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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2022

Absolute Leseempfehlung

Tinte & Siegel
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"Tote Schüler sind auf Dauer schlecht für den Ruf. Inzwischen frage ich mich, ob meiner noch zu retten ist."

Al hat unglaubliches Glück, denn er ist ein begabter Siegelmagier. Leider ist er aber auch ...

"Tote Schüler sind auf Dauer schlecht für den Ruf. Inzwischen frage ich mich, ob meiner noch zu retten ist."

Al hat unglaubliches Glück, denn er ist ein begabter Siegelmagier. Leider ist er aber auch verflucht und kann daher nur durch Hilfsmittel mit anderen Menschen kommunizieren. Pech hat er auch noch, denn alle seine Lehrlinge starben bei seltsamen Unfällen. Aber das Beste hieran ist: Al steckt ständig in Schwierigkeiten, ist aber dann irgendwie doch Herr der Lage und unfassbar frech und witzig dabei. Die Hauptfigur ist so ganz anders als das typische Klischee. Ich habe ihn sofort ins Herz geschlossen. Das Buch war sehr unterhaltsam und kurzweilig. Die Magie und die verschiedenen übernatürlichen Wesen in der Geschichte haben sich sehr gut in die Story eingefügt. Besonders gut gefallen hat mir die schräge Beziehung
zwischen Al und Buck Foi. Absolute Empfehlung.

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Veröffentlicht am 04.12.2022

Eine besondere Reise durch den Westen der USA

Die tausend Verbrechen des Ming Tsu
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"Ein Mensch ist unsterblich bis zu dem Augenblick seines Todes. Und dann ist er allem ausgeliefert. Bis dahin aber lebt er ewig, und nichts auf der Welt kann ihn bezwingen."

Ming Tsu, Waisenkind chinesischer ...

"Ein Mensch ist unsterblich bis zu dem Augenblick seines Todes. Und dann ist er allem ausgeliefert. Bis dahin aber lebt er ewig, und nichts auf der Welt kann ihn bezwingen."

Ming Tsu, Waisenkind chinesischer Herkunft, will eine weiße Frau heiraten. Ada war jedoch schon einem anderen Mann versprochen. Ihr Vater lässt sie zurückholen, Ming halb tot prügeln und verkauft ihn als Sklave an die Eisenbahngesellschaft. Ming schwört Vendetta.

Zu Beginn dachte ich es wird eine typische Hitman-Geschichte, die starke, sehr blutige Einflüsse von Tarantino hat. Im Verlauf der Handlung wird Ming jedoch zunehmend menschlicher, entwickelt sogar eine besondere Beziehung zu den Mitgliedern der Wundershow. Was ich allerdings nicht verstanden habe ist, warum sich Ming so sehr von seiner Herkunft distanziert und immer wieder darauf besteht, dass er kein chinesisch spricht und nicht als der Chinese wahrgenommen werden möchte. Vor dem Hintergrund der Zwangsarbeit an der Eisenbahn, hätte ich da ein bisschen mehr Aufklärung durch den Autor erwartet.

Besonders gefallen hat mir der Charakter des Propheten. Es ist schon praktisch die Zukunft voraussagen zu können, sich in pikanten Situationen aber nicht mehr an die Vergangenheit und eigene Aussagen erinnern zu können. Verpackt hat er das Ganze mit einem gewissen Charme, der die Beziehung zu Ming sehr unterhaltsam gemacht hat.
Der Schreibstil ist ruhig, flüssig und lässt sich gut lesen. Es wird neben der Schönheit der Sierra auch die raue Seite Nevadas beschrieben, manchmal auch durchaus etwas zu ausführlich. Das Cover fügt sich farblich passend in die romantische Seite der Wüste ein.
Die Mischung aus Western und Thriller mit wundersamen Elementen gibt diesem Roman einen besonderen Reiz. Empfehlenswert für alle, die nach einem Abenteuer durch den Westen der USA suchen.

Vielen Dank an den Suhrkamp Verlag, welcher mir in Kooperation mit Vorablesen ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Spielst du das Spiel bis zum Ende?

Die Queen von Mayfair
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Die Queen of Fives hat einen Plan: Sie wird die reiche Erbin geben und einen Mann um sein Vermögen erleichtern. Doch wie schafft sie es in nur 5 Tagen diesen Mann davon zu überzeugen sie zu heiraten?

Die ...

Die Queen of Fives hat einen Plan: Sie wird die reiche Erbin geben und einen Mann um sein Vermögen erleichtern. Doch wie schafft sie es in nur 5 Tagen diesen Mann davon zu überzeugen sie zu heiraten?

Die Story ist im viktorianischen London angesiedelt, aber natürlich nicht im armen Viertel der Stadt. Schließlich spielt die Hauptprotagonistin eine reiche Erbin. Zwischen Oper, Bällen und Teekränzchen muss Quinta den Duke für sich gewinnen. Und sich natürlich an die Regeln des Chateau halten. Das Konzept ist interessant und bildet eine spannende Jagd. Das alles in 5 Tagen zu schaffen, ist natürlich abenteuerlich, wird aber mit viel Humor ausgeglichen. Trotzdem bin ich mit Quinta nicht ganz warm geworden. Ich habe sie während der gesamten Handlung distanziert von außen beobachtet, konnte mich aber nicht in sie hineinversetzen. Auch der Duke blieb bis zum Schluss für mich blass.

Insgesamt eine Empfehlung an Fans von Romanen mit viktorianischem Setting, ganz überzeugen konnte mich das Buch jedoch nicht.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Mensch oder Mythos?

Kleopatra
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Die Autorin erzählt das Leben von Kleopatra aus der Ich-Perspektive, was mir stilistisch gut gefallen hat. Sie spricht die Leser:in auch immer wieder direkt an, kommentiert die Handlung aus ihrer Sicht ...

Die Autorin erzählt das Leben von Kleopatra aus der Ich-Perspektive, was mir stilistisch gut gefallen hat. Sie spricht die Leser:in auch immer wieder direkt an, kommentiert die Handlung aus ihrer Sicht mit Blick auf die historische Geschichtsschreibung und gibt Kommentare zu Ereignissen ab, die noch in der Zukunft liegen. Ob hier tatsächlich irgendetwas von der Handlung historisch korrekt ist, war für mich tatsächlich nicht wichtig. Ich habe erwartet, mehr von der Königin in ihrer Rolle als Herrscherin, Frau und Mutter zu erfahren - unabhängig der von Männern überlieferten Geschichten. Durch die Ich-Perspektive habe ich erwartet, einen sehr guten Bezug zu Kleopatra aufzubauen, was mir leider nicht gelungen ist. Ich konnte bis zum Ende nicht mit ihr mitfühlen, was mich total irritiert hat. Vielleicht hätte ich das Buch lieber im englischen Original lesen sollen. Auch das Erzähltempo konnte mich nicht vollständig überzeugen: Mal werden Ereignisse ausführlich beschrieben und dann werden einzelne Abschnitte ihres Lebens in extrem schnellem Tempo mit wenigen Seiten abgehandelt.

Insgesamt ein interessanter Roman, der jedoch hinter den Möglichkeiten dieser starken Frau zurückblieb

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Welche Erinnerung ist real?

Die Geister von La Spezia
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Percy Shelley, Ehemann der Autorin Mary Shelley, ist bei einem Schiffsunglück ertrunken. Doch an den Umständen seines Todes gibt es Zweifel. Pat soll mithilfe einer Erinnerungsreise herausfinden, was wirklich ...

Percy Shelley, Ehemann der Autorin Mary Shelley, ist bei einem Schiffsunglück ertrunken. Doch an den Umständen seines Todes gibt es Zweifel. Pat soll mithilfe einer Erinnerungsreise herausfinden, was wirklich passiert ist. Doch je tiefer sie in die Erinnerungen von Mary und ihrem Umfeld vordringt, umso mehr Fragen kommen auf.

Der Einstieg in die Geschichte war für mich sehr interessant, zumal mir nicht ganz klar war, wie das Konzept einer Erinnerungsreise funktionieren soll. Die Sichtweise von Mary hat mir gut gefallen. Dann wanderte Pat jedoch plötzlich auch in die Erinnerungen von weiteren Personen, was das ganze Konstrukt jedoch verwirrender und unübersichtlich gemacht hat. Die Spannung hat für
mich zum Ende hin deutlich abgenommen. Auch die düstere, mysteriöse Stimmung flachte zum Finale der Handlung ab.

Hier werden historische Ereignisse mit übernatürlichen Geschehnissen vermischt, was eine interessante Kombination ergibt. Der Autor gibt zudem am Endes des Buches Literaturhinweise an. Der Schreibstil ist einfach gehalten und lässt sich flüssig lesen. Manchmal hat mich nur die moderne Ausdrucksweise von Pat gewundert, die nicht immer ganz zum historischen Setting gepasst hat.

Insgesamt ein interessantes historisches Setting, das im Mittelteil beim Lesen doch etwas Geduld und Konzentration erfordert.

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