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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2022

Ein Klassiker! Absolute Leseempfehlung!

Die toten Seelen
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Klappentext:

„Der wegen Bestechung entlassene Kollegienrat Pawel Tschitschikow reist umher, um Gutsbesitzern verstorbene Leibeigene – tote Seelen – abzukaufen, die dank der Steuerpolitik noch Gewinn bringen. ...

Klappentext:

„Der wegen Bestechung entlassene Kollegienrat Pawel Tschitschikow reist umher, um Gutsbesitzern verstorbene Leibeigene – tote Seelen – abzukaufen, die dank der Steuerpolitik noch Gewinn bringen. Getrieben wird er von dem Ehrgeiz, Teil der Gutsbesitzerschicht zu werden und den Lebensabend in der Idylle eines friedlichen Zuhauses zu verbringen. Schon bald steigt er in höhere Kreise auf, doch seine fragwürdigen Geschäfte bleiben nicht ohne Folgen.

Nikolaj Gogols grotesk-humorvoller Roman um den windigen »Seelenverkäufer« Pawel Tschitschikow begründet seinen literarischen Weltruhm. Er zeichnet ein irrwitziges Bild der Provinz des russischen Zarenreichs. – Mit einer kompakten Biographie des Autors. „





Nikolaj Gogol hat mit diesem besonderen Werk die damalige Zeit mit ihren Machenschaften, ihren Menschen und natürlich auch mit der Geschichte selbst bestens eingefangen. Sein Protagonist Tschitschikow wird von ihm einerseits spitz aber irgendwie auch clever gezeichnet. Tschitschikow macht sich auf die toten Leibeigene, die nicht aus den Listen des Rechts und der Finanzen gestrichen worden sind, aufzuspüren und macht mit ihnen noch Geld! Wie gesagt, einerseits geschmacklos aber eben auch clever und hinterhältig gleichermaßen. Gogol benutzte hierfür eine feine aber dennoch passende Sprache und mischte dem Humor aber auch den nötigen Ernst bei und somit bleiben beide Seiten bestens in der Waage. Seine Landschaftsbeschreibungen sind einmalig! Tschitschikow‘ Werdegang und Ruhm bleibt natürlich nicht unentdeckt und er gelangt zu höheren Diensten. Bleibt die Frage, wie lange kann Tschitschikow das alles noch mit seinem Gewissen vereinbaren wenn er sich an den Toten so gütlich tut? Als Leser ahnt man was kommt und das überrascht auch nicht, aber Gogol spinnt feine Fäden und rundet die Geschichte gekonnt ab. Ja, dieser Roman ist grotesk aber auch unheimlich (böse) witzig. Das ein Autor so einen Blick hatte und sein Land so gekonnt mit klaren aber auch mit in Metaphern verpackte Worte deutlich macht, grenzt wahrlich an Genialität.

Für diesen Klassiker vergebe ich sehr gern 5 Sterne. Er scheint oft so aktuell wie nie und wird wohl auch nie an Aktualität verlieren - traurig aber wahr!

Veröffentlicht am 05.12.2022

Ein Genuss!

Evelina
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Klappentext:

„Ein fulminanter Briefroman über Klassenunterschiede und die Schwierigkeiten, sich als Frau zu behaupten: Die 17-jährige Evelina ist im Haushalt eines englischen Landpfarrers aufgewachsen. ...

Klappentext:

„Ein fulminanter Briefroman über Klassenunterschiede und die Schwierigkeiten, sich als Frau zu behaupten: Die 17-jährige Evelina ist im Haushalt eines englischen Landpfarrers aufgewachsen. Ihr adliger Vater weigert sich, sie anzuerkennen, und ihre verstorbene Mutter stammte aus einfachen Verhältnissen. Als die hübsche, aber naive Evelina von einer befreundeten Familie in die feine Gesellschaft Londons eingeführt wird, machen sich aufdringliche Verehrer ihren unklaren sozialen Status schnell zunutze. Und dann taucht auch noch Evelinas dreiste Großmutter aus Paris auf, die die junge Frau zwingen will, sich ihr Erbe einzuklagen. Was soll nur der gutaussehende, sympathische Lord Orville von ihr denken?

Burney zeichnet ein humorvolles Gesellschaftsporträt und fängt die galante Welt der Bälle und Vergnügungsparks des 18. Jahrhunderts lebhaft ein. Mit spitzer Feder entlarvt sie Klischees, Vorurteile und Borniertheit aller sozialen Schichten – ein echtes Lesevergnügen!“



Man beendet dieses Buch und hat eigentlich nur einen Satz im Kopf: „Andere Zeiten, andere Sitten“. Auch wenn er inhaltlich anders lautet, so stimmt doch der Kern mehr als perfekt. Autorin Frances Burney hat uns mit ihrem Roman „Evelina“ ein gewisses Stück Zeitgeschichte hinterlassen. So war die Autorin doch die Hofdame der englischen Königin Charlotte und erlebte alles aus erster Hand. Burney hat hier die Geschichte von Evelina niedergeschrieben und zeigt dem Leser auch Jahrhunderte später wie es damals sich so lebte mit Klassenunterschieden, Geld und Macht und Armut und sowieso nichts nur als eine Frau zu sein. Burney verpackt Evelinas Geschichte oft mit viel Witz und Humor und wenn wir ehrlich sind, ist das auch anders gar nicht zu ertragen. Die Zeit und ihr Handeln und Tun war lächerlich und genau das nimmt Burney perfekt unter die Lupe und gekonnt auf die Schippe. Im Klappentext wird bereits die „spitze Feder“ Burneys angesprochen und ja, die springt dem aufmerksamen Leser immer wieder zwischen den Buchstaben entgegen. Frances Burney erzählt feinfühlig und ehrlich wie es damals war und das alles ohne das damalige feine Benehmen einzuhalten. Warum auch? Sind wir doch alles Menschen und da kocht jeder nur mit Wasser!

Fazit: Wer ein Zeitzeugnis aus dem 18. Jahrhundert genießen möchte, ist hier mehr als perfekt aufgehoben. Frances Burney zeigt eindringlich die Zeit von damals auf und macht vor nichts und niemanden Halt. Die Frau hätte auch heute noch eine mehr als kräftige Stimme wenn sie noch leben würde und umso besonderer ist es, dass ihr Werk noch so ein Lesevergnügen nach all den Jahrhunderten bietet! 5 Sterne!

Veröffentlicht am 01.12.2022

Leseempfehlung

1848
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Klappentext:

„1848 – was für ein Jahr: Die Rufe nach Grundrechten und demokratischer Teilhabe wurden lauter, hitzige Debatten wurden zu Barrikadenkämpfen, der politische Status quo geriet endgültig ins ...

Klappentext:

„1848 – was für ein Jahr: Die Rufe nach Grundrechten und demokratischer Teilhabe wurden lauter, hitzige Debatten wurden zu Barrikadenkämpfen, der politische Status quo geriet endgültig ins Wanken. Letztendlich erreichten die Revolutionärinnen und Freiheitskämpfer ihre Ziele nicht, doch ein entscheidender Anfang war gemacht.

Die Historikerin Alexandra Bleyer erzählt von der einzigartigen Dynamik dieses Revolutionsjahrs in ganz Europa. Neben den politischen Geschehnissen nimmt sie auch den bewegten Alltag in den Blick und begleitet eine Vielzahl von Personen durch diese bewegten Zeiten – von der Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters über Verteidiger des Status quo wie Fürst Metternich bis hin zu Dichtern wie Johann Nestroy und der Tänzerin Lola Montez, die es als Revolutionsflüchtling in die USA verschlug. Eine atemberaubende Chronik, die die ganz besondere Aufbruchsstimmung jener Tage offenbart.“



In verschiedenen historischen Romanen ist mir das Jahr 1848 bereits des Öfteren begegnet und ich habe alles immer gern mit größter Aufmerksamkeit dazu verfolgt und gelesen. Autorin und Historikerin Alexandra Bleyer erzählt hier aber aus Sicht der Wissenschaftlerin und Kennerin des Themas auf sachlichem Terrain aber dennoch mehr als unterhaltsam und sehr gut nachvollziehbar. Bleyer geht hier komplett chronologisch vor und benennt zudem bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten die aber alle in allem mehr als genug mit den Jahren 1848/49 benannt werden müssen. Es war das Jahr der Revolution in Europa und der Schrei und Drang nach Demokratie war noch nie so groß wie vor 175 Jahren. Bleyer beleuchtet aber nicht nur die Politik und ihre Entwicklungen sondern eben auch den ganz normalen Alltag. Warum? Ohne dieses Verständnis wie diese Geschehnisse auf den „normalen“ Bürger mit seinen „normalen“ Problemen eingewirkten haben, ist das alles eben nicht verständlich! Man muss alle Seiten der Medaillen betrachten, studieren und erst dann ergibt sich ein Gesamtbild. Das Volk wird zumeist immer nur von den gebildeten und politisch engagierten Persönlichkeiten verallgemeinert aber es gibt ja eben nunmal auch das „einfach und normale“ Volk! Alexandra Bleyer nimmt uns immer wieder gekonnt an die Hand und erzählt uns wie es damals war. Es ist eine Zeitreise deluxe, denn ihre Art und Weise sind einnehmend und begeisternd. Das Buch wird als „atemberaubende Chronik“ bezeichnet und das ist es auch. Jeder Geschichtsinteressierte wird hier eine große Lesefreude erleben - egal ob in den beiden Jahren es ein Erfolgserlebnis für die Demokratie war oder auch nicht, war es und ist es ein historisches Ereignis von enormen Wert! 5 von 5 Sterne für dieses gelungen Buch!

Veröffentlicht am 30.11.2022

"Der Rabe Ralf ruft schaurig: Krah! Das End ist da!..." (Christian Morgenstern)

Raben
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Klappentext:

„Sie sind bekannt für ihre verblüffende Intelligenz, für das clevere Benutzen von Werkzeugen und für ihr außergewöhnlich soziales Miteinander: Raben und Krähen faszinieren und begleiten Menschen ...

Klappentext:

„Sie sind bekannt für ihre verblüffende Intelligenz, für das clevere Benutzen von Werkzeugen und für ihr außergewöhnlich soziales Miteinander: Raben und Krähen faszinieren und begleiten Menschen seit jeher. Leben Kolkraben wirklich so streng in Zweierbeziehungen wie Ehepaare im Einfamilienhaus? Warum verlassen sie ein Gebiet, in dem es genug Nahrung gibt? Wie gelingt es ihnen, sich in andere hineinzuversetzen? Und welche Regeln prägen ihr komplexes Sozialsystem? Der international renommierte Rabenforscher Thomas Bugnyar räumt mit vielen Mythen und Schwarz-Weiß-Bildern auf. Als Verhaltens- und Kognitionsbiologe nimmt er uns mit auf eine Entdeckungsreise in das Leben, Denken und Fühlen der Raben. Wir lernen die Verhaltensweisen der Rabenvögel zu verstehen, aber auch: dass sie uns verstehen.“



Autor des Buches „Raben“ ist Thomas Bugnyar. Er ist ein sehr bekannter Verhaltensforscher eben auf dem Gebiet „Raben und Krähenvögel“. In diesem Buch geht es speziell um Raben und er erzählt uns nicht nur außergewöhnliche Geschichten sondern bringt uns die Tiere biologisch aber eben auch Dinge über ihr Verhalten näher. Es ist wahrlich erstaunlich was Bugnyar hier dem Leser alles so berichten kann und wenn man richtig tief im Buch versunken ist, hat man eher das Gefühl man liest ein Buch über das menschliche Verhalten als eines über Raben. Bugnyar beschreibt einerseits fachlich aber dafür auch sehr verständlich und auf der anderen Seite brilliert er mit Anekdoten oder Geschichten. Die Mischung ist äußerst ausgewogen und fest steht: man wird die Tiere mit ganz anderen Augen betrachten wenn man dieses Buch schließt. Selbstredend hat man immer Vorurteile gegen diese Vogelarten aber das ist komplett unbegründet wenn man diese erstmal näher betrachtet - wie so vieles im Leben. Themen wie Mythen und Sagen werden ebenso beleuchtet wie das komplexe Sozialverhalten der Tiere. Kurzum: das Buch ist eine wunderbare Mischung und diese ist angenehm lesbar. Ich muss gestehen, das Buch löste einen richtigen Lesesog aus und somit hatte ich es in einem Rutsch gelesen - das spricht doch nur für das Buch! 5 von 5 Sterne hierfür!

Veröffentlicht am 30.11.2022

Wenn der Meister erzählt...

Der lebendige Planet
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!ein Lesehighlight 2022!



Klappentext:

„Der legendäre Tierfilmer und Naturforscher Sir David Attenborough beschreibt in seiner unnachahmlichen Art die Lebensräume auf unserem Planeten und erklärt, auf ...

!ein Lesehighlight 2022!



Klappentext:

„Der legendäre Tierfilmer und Naturforscher Sir David Attenborough beschreibt in seiner unnachahmlichen Art die Lebensräume auf unserem Planeten und erklärt, auf welche geheimnisvolle Weise alles Lebendige zusammenhängt. Das Buch führt uns in eisige Zonen, durch Tundra, Wald, Wüsten und Ozeane bis in die einsamen Höhen des Himalaya. Attenboroughs forschender Blick und sein Enthusiasmus sind unmittelbar ansteckend. Man staunt über die Anpassungsfähigkeit einzelner Arten und begreift die wunderbaren Kräfte der Natur, die die komplexen Bedürfnisse von Tieren und Pflanzen in den verschiedenen Lebensräumen ins Gleichgewicht bringt. Die aktualisierte Ausgabe des Klassikers berücksichtigt den neuesten Stand der Forschung und beschreibt eindringlich die Verletzlichkeit unseres Planeten durch Klimawandel, Umweltzerstörung und Artensterben.“



Ich schätze nicht nur den Inhalt dieses Buches sondern auch die komplette Aufmachung, denn diese ist vom Verlag wie früher gestaltet! Herrlich! Neben den mehr als ausführlichen Texten und Erzählungen von Sir David Attenborough darf der Leser sich auch immer wieder gesammelt auf Bilder freuen. Aber nun erstmal zum Inhalt: Attenborough beleuchtet hier auf seine charmante Art und Weise unseren Planeten. Er geht dabei, wenn man ihn kennt ist das schon fast wie ein Markenzeichen

, ruhig, sachlich und äußerst informativ vor. Sein Blick auf die Welt ist ganz besonders, denn er sieht immer nur Schönheit und schlussendlich hat er damit Recht! Was er aber auch sieht und eben auch anspricht sind die Veränderungen in jeglicher Form. Dieses Buch ist ein wahrer Klassiker und nun auf den aktuellen Stand unserer Zeit gebracht worden und selbstredend wird Attenborough auch dabei etwas mahnend und dennoch bleibt das sympathisch durch seine ganze Art. Er zeigt nicht nur die Tierwelt oder die Natur, er zeigt das große Ganze und wie alles miteinander verbunden ist. Er zeigt die Gesamtheit auf und wie wichtig es ist, diese zu schützen und zu bewahren! Durch seine Jahrzehnte lange Arbeit als Tierfilmer und Forscher hat er ein unglaubliches Wissen welches hier eine wunderbare Plattform bekommt. Attenborough schaut gern auch mal hinter die Kulissen der Natur und begreift schnell wie alles läuft - und genau das gibt er dem Leser hier weiter.

Noch kurz zur Optik und Haptik: Wie ich bereits schrieb, das Buch hat eine klassische Aufmachung und besticht dadurch. Der Einband hält eine Menge Seiten fest und die Qualität der Buchseiten und Bilder ist perfekt. Das Buch hat eine handliche Größe und ist trotz seines Umfang optimal handlich.

Fazit: Das Buch ist eine Art Bibel für unsere Erde und wir wohl nie an Aktualität verlieren wenn es immer wieder auf Stand gebracht wird. Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen dem unser Planet mit all seinen Tieren und Pflanzen wichtig ist. Sir David Attenborough ist ein ganz besonderer Mann mit dem besonderen Blick und dem besonderen Verstand alles aufzusaugen was geht und wichtig ist. Wenn wir diesen Blick nicht mehr haben, sind wir eigentlich alle verloren und genau deshalb ist das Buch so wichtig! 5 Sterne hierfür und ich würde, wenn möglich, gern mehr vergeben!