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Veröffentlicht am 12.01.2023

Lovestory trifft auf Gerichtsverfahren

Cruel Castaways - Rival
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Ich lese Bücher von L.J. Shen sehr gerne, seitdem ich den ersten Band der Boston-Belles Reihe in die Hände bekommen habe, denn sie schreibt vielfältige Geschichten, die unter die Haut gehen. Die Cover ...

Ich lese Bücher von L.J. Shen sehr gerne, seitdem ich den ersten Band der Boston-Belles Reihe in die Hände bekommen habe, denn sie schreibt vielfältige Geschichten, die unter die Haut gehen. Die Cover finde ich bei L.J. Shen immer sehr trügerisch, weil sie diese zarte Unschuld ausstrahlen, die man vermutlich mit den Protagonistinnen verbinden soll, aber unter dem Buchdeckel geht es immer heiß her. Diesmal fand ich allerdings, dass die Enemies-to-Lovers-Story hinter dem Gerichtsprozess zurückstand.

Zum Inhalt: Arya und Nikolai kennen sich seit Kindertagen- und genauso lange trennen sie Welten. Sie gehört der Upperclass an, er ist der Sohn der Haushälterin. Ihre Freundschaft unterliegt einer Regel: er darf sie niemals anfassen. Als ihre zarten kindlichen Annäherungsversuche erwischt werden, trennen sich ihre Wege. Jahre später ist Nikolai zurück an der Upper East Side, diesmal unter neuem Namen und als Ankläger im Prozess gegen Aryas Vater. Wieder trennen sie Welten- und doch ist diese Anziehung aus Kindertagen immer noch da.

Ich bin großer Fan von Enemies-to-Lovers Geschichten und mochte auch den Background dieser Geschichte wieder total gerne. Das Prickeln zwischen Arya und Christian, aber auch das gegenseitige Hadern mit ihren Gefühlen, der Versuch gegen die Anziehung anzukämpfen ist toll rübergebracht. Ich mag, dass Arya so bestimmt auftritt, Christian auch mal in die Schranken weist und eben nicht das typische Klischee von leicht zu haben ist. Natürlich gibt sie seinen Avancen irgendwann nach, aber dieses Katz-und-Maus-Spiel bis dahin war einfach köstlich.

Für meinen Geschmack nahm der Gerichtsprozess in diesem Buch und generell die Storyline um Aryas Vater zu viel Raum in der Geschichte ein. Ich finde es gut, wie mit diesem ersten Thema der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz umgegangen wird und wie es auch in den Background der Geschichte und der Familiendynamik eingeflochten wird, trotzdem nimmt das Drama um den Prozess und wie es die Familie belastet der Liebesgeschichte irgendwie den Wind aus den Segeln.

Die Geschichte ist wieder klasse geschrieben, die Anziehung sehr spürbar und Christians Abneigung gegen die Familie von Arya sehr verständlich und nachvollziehbar. Neben der Liebesgeschichte hat mir vor allem der Aspekt der Freundschaft zwischen Christian und seinen Internatskumpels gefallen, die stark zur Belustigung beigetragen hat.

Das Buch hat mich nicht völlig gecatcht, war aber trotzdem schön zu lesen und ich würde den Folgeband auf jeden Fall lesen wollen.

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Bedrückend realistisch

Wehrlos
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„Wehrlos“ beschreibt glaube ich den Albtraum aller Eltern, diese zermürbende Tatenlosigkeit, das Bangen und Hoffen, die Erlösung, die niemals kommt. Nora Benrath hat mir ihrem Buch einen erschreckend realistischen ...

„Wehrlos“ beschreibt glaube ich den Albtraum aller Eltern, diese zermürbende Tatenlosigkeit, das Bangen und Hoffen, die Erlösung, die niemals kommt. Nora Benrath hat mir ihrem Buch einen erschreckend realistischen Nervenkitzel geschaffen, der mir aber etwas zu wüst erzählt war.

Zum Inhalt: Als ihre Tochter Nele vom Spielplatz verschwindet, bricht für Mieke eine Welt zusammen. Eben hat sie ihre Tochter noch mit einem anderen Kind spielen sehen, plötzlich ist sie weg. Und Mieke stand quasi daneben. Neles Verschwinden bringt die Polizei auf eine wichtige Spur, denn sie ist nicht das einzige verschwundene Kind, nur hat bisher niemand mit einem kindlichen Täter gerechnet.

Was mir an diesem Buch sehr gut gefallen hat war, wie erschreckend realistisch die dargestellten Situationen sind und wie auf die Gefahr von Social Media in Bezug auf Selbstdarstellung und sensible Daten aufmerksam gemacht wird. Denn die Täten suchen ihre Opfer gezielt im Netz, bei der Kinder wie eine Ware in einem Onlinekatalog präsentiert werden. Und wer kennt sie nicht- die Instagram-Mamis die das gesamte Leben ihrer Kinder im netz offenlegen. Schon allein das sorgt für eine sehr beklemmende Stimmung.

Die Geschichte wird aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Das macht sie einerseits nahbar, unter anderem weil auch aus Neles Sicht erzählt wird, was mir wirklich eine Gänsehaut bereitet hat, war mir aber letztendlich zu viel. Namen, Orte, Beziehung zur Familie verschwimmen. Es werden sehr viele Perspektiven eingeführt, die erstmal überhaupt nichts mit der Haupthandlung zu tun haben und die nicht aktiv zum Fortgang der Handlung beitragen. Außerdem wurde es dadurch für mein Empfinden sehr unübersichtlich.

Das Buch hat relativ lange gebraucht, um echte Fahrt aufzunehmen. Ist nicht unbedingt, weil es trotzdem von Anfang an sehr beklemmend und stimmungsvoll ist. Aber gegen Ende ging es plötzlich Schlag auf Schlag inklusive einer merkwürdigen Enthüllung zum persönlichen Bezug des Täters. Dies wird aber gar nicht weiter aufgegriffen und verarbeitet, was Fragen offenlässt und dadurch für mich total überflüssig war.

Fazit: top Thema, sehr aktuell und mit wichtiger Botschaft. Mit der Umsetzung der Autorin in ihrer Erzählstruktur habe ich gehadert, trotzdem ein sehr kurzweiliges Buch.

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Veröffentlicht am 05.01.2023

Lässt mich ra(s)tlos zurück

Frankie
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Die Geschichte klang so skurril wie spannend und wurde als rasante All-Age-Road-Novel angepriesen. Das All age würde ich total unterschreiben, vor allem weil die Figuren auch ein Querschnitt durch alle ...

Die Geschichte klang so skurril wie spannend und wurde als rasante All-Age-Road-Novel angepriesen. Das All age würde ich total unterschreiben, vor allem weil die Figuren auch ein Querschnitt durch alle Altersklassen sind. Unter einer Road-Novel habe ich mir ehrlich gesagt was anderes vorgestellt, für mich wirkte das Buch eher wie das Vorspiel zu einer Road-Novel und lässt mich damit etwas ratlos zurück.

Zum Inhalt: nach 18 Jahren wird Franks Großvater aus dem Gefängnis entlassen. Was er getan hat will die Mutter dem 14 jährigen Jungen nicht verraten, aber es wird klar, dass sie nicht will, dass die beiden Zeit allein verbringen. Frank ist neugierig und zugleich abgeschreckt von dieser neuen Vaterfigur, die keine ist und dem Reiz des Neuen.

Den inhaltlichen Einstieg in die Geschichte fand ich gar nicht schlecht und auch deren Verlauf hat mir an sich gut gefallen, die fortschreitende Eskalation der Familienverhältnisse und der Umbruch in Franks Leben von der behüteten Wohnsituation mit seiner Mutter zu seinem ruhelosen Ausbruch. Aber dann endet die Geschichte gefühlt sehr abrupt, bevor sie so richtig begonnen hat. Dabei würde jetzt eigentlich der Teil anfangen, der richtig spannend wird.

Sprachlich fand ich die Geschichte eher schwierig. Besonders zu Anfang haben mir die elendig langen Sätze und die vielen Wiederholungen in der Gesprächsführung zwischen Großvater und Enkel ganz schön zu schaffen gemacht. Ich habe es daher eher als anstrengend zu lesen empfunden. Man gewöhnt sich aber irgendwann dran und dann passt es ganz gut zum Buch.

Ein bisschen wirkt die Geschichte wie filmisch erzählt, fast schon wie im Rausch, und würde sich sicherlich gut als Rückblende in einem Ganovenfilm machen. Als alleinstehende Handlung war es mir aber irgendwie zu wenig, muss ich gestehen. Erreicht hat mich das Buch in seiner Kürze daher leider nicht.
Wer kurze, episodische Erzählungen mag, wird aber Gefallen an diesem Buch finden.

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Veröffentlicht am 03.01.2023

bin irgendwie nicht sicher, ob ich es mochte

Punk 57
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Vorab: irgendwie erfüllen so Hype-Bücher aus den sozialen Medien letztendlich nie meine Erwartungen. Ich fand die Idee hinter Punk 57 total interessant und spannend. Aber in diesem Buch passiert so viel, ...

Vorab: irgendwie erfüllen so Hype-Bücher aus den sozialen Medien letztendlich nie meine Erwartungen. Ich fand die Idee hinter Punk 57 total interessant und spannend. Aber in diesem Buch passiert so viel, auch so vieles was völlig daneben und absolut triggernd ist, dass ich nicht sicher bin, ob ich die Geschichte am Ende mochte oder nicht.

Zum Inhalt: Misha und Ryen sind seit der Grundschule Brieffreunde. Aber sie haben sich noch nie gesehen, denn sie haben Angst, dass das ihre Freundschaft gefährden könnte. Bis Misha plötzlich nicht mehr auf Ryens Briefe antwortet und sie sich auf die Suche nach ihm macht. Nur um festzustellen, dass er bereits näher ist, als sie dachte.

Die Idee mit der Brieffreundschaft fand ich total toll und auch ein sehr emotional nachvollziehbares Thema. Die beiden vertrauen sich Dinge an, die sie niemandem sonst sagen können. Die Geschichte um die Freundschaft der beiden hat mir richtig gut gefallen.

Neben dieser Mainstory werden einfach unheimlich viele andere Themen angestoßen, die natürlich auch gar nicht alle vertieft werden können. So geht es um Verlust, Substanzenmissbrauch, Mobbing, sexuelle Belästigung, physische Gewalt und vieles mehr. Für ein einziges Buch war mir das eigentlich zu viel. Außerdem ist das Buch voll von der Sprache und sexuell expliziten Inhalten. In der Gesamtkombination für ein Jugendbuch also schon auch ziemlich heftig.

Die Quintessenzen der Geschichte um Freundschaft und Zusammenhalt, das darüber nachdenken wer man ist und wer man sein möchte- diese Aspekte haben mir sehr gut gefallen.

Insgesamt lässt mich das Buch sehr zwiegespalten zurück. Es gab vieles was ich mochte. Unter anderem auch die Chemie zwischen Misha und Ryen, ihre Wortwitze, Schlagabtausche und lyrischen Zusammenspiele. Aber vieles war mir einfach auch zu sehr übers Ziel hinausgeschossen.

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Veröffentlicht am 19.12.2022

Nichts ist wie es scheint

Die letzte Party
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„Die letzte Party“ besticht mit einem fast schon hypnotisch coolen Cover. Dieser blau abgesetzte Drink springt einfach direkt ins Auge. Leider war das für mich schon das coolste am Buch, denn die Story ...

„Die letzte Party“ besticht mit einem fast schon hypnotisch coolen Cover. Dieser blau abgesetzte Drink springt einfach direkt ins Auge. Leider war das für mich schon das coolste am Buch, denn die Story selbst kommt leider ziemlich langatmig daher.

Zum Inhalt: eine elitäre Wohnsiedlung in einem beschaulichen walisischen Dorf. Die reichen Ferienhausbewohner werden von den Einheimischen eher kritisch und mit Argwohn betrachtet. Eine Silvesterparty soll die Wogen glätten, doch endet in einem Mord. Und ausnahmslos jeder scheint verdächtig.

An sich fand ich die Prämisse der Geschichte gar nicht schlecht: Einheimische gegen Feriengäste, bodenständige Bürger gegen elitäre Snobs. Und alle haben etwas verbergen. Aber irgendwie kam die Geschichte sehr behäbig daher und ist einfach nicht so richtig in Gang gekommen und das, obwohl die Leiche direkt zu Anfang gefunden wird.

Die Geschichte wird anachronistisch erzählt, es gibt immer wieder Rückblicke und diverse Perspektivwechsel, sodass man bestimmte Szenen auch aus mehr als einer Sichtweise erlebt. Irgendwie fand ich das ziemlich unübersichtlich, oft wurde Zusammenhänge dadurch erst im Nachhinein klar, wenn man auch die zweite Perspektive gelesen hatte. Das hat es anstrengend gemacht, der Geschichte zu folgen.

Für mich gab es in dieser Geschichte auch keinen Sympathieträger, alle haben was zu verbergen und damit ein potentielles Mordmotiv. Generell fand ich, dass sexuelle Handlungen jeglicher Art zu viel Raum im Buch einnahmen. Das scheint eins der zentralen Themen zu sein, um die sich die ganze Geschichte dreht, mir war es einfach aber irgendwann zu viel, es wirkte oft sehr ordinär.

Bei mir ist leider einfach überhaupt keine Spannung aufgekommen, die Ermittlungsarbeit ist mühselig, dazu kommen diverse private Konflikte. Die Auflösung wirkt halbwegs schlüssig, wenn auch etwas unrealistisch und überdramatisch. Gestört haben mich die teils wahllos eingestreuten walisischen Begriffe, die weder übersetzt noch ausreichend in Kontext verpackt werden.

Insgesamt hat mich das Buch einfach nicht erreicht. Statt kurzweiligem Thriller war es eher ein etwas zäher Whodunnit-Krimi

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