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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2022

Herausragender zweiter Band

Der Salon
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Zweite Bände haben ja oft das Problem, dass sie einfach nicht mit Band 1 mithalten können, weil entweder dem Autor oder dem Leser die Puste ausgeht. Ganz anders bei „Der Salon- ein hoffnungsvoller Aufbruch“. ...

Zweite Bände haben ja oft das Problem, dass sie einfach nicht mit Band 1 mithalten können, weil entweder dem Autor oder dem Leser die Puste ausgeht. Ganz anders bei „Der Salon- ein hoffnungsvoller Aufbruch“. Das Buch knüpft mühelos an die Ereignisse 5 Jahre zuvor aus Band 1 an, den man in meinen Augen unbedingt vorher gelesen haben sollte. Eine packende, emotionale Familiengeschichte:

Zum Inhalt: fünf Jahre nach Habs Tod hat sich das Leben der Familie Landmann einigermaßen normalisiert. Aber Leni fühlt sich festgefahren. Als ihr Chef ihr dir Möglichkeit für ein Praktikum in London verschafft, zögert sie nicht lange und stürzt sich ins Abenteuer. Und auch Charlotte ist bereit nach Hans Tod endlich nach vorn zu Blicken. Da taucht der Modefotograf Walter auf und verdreht ihr gehörig den Kopf.

Ich habe mich wieder fanatisch in der Geschichte zurecht gefunden, auch wenn es schon eine Weile her ist, dass ich Band 1 gelesen habe. Aber für mich war das so eine Geschichte, die hängen geblieben ist und die mich auch mit Band 2 direkt wieder in ihren Bann geschlagen hat.

Julia Fischer steckt hier einfach ganz viel Herzblut in die Geschichte und quasi jede einzelne Seite lässt erkennen, wie toll die Geschichte recherchiert ist. Aktuelle gesellschaftliche und politische Ereignisse werden hier genauso aufgegriffen wie Trends und die Stimmung der Zeit. Neben altbekannten Figuren tauchen auch ein paar neue, spannende Charaktere auf, die entweder selbst aktiv in die Handlung eingreifen und so zu deren Zentrum werden, oder die die Hauptcharaktere auf ihrer Reise begleiten.

Der Fokus liegt wieder ganz klar auf Leni, die endlichen ihren Traum verwirklichen will und auch gleichzeitig auch wieder für die Liebe öffnet. Aber auch Charlotte macht noch einmal eine deutliche Entwicklung durch. Die Charaktere sind gewohnt liebenswert und das Buch hat sich ein bisschen nach Heimkehr angefühlt. Julia Fischer nimmt uns mit auf eine emotionale Reise ins München der 60er Jahre. Sehr lesenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 12.12.2022

Sowas von packend

NIGHT – Nacht der Angst
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„Night“ ist für mich das erste Buch von Autor Riley Sager, aber ich hatte bisher viel Gutes gehört und war entsprechend neugierig auf dieses Buch. Ich liebe Thriller und war bei Cover und Klappentext direkt ...

„Night“ ist für mich das erste Buch von Autor Riley Sager, aber ich hatte bisher viel Gutes gehört und war entsprechend neugierig auf dieses Buch. Ich liebe Thriller und war bei Cover und Klappentext direkt gehypt. Und das Buch hat gnadenlos abgeliefert. Ich bin immer noch geschockt wie gut es war und wie gebannt ich zwischen den Seiten gehangen habe.

Zum Inhalt: Studentin Charlie hat nach dem Mord an ihrer Mitbewohnerin nur ein Ziel: das College so schnell wie möglich sich lassen und neu anfangen. Und damit am besten auch die Schuldgefühle zurücklassen, ihre Freundin in der Nacht ihrer Ermordung allein gelassen zu haben. Zum Glück findet sich schnell eine Mitfahrgelegenheit. Aber irgendwas ist an Josh komisch. Und auch seine Geschichte, die er Charlie erzählt hat, scheint langsam zu bröckeln.

Was mir an diesem Buch richtig gut gefallen hat ist, dass der Leser die Handlung quasi in Echtzeit erlebt. Das Buch ist im Präsens und hauptsächlich aus der Sicht von Charlie geschrieben. Dadurch ist der Leser mitten im Geschehen drin. Ab und zu wechselt die Perspektive, was zusätzlich für Spannung sorgt. Die Protagonistin selbst ist keine vertrauenswürdige Erzählerin, aber da sich auch die anderen Charaktere teils sehr merkwürdig verhalten, bleibt auch für den Leser unklar, wem er hier trauen kann.

Die Handlung spielt über weite Strecken auf sehr engen Raum- nämlich in einem Auto. Daher liegt der Fokus auf Dialogen und den Beobachtungen und Interpretationen der Charaktere, was ich einen sehr spannenden Erzählansatz finde. Themen wie Selbsttäuschung und Gaslighting spielen eine große Rolle im Buch und gefühlt verfolgen alle Figuren heimliche Ziele, die sich dem Leser erst nach und nach offenbaren.

Immer wieder wurde ich vom Verlauf der Handlung überrascht, die sich so liest, als würde man einen Film verfolgen. Das ist auch so gewollt und wird zu Beginn so eingeleitet. Tatsächlich habe ich die Handlung wirklich sehr szenisch vor mir gesehen, der Autor hat hier also fantastische Arbeit geleistet. Die Auflösung war großartig, hat mich überrascht und das Buch gut abgerundet. Für mich war dieses Buch im wahrsten Sinne großes Kino.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2022

Eine Liebeshymne an die Medizin

Anatomy
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Ich kann hier ganz offen gestehen: bei diesem fantastischen Cover bin ich schwach geworden. Ich liebe Die Lehre der Anatomie und dieses Cover, dass Kunst und Medizin symbiotisch verbindet hat es mir total ...

Ich kann hier ganz offen gestehen: bei diesem fantastischen Cover bin ich schwach geworden. Ich liebe Die Lehre der Anatomie und dieses Cover, dass Kunst und Medizin symbiotisch verbindet hat es mir total angetan. Und viel mehr noch: auch die Geschichte hat mich absolut in ihren Bann geschlagen.

Zum Inhalt: Hazel wünscht sich nichts sehnlicher als Ärztin zu werden. Doch für eine Frau gab es dazu Anfang des 19. Jahrhunderts kaum Möglichkeiten. Dich Hazel findet einen Weg sich in der Seminar des bekannten Arztes Dr. Beecham einzuschleichen. In einem Pakt bietet er ihr an, ihr Studium anzuerkennen, sollte die die Arztprüfung ohne anatomischen Vorbereitungskurs bestehen. Also beginnt Hazel auf eigene Faust Körper zu studieren.

Das Buch ist ein fantastischer Genre-Mix aus historischen angehauchtem Liebesroman und Spannungsgeschichte mit einem kleinen Hauch Übersinnlichkeit. Fanatisch fand ich zudem die zwischen den Kapitel eingestreuten Auszüge aus Fachliteratur und Zeitungsartikeln, die dem ganzen irgendwie zusätzliche Authentizität verliehen haben.

Hazel ist eine fortschrittliche und mutige junge Frau, die ihrer Zeit voraus war. Mit ihrer forschen Art war sie mir direkt sympathisch. Das Thema Anatomie ist sicherlich nichts für zartbesaitete Mägen, wobei mir diese Parts im Buch fast schon ein bisschen zu kurz gekommen sind, da Hazel sich zwischenzeitlich auf Krankenpflege verlagert.

Das Buch trägt den Untertitel „eine Liebesgeschichte“ und ich finde das Buch strahlt wahrlich Liebe zur Medizin aus. Es gibt auch eine zwischenmenschliche Liebesgeschichte, die allerdings recht knapp und fast schon unspektakulär verläuft, im Vergleich zur Spannungsroman-Komponente.

Ich fand das Buch alles in allem total klasse, es war ganz anders als erwartet und hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 08.12.2022

Spannender und wendungsreicher als gedacht

Lightlark
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Ich würde gerne mehr Fanatsy lesen, aber meistens komme ich dann doch nicht an die Geschichten ran und bin enttäuscht. Bei Lightlark fand ich einfach Cover und Farbschnitt so unglaublich gelungen, dass ...

Ich würde gerne mehr Fanatsy lesen, aber meistens komme ich dann doch nicht an die Geschichten ran und bin enttäuscht. Bei Lightlark fand ich einfach Cover und Farbschnitt so unglaublich gelungen, dass ich dem Buch unbedingt eine Chance geben wollte. Und diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen

Zum Inhalt: nachdem ein Fluch die sechs magischen Völker von Lightlark dazu verdammt hat, sich voneinander zu isolieren und ne auf einen Teil ihrer Macht Zugriff zu haben, scheint deren Magie nach und nach zu schwinden. Alle 500 Jahre haben die Herrscher die Möglichkeit den Fluch zu brechen. Isla, die Herrscherin der Wildlinge verfolgt allerdings in diesem Jahr einen ganz eigenen Plan. Doch wem kann sie trauen? Und wird ihr vielleicht die Liebe einen Strich durch die Rechnung machen?

Das Worldbuilding hat mir wirklich gut gefallen. Es ist nicht zu kompliziert, sodass man sich schnell zurechtfindet, aber trotzdem magisch genug, um besonders zu sein und den Leser zu fesseln. Vor allem die sechs Völker und ihre jeweiligen Fähigkeiten, sowie die Einschränkungen durch den Fluch fand ich total interessant und spannend.

Isla ist eine recht junge Herrscherin im Vergleich zu den anderen. Im direkten Vergleich wirkt sie daher oft impulsiv, aber manchmal auch sehr naiv und leichtgläubig. Sie weiß nicht, wem sie trauen kann und wird daher mehr als einmal von in Gefühlen übermannt.

Die ganze Thematik um das Fluchbrechen war unglaublich fesselnd und hat mir sehr gut gefallen. Wichtige Hintergrundinformationen werden scheinbar mühelos eingeflochten und das Buch hat sich dadurch wirklich toll lesen lassen. Und ich war überrascht, wie wendungsreich die Geschichte ist. Es gibt ein paar wirklich tolle Twists die ich nicht kommen gesehen habe. Ich fand das Buch wirklich klasse- gerne mehr davon

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Veröffentlicht am 01.12.2022

Spannend bis zur letzten Seite und hochbrisant

Turmgold
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„Turmschatten“ ist eins meiner Highlight-Bücher aus diesem Jahr, dementsprechend habe ich der Fortsetzung „Turmgold“ sehr ungeduldig entgegengefiebert. Das Coverdesign passt gut zum Vorgänger und wirkt ...

„Turmschatten“ ist eins meiner Highlight-Bücher aus diesem Jahr, dementsprechend habe ich der Fortsetzung „Turmgold“ sehr ungeduldig entgegengefiebert. Das Coverdesign passt gut zum Vorgänger und wirkt wieder gewohnt düster und bedrohlich. Es ist nicht unbedingt notwendig Band 1 vor Band 2 zu lesen, da die Handlung auch gut für sich alleinstehen kann. Für den allumfassenden Kontext (die Kurzfassung wird hier immer mitgeliefert) ist es aber ratsam Band 1 auch zuerst zu lesen). Was mir an diesem Buch so gefällt, ist die Aktualität des Themas und wie packend diese menschenverachtende Denkweise hier in einen packenden Thriller verpackt wurde.

Zum Inhalt: Zehn Jahre nach der aufsehenerregenden Geiselnahme im Hochbunker beherbergt der Turm einen jüdischen Kindergarten. Der ehemalige Mossadagent und Geiselnehmer Ephraim Zamir ist untergetaucht. Doch nicht alle seine Geheimnisse bleiben verborgen, denn der Turm soll einen Schatz aus Nazigold verstecken. Und die rechte Szene setzt alles daran, sich diesen Schatz unter den Nagel zu reißen. So kommt es, dass 10 Jahre nach der ersten Geiselnahme ein Neonazi namens Steiner 10 jüdische Kinder in seine Gewalt bringt. Dabei geht es ihm vor allem auch um eins: Rache an Karl Rieger, seinem ehemaligen Kameraden, der nach der ersten Geiselnahme die Sache und seinen Glauben verraten und sich ins Zeugenschutzprogramm geflüchtet hat.

Ich bin jedes Mal wieder total gebannt davon, wie gut Peter Grandl es schafft, Realität und Fiktion miteinander zu verknüpfen und so einen Thriller abzuliefern, der mit vor Spannung den Atem stocken lässt und mich fassungslos den Kopf schütteln lässt darüber, wie stark die Macht von Hass ist. Das Buch wirkt sehr gut recherchiert und damit absolut authentisch. Wenn ich nicht wüsste, dass es sich um ein fiktionales Werk handelt, könnte ich mir diese Vorkommnisse auch nur allzu leicht in Form realer Berichterstattung vorstellen.

Was mir an diesem zweiten Band wirklich gut gefällt ist, dass interessante Nebencharaktere aus Band 1 nun stärker eingebunden werden und gleichzeitig aber auch einige neue, faszinierende Figuren auftauchen. Wie in Band 1 wird die Geschichte wieder aus diversen unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was sehr zum Spannungsbogen beiträgt. Besonders interessant fand ich den geläuterten Karl Rieger. Ähnlich wie er selbst in Band 1 gibt es auch in diesem Buch Charaktere, die im Verlauf der Handlung eine starke Entwicklung durchlaufen.
Gefühlt gibt es in diesem Buch deutlich mehr Kollateralschäden und besonders am Ende gibt es eine Entwicklung, die ich ein bisschen zu viel des Guten fand und auf mich reichlich überkonstruiert wirkte.

Mir hat dieses Buch wieder sehr gut gefallen und ich habe von Anfang an gespannt an den Seiten gehangen, weil mich die Story wieder so mitgerissen hat. Der Inhalt ist erschreckend aktuell und gerade die Brisanz des Themas macht dieses Buch so unfassbar gut.

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