weder sympathisch noch unsympathisch ist. Ihm geschehen die Dinge scheinbar ohne großes Zutun... Das Erzähltempo ist zu Beginn des Buches eher schleppend, steigert sich dann jedoch sukzessive hin zu einem für mich unerwartetem Ende.
Der Schreibstil hat mir insgesamt gut gefallen, die erschaffenen Welten und Wesen sind auch durch die hervorragende Intonation des Autors in diesem Hörbuch lebendig gewerden. Dieses Buch hat es mit seinen teils abstrakten Beschreibungen durchaus geschafft meinem Kopfkino ausreichend Material zur Verfügung zu stellen.

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Veröffentlicht am 01.10.2022

Falling in love

Falling in love was not the plan
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Falling in love was not the plan von Autorin Michelle Quach wird als eine romantische, feminisitische und diverse Young Adult-Lovestory mit genau der richtigen Portion Tiefgang beworben. Ich habe nicht ...

Falling in love was not the plan von Autorin Michelle Quach wird als eine romantische, feminisitische und diverse Young Adult-Lovestory mit genau der richtigen Portion Tiefgang beworben. Ich habe nicht alle Zuschreibungen in dem Buch wiedergefunden, das jedoch genau das geliefert hat, was ich erwartet habe.
Die feministische Grundhaltung durchläuft das Buch wie ein roter Faden. Für eine, in einer High-School spielende Geschichte, hat mich der Tiefgang tatsächlich positiv überrascht. Interessant waren dabei auch die Blickwinkel durch die asiatische Herkunft, die eine zweite kulturelle Perspektive geschaffen haben.
Eliza ist dabei eine zunächst unscheinbare Protagonistin, der ich eine neutrale Haltung gegenüber gebracht habe. Viele Probleme und Schwierigkeiten wären (wie in Young Adult Büchern üblich) mit einer offenen und klaren Kommunikation zügig aus dem Weg geräumt gewesen. Ich habe aber von vornherein mit jugendlichen Komplikationen gerechnet und diese auch bekommen in diesem Buch. Die Beziehung von Eliza und Len zu verfolgen war durchaus angenehm, kurzweilig und im richtigen Maße spannend. Konflikte wirkten nicht unnötig überspitzt.
Insgesamt ist Falling in love was not the plan ein solides Buch, das ich gern gelesen habe. Ein absolutes Highlight war es jedoch nicht.

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Veröffentlicht am 02.09.2022

Ein jüdisches Leben

Isidor
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Isidor - Ein jüdisches Leben von Autorin Shelly Kupferberg hat mich sehr überrascht. Ich habe eher mit einem Roman als mit einer Spurensuche nach der eigenen Familiengeschichte gerechnet. Die Aufmachung ...

Isidor - Ein jüdisches Leben von Autorin Shelly Kupferberg hat mich sehr überrascht. Ich habe eher mit einem Roman als mit einer Spurensuche nach der eigenen Familiengeschichte gerechnet. Die Aufmachung gefiel mir aber gut, nicht zuletzt wegen des sachlichen und doch berührenden Schreibstils der Autorin. Die Klarheit war ein passender Kontrast zu den aufgezeigten Szenen des jüdischen Lebens.
Dr. Isidor Geller ist hierbei zwar laut Klappentext Protagonist, es werden jedoch auch die Leben der anderen Familienmitglieder zumindest bruchstückenhaft mitskizziert - so entsteht ein Ausschnitt einer Familiengeschichte. Den Inhalt mag ich gar nicht so sehr bewerten - immerhin sind es Rekonstruktionen wahrer Begebenheiten. Die Aufarbeitung ist jedoch gelungen wie ich finde. Mir hat gerade die sachliche Darstellung gefallen, auch wenn dies an einigen Stellen eher einem nüchternen Bericht als einem mitreißendem Roman glich. Zitate aus öffentlichen Dokumenten, Zeitberichten und Briefen der Familie erhöhen die Authentizität enorm.
Den Schluss des Buches fand ich bemerkenswert, hier schloss sich für mich der Kreis zum Covermotiv.
Dieses Buch reiht sich ein in eine Vielzahl von Berichten der jüdischen Einzel- und Familienschicksale der NS-Zeit.

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