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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2023

Pageturner

In blaukalter Tiefe
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Caroline ist Chefin eines Lifestyle-Magazins und Ehefrau eines ebenfalls sehr erfolgreichen Steueranwalts mit eigener Kanzlei.

Kurz vor ihrem geplanten Segeltörn, überrascht Andreas seine Frau mit der ...

Caroline ist Chefin eines Lifestyle-Magazins und Ehefrau eines ebenfalls sehr erfolgreichen Steueranwalts mit eigener Kanzlei.

Kurz vor ihrem geplanten Segeltörn, überrascht Andreas seine Frau mit der Nachricht, dass er einen angehenden Sozius und dessen Freundin mit auf den Trip eingeladen hat. Caroline ist alles andere als begeistert, da der gemeinsame Segelurlaub vor allem dazu dienen soll, ihrer eingeschlafenen Beziehung einen neuen Aufwind zu geben. Während es nach dem ersten Tag noch danach aussieht, dass sich die Eheleute wieder annähern, werden immer mehr Risse an deren Fassade sichtbar und auch Carolines Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen. Auf dem kleinen Segelboot treffen nämlich zwei vollkommen unterschiedliche Paarungen aufeinander, die einfach nicht zusammenpassen. Und dann ist da noch Skipper Eric, der schwer bemüht ist, sich vom Rest abzukapseln.
Kaum hat die Reise begonnen, bekommen Andreas und David eine Hiobsbotschaft aus der Kanzlei. Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung sind intensiv am ermitteln. Während sich sein Chef davon gar nicht beeindrucken lässt, verfällt David zunehmend in Panik und versucht die Angelegenheit aus der Entfernung zu klären. Dabei vernachlässigt er seine Freundin Tanja, die sich ohnehin nur schwer mit der Gesamtsituation anfreunden kann und Andreas nutzt diesen Umstand ebenfalls aus, um unterschwellige Machtspielchen zu spielen.
Es ist somit nur eine Frage der Zeit, bis sich die fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und die Mischung von zwischenmenschlichen Problemen und Provokationen in einem gigantischen Sturm entlädt.

Da die Story aus den Perspektiven der einzelnen Crew-Mitglieder erzählt wird, ändert sich ständig der Blickwinkel und man lernt gleichzeitig die einzelnen Protagonisten und ihre Beweggründe immer besser kennen.
Wie beim Abpellen einer Zwiebel kommen hier einzelne Schichten und dadurch auch menschliche Abgründe zum Vorschein, die unerwartet ein neues Licht auf die Charaktere und Geschehnisse werfen und so wieder eine ganz neue Spannung in die Handlung bringen.Nur mit dem Ende hadere ich ein wenig, da es etwas überhastet und unvollständig wirkt.
Das Segelsetting überzeugt hingegen vollends. Das verwendete Vokabular ist sehr danach ausgerichtet und zusammen mit der Erzählweise fühlt es sich tatsächlich von Beginn an so, als wäre man mit an Bord der „Querelle“.
Das scheint der Grund zu sein, warum dieses Buch ein wahrer Pageturner ist und von mir an dieser Stelle natürlich auch eine LESEEMPFEHLUNG erhält.

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Veröffentlicht am 06.02.2023

Hier wird der Leser gefordert!

Jemand
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Während ich das Buch innerhalb von 2 Tagen inhaliert habe, hat nun Wochen gedauert, diese Rezension zu verfassen.
Warum?!?
Nachdem ich zuvor vollkommen begeistert von „Schmerz und kein Trost“ war, konnte ...

Während ich das Buch innerhalb von 2 Tagen inhaliert habe, hat nun Wochen gedauert, diese Rezension zu verfassen.
Warum?!?
Nachdem ich zuvor vollkommen begeistert von „Schmerz und kein Trost“ war, konnte ich diese Neuerscheinung von Elias Haller kaum erwarten.

Nur stellte ich dann beim Lesen ziemlich schnell fest, dass es diesmal etwas komplett anderes ist, als ich mir vorgestellt habe.
Das Buch besteht aus zahlreichen Handlungssträngen, die am Ende zwar schlüssig zusammenführen, aber auch viel Aufmerksamkeit vom Leser erfordern.
Ich habe zugegebenermaßen dabei mehr als einmal den Faden verloren.

Wer ist das „Böse“ in der Geschichte, wer der/die Gute(n) ?!
Korrupte Polizisten, ehemalige Stasi-Mitarbeiter, Drogendealer und ein Serienkiller, der Fotos seiner in Szene gesetzten Opfer, anschließend im Darknet versteigert, sind es zunächst jedenfalls nicht!
Wer am Ende mein Held in diesem Buch ist, kann leider nicht verraten, das gilt es selbst herauszufinden.

Während die Kreativität des Autors hier durch den komplexen Plot seinesgleichen sucht, war ich zeitweise ein wenig überfordert, jedoch ist die Auflösung am Ende wieder unglaublich spannend und eine wahre Nervenzerreißprobe, die vom Hocker haut.

Mein Lieblingsthriller von Elias Haller wird “Jemand” zwar nicht, trotzdem hat er mich auch in diesem Buch mit einem grandiosen Ende überzeugen können!

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Veröffentlicht am 30.11.2022

Absolut empfehlenswert!

Feldpost
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Die Kasseler Rechtsanwältin Cara Russo wird in einem Café scheinbar zufällig von einer älteren Dame in ein Gespräch verwickelt, die anschließend spurlos verschwindet und dabei eine Aktentasche mit alten ...

Die Kasseler Rechtsanwältin Cara Russo wird in einem Café scheinbar zufällig von einer älteren Dame in ein Gespräch verwickelt, die anschließend spurlos verschwindet und dabei eine Aktentasche mit alten Fotos, Briefen mit Feldpoststempel und einem Kaufvertrag für eine Villa liegen lässt.
Während Russo versucht, die Frau ausfindig zu machen, landen wir plötzlich in einer ganz anderen Geschichte, als ursprünglich erwartet.
Die Adressatin auf den Briefen - Adele Kuhn - ist nicht die Frau aus dem Café, sondern seit über 50 Jahren wie vom Erdboden verschluckt. Auch von den anderen Familienmitgliedern gibt es keine Spur.
Cara stößt bei ihren Recherchen auf Richard Mertens, dem Absender der Feldpostbriefe.
Er war mit Adeles Bruder Albert befreundet und kann mithilfe seiner Erinnerungen, immer mehr Licht ins Dunkel der Vergangenheit bringen.
Die Geschehnisse, die zu Tage gefördert werden, handeln von einer Liebe im Verborgenen, Verrat und Verfolgung und zweier, miteinander verflochtenen Familienschicksale.
Die Wahrheiten die hierbei ans Licht kommen, könnten kaum schmerzhafter sein.
Es ist schwer zu ertragen, wieviel Unrecht einigen Charakteren zur damaligen Zeit zustösst und wie macht- und hilflos sie diesem ausgesetzt sind.

Das Buch ist weit mehr, als einfach nur ein historischer Roman, der zu Zeiten des Nationalsozialismus spielt und erinnert mich vielleicht auch aufgrund der abwechselnden Zeitstränge und einiger unerwarteter Wendungen, oft an einen spannenden Kriminalroman.
Die Handlung und Protagonisten erscheinen vollkommen authentisch, obwohl sie eigentlich rein fiktiv sind.
Auch wenn am Ende alle Geschehnisse der Vergangenheit aufgeklärt werden und die Geschichte mit einem unglaublichen Geständnis endet, fehlt mir an dieser Stelle tatsächlich die Konsequenzen, die darauf folgen müssten, hier allerdings keine weitere Erwähnung finden.

Wer gerne spannende historische Romane liest, dem kann ich „Feldpost“ nur empfehlen. Für mich war es das erste Buch von der Autorin und wird ganz bestimmt nicht das letzte gewesen sein.

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Veröffentlicht am 30.11.2022

WG-Mitbewohner gesucht

Fang jetzt bloß nicht an zu lieben
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Harriet Hatley hat so ziemlich alles, was man sich wünschen kann. Einen tollen Job als (Hochzeits-) Fotografin, ihren gut situierten Freund John, der sie anbetet und ihr zur Krönung noch einen Heiratsantrag ...

Harriet Hatley hat so ziemlich alles, was man sich wünschen kann. Einen tollen Job als (Hochzeits-) Fotografin, ihren gut situierten Freund John, der sie anbetet und ihr zur Krönung noch einen Heiratsantrag macht.
Wäre da nur nicht Harriets Abneigung gegen das Heiraten.
Es kommt, wie es kommen muss, Harriet trifft bei ihrer Wohnungssuche zufällig auf Cal. Kaum ist sie bei ihm eingezogen, wünschen sich beide, sie würde direkt wieder ausziehen, zu mal ein paar Wahrheiten ans Licht kommen, die beide lieber jeweils für sich behalten hätten.

Im neusten Roman von Mhairi McFarlane geht es vornehmlich um persönliche Schicksale, toxische Beziehungen, böse Schwiegermütter, falsche und echte Freundschaften, gepaart mit viel Witz und auch ernsteren Tönen.
Die Autorin hat einfach ein Händchen für die Ausformung ihrer Charaktere, die ihr hier erneut hervorragend gelungen ist.
Typisch ist auch wieder, dass es keine 08/15 - Lovestory ist, sondern über eine spannungsgeladene, tiefgründige Handlung verfügt.
Lediglich das Ende kommt mir ausnahmsweise etwas überhastet daher.
Wie gehabt, ist auch diesmal die Hörbuchvariante von Britta Steffenhagen gesprochen, die von der Stimme und dem Ausdruck her, einfach perfekt zu den Romanen der Autorin passt und für mich Grund genug ist, das Hörbuch dem Print vorzuziehen.
Ich hätte die Story am liebsten an einem Stück gehört, weil es so schön war.
Daher auf jeden Fall eine Hörbuch- Empfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 27.11.2022

Eine TRAUMhaft schöne Geschichte

Die Katze, die von Büchern träumte
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Hinter diesem Titel, der in meinen Augen nicht ganz passend ist, habe ich unerwartet ein wahres Bücherschätzchen gefunden.

Die Hauptrolle spielt dabei nicht, wie man annehmen möchte, eine Katze, sondern ...


Hinter diesem Titel, der in meinen Augen nicht ganz passend ist, habe ich unerwartet ein wahres Bücherschätzchen gefunden.

Die Hauptrolle spielt dabei nicht, wie man annehmen möchte, eine Katze, sondern vielmehr der schüchterne und in sich gekehrte Jugendliche Rintaro Natsuki.
Er verkriecht sich nach dem Tod seines Großvaters in dessen nahezu antiquarische Buchhandlung, bis plötzlich ein sprechender Kater im Laden auftaucht und er ihn auf eine wichtige Mission begleiten soll - Die Bücher zu retten!

Der Klappentext hat mich an dieser Stelle nicht enttäuscht, sondern positiv überrascht. Die wage Befürchtung, es könnte sehr skurril und zu abstrakt werden, hat sich beim Lesen nicht bestätigt.
Geboten wird hier eine geradezu philosophisch anmutende Handlung, mit einer gewissen Leichtigkeit ohne banal zu sein und lädt sie den Lesenden auf angenehm subtile Art dazu ein, sich genauer mit dem eigenen Buchkonsum auseinander zu setzen und zu reflektieren.
Die Erzählweise ist dabei auf ihre Weise einzigartig und wunderschön flüssig, dass es eine wahre Freude ist, dieses Buch zu lesen.

Aufgrund der jungen Protagonisten erinnert die Handlung stellenweise ein wenig an ein Jugendbuch, was jedoch durchaus vernachlässigt werden kann, betrachtet man die Message, die hinter dieser Geschichte steht.
Und auch wenn sich mir der letzte Handlungsteil nicht in Gänze erschließt, oder viel mehr noch reichlich Interpretationsspielraum liefert, ist es eine wundervolle gelungene, sehr lesenswerte Geschichte die mich bei meiner zunehmend übermannenden Bücherflut zur rechten Zeit erreicht hat.

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