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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2023

Lehrreich und unterhaltsam

Jonas und Fricka, Ebbe und Flut
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Das gut gelungene Cover dieses Kinderbuches bringt die Atmosphäre des Buchinhalts sehr gut zum Ausdruck: Die Leichtigkeit der Ferientage und die Weite des Meeres. Da das Buch einige wichtige Botschaften ...


Das gut gelungene Cover dieses Kinderbuches bringt die Atmosphäre des Buchinhalts sehr gut zum Ausdruck: Die Leichtigkeit der Ferientage und die Weite des Meeres. Da das Buch einige wichtige Botschaften übermittelt, könnte ich mir durchaus vorstellen, die Geschichte von Jonas und Fricka als Klassenlektüre für 8-Jährige einzusetzen.
Jonas kommt in Corona-Zeiten zusammen mit seinen Eltern aus der Großstadt an die Nordsee, um eine Ferienwoche auf einer Hallig zu verbringen. Jonas ist schlecht gelaunt, denn er befürchtet, dass das der langweiligste Urlaub aller Zeiten werden wird. Kein Fußball, kein Basketball, nichts was Spaß und Ablenkung bringt. Als er jedoch die wissbegierige Fricka kennenlernt, die auf der Hallig geboren ist und kein anderes Leben als das Halligleben kennt, erfährt Jonas ganz ungeahnte Dinge von ihr. Und er schafft es ebenso unerwartet, Fricka seine eigenen aus Wissen gewonnenen Einstellungen an sie eindrucksvoll weiterzugeben. Doch alles hat zwei Seiten. Richtig spannend wird es, als Jonas aus Wut und Enttäuschung in große Gefahr gerät.
Das Kinderbuch hat in seiner Geschichte allerlei Themen verpackt, die es wert sind, Kindern nahe gebracht zu werden. So zum Beispiel das Leben im Einklang mit der Natur, die Kraft des Meeres, Verantwortung für die Natur, die erst durch Wissen wächst. Es wird aber auch der Wert von echter Freundschaft mit Toleranz und dem Anerkennen von unterschiedlichen Einstellungen und Lebensformen thematisiert. Manchmal empfand ich den Erzählstil leider ein wenig allzu pädagogisch belehrend. Dennoch ist das Buch insgesamt unterhaltsam und stellenweise auch sehr spannend. Die große Schrift und die eingestreuten Schwarzweiß-Illustrationen beleben das Leseerlebnis zusätzlich.
Fazit: Ein unterhaltsames Kinderbuch, das recht viel Wissenswertes beinhaltet.

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Veröffentlicht am 22.02.2023

Fußball und Magie

Die Zauberkicker, 1, Anpfiff!
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Eine ungewöhnliche Mischung bietet dieses Buch, das mit dem Titel „Anpfiff!“ den Einstand in eine neue Fortsetzungsreihe bietet. Ob die Kombination Fußball und Magie für fußballbegeisterte Jungs und Mädchen ...


Eine ungewöhnliche Mischung bietet dieses Buch, das mit dem Titel „Anpfiff!“ den Einstand in eine neue Fortsetzungsreihe bietet. Ob die Kombination Fußball und Magie für fußballbegeisterte Jungs und Mädchen funktioniert, würde ich gerne vorlesend bei 8-10-Jährigen ausprobieren, denn ich bin nach Lektüre nicht sicher.

Ben hat es nicht leicht, weil sein Fußballtrainer nicht viel von ihm hält und seinen eigenen Sohn regelmäßig bevorzugt. Ben fehlt der Glauben an sich selbst und ist oftmals Opfer für Hänseleien. Doch welch eine Überraschung! Ben erhält die Einladung zu einer Probewoche im Fußball-Internat Tannwald. Seine Mutter und seine kleine Schwester glauben fest an ihn und machen ihm Mut, diese Chance zu nutzen. In der altehrwürdigen Schule lernt er recht skurrile Erwachsene kennen, aber auch einen sprechenden Waschbär. Sehr seltsam. Die Jungs, die auch an dieser Probewoche teilnehmen, können alle viel besser Fußball spielen als er selbst. Da hilft doch tatsächlich nur ein wenig Magie?

Der unsichere, manchmal recht verpeilte Ben ist eine sehr sympathische Hauptperson, in die sich die Kinder sicher gut einfühlen können. Dass seine absolute Leidenschaft das Fußballspielen ist, tritt schon auf den ersten Seiten sehr deutlich zu Tage, und zwar so sehr, dass Leser, die von Fußball keine Ahnung haben, nicht mehr weiterlesen werden, was sehr schade wäre. Auch die anderen Akteure im Buch werden sehr lebendig beschrieben, was es Lesern leicht macht, vertraut mit ihnen zu werden, insbesondere da so manche Verhaltensweisen sicher aus dem eigenen Umfeld bekannt sind. Und wer möchte nicht einen sprechenden Waschbär mit besonderen Fähigkeiten haben? Überhaupt schreibt der Autor sehr frisch-frech-lebendig und baut in Band 1 eine gewisse Spannung auf, sodass man unbedingt weiter lesen möchte. Die eingestreuten Illustrationen lockern den Text auf. Damit und mit der etwas größeren Schrift fällt das Lesen leichter.

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Veröffentlicht am 10.02.2023

Wie man Vögel in sein Leben lässt

Vogel entdeckt - Herz verloren
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Selten hat mir ein „Sach“buch so viel Freude, Anregung und Wissenserweiterung gebracht wie das vorliegende. Trotz meines gewaltigen Ärgers darüber, dass man heutzutage nicht mehr Vögel beobachtet, sondern ...

Selten hat mir ein „Sach“buch so viel Freude, Anregung und Wissenserweiterung gebracht wie das vorliegende. Trotz meines gewaltigen Ärgers darüber, dass man heutzutage nicht mehr Vögel beobachtet, sondern „Birding“ betreibt.

Das Autorenpaar hat wohl einige Berühmtheit erlangt durch ihren Podcast „Gut zu Vögeln“. Sympathisch sind mir die Beiden, weil sie sich nicht als Fachleute darstellen, die ihr Wissen mit den Unwissenden teilen. Sondern weil sie ihre persönliche Leidenschaft auf extrem kurzweilige Weise durch viele Anekdoten und Erlebnisse angereichert an uns weitergeben in der Hoffnung, dass der Funke auf den Leser überspringt. Bei mir jedenfalls ist diese Hoffnung voll aufgegangen. Ohne besserwisserischen Zeigefinger wird dem Leser ans Herz gelegt, wie wichtig es für die Natur (und damit für uns) ist, Vögel zu unterstützen. Und wie wertvoll es ist, wenn wir lernen, unsere Augen und unsere Wahrnehmung zu öffnen für die Vögel. Denn erst wenn wir etwas wirklich wahrnehmen, schafft dies ein Gefühl der Wertschätzung und der Verantwortung. „Man sieht nur was man weiß“ – auf nichts passt diese Aussage besser als auf dieses Buch. Schade nur, dass das Cover nicht im geringsten den Wert des Buches transportiert. Schade auch, dass die Schrift zu klein ist und damit das Lesen unnütz erschwert.

Dass die Spatzen in den Großstädten wie Paris oder Berlin ausgestorben sind, sollte uns erschrecken. Dass die Goldammer trotz des Verbotes in Frankreich gemästet und von Sterneköchen nach wie vor zubereitet wird, sollte uns genauso erschrecken. Spätestens als ich das herzzerreißende Foto des armen gerupften Vögelchens mit aufgetriebenem Bauch anschaute, wuchs in mir der Wunsch, mehr zu erfahren, besonders darüber, was ich persönlich tun kann. Kurzweilig, lebendig, humorvoll, mit etlichen Ausflügen in die Kultur, kurzum sehr unterhaltsam ist dieses Buch.

Lesen Sie es!

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Veröffentlicht am 17.01.2023

Angenehmes Lesefutter für trübe Tage

Gut Erlensee - Cäcilias Erbe
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Es gibt im Leben so gewisse graue Tage mit Novemberstimmung, an denen es ein Buch braucht, das einen in eine andere Welt verschlägt, an denen man das Leben mit den Protagonisten teilt und deren Gefühle ...


Es gibt im Leben so gewisse graue Tage mit Novemberstimmung, an denen es ein Buch braucht, das einen in eine andere Welt verschlägt, an denen man das Leben mit den Protagonisten teilt und deren Gefühle mitfühlt. So erging es mir jedenfalls mit dem vorliegenden Buch, das mich das schlechte Wetter um mich herum vergessen ließ. Zwar hatte ich den Band 1 nicht gelesen, was jedoch keinen negativen Einfluss hatte darauf, die aktuelle Handlung in allen Zusammenhängen zu verstehen.

Kurz zur Handlung: Anfang der Zwanziger Jahre in der Nähe von Kiel schließt die junge Cäcilia Herringer ihre Ausbildung zur Lehrerin erfolgreich ab und freut sich unendlich darauf, Kinder mittels der neuen modernen Reformpädagogik zu unterrichten. Zu dieser Zeit mussten Frauen noch auf Ehe und Kinder verzichten, wenn sie ihren Beruf ausüben wollten, was Cäcilia in große Konflikte stürzt, als sie dem einfühlsamen Physiker Jakob Kaltenbrunner begegnet. Auf Gut Erlensee, auf dem Cäcilia lebt, gibt es innerhalb der Familie etliche Konflikte, auch die zunehmende Inflation wirft ihre Schatten. Doch was wird aus Cäcilia?

Der Roman ist, wie oben schon erwähnt, ein sehr angenehm zu lesendes Lesefutter. Die handelnden Personen werden lebendig und differenziert geschildert. Man hat als Leser keine Mühe, sich in deren Gefühle und Gedanken einzufühlen und ihren Lebensweg ein Stück weit zu begleiten. Überhaupt wird episch breit erzählt, was aber an keiner Stelle zu Langeweile führte. An den leicht antiquiert wirkenden Sprachstil gewöhnt man sich schnell und empfindet ihn genau passend zum historischen Hintergrund. Allerdings nervten mich im Verlauf der knapp 400 Seiten zahlreiche Sprachwiederholungen. Ich weiß gar nicht, wie oft zum Beispiel „Kekse geknabbert“ oder „Haare verstrubbelt“ wurden. Auch kannte und kennt man weder 1922 noch heute in Nürnberg
„Franzbrötchen“ (ich bin gebürtige Nürnbergerin).
Fazit: Angenehmes Lesefutter, unterhaltsam und leicht lesbar mit ein paar sprachlichen Verbesserungsstellen.

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Veröffentlicht am 03.01.2023

Spannend-gruselige Lektüre mit kleinen Schwächen

Wintersterben
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Sowohl Titel als auch Cover kommen meiner Meinung nach zu harmlos daher, denn dieser Thriller hat es in sich. Im Guten wie im Schlechten.

Wir befinden uns in einem abgelegenen Dorf in den Walliser Alpen. ...


Sowohl Titel als auch Cover kommen meiner Meinung nach zu harmlos daher, denn dieser Thriller hat es in sich. Im Guten wie im Schlechten.

Wir befinden uns in einem abgelegenen Dorf in den Walliser Alpen. Viele Häuser im Dorf haben vernagelte Fenster. Die Menschen leben in eisiger und schweigsamer Abgeschiedenheit. Als eine schrecklich zugerichtete Leiche mitten im Nirgendwo gefunden wird und klar wird, dass der Tote ein deutscher BKA-Mann war, entsendet Interpol seine beste Ermittlerin, Valeria Ravelli, zur Aufklärung in die verschneite Bergwelt. Zusammen mit ihrem neuen Kollegen versuchen sie auf getrennten Wegen, den Spuren des toten BKA-Mannes zu folgen, die auf rätselhafte Weise weit in die Vergangenheit reichen. Ravelli ahnt nicht, in welch tödliche Gefahr sie sich dabei begibt.

Allem sei vorangesetzt: Dieser Thriller hat mich von Anfang bis Ende großartig unterhalten. Die durchweg spannende Handlung nahm mich derart gefangen, dass ich das Buch kaum weglegen wollte. Dadurch störte es mich letztlich wenig, dass der Thriller nicht konsequent durchkomponiert war. Es gab einige lose Handlungsfäden, die nicht weiter bearbeitet wurden. Es gab Unglaubwürdigkeiten und Hinweise auf eine Vorgeschichte, die nicht erklärt wurden. Überhaupt bleiben etliche Fragen offen, auch beim fulminant inszenierten Schluss. Aber die eindrücklichen, atmosphärisch dichten und den Leser packenden Natur- und Situationsschilderungen ließen so manche Ungereimtheit beim Lesen vergessen. Bildhaft und intensiv ließ der Roman an so manchen Stellen ein schauderndes Gefühl von Horror und Bedrohung entstehen.

Fazit: Sehr spannender, fast gruselig zu nennender Thriller, dessen kleine Schwächen mein Lesevergnügen nicht minderten.

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