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Veröffentlicht am 16.01.2023

Zwei zerbrochene Hälften

Die Liebe an miesen Tagen
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Durch Zufall lernen sich Clara und Elias kennen, es herrscht eine eigentümliche Anziehungskraft zwischen den beiden. Eine große Liebe bahnt sich an, die auf dem Prüfstand steht, als die erste Hürde unüberwindbar ...

Durch Zufall lernen sich Clara und Elias kennen, es herrscht eine eigentümliche Anziehungskraft zwischen den beiden. Eine große Liebe bahnt sich an, die auf dem Prüfstand steht, als die erste Hürde unüberwindbar scheint und der Zweifel überhand nimmt.

Ganz vorsichtig näherten wir uns an, das Buch und ich. Wir beäugten, wir taxierten uns, tasteten uns langsam voran, um zu erkunden, ob es zwischen uns passt. Sehr langsam wurden wir warm miteinander, obwohl eigentlich bereits feststand, dass wir füreinander bestimmt sind, es klar war, dass das was Großes, außergewöhnliches und wunderbares sein würde, wenn es endgültig funkt. Ganz leise entstand eine Intimität zwischen uns, die so leicht, so unglaublich frei war, dass es mir ganz warm wurde ums Herz. Die Traurigkeit dazwischen, die Tränen, das Dunkle und auch die Wut, die waren notwendig, damit die Freude, der Spaß und das Glück sprießen und gedeihen konnten, etwas Neues entstehen und bleiben durfte. Ob es von Dauer ist, wird sich zeigen, dachte ich.

So wie mir erging es den Hauptfiguren des Buches, nämlich Clara und Elias. Es war mir eine große Freude, diesem Zauber beiwohnen zu dürfen. Eine späte Liebe, ein Altersunterschied und verschiedene Lebensumstände, ein Annähern, ein Ankommen, eine Krise, ein Bruch. Ein Auf und Ab der Gefühle, emotionsgeladen, verletzlich, zwei Schritte vor, einer zurück. Sie kriegen sich, sie kriegen sich nicht; das älteste Spiel der Welt und doch so wunderbar anders erzählt. Sätze, die so treffend waren, poetisch, magisch und zum weinen schön. Ich habe nicht erwartet, welche Wendung die Geschichte nimmt, war nicht vorbereitet darauf, mit welcher Wucht es mich trifft, was passiert. Für mich war dies eine der schönsten Geschichten über die Liebe und das Leben, die ich seit langem gelesen habe. Von mir gibt es fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung, wobei ich dringend empfehle, vorher den Vorrat an Taschentüchern aufzustocken.

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Veröffentlicht am 13.01.2023

Wirklich (k)ein liebenswerter Mensch

Die letzte Party
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Nach einer Silvesterparty wird der schwerreiche Bauunternehmer Rhys Lloyd tot im See aufgefunden. Zur luxuriösen Party in den Ferienhäusern, die der Tote mit einem Partner hat bauen lassen, wurden auch ...

Nach einer Silvesterparty wird der schwerreiche Bauunternehmer Rhys Lloyd tot im See aufgefunden. Zur luxuriösen Party in den Ferienhäusern, die der Tote mit einem Partner hat bauen lassen, wurden auch Bewohner des nahegelegenen walisischen Dorfes eingeladen, sodass zusammen mit den Lodge-Bewohnern eine Menge Leute zu befragen sind. Die Polizistin Ffion Morgan, die in dem besagten Dorf lebt, wird mit den Ermittlungen betraut. Ihr wird der englische Polizist Leo Brady zur Seite gestellt, zusammen sollen die beiden das Tötungsdelikt aufklären. Bereits der erste Kontakt zwischen den Ermittlern verläuft holprig, denn anscheinend sind beide nicht die, für die sie sich ausgegeben haben.

In dieser Geschichte habe ich alle verdächtigt und es war total spannend, mitzuraten, wer es gewesen sein könnte. Jedes Kapitel widmet sich einer anderen Person, zusätzlich werden immer wieder unterschiedlich lange Zeitsprünge gemacht, die aber zusammen mit dem Namen der Person kenntlich gemacht wurden. Das hat es mir sehr leicht gemacht, der Story zu folgen und auch die Beziehungen zwischen den Beteiligten besser zu verstehen. Erst nach und nach ergaben viele Handlungen und Sätze rückwirkend einen Sinn, wenn plötzlich die Perspektive gewechselt und ein Zusammenhang hergestellt wurde. Dies war genial und trug dazu bei, dass die Spannung fast konstant oben blieb.

Das Buch las sich flüssig, bereits früh konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Die beiden Ermittler könnten unterschiedlicher nicht sein und natürlich war im Privatleben der beiden auch einiges los, das sehr gut in das Geschehen eingebaut wurde. Durch die ganze Geschichte zog sich ein feiner Humor, der mich wirklich begeistert hat. Als kurz vor dem zweiten Teil die sprichwörtliche Bombe platzte, war ich vollends angenehm verwirrt, denn damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. So vieles ergab nun einen Sinn, gleichzeitig kamen neue Fragen auf, deren Beantwortung ich herbeisehnte.

Wer glaubt, dass es nun gemächlich weiterging, der ist schief gewickelt, denn nun ging es richtig los. Die Geschichte sprang noch weiter in die Vergangenheit zurück und vervollständigte das Bild, viele Lücken wurden geschlossen, weitere Fragen geklärt. Die ein oder andere Enthüllung war erstaunlich, ich war fassungslos, was da noch kam; Geheimnisse, Verfehlungen, Böses kam ans Licht. Die Auflösung hat mich total verblüfft und das darauf folgende Ende mehr als überrascht. Das war großes Kino und ich kann ein Wiedersehen mit den beiden Ermittlern kaum erwarten. Von mir gibt es fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung. Das war super!

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Veröffentlicht am 11.01.2023

Wunderbare Bücherliebe

Die Bücher, der Junge und die Nacht
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Im Jahre 1933 trifft der Buchbinder Jakob Steinfeld auf Juli Pallandt, eine geheimnisvolle junge Frau, die ein Manuskript zu ihm bringt, das er binden soll. Es entwickelt sich eine Beziehung zwischen den ...

Im Jahre 1933 trifft der Buchbinder Jakob Steinfeld auf Juli Pallandt, eine geheimnisvolle junge Frau, die ein Manuskript zu ihm bringt, das er binden soll. Es entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden, die tragisch endet, als Juli eines Tages spurlos verschwindet. Fast vierzig Jahre später findet Jakobs Sohn Robert Indizien dafür, dass die Verlegerfamilie Pallandt in das Verschwinden von Juli sowie auch sein Schicksal als Kind verwickelt ist. Er fängt zu recherchieren an und findet dabei Hinweise auf ein mysteriöses Buch, das seit Jahrzehnten verschollen ist. Die Spur führt nach Leipzig, wo alles begann.

Es gibt Bücher, die ziehen mich sofort in ihren Bann, saugen mich ein und lassen nicht mehr los. Dies ist so ein Buch. Erzählt wird die Geschichte auf drei Zeitebenen, die immer kenntlich gemacht wurden, sodass es kein Verwirrspiel gab, in welchem Jahr ich mich gerade befinde. Erst nach und nach verstand ich, was im Jahr 1943 passiert ist, einem Jahr, das bekanntlich eines von vielen Jahren ist, die zur dunkelsten Geschichte Deutschlands gehören. Dazu gibt es Sprünge in 1933, wo das Gute und auch das Böse ihren Anfang nahmen und die Weichen gestellt wurden für die folgenden Ereignisse. Die Recherchen von Robert zusammen mit seiner Freundin, der Bibliothekarin Marie, führen die beiden kreuz und quer durch Deutschland, immer mehr Puzzleteile kommen so zusammen, die allerdings noch lange keinen richtigen Sinn ergeben. Stellenweise war ich als Leserin dem Paar voraus, was dazu führte, dass ich mir wünschte, den beiden helfen, ihnen einfach zurufen zu können, was ich weiß. Auch das machte das Buch mit mir. Je mehr Einzelheiten zutage kamen, desto gespannter wartete ich darauf, welche Auflösung mich erwartet, das Ende jedoch hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Ich hätte nicht gedacht, dass der Autor es schafft, jedes lose Ende miteinander zu verknüpfen und alle meine Fragen zu beantworten; sogar die, von denen ich selbst gar nicht wusste, dass ich sie mir gestellt habe. Grandios!

Dieser Mix aus Familiengeschichte, Drama, Krimi und Lovestory, der einige mystische und auch phantastische Elemente beinhaltete, ohne dass es seltsam gewirkt hätte, lässt mich begeistert zurück. Ich habe geschmunzelt und gelacht, war entsetzt und abgestoßen, wurde zu Tränen gerührt und habe einige geweint. Ich wurde bestens unterhalten und wünschte, ich könnte es vergessen und neu lesen, dieses wunderbare Buch. In einem Wort: meisterlich! Volle Punktzahl und zwei extra Sternchen sowie eine Leseempfehlung gibt es dafür von mir.

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Spannende Utopie

Freiheitsgeld
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Europa im Jahre 2064, Lina und Valentin ziehen in die Oase, eine wunderschöne Wohnanlage. Die beiden bekommen eine tolle Wohnung in einer Umgebung, die sicherer und fortschrittlicher nicht sein könnte. ...

Europa im Jahre 2064, Lina und Valentin ziehen in die Oase, eine wunderschöne Wohnanlage. Die beiden bekommen eine tolle Wohnung in einer Umgebung, die sicherer und fortschrittlicher nicht sein könnte. Verdanken tun sie das dem neuen Job von Valentin, der ihnen all den Luxus ermöglicht. Valentin kommt dadurch beruflich dem Politiker Robert Havelock näher, der vor fast dreißig Jahren ein bedingungsloses Grundeinkommen, nämlich das sogenannte Freiheitsgeld, eingeführt hat, das Jedem ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Als Havelock tot aufgefunden wird, bekommt die schöne Fassade erste Risse und nicht nur Lina fängt an, das sorglose Luxusleben in der Oase zu hinterfragen.

Bereits der Prolog versprach tolle Unterhaltung und der Roman, der an vielen Stellen einem Thriller glich, hat mich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Der Autor hat hier ein spannendes Szenario beschrieben, das so weit von der Realität nicht entfernt ist. Es gab interessante Ansätze, aber auch erschreckende Versionen unserer Welt. Die Digitalisierung ist das eine, aber dass der Mensch überwiegend durch Roboter ersetzt wird, ist tatsächlich nicht mehr weit entfernt, denn bereits heute sind bekanntlich viele Arbeitsplätze automatisiert und erfordern lediglich eine Überwachung. Dies wurde im Buch auf die Spitze getrieben und ich bin nicht sicher, ob mir das gefällt.

Die Geschichte war vielschichtig, aus verschiedenen Perspektiven und unterschiedliche Lebensentwürfe betreffend hat der Autor ein Buch geschrieben über den Einfluss eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die Menschen, er hat viele Fragen aufgeworfen und die meisten davon beantwortet. Zusammen mit den Todesfällen und der Ermittlung ergab dies eine tolle Mischung aus Utopie und Krimi, die mir sehr gefallen hat. Ich war auf das Ende gespannt, denn die Auflösung sollte realistisch und nachvollziehbar sein, was zum Glück der Fall war.

Dies war mein erstes, aber sicherlich nicht das letzte Buch von Andreas Eschbach, das ich gelesen habe. Volle Punktzahl gibt es dafür von mir und sehr gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 03.01.2023

Liebeslust und Liebesleid

Mein Herz, ich will dich fragen!
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Das nächste Bändchen mit Gedichten und Sprüchen von Rilke, Ringelnatz, Goethe und vielen anderen mir bekannten und einigen unbekannten Namen ist bei mir eingezogen und auch dieses kleine, aber feine Büchlein ...

Das nächste Bändchen mit Gedichten und Sprüchen von Rilke, Ringelnatz, Goethe und vielen anderen mir bekannten und einigen unbekannten Namen ist bei mir eingezogen und auch dieses kleine, aber feine Büchlein hat mich nicht enttäuscht.

„Frauen möchten in der Liebe Romane erleben, Männer Kurzgeschichten. Daphne du Maurier“ (Seite 26)

Die Auswahl ist gut gewählt, von ernst zu heiter ist alles vorhanden. Ein weiteres schönes Werk zum schmökern, träumen, lesen und verschenken, das ich sehr gerne empfehle.

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