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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.01.2023

Die Geschichte vom Reliquienhändler Leopold

Die Legende der Reliquie
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Die Autorin Bettina Lausen bringt uns in ihrem Roman "Die Legende der Reliquie" die Lebensumstände in der Zeit um 1410 näher.
 So werden die Beweggründe, die zu der Vermählung verschiedener Personen aus ...

Die Autorin Bettina Lausen bringt uns in ihrem Roman "Die Legende der Reliquie" die Lebensumstände in der Zeit um 1410 näher.
 So werden die Beweggründe, die zu der Vermählung verschiedener Personen aus dem Dorf Dettelsau führen, genau geschildert.
 Die verschiedenen Machtstrukturen, die nicht unerheblichen Einfluss auf die Entwicklungen ausüben, werden erläutert.
 Das ganze spielt in der Anfangszeit der Reformationsbewegung in Deutschland, die über die Verbrennung von Jan Hus beim Konzil zu Konstanz bis zum 30jährigen Krieg 1618-48 führte.  Dabei wird am Beispiel des Reliquienhandels dargestellt, wie sich selbst die Kirche an dieser Schacherei in Glaubensdingen beteiligt hat.
 Immer wieder stellt sich klar heraus, dass die Stellung der Frauen ganz klar unter der des Mannes war.
 So konnten sie sich nur durchsetzen, wenn sie entweder ein Druckmittel gegen der männlichen Part in der Hand hatten, oder sich aus dem Einflussbereich ihres Gegners begaben.
 Die Geschichte wird in chronologischer Reihenfolge in vielen Abschnitten erzählt.
 Die Durchmischung aller Komponenten lassen beim Lesen nie Langeweile aufkommen und man kann sich jederzeit in die jeweiligen Personen hineinversetzen.
 So legt man das Buch ungern wieder aus der Hand, da der flüssige Schreibstil den Leser gefangen hält.
 Aus diesem Grunde gebe ich diesem sehr gut recherchierten Buch 5 Sterne und eine ausdrückliche Leseempfehlung.

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  • Handlung
Veröffentlicht am 26.01.2023

Ein großartiger Roman, der unter die Haut geht

Morgen und für immer
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Dieses Buch beruht auf der Lebensgeschichte von Kajan Dervishi. Seine Kindheit verbringt er in einem kleinen Dorf in den albanischen Bergen. Vom zweiten Weltkrieg bekommt er kaum etwas mit. Eines Tages ...

Dieses Buch beruht auf der Lebensgeschichte von Kajan Dervishi. Seine Kindheit verbringt er in einem kleinen Dorf in den albanischen Bergen. Vom zweiten Weltkrieg bekommt er kaum etwas mit. Eines Tages trifft Cornelius, ein junger deutscher Deserteur, bei ihnen ein und die Familie gewährt ihm Schutz. Cornelius unterweist den kleinen Kajan im Klavierspiel, welches der Junge mit den Jahren perfektioniert und ein berühmter Pianist wird. In Elizabeta findet Kajan seine ganz große Liebe, welche seine Mutter jedoch, eine 100 %ige Kommunistin, zu zerstören versteht. 1962 darf Kajan in Ostberlin sein Land als berühmter Pianist vertreten. Und ab jetzt überschlagen sich die Ereignisse.
Die dramatische und unglaublich fesselnde Handlung trieb mir so einige Male Tränen in meine Augen. Und so fragte ich mich immer wieder, wie viel Leid ein Mensch ertragen kann. Von den Verhältnissen und Umständen in Albanien bis 1991 war mir nämlich nichts bekannt. Dem Autoren ist es außerordentlich gut gelungen, die Charaktere nachvollziehbar, glaubhaft und authentisch darzustellen. Auch hat Ermal Meta sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufgehalten, sondern führt mit einem verständlichen und sehr gut zu lesenden Schreibstil durch diese spannende Erzählung.
Mein Fazit:
Diese Geschichte über Verrat, Familie und Flucht, die auf Tatsachen beruht, ist ein absolutes Lesehighlight. Bedingungslos kann ich es weiter empfehlen. Und so vergebe ich sehr gerne 5 Sterne (wobei 5 Sterne zu wenig sind).

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Veröffentlicht am 25.01.2023

Gewaltiger Auftakt der Lindenhof-Trilogie

Die Frauen vom Lindenhof - Ein Neuanfang für uns
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Acht Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges kommen Marianne, ihre zwei Schwestern und die Mutter kaum über die Runden. Der Vater ist gestorben und die Schreinerei, die der Vater führte, verfällt. Marianne ...

Acht Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges kommen Marianne, ihre zwei Schwestern und die Mutter kaum über die Runden. Der Vater ist gestorben und die Schreinerei, die der Vater führte, verfällt. Marianne hat den Wunsch die Schreinerei wieder aufzubauen, doch es mangelt an dem benötigten Geld. Außerdem wird ihr, als Frau, die Führung eines Unternehmens nicht zugetraut. Denn ein Betrieb gehört in Männerhand. Zu groß sind die Vorurteile ihr gegenüber. Marianne will jedoch ihren Traum nicht aufgeben und bekommt von unerwarteter Seite Unterstützung in ihrem Vorhaben. Als dann Alexandre, ein ruheloser und vom Krieg seelisch gezeichneter Wanderarbeiter auf den Lindenhof kommt, verliebt sie sich in ihn. Doch wird er bleiben oder zieht es ihn weiter? Und wird Marianne die Kraft haben, allen Widerständen zu trotzen?
Dieser fesselnde erste Teil der Sage ist voller Emotionen. Authentisch und nachvollziehbar sind die einzelnen Protagonisten beschrieben. So habe ich mit der tatkräftigen und willensstarken Marianne mitgelitten, mitgebangt und mitgehofft bei ihrem Kampf, das Familienerbe wieder aufbauen zu wollen. Zumal ihr immer wieder dicke Knüppel zwischen die Beine geworfen wurden. Die Handlung ist fesselnd und unvorhersehbare Wendungen lassen den Spannungsbogen aufrecht erhalten. Mit einem lockeren und bildhaften Schreibstil führt Katharina Oswald durch diese mitreißende Geschichte.
Mein Fazit:
Dieser erste Band der fesselnden Lindenhof-Trilogie ist voller Spannung und Emotionen. Er lässt mich nun
ungeduldig auf die Fortsetzungen warten. 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 24.01.2023

Nelly Bly – eine Frau erkämpft sich ihren Weg

Reporterin für eine bessere Welt
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Als 1887 die dreiundzwanzigjährige Nelly Bly (1864-1922) von Pittsburgh nach New York reist, hat sie nur das eine Ziel, sie will unbedingt eine Anstellung bei einer großen renommierten Tageszeitung als ...

Als 1887 die dreiundzwanzigjährige Nelly Bly (1864-1922) von Pittsburgh nach New York reist, hat sie nur das eine Ziel, sie will unbedingt eine Anstellung bei einer großen renommierten Tageszeitung als Reporterin zu bekommen. Doch schnell muss sie erkennen, dass Frauen bei den Blättern unerwünscht sind und sie deshalb überall abgewiesen wird. Als sie sich trotzdem bis zum Chefredakteur der „New York World“ durchkämpfen kann, macht dieser ihr den Vorschlag, sich inkognito in die Nervenheilanstalt auf Blackwell's Island im East River einweisen zu lassen, um anschließend darüber einen Artikel zu schreiben. Ihr Freund und große Liebe Jonathan, ein junger Banker, den sie auf der Bahnfahrt nach New York kennen gelernt hatte, ist wegen der Gefährlichkeit des Unterfangens strikt dagegen.Jetzt muss sie sich entscheiden: Karriere oder Liebe?
Diese fesselnde Biografie erzählt von den Schwierigkeiten einer jungen Frau, die in der von Männern dominierten Arbeitswelt einen Beruf ergreifen will. Denn eine Frau gehörte damals an Heim und Herd, hatte ihrem Ehemann zu gehorchen und die Kinder zu erziehen. Die relevanten Charaktere hat Ulrike Fuchs eindrucksvoll und authentisch beschrieben. Durch den bildhaften und leichten Schreibstil ist es ein Genuss, die fesselnde Handlung zu verfolgen und so flogen die Seiten nur so dahin.
Mein Fazit:
Ein faszinierendes Buch über eine mutige Frau, die zielstrebig ihren Traum zu erfüllen versucht. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 16.01.2023

Ein hoher Preis für ein freies Leben

Die Magdalenenschwestern. Das gestohlene Leben
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Dieses Buch erzählt die Geschichte von Cathy und Rose, die von klein auf unzertrennlich sind. Dabei könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Cathy lebt nur für die Schule und ihre Bücher, während Roses ...

Dieses Buch erzählt die Geschichte von Cathy und Rose, die von klein auf unzertrennlich sind. Dabei könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Cathy lebt nur für die Schule und ihre Bücher, während Roses Temperament kaum zu zügeln ist. Rose möchte heiraten und und ein behütetes Leben mit einem Mann und vielen Kindern führen, während Cathy Eigenständigkeit anstrebt und unabhängig bleiben will. Ungewollt wird Cathy schwanger, doch dieses passt nicht in ihre Zukunftspläne. Rose, inzwischen verheiratet, nimmt das Kind und gibt es, auch vor ihrem Mann Brian, als das ihre aus. Und dann verschwindet Cathy ganz plötzlich, niemand weiß, wohin.
Leah, der nach dem Abitur und abgebrochenen Studium noch nicht klar ist, was sie machen soll, reist 60 Jahre später nach Dublin, um eine Stelle als Au-Pair anzutreten. Sie lernt den Shaun kennen, der sich liebevoll um seine demente Großmutter kümmert. Diese erwähnt immer wieder eine Cathy und Leah und Shaun beschließen, in der Vergangenheit nachzuforschen. Dabei stoßen sie auf eine unglaublich dramatische Geschichte von zwei Freundinnen, die für ihre Vorstellungen von ihrem Leben teuer bezahlen mussten.
Dieser Roman führt den Leser in die 1960er und 70er Jahre in ein von der katholischen Kirche regiertes Irland. Mädchen, die nicht der Norm der Kirche entsprachen, wurden in die Magdalenenheime gesperrt, in denen sie als Büßerinnen schwer arbeiten, schlecht verpflegt und drastisch bestraft wurden. Das letzte dieser Heime wurde erst 1996 geschlossen. Mir war bisher nicht bekannt, das bis in die 1990er Jahre die Allmacht der Kirche allgegenwärtig war.
Diese fesselnde und flüssig geschriebene Geschichte hat mich teilweise tief erschüttert. Obwohl sie fiktiv ist, könnte sie wirklich so geschehen sein.
Mein Fazit:
Ein Roman, der noch lange in mir nachklingen wird. 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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