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Veröffentlicht am 03.01.2023

Herrlicher Spaß

Männer, Mord und Remmidemmi
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Elli Fuchs, Angestellte im Sanitätshaus Haslinger, wäre so gern Kriminalerin geworden - doch leider standen ihr ein paar Dinge dazu im Weg. Doch als in einem Wannensockel eine Leiche im Futtermittelsack ...

Elli Fuchs, Angestellte im Sanitätshaus Haslinger, wäre so gern Kriminalerin geworden - doch leider standen ihr ein paar Dinge dazu im Weg. Doch als in einem Wannensockel eine Leiche im Futtermittelsack gefunden wird, hält sie nichts mehr und sie steckt gemeinsam mit Dorfpolizist Schmiedi mittendrin in einem Fall um Familiengeheimnisse. Und so ganz nebenbei ist auch noch Fasching, sie muß sich um ihre Kinder kümmern und sie ist auf Männersuche... Also ganz schön viel los in Ellis Leben!

"Männer, Mord und Remmidemmi" von Alexandra Stiglmeier ist ein herrlich humorvoller Krimi, bei dem man sich sehr oft lachend auf die Schenkel klopft. Elli ist eine Marke für sich. Selbst Kunden mit komischen Ideen (haben sie keine gebrauchte Klobrille?) bringen sie nicht aus der Fassung und sie hat immer eine schlagkräftige Antwort parat. Privat ist sie auf Partnersuche, hat mit ihren Kindern und sonstigen Mitbewohnern ordentlich zu tun und tappt in so ziemlich jedes Fettnäpfchen, was sich ihr bietet. Ihre Suche nach dem Täter nimmt oft kuriose Züge an und man fragt sich, ob das so gut gehen kann. Da fiebert man richtig mit, wenn sie mal wieder kuz davor steht, erwischt zu werden. Sie ist einfach richtig sympathisch und denkt eher mit dem Herzen. Aber auch die anderen Charaktere wachsen einem richtig ans Herz. Alle haben ihre verschrobenen Eigenarten, sind dabei aber stets liebenswert. Der Fall selbst ist spannend, voller Geheimnisse und immer neuen Verdächtigungen. Alexandra Stiglmeier schreibt herrlich erfrischend mit bayrischem Dialekt, so daß man sich wirklich vorkommt wie in Bayern. Man kann den Gesprächen dabei aber ohne Verständnisprobleme folgen - und falls tatsächlich mal Hilfe benötigt wird, findet sich am Ende des Buches ein Glossar. Und wer bei dem Faschingsball Durst bekommt, findet dort dann auch die entsprechenden Rezepte.
"Männer, Mord und Remmidemmi" hat mir sehr viel Lesespaß bereitet, so daß ich diesen Regionalkrimi sehr empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 30.12.2022

Große Klasse

Der Ruf des Nachtvogels
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Jessica lebte lange Zeit in Sydney. Nach dem Ende ihrer Ehe kehrt sie in ihre Heimat Tasmanien zurück. Ihre Freundin Sally betreibt dort eine Farm, die schon seit Generationen ihrer Familie gehört. Dort ...

Jessica lebte lange Zeit in Sydney. Nach dem Ende ihrer Ehe kehrt sie in ihre Heimat Tasmanien zurück. Ihre Freundin Sally betreibt dort eine Farm, die schon seit Generationen ihrer Familie gehört. Dort kann Jessica erst einmal zur Ruhe kommen. Dabei hilft ihr die wunderbare Natur. Bei einem Ausflug zu der Höhle, die die Freundinnen in ihrer Kindheit entdeckt haben, finden sie darin eine alte Kassette mit Dokumenten. Alles deutet darauf hin, daß diese Kassette einst Sallys Großmutter Stella gehört hat. Sie war eine gute Malerin und hat besonders oft Pflanzen und Tiere der Umgebung gemalt. Sally und Jessica finden in dieser Schatulle auch alte Dokumente. Die Freundinnen ahnen, daß Stella ein Geheimnis hatte, das bisher nicht ans Licht kam. Sie beschließen, dieses Geheimnis zu lüften und reisen den Spuren nach, die sie in den Unterlagen finden. Es beginnt eine aufregende Reise durch Tasmanien. Am Ende dieser Reise haben Sie mehr gefunden als ein Stück Familiengeschichte.

"Der Ruf des Nachtvogels" führte mich in einen mir völlig unbekannten Teil der Welt. Di Morrissey schreibt darin so begeistert über Tasmanien, daß ihre Liebe zu diesem Land sofort auf den Leser überspringt. Die Natur muß dort grandios sein. Damit das auch so bleibt, muß sie allerdings vor Raubbau durch die Menschen geschützt werden. Die Autorin hat deshalb in dieser Geschichte nicht mit Kritik am Massentourismus und maßloser Rodung der alten Wälder gespart. Das ist sehr geschickt, denn man ist total im Bann der spannenden Handlung, erlebt mit den Freundinnen eine tolle Reise durch Tasmanien und dann erfährt man, daß diese wunderbare Natur in Gefahr ist. Sofort möchte man mit ihnen etwas dagegen unternehmen. Dieses kleine Buch kommt als gute Unterhaltung daher und hat doch so eine große Botschaft an die Menschen in sich versteckt. Große Klasse!

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Veröffentlicht am 29.12.2022

Ein fast vergessenes Stück Geschichte

Ginsterhöhe
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Im Jahr 1919 kehrt der junge Bauer Albert Lintermann aus dem großen Krieg in sein Heimatdorf Wollseifen zurück. Eine Granate hat an der Front seinen besten Freund getötet und ihm eine Hälfte seines Gesichtes ...

Im Jahr 1919 kehrt der junge Bauer Albert Lintermann aus dem großen Krieg in sein Heimatdorf Wollseifen zurück. Eine Granate hat an der Front seinen besten Freund getötet und ihm eine Hälfte seines Gesichtes vollkommen zerstört. Seine junge Frau Bertha kann seinen Anblick nicht ertragen, ekelt sich vor ihm. Auch die Dorfbewohner wenden sich von ihm ab oder verspotten ihn sogar. Nur Leni, die Verlobte seines toten Freundes, gibt ihm das Gefühl, doch noch ein Mensch zu sein. Mit der Zeit gewöhnt Albert sich an diesen Zustand, aber dann entschließt er sich doch, einen Arzt aufzusuchen, der ihm sein Gesicht wiederherstellt. Das Leben in Wollseifen geht seinen gewohnten Gang. Die Menschen dort kämpfen gegen die Inflation und Albert schafft es, seinen Hof gut zu bewirtschaften. Doch dann kommen die neuen Machthaber in das kleine Dorf. Sie planen eine riesige Festung zu bauen und niemand darf sich ihren Plänen entgegenstellen. Die Dorfbewohner ahnen lange nicht, was dieses Vorhaben für sie und ihr kleines Dorf bedeutet.

Mit "Ginsterhöhe" hat Anna-Maria Caspari ein Stück Geschichte aufleben lassen, das schon fast in Vergessenheit geraten ist. Sie beschreibt das Schicksal der Bewohner des kleinen Eifeldorfes Wollseifen mit einer enormen Herzenswärme. Die Personen in dieser Geschichte leben beim Lesen auf und man hat sofort ihre Bilder vor Augen. Die Tatsache, daß es dieses Dorf wirklich gegeben hat, gibt der Geschichte etwas Bedrückendes. Ich glaube, niemand kann die Gefühle der Dorfbewohner besser nachvollziehen, als die Bewohner der Dörfer, die dem Braunkohletagebau weichen mußten. "Ginsterhöhe" ist ein wirklich bewegendes Buch. Die Handlung kann niemanden kalt lassen. Ganz egal, ob es das Schicksal der einzelnen Menschen ist, oder ob es um das Dorf im allgemeinen geht - man muß einfach mitfühlen. Anna-Maria Caspari hat damit ein Buch geschrieben, das ich nicht so schnell vergessen werde.

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Veröffentlicht am 28.12.2022

Gelungenes Jubiläum

Herzschuss
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Eine neue Chefin sorgt in der Polizeiinspektion Miesbach für ordentlich frischen Wind, denn Karla Tiedemann ist 10 Jahre jünger als Kriminalhauptkommissar Wallner und noch dazu eigenwillig und mit Sinn ...

Eine neue Chefin sorgt in der Polizeiinspektion Miesbach für ordentlich frischen Wind, denn Karla Tiedemann ist 10 Jahre jünger als Kriminalhauptkommissar Wallner und noch dazu eigenwillig und mit Sinn für Ironie gesegnet. Als der Landtagsabgeordnete Gansel ermordet wird, hat Wallner alle Hände voll zu tun, denn nun bekommt er Druck von Tiedemann. Dummerweise ist der Hauptverdächtige ausgerechnet Polizeihauptmeister Kreuthner...

Mit diesem Band feiert Andreas Föhr das 10. Jubiläum mit Wallner und Kreuthner. Dieses Jubiläum ist absolut genial! Da ich bereits alle Bände der Serie kenne, kann ich sagen, daß diese Serie überhaupt nicht schwächelt. Ein außergewöhnliches Schmankerl gibt es hier auch - denn die Leiche wird diesmal nicht, wie sonst üblich, von Kreuthner gefunden, sondern von Wallner höchstpersönlich. Dafür ist Kreuthner diesmal Verdächtiger Nr. 1. Allein dies sorgt schon für einige skurrile Szenen, die durch Karla Tiedemann noch angefeuert werden. Hier beweist Andreas Föhr sein Händchen für Humor, der nicht ins Alberne abgeleitet. Er schreibt auf wunderbar lockere Art, streut typischen Dialekt ein und sorgt damit für eine angenehme und authentische Atmosphäre. Dabei vergisst er auch nicht, die Handlungsorte zu beschreiben - und dies so gut, daß sie vor Augen lebendig werden. Seine Charaktere sind absolut sympathisch und man verfolgt sowohl das berufliche, als auch das private Leben sehr gern. Gerade Wallner und Kreuthner habe ich ins Herz geschlossen. So unterschiedlich beide sind, so gut verstehen sie sich. Der Fall selbst besticht schon allein durch den Verdacht auf Kreuthner mit Spannung. Denn hier zittert man natürlich noch mehr mit und hofft, daß alles gut endet.
Diese Serie ist einfach ein Highlight und somit würde ich auch sehr gern noch das 20. Jubiläum mit diesem Team feiern!

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Veröffentlicht am 22.12.2022

Einfach schön!

Das kleine Bücherdorf: Winterglitzern
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Die Kunsthändlerin Vicky gelangt durch Zufall an einen geheimnisvollen Brief, den der 8jährige Finlay aus Swinton-on-Sea in Schottland seiner Mutter schrieb. Dem Brief beigelegt ist ein Foto, auf dem Finlay ...

Die Kunsthändlerin Vicky gelangt durch Zufall an einen geheimnisvollen Brief, den der 8jährige Finlay aus Swinton-on-Sea in Schottland seiner Mutter schrieb. Dem Brief beigelegt ist ein Foto, auf dem Finlay eine seltene Ausgabe von "Alice im Wunderland" in den Händen hält. Vicky fährt nach Swinton zum Antiquariat von Finlays Vater Graham. Dort wird sie für die neue Aushilfsbuchhändlerin gehalten und gerät mitten in die Geschichte von Finlay, Graham - und einem sehr wertvollen Buch. Doch so wohl sie sich dort fühlt, sie muß aufpassen - denn sie muß etwas verbergen...

"Das kleine Bücherdorf - Winterglitzern" ist der Auftakt einer neuen kleinen Serie von Katharina Herzog. Der Roman spielt in Swinton-on-Sea, dessen Vorbild der reale Ort Wigtown ist. Dieser Ort mit seinen zahlreichen Buchhandlungen wird hier mit Leben gefüllt. Die Bewohner sind so richtig urige Dörfler, die man einfach sympathisch finden muß. Die Kapitel sind jeweils aus wechselnden Perspektiven geschrieben, so daß man die Empfindungen und Handlungen gut nachvollziehen kann und den Charakteren immer näher kommt und sie versteht. Da das Buch zur Weihnachtszeit spielt, wird man hier auch mit den typischen Bräuchen bekannt gemacht und kann die heimelige Stimmung perfekt nachempfinden. Man wird richtig zum Teil des Buches. So romantisch und schön dieses Buch ist - es hat auch seine nachdenklichen Seiten. Dadurch empfand ich es als sehr abwechslungsreich und es war irgendwie erfrischend, daß hier nicht nur die heile Welt voller Sonnenschein beschrieben wird. Trotzdem fühlt man sich in diesem Buch geborgen. Das ist eine Kunst, die Katharina Herzog hier gut umgesetzt hat. Schon allein die Idee, einem bekannten Buch in diesem Roman eine Hauptrolle zu geben, hat mich fasziniert und macht "Winterglitzern" zu einem besonderen Roman. Katharina Herzog hat mich hier mit allem überzeugt. Angefangen bei der schönen Idee, die hinter der Handlung steckt, dem wunderschön beschriebenen Dorf mit den sympathischen Bewohnern und ihrem tollen Schreibstil - hier paßt einfach alles!

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