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Veröffentlicht am 08.01.2023

Ein Außenseiter auf seiner abgeschiedenen, vergessenen Insel – ein trauriges Porträt.

Der Inselmann
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Berührend in seiner aussagekräftigen, bildreichen Wortwahl, zart in seiner detaillierten Beschreibung von kindlichen Kleinigkeiten, die in ihrer Wiederholung als Erinnerung im Erwachsenenalter des Inselmannes ...

Berührend in seiner aussagekräftigen, bildreichen Wortwahl, zart in seiner detaillierten Beschreibung von kindlichen Kleinigkeiten, die in ihrer Wiederholung als Erinnerung im Erwachsenenalter des Inselmannes subtil an passender Textstelle immer wieder auftauchen - so wird ein fein gewebter Strang gezogen durch das recht einsame, traurige Leben eines schwachen, verträumten, schüchternen, armen, jedoch fantasiereichen Jungen, der den täglichen Anforderungen gegenüber den Eltern, der Schule, als Erwachsener scheinbar nicht gerecht werden kann. Dieser Hans Rohleder findet auf dieser an sich unbewohnten Insel sein geliebtes Zuhause, beschrieben in einem zarten, fast liebevoll berührenden Sprachstil. Die klare Beschreibung der Eltern, des Fährmanns, der Burg und auch ihr Zusammenleben mit Freunden in der Stadt spiegelt ein authentisches Bild wider in Armut, Einsamkeit und Angst. Ein berührendes Leseerlebnis!

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Veröffentlicht am 05.01.2023

Hamburg um 1911 – eine verruchte Opiumhöhle?

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe (Hafenärztin 3)
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Geschichtliches über die deutsche Kolonie Tsingtau rund um 1911 erfährt der Leser des einstmaligen deutschen Kaiserreiches mit dem großen Freihafen Hamburg, rund um die Schmuckstraße mit ihren Bordells, ...

Geschichtliches über die deutsche Kolonie Tsingtau rund um 1911 erfährt der Leser des einstmaligen deutschen Kaiserreiches mit dem großen Freihafen Hamburg, rund um die Schmuckstraße mit ihren Bordells, Spielhallen, Garküchen, Gerüchen auch nach Opium und nach Kriminalität. Zwischen der chinesischen Bevölkerung in Hamburg als Umschlaghafen für Opium, Morphium und Heroin neben Menschenschmuggel agiert die Hafenärztin Anne weiterhin mitten in der spannenden Gefahrenzone, verursacht durch ihren Vater und den flüchtigen Frauenmörder Joachim von Stetten. Weiterhin ist ihr Charakter stark, mutig, ohne Angst und wachsam, gepaart mit einer neue Liebe. Interessante polizeiliche Verfahren wie die ‚Wiener Folie‘ zum Festhalten von Fingerabdrücken oder chemische Analyseverfahren werden eingeflochten in die lebhaft beschriebene, vorbildliche Polizeiarbeit rund um das unermüdliche Team um Kommissar Berthold Rheydt, jetzt mit neu entfachter Liebe. Insgesamt ein authentisch gewobener Plot mit viel Liebe, Tot, Arbeit und Sommerhitze.

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Veröffentlicht am 03.01.2023

Eine liebevoll geschriebene Autobiographie

Für euch
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In scheinbar schonungsloser Offenheit wird eine Familie porträtiert aus dem Blickwinkel der Tochter, die in einem Kölner Milieu aufwächst, geprägt von Geldnot und Mangel an Beständigkeit, Sicherheit und ...

In scheinbar schonungsloser Offenheit wird eine Familie porträtiert aus dem Blickwinkel der Tochter, die in einem Kölner Milieu aufwächst, geprägt von Geldnot und Mangel an Beständigkeit, Sicherheit und einem geregelten Leben, jedoch mit Liebe und Wärme am Rande der Gesellschaft. Über den Weg von Bildung und viel Freiheit in ihren Entscheidungen findet diese Tochter Iris heraus aus ihrem Zwiespalt aus Verdrängung und Scheinwelt. Sie schreibt über die bedingungslose Liebe ihrer Mutter, die wirklich alles unermüdlich für ihre Familie unternimmt, um aus diesen prekären Lebensverhältnissen herauszukommen. Mit einem türkischen Vater, der nie in Deutschland richtig angekommen ist und einer Mutter, der selbstloseste, aufopferndste Mensch, führt Iris quasi ein gestörtes Doppelleben, in dem sie gesellschaftlichen Anschluss und Anerkennung sucht statt sich still zurückzuziehen – mutig, selbstbewusst und zäh. Das Cover ist nicht sehr ansprechend und aussagekräftig gewählt.

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Veröffentlicht am 30.12.2022

Eine Tote aus der Isar – ein spektakulärer beruflicher Anfang für Fräulein Anna.

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 1)
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Historische Vorgänge im Vorfeld des 1. Weltkriegs sind verwoben in einem Krimi mit bayrischem Ambiente. Die sehr verschiedenen Hauptakteure beschäftigen sich in ihrem beruflichen Umfeld mit Morden und ...

Historische Vorgänge im Vorfeld des 1. Weltkriegs sind verwoben in einem Krimi mit bayrischem Ambiente. Die sehr verschiedenen Hauptakteure beschäftigen sich in ihrem beruflichen Umfeld mit Morden und ihrer Aufklärung: Anna Zech, 19 Jahre alt, vom Lande, wissbegierig, naiv, pflichtbewusst, aus bescheidenen Verhältnissen aus kinderreicher Familie, verantwortungsbewusst, Obduktionsassistentin in der Gerichtsmedizin München. Ihr Gegenpart ist Friedrich von Weynand alias Fritz Nachtwey, Inhaber des Münchner Generalanzeigers, mimt zum Spass den Klatschreporter und schreibt unzensierte, sarkastische, verruchte Artikel aus seinem adeligen Milieu. Er kämpft gegen eine Leere in seinem Leben, in seiner Ehe an in einer Welt des schönen Scheins, die sich so sehr überlebt hat, dass sie die eigenen Regeln der Aristokratie nicht mehr versteht – sehr im Gegensatz zu Annas Alltag. Aus diesem Gegensatz der Charaktere entwickelt sich ein spannungsgeladener Kriminalfall, liebevoll drapiert mit weiteren, lebendig skizzierten Figuren aus verschiedenen Milieus der Zeit vor 1914.

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Veröffentlicht am 16.12.2022

Das ‚Römische Fieber‘ im frühen 19. Jahrhundert der Medizin – spannend verpackt.

Anatomy
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Aufschlussreich zu begreifen, dass sich hinter diesem Fieber die Malaria verbirgt, die zu Zeiten der Römer zum Untergang ihres Reiches geführt haben soll. Historisch interessant ist auch die Geschichte ...

Aufschlussreich zu begreifen, dass sich hinter diesem Fieber die Malaria verbirgt, die zu Zeiten der Römer zum Untergang ihres Reiches geführt haben soll. Historisch interessant ist auch die Geschichte um die Auferstehungsmänner bzw. Leichenräuber, die in der frühen Geschichte der Anatomie so belegt ist. Jack Currer mit seinen 17 Jahren auf Friedhöfen von Edinburgh nachts unterwegs mit ausgegrabenen Leichen steht er stellvertretend für die unterste gesellschaftliche Schicht dieser Zeit. Miss Hazel Sinnett als Vertreterin der damaligen obersten Gesellschaftsschicht kommt insgesamt nicht authentisch herüber: Unvorstellbar wäre für mich ihre gemeinsamen nächtlichen Aktionen zusammen mit Jack. Ihr Interesse an Medizin kommt zwar gut beschrieben herüber, jedoch völlig unmöglich in den damaligen gesellschaftlichen Zwängen für Frauen. Die Ärzteschaft bedient sich insgesamt sehr krimineller Maßnahmen im Dienste der Wissenschaft – zu übertrieben? Trotz allem ein spannender Plot.

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