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Veröffentlicht am 06.02.2023

Eine Frau geht ihren Weg

Die Frauen vom Lindenhof - Ein Neuanfang für uns
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Eine junge Frau - Ein brachliegender Familienbetrieb - Ein Traum - Marianne Wagner wünscht sich nichts mehr als die familieneigene Schreinerei wieder auf zu bauen. Ihr Traum ist eine Werkstatt zur Herstellung ...

Eine junge Frau - Ein brachliegender Familienbetrieb - Ein Traum - Marianne Wagner wünscht sich nichts mehr als die familieneigene Schreinerei wieder auf zu bauen. Ihr Traum ist eine Werkstatt zur Herstellung von Puppenmöbeln. Durch eine glücklich Fügung kann sie sich den Traum erfüllen. Doch mit der Verlobung ihrer Schwester legt sich eine dunkle Wolke über das Glück von Marianne. Es kommt Hoffnung auf, als sie den jungen Aleksandre kennenlernt. Gemeinsam versuchen sie, Mariannes Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Katharina Ostwald ist ein Autorinnenduo das die Geschichte einer starken Frau und ihrer Familie erzählt. Einer Familie, die insgesamt aus starken Frauen besteht. 
Mit ihrem flüssigen und bildlichen Schreibstil schaffen sie es, den Leser von der ersten Seite an, mitzunehmen. 
Es baut sich ein toller Spannungsbogen im Verlauf des Buchs auf und dieser verläuft in Höhen und Tiefen, was bewirkt, dass der Leser immer am Ball bleibt.
Sie zeichnen völlig unterschiedliche weibliche Charaktere und auch das Bild über Frauen in den 1950er Jahren in Deutschland. Gerade Marianne ist ein Charakter, der modern und frisch ist und gegen das snobistische Weltbild angeht. Allerdings sorgt das nicht bei allen für Begeisterung.
Ihre Schwester Henriette ist wiederum der Typ Frau der damaligen Zeit. Durch ihre junge und unerfahrene Art wirkt sie dabei manchmal sehr naiv. Gerade zum Ende hin erlebt man eine positive Wendung ihres Charakters. Allerdings erscheint mir das an manchen Stellen doch etwas zu unrealistisch und zu positiv innerhalb so kurzer Zeit.
Ein besonders interessanter Charakter ist Mariannes beste Freundin Ruth. Ihr Lebensmut und ihre Schaffenskraft ist ansteckend und ich denke, sei hat Marianne so sehr beeinflusst. Sie ist überhaupt ein Typ Frau, der einen Vorbildcharakter erweckt. Ich weiß nicht, ob sie damit nicht manchmal zu perfekt ist.
Was mich etwas irritiert hat, war der Konflikt zwischen den Familien Wagner und Hartmann, speziell in Bezug auf Marianne. Dieser nahm am Anfang sehr viel Raum ein, wandelte sich dann mit einem Ruck zum positiven und tauchte nie wieder wirklich auf. Das fand ich auch etwas unrealistisch bzw. zu oberflächlich.

Alles in allem jedoch der Beginn einer wunderbaren Reihe über starke Frauen in lebhaften Zeiten.
Eine Empfehlung für all jene, die gerne Romane über Frauen lesen, die ihren Weg gehen und auch für jene, die historisch interessiert sind.

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Veröffentlicht am 10.01.2023

Tolle Fortsetzung

Wiedersehen in der Tuchvilla
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Die Zeit des 2. Weltkriegs macht auch vor der Tuchvilla kein Halt. Marie und Leo sind immer noch in den USA, während der Rest der Familie Melzer in Augsburg ausharrt. Jeder geht seiner Wege nach und versucht ...

Die Zeit des 2. Weltkriegs macht auch vor der Tuchvilla kein Halt. Marie und Leo sind immer noch in den USA, während der Rest der Familie Melzer in Augsburg ausharrt. Jeder geht seiner Wege nach und versucht das Beste aus der Trennung zu machen. Doch die Jahre gehen nicht spurlos an Maries und Pauls Beziehung vorbei und so gibt es eine neue Frau in Pauls Leben. Zeit für Marie herauszufinden, ob ihre Liebe doch noch zu retten ist.

Das Cover schließt sich an die vorherigen Bände der Saga an und ist mit den hellen Farben liebe- und hoffnungsvoll gehalten.
Es war wieder wunderbar den Protagonisten der Tuchvilla wieder zu begegnen. Dadurch, dass mir die vergangenen Bände bekannt sind, kam ich gut in die Geschichte rein und kannste die Hintergründe der einzelnen Charaktere.
Das Buch ist in drei Teile eingeteilt, die verschiedene Zeitabschnitte abbilden. Die Kapitel sind durchschnittlich lang gehalten, so dass sie nicht zu lang oder zu kurz wirkten.
Hauptsächlich steht das Leben der Melzers in Augsburg im Fokus der Geschichte. Ich fand, die Geschichte um Marie und Leo war im Verhältnis relativ kurz gehalten, was ich manchmal etwas schade fand. Allerdings machten dies die verschiedenen Handlungsstränge, bspw. um Doro wieder wett.
Es gab verschiedene leicht gehaltene Spannungsbögen in der Geschichte und Anne Jacob gelingt es immer so zu schreiben, dass ich immer weiter lesen wollte. Was ich etwas schade fand, der eigentlich spannende Teil zog sich etwas zu lang hin, sodass ich mich immer fragte, wann der Titel des Buches denn nun umgesetzt wird.
Anne Jacobs gelingt es immer auf besondere Weise die Beziehungen der Personen zueinander darzustellen. Ein tolles Beispiel dafür ist immer das Verhältnis der Angestellten zur Herrschaft. Das vermittelt für mich immer das Gefühl, Teil der Tuchvilla zu sein.

Anne Jacobs hat mit diesem sechsten Band wieder eine wunderbare Fortsetzung der Saga geschrieben und durchaus Potential für eine Fortsetzung gelassen.
Dieses Buch ist eine Empfehlung für alle, die diese Reihe mögen und ein Anlass für Leser, die historische Romane gerne lesen, diese Reihe zu beginnen.

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Humorvolle Geschichte mit dem gewissen Etwas

Du bist mein Lieblingsgefühl
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„Du bist mein Lieblingsgefühl“ von Kyra Groh erzählt die Geschichte von Nela und Max, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Nela ist eine junge, unabhängige Frau, die sich ihre Träume erfüllt und sich ...

„Du bist mein Lieblingsgefühl“ von Kyra Groh erzählt die Geschichte von Nela und Max, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Nela ist eine junge, unabhängige Frau, die sich ihre Träume erfüllt und sich nichts aus gesellschaftlichen Konventionen macht, von wegen „Man muss eine Beziehung führen“ und „Deine biologische Uhr tickt schon“. Überhaupt muss man sich nicht an die Liebe knebeln, sondern das Leben genießen. Dennoch probiert sie, ausgelöst durch eine unachtsam geäußerte Meinung mit etwas mehr Alkohol im Blut, in einem entsprechenden Geschäft Brautkleider an. Dabei läuft sie Max über den Weg, der mit seiner vermeintlich Verlobten Inga deren Hochzeitsoutfit aussucht. Und plötzlich ist das dieses Gefühl, was sich auch noch verstärkt als über ihr die neue Softwarefirma einzieht.

Das Buchcover trifft nicht meinen Geschmack, aber spiegelt dennoch die Geschichte gut wieder.
Kyra Groh erzählt mit ihrem Roman eine Geschichte zweier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Motto dieses Buches könnte durchaus lauten „Gegensätze ziehen sich an“.
Das Buch ist in 12 Kapitel unterteilt, die alle den Titel eines Liedes tragen. Ich finde sie gut gewählt, weil sie vor allem den Charakter der Hauptfigur Nela wiedergeben und diese Aufteilung einfach mal eine andere ist.
Die Kapitel sind mehrfach unterteilt und erzählen die Geschichte aus den Perspektiven der beiden Hauptpersonen. Nela und Max erzählen sie aus der Ich-Form. Das finde ich immer sehr auflockernd, weils doch etwas anderes ist.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Sie schreibst oftmals in einem ironisch-sarkastischen Stil und malt hin und wieder auch Bilder aus dem normalen Leben, sodass sich der ein oder andere Leser dabei an Situationen aus seinem Alltag erinnert fühlt.
Für mich war das Buch ein bisschen zweigeteilt. Die erste Hälfte hat sich durch den Humor und den Witz schnell gelesen. Dennoch fragte ich mich manchmal, ob das wirklich authentisch erzählt ist, dass zwei Menschen so umeinander rumschleichen, ohne dabei bestimmte Dinge anzusprechen. Das gab mir manchmal zu denken.
Die zweite Hälfte des Buches war für mich sehr langatmig. Gefühlt wurde jeder einzelne Schritt beschrieben, alle Denkansätze und Handlungen der beiden Protagonisten beschrieben und das war mir manchmal doch zu viel. Einiges davon war sicher interessant für die Geschichte, weil es Nela und Max zu den Menschen gemacht hat, die sie sind. Auch bei vielen Denkweisen findet man sich wieder, aber an anderen Stellen wiederum war es für mich doch etwas unauthentisch.
Auch der Spannungsbogen der Geschichte war zweigeteilt. In der einen Hälfte ging es um die Annäherung und in der zweiten um die Beständigkeit, sodass ich immer wissen wollte, wie es denn weitergeht.
Erfrischend sind für mich die Freunde der beiden gewesen und auch Nelas Eltern. Sie haben der Geschichte auch das gewisse Etwas verliehen, da es ein „Haufen bunter Papageien“ für mich war!
Die Geschichte um Max’ Familie fand ich auch sehr spannend und nachdenklich.

Alles in allem ein humorvolles Buch der Gegenwartsliteratur mit einem gewissen Etwas, welches auflockernd ist. Für alle, die Liebesgeschichten mögen, auf jeden Fall eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 04.01.2023

Die Fortsetzung der Dallmayr-Saga

Dallmayr. Der Glanz einer neuen Ära
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„Dallmayr - Der Glanz einer neuen Ära“ ist Band 2 der Dallmayr-Saga.
Der Leser trifft hier wieder auf die Familie Randlkofer. Viel hat sich in den letzten Jahren getan. Therese Randlkofer erweiterte den ...

„Dallmayr - Der Glanz einer neuen Ära“ ist Band 2 der Dallmayr-Saga.
Der Leser trifft hier wieder auf die Familie Randlkofer. Viel hat sich in den letzten Jahren getan. Therese Randlkofer erweiterte den Dallmayr immer weiter. Sohn Hermann hat seine eigene Familie gegründet und ist mit ins Geschäft eingestiegen und Sohn Paul macht eine Lehre in Wiesbaden. Doch dort tun sich so einige Schwierigkeiten auf. Durch die Unterstützung seine Halbschwester Balbina kommt er zurück nach München.
Auch in diesem Band ergeben sich viele Änderungen und Schwierigkeiten im Leben und Geschäftsleben der Familie Randlkofer.

Das Buchcover schließt sich an das des ersten Bandes an. Meines Erachtens sieht es durch die Farbgebung sogar ein bisschen edler aus als das des ersten, somit spiegelt es auch wunderbar den Untertitel des Buches wieder.
Lisa Graf schließt direkt an das Vorgängerbuch an, sodass ich kurzzeitig brauchte, um wieder in die Geschichte herein zu finden. Mit dem fortschreitenden Lesen kamen jedoch die Erinnerungen zurück, sodass es immer interessanter wurde, die Entwicklungen der Figuren und vor allem des Geschäfts zu erleben.
Gerade die Geschichte des Geschäfts und Therese Randlkofers Mut und Ehrgeiz werden durch Lisa Graf toll nachgestellt. 
Die Geschichte ist nicht in Kapitel unterteilt, sondern in Jahre und dabei immer durch kleine Unterabschnitte in den einzelnen Handlungssträngen unterbrochen. So gibt es den Handlungsstrang um Therese Randlkofer, einen um Paul Randlkofer, um Hermann, Elsa, Balbina, Ludwig und Lilly und hin und wieder auch Max Randlkofer. Für mich waren dabei die interessantesten Stränge die, um das Geschäft selber.
Der Abschnitt um Lilly kam relativ kurz und sehr spät, sodass ich erstmal irritiert war, wo jetzt der Handlungsstrang herkam.
Gut dargestellt sind die familiären Verhältnisse. Es ist eine Darstellung, die nicht nur eitel Sonnenschein darstellt, sondern auch das Konfliktpotential einer Geschäftsfamilien mit mehreren Generationen und auch den Problemen, die sich daraus ergeben.

Ich finde dieses Buch eine wunderbare Fortsetzung des ersten Bandes. Es empfiehlt sich jedoch, die Bücher am besten hintereinander oder zeitnah hintereinander zu lesen, sodass es einfacher ist, der Handlung zu folgen.

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Veröffentlicht am 26.12.2022

Ein etwas anderer Blickwinkel auf die Kaiserin

Sisi. Die Sterne der Kaiserin
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Mara Andeck - Sisi - Die Sterne der Kaiserin - Es ist die Geschichte von Franziska Angerer, der Friseurin Kaiserin Elisabeths. 
Sisi wird während einer Theatervorstellung auf Fannys Arbeit aufmerksam, ...

Mara Andeck - Sisi - Die Sterne der Kaiserin - Es ist die Geschichte von Franziska Angerer, der Friseurin Kaiserin Elisabeths. 
Sisi wird während einer Theatervorstellung auf Fannys Arbeit aufmerksam, bittet sie zur Audienz und unterbreitet ihr das Angebot, als ihre Friseurin zu arbeiten. Fanny nimmt das Angebot an und wird eine von Sisis engsten Vertrauten.

Der Titel steht in Übereinstimmungen mit dem wunderschönen Cover des Buches und beim Lesen wird auch klar, was es mit den Sternen der Kaiserin auf sich hat.
Es ist ein wunderbares Buch erzählt aus der Perspektive einer Bediensteten am österrreichischen Hof. Verstrickungen und Intrigen am Hof stehen an der Tagesordnung und werden durch Mara Andeck nachvollziehbar und quasi erschreckend dargestellt. Es gelingt ihr auch wunderbar von der Launenhaftigkeit Sisis zu berichten, aber gleichzeitig die Hintergründe derer aufzudecken.
Die Person der Fanny Angerer ist eine sehr beeindruckende Frau. Mara Andeck erzählt von ihr als grundehrlicher, aufrichtiger, selbstbewusster, intelligenter und vor allem loyaler Person. Sie kann durchaus als Vorbild für Frauen der damaligen Zeit gesehen werden.
Die Autorin stellt auf wunderbare Art den inneren Konflikt beider Hauptpersonen, also sowohl Fanny als auch Sisis, dar. 
Zeitweise, also in der Mitte des Buches, fand ich die Geschichte etwas zu oberflächlich, aber der Beginn und gen Ende sind anschaulicher und tiefgreifender dargestellt.
Ich finde die Länge der Kapitel gut gewählt, so wird es nicht zu langatmig und hat mich als Leser immer wieder animiert, weiter zu lesen, weil es sehr kurzweilig war. 
Mit dem Ende hätte ich während des Verlaufs des Buches nicht gerechnet, aber das fand ich gerade spannend, denn das spricht für den Schreibstil der Autorin.

Ein schöner historischer Roman aus einem etwas anderen Blickwinkel, der nicht nur Kaiserin Sisi in den Blickpunkt stellt, sondern die Bedeutung ihres Gefolges um sie herum.
Vor allem aber eine tolle Geschichte über eine starke und bodenständige Frau, Fanny Angerer.

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