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Veröffentlicht am 22.12.2022

Einfach schön!

Das kleine Bücherdorf: Winterglitzern
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Die Kunsthändlerin Vicky gelangt durch Zufall an einen geheimnisvollen Brief, den der 8jährige Finlay aus Swinton-on-Sea in Schottland seiner Mutter schrieb. Dem Brief beigelegt ist ein Foto, auf dem Finlay ...

Die Kunsthändlerin Vicky gelangt durch Zufall an einen geheimnisvollen Brief, den der 8jährige Finlay aus Swinton-on-Sea in Schottland seiner Mutter schrieb. Dem Brief beigelegt ist ein Foto, auf dem Finlay eine seltene Ausgabe von "Alice im Wunderland" in den Händen hält. Vicky fährt nach Swinton zum Antiquariat von Finlays Vater Graham. Dort wird sie für die neue Aushilfsbuchhändlerin gehalten und gerät mitten in die Geschichte von Finlay, Graham - und einem sehr wertvollen Buch. Doch so wohl sie sich dort fühlt, sie muß aufpassen - denn sie muß etwas verbergen...

"Das kleine Bücherdorf - Winterglitzern" ist der Auftakt einer neuen kleinen Serie von Katharina Herzog. Der Roman spielt in Swinton-on-Sea, dessen Vorbild der reale Ort Wigtown ist. Dieser Ort mit seinen zahlreichen Buchhandlungen wird hier mit Leben gefüllt. Die Bewohner sind so richtig urige Dörfler, die man einfach sympathisch finden muß. Die Kapitel sind jeweils aus wechselnden Perspektiven geschrieben, so daß man die Empfindungen und Handlungen gut nachvollziehen kann und den Charakteren immer näher kommt und sie versteht. Da das Buch zur Weihnachtszeit spielt, wird man hier auch mit den typischen Bräuchen bekannt gemacht und kann die heimelige Stimmung perfekt nachempfinden. Man wird richtig zum Teil des Buches. So romantisch und schön dieses Buch ist - es hat auch seine nachdenklichen Seiten. Dadurch empfand ich es als sehr abwechslungsreich und es war irgendwie erfrischend, daß hier nicht nur die heile Welt voller Sonnenschein beschrieben wird. Trotzdem fühlt man sich in diesem Buch geborgen. Das ist eine Kunst, die Katharina Herzog hier gut umgesetzt hat. Schon allein die Idee, einem bekannten Buch in diesem Roman eine Hauptrolle zu geben, hat mich fasziniert und macht "Winterglitzern" zu einem besonderen Roman. Katharina Herzog hat mich hier mit allem überzeugt. Angefangen bei der schönen Idee, die hinter der Handlung steckt, dem wunderschön beschriebenen Dorf mit den sympathischen Bewohnern und ihrem tollen Schreibstil - hier paßt einfach alles!

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Veröffentlicht am 20.12.2022

Das Leben einer starken Frau

Margarete Steiff - Teddybären und Kinderträume (Ikonen ihrer Zeit 7)
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Margarete Steiff erkrankte bereits als Kleinkind an Kinderlähmung. Seitdem kann sie nicht laufen. Trotzdem betreibt sie, zuerst mit ihren Schwestern, später allein, eine kleine Nähstube. Mit ihrer enormen ...

Margarete Steiff erkrankte bereits als Kleinkind an Kinderlähmung. Seitdem kann sie nicht laufen. Trotzdem betreibt sie, zuerst mit ihren Schwestern, später allein, eine kleine Nähstube. Mit ihrer enormen Willenskraft schafft sie Dinge, die ihr niemand zutraut. Bald fertigt sie auch Kleidung an und ihr Laden läuft so gut, daß sie Frauen aus der Umgebung einstellen kann. Eines Tages kommt ihr die Idee, aus Filz einen kleinen Elefanten zu nähen. Das niedliche Tier soll ein Geschenk für ihre Schwägerin sein und ihr als Nadelkissen dienen. Doch es kommt anders, denn Margaretes Neffen sind begeistert vom neuen Spielzeug. Da beschließt sie, die Filztiere herzustellen und zu verkaufen. Dies wird ein großer Erfolg und die kleine Firma kann die Aufträge kaum bewältigen. Doch bis auch die berühmten Teddybären hergestellt werden, vergeht noch eine lange Zeit.

Das Buch "Margarete Steiff - Teddybären und Kinderträume" hat mich sehr berührt. Kristina Lüding schreibt über das Leben von Margarete Steiff in einer sehr angenehmen Art. Sie stellt die historisch bewiesenen Tatsachen humorvoll nach und erlaubt sich auch hin und wieder etwas hinzuzufügen. Frei nach dem Motto: So könnte es gewesen sein! Die Geschichte zeigt eine starke Frau, die von den Menschen Anerkennung wollte, aber auf keinen Fall Mitleid. Trotzdem steigt einem beim Lesen manchmal ein Kloß in den Hals. Die Gedanken von Margarete unterscheiden sich oft von dem, was sie den Leuten sagt. Ihre Traurigkeit über ihre Behinderung läßt sie sich nie anmerken. Man kann sagen, daß Margarete Steiff ohne den Zuspruch ihrer Familie (außer ihrer Mutter), es niemals geschafft hätte, so ein eigenständiges Leben zu führen und schon gar nicht so erfolgreich zu sein.
Man hat hier ein ganz bezauberndes Buch über das Leben von Margarete Steiff, der Mutter aller Stofftiere!

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Veröffentlicht am 19.12.2022

Auch Teil 2 überzeugt

Dallmayr. Der Glanz einer neuen Ära
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Im Jahre 1905 hat Therese Randlkofer das Haus Dallmayr in einen Feinkostladen mit Schätzen aus aller Welt verwandelt. Das Geschäft ist erfolgreich, doch der mißgünstige Schwager Max sät Zwietracht innerhalb ...

Im Jahre 1905 hat Therese Randlkofer das Haus Dallmayr in einen Feinkostladen mit Schätzen aus aller Welt verwandelt. Das Geschäft ist erfolgreich, doch der mißgünstige Schwager Max sät Zwietracht innerhalb der Familie. Ausgerechnet bei Thereses eigenen Kindern, deren Hilfe Therese dringend bräuchte - denn sie hat einen Entschluss gefasst, der sie alles kosten könnte, jedoch für die Zukunft des Hauses Dallmayr unabdingbar ist.

Lisa Graf führt die Geschichte des "Dallmayr" mit dem Buch "Der Glanz einer neuen Ära" gekonnt weiter. Die Geschichte nähert sich dem ersten Weltkrieg, es herrscht Hunger und Not, so daß auch im Dallmayr umgedacht werden muß. Statt Spezialitäten gibt es eher normale Sachen. Man spürt den Umbruch wirklich hautnah und leidet mit Therese mit. Hier hat die Autorin die Situation der Bevölkerung perfekt eingefangen! Sie verwebt hier historische Tatsachen mit in ihre Handlung, so daß diese absolut authentisch wird. Besonders gefallen hat mir, daß man hier auf alte Bekannte aus dem ersten Band trifft. So spielt auch der frühere Lehrling Ludwig wieder eine Rolle. Durch diese Wiedersehen fühlt man sich hier direkt heimisch. Lisa Graf verfügt über einen sehr bildhaften Schreibstil, so daß man sich direkt ins Dallmayr versetzt fühlt. Man sieht das alte München detailgetreu vor sich, wandelt auf den Straßen umher und fühlt mit der Bevölkerung. Das Buch liest sich dadurch sehr flüssig und trotz des Umfanges sehr schnell.
Sollte es von dieser Saga noch einen dritten Teil geben - ich würde mich sehr darüber freuen!

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Veröffentlicht am 16.12.2022

Sehr spannend

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe (Hafenärztin 3)
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Nachdem Dr. Anne Fitzpatrick sich in London ihrer Vergangenheit gestellt hat, kann sie ab sofort wieder in Hamburg unter ihrem richtigen Namen praktizieren. Bei ihrer Arbeit bei den Frauen im Hafen fällt ...

Nachdem Dr. Anne Fitzpatrick sich in London ihrer Vergangenheit gestellt hat, kann sie ab sofort wieder in Hamburg unter ihrem richtigen Namen praktizieren. Bei ihrer Arbeit bei den Frauen im Hafen fällt ihr auf, daß immer mehr Chinesinnen unter ihnen sind. Sie wurden mit vielen Versprechungen aus ihrer Heimat gelockt und dann in Hamburg als Prostituierte an Zuhälter verkauft. Eines Tages wird Anne Zeugin eines Mordes an einer dieser jungen Frauen. Doch nachdem sie die Polizei informiert hat, ist die Leiche verschwunden. Kommissar Berthold Rheydt glaubt Anne und läßt nach der toten Frau suchen. Als die gefunden wird, stockt dem Kommissar der Atem. Alles sieht danach aus, als wenn der "Hafenschlächter" wieder zurück in Hamburg ist. Berthold Rheydt ermittelt mit allen Kräften, um diesen gefürchteten Mörder diesmal zu fassen, obwohl er viel lieber seine Zeit mit Helene Curtius verbringen würde. Für sie ist er bereit, sein Leben zu verändern.

Im dritten Buch über "Die Hafenärztin" geht es um "Ein Leben für das Recht auf Liebe". Gemeint ist damit wohl das Schicksal der vielen chinesischen Frauen, die im Hafenviertel ihrer Arbeit nachgehen müssen. Ihr Leben beschreibt Henrike Engel sehr eindringlich. Man spürt die Einsamkeit dieser Frauen, die sich oft noch nicht einmal verständlich machen können. Auch diesmal wird die Geschichte echt spannend. Das Auftauchen des Mörders, der ein alter Bekannter aus Band 1 ist, kommt überraschend und gibt der Geschichte etwas Besonderes. Henrike Engel stellt die Personen sehr menschlich dar. Sie gibt ihnen Eigenschaften, die uns allen bekannt vorkommen. Weil man sie jetzt schon durch die drei Bücher begleiten konnte, sind sie vertraut und man lernt sie immer besser kennen.
Auch dieses Buch ist ein sehr spannender Krimi und es darf gerne weitergehen mit der Hafenärztin und ihren Freunden!

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Veröffentlicht am 15.12.2022

Weihnachten mit der Verwandtschaft

Lallende Tanten überall
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Wie jedes Jahr zu Weihnachten beglückt Dietmar Bittrich den Leser mit einer Sammlung von Kurzgeschichten rund um die bucklige Verwandtschaft. Auch diesmal hat er verschiedene Autoren versammelt, die jeder ...

Wie jedes Jahr zu Weihnachten beglückt Dietmar Bittrich den Leser mit einer Sammlung von Kurzgeschichten rund um die bucklige Verwandtschaft. Auch diesmal hat er verschiedene Autoren versammelt, die jeder eine Kurzgeschichte zu dem Band "Lallende Tanten überall" beigesteuert haben. Die Kurzgeschichten weisen unterschiedliche Längen auf, sind aber allesamt so gehalten, daß man immer wieder eine "zwischendurch" lesen kann. Thematisch dreht sich natürlich alles um Weihnachten, jedoch sind die Geschichten sehr abwechslungsreich. Mal geht es um das Jubiläum einer Rockband, die seit Jahren nicht mehr zusammen gespielt hat, dann um einen Ehemann, der sich von seiner Frau verlassen wähnt, um schlesische Tanten und Zitronencreme, um uneingeladen erschienene und eingeladen nicht - erschienene Verwandtschaft, um einen alten Vater, der nichts wegwerfen kann und vieles mehr. Alle haben eines gemein - die Geschichten sind zauberhaft. Die Autoren haben alle durchweg einen wunderbaren Schreibstil und vermitteln mal humorvolle, mal ernste Geschichten sehr eindrucksvoll. Hier steht der Spaß ganz hoch! Natürlich wird nicht jede Geschichte jedem gleich gut gefallen, auch ich habe hier meine Lieblinge, aber es ist wirklich für jeden etwas dabei. Diese Serie von Dietmar Bittrich gehört für mich so eng zu Weihnachten wie Tannenbaum und Geschenke!

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