Profilbild von gesil

gesil

aktives Lesejury-Mitglied
offline

gesil ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gesil über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Geschichte plätschert so vor sich hin

In Liebe, Layla
0

Die verwöhnte Senatortochter Layla Beck kommt nach Macedonia, um zu dessen 150-Jahresfeier ein Buch über das kleine Städtchen zu schreiben.
Während ihrer Recherche lernt sie nicht nur die Menschen der ...

Die verwöhnte Senatortochter Layla Beck kommt nach Macedonia, um zu dessen 150-Jahresfeier ein Buch über das kleine Städtchen zu schreiben.
Während ihrer Recherche lernt sie nicht nur die Menschen der Stadt besser kennen, sondern kommt auch einem Geheimnis aus der Vergangenheit in ihrer Vermieterfamilie auf die Spur.

„In Liebe, Layla“ von Annie Barrows ist als Taschenbuch im btb-Verlag erschienen und mit 608 Seiten ein richtig dicker „Schmöker“. Der deutsche Titel ist meiner Meinung nach nicht gut gewählt, denn es geht in erster Linie um die Bewohner Macedonias - insbesondere um die Familie Romeyn.
Der Klappentext klang nach einer turbulenten Geschichte, doch der Roman kommt recht leise daher und ich musste mich teilweise dazu drängen, ihn weiter zu lesen.
Schwierigkeiten bereitete mir unter anderem, dass die Autorin die junge Willa Romeyn als Ich-Erzählerin auftreten lässt, während ansonsten die Stimme des allwissenden Erzählers zu hören ist. Da musste ich ab und an schon überlegen, wer da eigentlich gerade erzählt bzw. von wem die Rede ist.
Auch überforderten mich die vielen Bewohner Macedonias: Zum einen jene, die Layla zu Recherchezwecken aufsucht, aber auch, dass viele in irgendeiner Weise mit der (unausgesprochenen) Vergangenheit der Geschwister Jottie und Felix Romeyn zu tun haben. Da wäre meiner Ansicht nach weniger mehr gewesen. Ansonsten plätschert die Geschichte lange Zeit vor sich hin und ich stellte mir dann und wann die Frage, worauf das alles hinauslaufen sollte.
Interessant zu lesen waren hingegen die Fragmente aus Laylas Buch, die zwischendurch immer mal eingestreut wurden und die Geschichte auflockerten.
Zum Ende hin hätte die Story noch einmal Fahrt aufnehmen können, doch letztlich löst sich gerade der Konflikt unter den Geschwistern irgendwie in Wohlgefallen auf und mir als Leser bleibt ein fader Nachgeschmack, wozu der Roman nun eigentlich gut war.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Konnte mich leider nicht recht verzaubern

Agata verzaubert eine Insel
0

Agata wächst als Tochter eines wortkargen Schmieds auf einer Insel ohne Namen auf. Die Mutter ist bei Agatas Geburt gestorben und so wird das Mädchen von seiner Tante grossgezogen. In der Küche des örtlichen ...

Agata wächst als Tochter eines wortkargen Schmieds auf einer Insel ohne Namen auf. Die Mutter ist bei Agatas Geburt gestorben und so wird das Mädchen von seiner Tante grossgezogen. In der Küche des örtlichen Cafes erfindet Agata eines Tages eine wunderbare Salsa, die zu ihrem Markenzeichen wird und das Leben der Menschen auf der ganzen Insel verändert.

Zugegeben: Der Schreibstil von Paola Cereda ist flüssig und angenehm zu lesen. Doch das, was sie berichtet, hat es so oder ähnlich schon dutzende Male gegeben. Da ist auf der einen Seite das einfache Volk der Insel, dem der Pfarrer mehr oder weniger die „richtige“ Weise zu leben vorschreibt und das Mädchen, das rebelliert und sich nichts vorschreiben lässt. Und auf der anderen Seite der windige Geschäftsmann, der das Blaue vom Himmel verspricht und am Ende alle übers Ohr haut. Zwischen all dem steht der Zirkus und sein Dressurreiter Dumitru, der seine Verlobte für ein Leben auf der Insel verlässt. Es ragt nur Agatas Tochter Isola heraus, die sich seltsam benimmt und der Statue einer Heiligen zum Verwechseln ähnlich sieht. Ist vielleicht doch etwas dran an der unbefleckte Empfängnis, von der Agata behauptet, durch sie Isola empfangen zu haben?

Irgendwie habe ich mir mehr von diesem Roman versprochen. Wodurch verzaubert Agata nun die Menschen? Allein ihre Salsa kann es nicht sein.Ist es vielleicht doch eher die Unbeirrbarkeit, mit der Agata ihren Weg geht? Überhaupt wurde mir zu oft von Agatas „wunderbarer Salsa“ gesprochen. Beinahe wie von einem Allheilmittel gegen alle Übel der Welt. Auch sind mir die Protagonisten weitestgehend alle fremd geblieben. Keines der Schicksale hat mich wirklich berührt – nichte einmal der frühe Tod der Tochter.

Insofern bleibt „Agata verzaubert eine Insel“ eine Geschichte, die mich leider nicht zu verzaubern vermochte.

Veröffentlicht am 09.08.2020

nichts für mich

Willkommen im Flanagans (Das Hotel unserer Träume 1)
0

Nach dem Tod ihres Vaters erbt die junge Linda das Hotel Flanagan, doch ihre missgünstigen Cousins setzen alles daran, sie als Leitung zu diskreditieren.
Zehn Jahre später hat sie das Hotel trotz aller ...

Nach dem Tod ihres Vaters erbt die junge Linda das Hotel Flanagan, doch ihre missgünstigen Cousins setzen alles daran, sie als Leitung zu diskreditieren.
Zehn Jahre später hat sie das Hotel trotz aller Widerstände zum beliebtesten am Platze gemacht – doch erneut steht alles für sie auf dem Spiel …

Willkommen im Flanagans – Das Hotel unserer Träume von Åsa Hellberg soll der Auftakt zu einer „farbenfrohen Saga“ werden, doch mir hat er leider nicht gefallen.
Ich kenne die Autorin bzw. andere Werke von ihr und diese habe ich auch gern gelesen. Von daher hatte ich mich gefreut, ihr neuestes Buch kennen lernen zu dürfen.
Doch meiner Meinung nach arbeitet sie hier ein Klischee nach dem anderen ab: Die Protagonistin Linda ist naiv, ein typisches „Mädel vom Lande“, die Cousins machthungrig und geldgierig. Frauen werden in der Geschäftswelt nicht ernst genommen und als sogar eine Vergewaltigung stattfindet, ist in den Augen des Ehemannes die Frau selbst Schuld.
Insbesondere Lindas wiederholtes „Mir ist egal, dass..“ hat mich irgendwann nur noch aggressiv werden lassen.
Und auch die Liebesszenen zwischen verschiedenen Figuren sind einfach nicht schön geschrieben. Diese habe ich dann eher quergelesen.
Nun spielt die Handlung im Jahr 1960 und so etwas wie Gleichberechtigung ist noch in weiter Ferne, doch auch Rassendiskriminierung wird thematisiert, sowie die Unmöglichkeit, dass eine Frau ein Kind allein erzieht. Das war mir alles in allem einfach zu viel.
Schade, denn der Schreibstil der Autorin ist wirklich flüssig und angenehm zu lesen.
Weiterverfolgen werde ich die Saga eher nicht.

Veröffentlicht am 13.08.2019

zu viele Hirngespinste

ATME!
0

Ben und Nile sind glücklich miteinander, auch wenn Ben noch mit Flo verheiratet ist.
Dann verschwindet Ben bei einem spontanen Einkaufsbummel und ist auf seinem Handy nicht zu erreichen.
Besorgt versucht ...

Ben und Nile sind glücklich miteinander, auch wenn Ben noch mit Flo verheiratet ist.
Dann verschwindet Ben bei einem spontanen Einkaufsbummel und ist auf seinem Handy nicht zu erreichen.
Besorgt versucht Nile alles, um Ben zu finden und wendet sich in ihrer Verzweiflung auch an Flo. Gemeinsam versuchen die beiden Frauen, die vergangenen Tage zu rekonstruieren und stoßen auf verstörende Vorkommnisse.

Die Leseprobe zu „Atme!“ von Judith Merchant fand ich spannend geschrieben und weckte mein Interesse, das Buch lesen zu wollen, um zu erfahren, was mit Ben geschehen sein mag. Auch die kurzen Kapitel sorgten für ein angenehm schnelles Lesetempo. Doch leider verliert sich die Autorin in den Rückblenden zu Ben und Niles gemeinsames Leben und auf ihrer Suche verrennt sich Nile in ein Hirngespinst nach dem anderen. Das empfand ich als anstrengend und enttäuschend, da ich immer damit rechnen musste, dass die geschilderten Ereignisse gar nicht der Wahrheit entsprechen, sondern sich als „heiße Luft“ entpuppen.
Erschwerend hinzu kommt, dass mir keiner der Protagonisten in irgendeiner Weise sympathisch war, da keiner auf Nile – aus deren Sicht die Ereignisse geschildert werden – gut zu sprechen gewesen ist.
Selbst die finale Situation könnte Niles krankem Geist entsprungen sein, obwohl vieles daraufhin deutet, dass hier die Antwort auf die Frage, was mit Ben passiert ist, gegeben wird. Doch sicher sein kann ich mir nicht.

Veröffentlicht am 11.07.2018

naive Protagonistin

Das Haus der Mädchen
0

Die junge Leni kommt aus dem eher beschaulichen Sandhausen in die Millionenmetropole Hamburg, um in einem Verlag ein Praktikum zu absolvieren und Berufspraxis zu sammeln.
Doch bereits die Ankunft steht ...

Die junge Leni kommt aus dem eher beschaulichen Sandhausen in die Millionenmetropole Hamburg, um in einem Verlag ein Praktikum zu absolvieren und Berufspraxis zu sammeln.
Doch bereits die Ankunft steht unter keinem guten Stern: Lenis neuer Boss ist ein „Grascher“ und ihre neue Freundin, die sie in der BedtoBed-Unterkunft kennenlernt, ist am nächsten Morgern spurlos verschwunden.
Ihre Vermisstenazeige wird von dem aufnehmenden Beamten eher belächelt, doch einem Kollegen fallen beängstigende Paralllelen zu einem länger zurückliegenden Mordfall auf. Ist er einem Serientäter auf der Spur?

Mit der Protagonistin Leni wird dem Leser eine Person vorgestellt, die mir leider nicht besonders sympatisch war. Zwar vermag wohl kaum jemand, der so unversehens in einen Kriminalfall verwickelt wird, besonders souverän auftreten, doch Leni war mir einfach zu naiv. Bereits die Art, wie sie auf ihren zudringlichen Chef reagiert hat, löste bei mir eher Kopfschütteln als Verständnis aus. Von daher war der Spitzname – Leni Landei - , der ihr von Vivien gegeben wird, leider gar nicht so unpassend.
Der Fall selbst entwickelt sich nur langsam und es vergeht schon einige Zeit, bis die einzelnen Geschehnisse und Fäden zusammenlaufen und es in der Tat spannend wird. Leider hatte ich schon schnell die Vermutung, dass mit einem der Mädchen nicht alles mit rechten Dingen zugeht und war dann über den Verlauf nicht mehr sonderlich überrascht.
Der Autor legt gekonnt einige falsche Fährten, doch will er meiner Meinung nach den Leser zu sehr auf eine bestimmte Person als vermeintlichen Täter lenken. Und nachdem der wahre Täter entlarvt wurde, frage ich mich, warum verschiedene Dinge im Zuge der Ermittlungen nicht weiter überprüft worden sind.