Profilbild von Nati

Nati

Lesejury Star
offline

Nati ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Nati über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2023

Wer konnte so unmenschlich sein?

Ein Herzschlag bis zum Tod
0

Die Autorin Sara J. Henry versetzt den Leser in ihrem Debütroman „Ein Herzschlag bis zum Tod“ sofort ins Geschehen hinein.

War es eine Mülltüte, eine Puppe oder ein menschliches Wesen, welches von der ...

Die Autorin Sara J. Henry versetzt den Leser in ihrem Debütroman „Ein Herzschlag bis zum Tod“ sofort ins Geschehen hinein.

War es eine Mülltüte, eine Puppe oder ein menschliches Wesen, welches von der Reling der Gegenfähre ins Wasser fiel? Ohne zu überlegen, sprang die Sportreporterin Troy ins Wasser. Sie hatte sich nicht getäuscht und bekam den Jungen unter Wasser zu fassen. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt. Troy muss das weit entfernte Ufer erreichen, um ihr Leben und das des kleinen Jungen zu retten. Am Ufer angekommen, ist der Fähranleger verwaist, keine Eltern und keine Polizei hält Ausschau nach einem Jungen. Dann muss Troy der Wahrheit ins Auge sehen, dass jemand ein Sweatshirt um das Kind geknotet und es ins Wasser geworfen hat, damit es ertrank. Wer konnte so unmenschlich sein?

Troy fühlt sich für den Jungen, der Paul heißt, verantwortlich. Er ist sehr wortkarg und Troy vermutet, dass er aus dem französischsprachigen Teil des Nachbarlandes Kanada stammt. Ohne die notwendigen Schritte zu unternehmen und die Polizei zu informieren, fährt sie mit Paul nach Hause und versucht selbst zu recherchieren.

Schon nach wenigen Seiten hat mich die Geschichte gefangen genommen. Sie ist anrührend und spannend zu gleich, eine ungewöhnliche Mischung in einem Thriller bzw. Kriminalroman. Nach dem Lesen würde ich dieses Buch eher in den Bereich Kriminalroman einordnen als unter die Rubrik Thriller. Aber im Grunde genommen spielt das für mich keine große Rolle.

Der Schreibstil ist flüssig und man kann sich das Geschehen sehr bildhaft vorstellen. Es läuft ein Film vor dem inneren Auge ab. Die Protagonisten sind alle sehr nachvollziehbar gezeichnet und besonders Troy und Paul waren mir sehr sympathisch. Obwohl es keine wilden Verbrecherjagden und Polizeiaktionen gab, war unterschwellig immer die Gefahr zu spüren, in die Troy und Paul schwebte bis die Täter gefasst werden. Bis zum eindrucksvollen Finale konnte ich mich nur auf meine Vermutungen verlassen, die sich nur teilweise als richtig erwiesen.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen und ich kann es jedem empfehlen, der gern spannende Bücher ohne viel Blutvergießen und reißerische Schockelemente lesen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.01.2023

Fesselndes Lesevergnügen

So unselig schön
0

Die Auszubildende Vicki entdeckt bei ihrem Hobby, dem Fotografieren von Industriebrachen, in einer stillgelegten Brauerei die Leiche einer jungen enthaupteten Frau. Der Fall wird von dem Kriminalhauptkommissar ...

Die Auszubildende Vicki entdeckt bei ihrem Hobby, dem Fotografieren von Industriebrachen, in einer stillgelegten Brauerei die Leiche einer jungen enthaupteten Frau. Der Fall wird von dem Kriminalhauptkommissar Dühnfort sowie seinem Team Gina und Alois übernommen. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf einen ähnlichen ungeklärten Fall, der sich vor sechs Jahren in Düsseldorf ereignet hat. Weitere Spuren führen die Polizei in die Kunstszene, doch die Verdächtigen haben Alibis und so kommt die Suche nach dem Täter nicht richtig voran. Auch Vicki versucht den Täter zu finden, denn sie hat auf einem Foto, das sie in der Brauerei gemacht hat, einen Hinweis gefunden.

Der lebendige Schreibstil und die bildhafte Sprache von Inge Löhnig haben mich wieder in ihren Bann gezogen. Sie beschreibt die Personen, die Schauplätze und Situationen sehr gut. Durch die vielen Details läuft vor meinen Augen ein faszinierendes Kopfkino ab und man fühlt sich mitten im Geschehen. Obwohl die getöteten Frauen enthauptet wurden, hatte ich nie das Gefühl einen blutrünstigen Krimi zu lesen. Zusätzlich zu dem aktuellen Fall erfährt der Leser auch wieder etwas über das Privatleben von Konstantin Dühnfort. Einem Ermittler, der mir aus den vorherigen Büchern durch sein feines Gespür für seine Mitmenschen bereits ans Herz gewachsen ist.

Inge Löhnig hat es wieder geschafft einen ausgefeilten Kriminalroman zu schreiben, durch geschickte Hinweise und neue Wendungen bleibt die Spannung für den Leser lange erhalten. Für mich ein fesselndes Lesevergnügen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.01.2023

Sebastian Bergmanns erster Fall

Der Mann, der kein Mörder war
0

Gleich zu Beginn wird eine Leiche im Wasser entsorgt, doch der Täter fühlt sich nicht als Mörder, denn die Absicht, die dahinter steckt, war gut.

Lena Eriksson meldet ihren 16jährigen Sohn Roger als ...

Gleich zu Beginn wird eine Leiche im Wasser entsorgt, doch der Täter fühlt sich nicht als Mörder, denn die Absicht, die dahinter steckt, war gut.

Lena Eriksson meldet ihren 16jährigen Sohn Roger als vermisst. Obwohl diese Nachricht höchste Priorität hat, beginnt die Suche der Polizei nach dem Jungen sehr zögerlich und verspätet. Die Leiche wird von Pfadfindern in einem Wasserloch gefunden und weist zahlreiche Messerstiche auf, gleichzeitig wurde das Herz entfernt. Die Polizei von Västeras ist überfordert und so wird die Reichsmordkommission hinzugezogen. Kommissar Torkel Höglund und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Ihnen schließt sich der Kriminalpsychologe Sebastian Bergman an, der sich gerade in Västeras aufhält, um das Haus seiner verstorbenen Eltern zu verkaufen.

Das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen. Kurze knappe Sätze wechseln sich ab mit ausführlichen Beschreibungen, so dass Tempo aufgebaut wird und sich dann wieder beruhigt. Die Mitglieder des Ermittlerteams werden sehr genau beschrieben mit ihren privaten und beruflichen Problemen. Man kann sich die einzelnen Personen gut vorstellen. Der Kriminalpsychologe Sebastian Bergman, der bei einem Tsunami seine Frau und seine Tochter verloren hat, war mir am Anfang sehr unsympathisch. Dieses änderte sich aber langsam. Er ist eine Figur mit Ecken und Kanten, der keine Probleme hat Menschen mit Worten zu verletzen oder sich verbiegt.

Durch einige verdächtige Personen und nicht vorhersehbarer Wendungen wird der Leser lange im Unklaren gelassen, wer der Täter ist. Ich liebe solche Krimis, die mich bis zum Schluss fesseln, daher eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.01.2023

Vier Männer - ein Geheimnis

Meerjungfrau (Ein Falck-Hedström-Krimi 6)
0

Vier Männer haben ein Geheimnis. Der gerissene Bauunternehmer Erik, der Mitläufer Kenneth, der keine eigene Meinung hat, Magnus, der seit drei Monaten verschwunden ist und die Polizei von Fjällbacka vor ...

Vier Männer haben ein Geheimnis. Der gerissene Bauunternehmer Erik, der Mitläufer Kenneth, der keine eigene Meinung hat, Magnus, der seit drei Monaten verschwunden ist und die Polizei von Fjällbacka vor ein Rätsel stellt. Und was hat der neue Stern am Autorenhimmel Christian Thydell mit allem zu tun, den Erica in ihren Verlag gebracht hat und dessen erstes Buch „Meerjungfrau“ vorgestellt wird. Am Premierenabend erhält er einen Drohbrief und es stellt sich heraus, dass es nicht der erste ist. Erica Falck, hochschwanger mit Zwillingen, kann ihre Neugier nicht zügeln und versucht den Urheber, der Briefe zu finden.

Zu Beginn lässt sich Camilla Läckberg viel Zeit, in den unterschiedlichen Handlungssträngen die verschiedenen Protagonisten vorzustellen. Auch über die bereits aus früheren Büchern bekannten Personen erfährt man neues. Die vielen am Anfang vorgestellten Protagonisten können für Nichtkenner dieser Reihe vielleicht zu Verwirrungen führen. Für mich war es teilweise ein Treffen mit guten Bekannten.

Das Buch ist ein wendungsreicher Krimi, der durch den ständigen Wechsel der einzelnen Handlungsstränge und auch Rückblicke in das Leben eines der Männer ständig auf einem hohen Spannungsniveau gehalten wird. Bis zum Schluss habe ich der Lösung entgegengefiebert, die ich so nicht vermutet hätte. Da das Buch mit einem Cliffhanger endet, freue ich mich schon auf den nächsten Band von Camilla Läckberg.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.01.2023

Mörderische Schnitzeljagd

Fünf
0

Die österreichische Autorin Ursula Poznanski war mir bisher unbekannt und hat mich gleich positiv überrascht. Die Handlung spielt in Österreich und schon der kurze Prolog erweckt Spannung und macht neugierig. ...

Die österreichische Autorin Ursula Poznanski war mir bisher unbekannt und hat mich gleich positiv überrascht. Die Handlung spielt in Österreich und schon der kurze Prolog erweckt Spannung und macht neugierig.

Auf einer Kuhweide hat ein Bauer die Leiche einer Frau gefunden, die von einem Felsen gestürzt wurde. Das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger übernehmen den Fall. Beatrice entdeckt auf den Fußsohlen des Opfers eintätowierte Koordinaten. Die Spur führt die Ermittler zu einer männlichen Hand und weiteren rätselhaften Informationen auf einem Zettel. Mit den richtigen Lösungen erhalten sie die nächsten Koordinaten für die abartige Form des modernen Geocachings, eine Art Schnitzeljagd per GPS. Für Beatrice und Florin beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn jeder Zeuge, den sie vernehmen, verschwindet spurlos. Wer spielt diese morbide Schnitzeljagd mit ihnen und welche Verbindung besteht zwischen den Opfern?

In dem kurzen Prolog wurde sofort Spannung aufgebaut und man war sofort im Geschehen. Die Ermittler fand ich sehr professionell und authentisch, sie waren mir sehr sympathisch. Auch die Privatsphäre der Hauptakteure sind in dem Thriller mit eingebunden und ich konnte mich gut in die Lage von Beatrice hineinversetzen als alleinerziehende berufstätige Frau, die neben ihren Job und Kindern sich noch mit ihrem Exmann auseinandersetzen muss.

Lange habe ich im Dunkeln getappt, wer denn der Täter ist und habe die Lösung nicht vor den Ermittlern gefunden. Die Enträtselung war schlüssig und glaubwürdig. Ich hatte das Gefühl, dass keine Fragen mehr offen waren. Im Mittelteil hätte ich mir etwas mehr Spannung gewünscht, doch dieses möchte ich nicht negativ bewerten, da die Geschichte in meinen Augen eine „runde“ Sache ist. Da das Buch nur ca. 380 Seiten umfasst, konnte man es schnell in einem Rutsch durchlesen.

Die Idee Geocaching mit einem Krimi zu verbinden, fand ich hervorragend. Diese Art der „Schatzsuche“ war mir vom Namen her schon bekannt, aber durch die detaillierten Hinweise und Abkürzungen wurde mir Geocaching doch sehr viel näher gebracht. Bei Ursula Poznanski kann ich mich bedanken für den Thriller mit dem Kürzel TFTH (Thanks For The Hunt) und hoffe, dass es noch eine Fortsetzung um das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger gibt. Ich würde mich freuen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere