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FranziskaBo96

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2023

Fantasy für Fantasy-Neulinge

Ein Fluch so ewig und kalt
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Harper hat schon genug Sorgen: Ihre Mutter ist an Krebs erkrankt, die Rechnungen der Familie häufen sich und ihr Bruder versucht die finanziellen Probleme auf illegale Art und Weise zu lügen. Doch eines ...

Harper hat schon genug Sorgen: Ihre Mutter ist an Krebs erkrankt, die Rechnungen der Familie häufen sich und ihr Bruder versucht die finanziellen Probleme auf illegale Art und Weise zu lügen. Doch eines Abends wird sie vom dunklen Washington D.C. in das mysteriöse Emberfall entführt. Dort trifft sie auf Prinz Rhen, dessen Fluch sie brechen und dessen Königreich sie retten soll. Widerwillig lernt Harper das Königreich kennen, bekommt dann jedoch Motivation, den Menschen und seinem Prinzen zu helfen.

Ich bin kein großer Fantasy-Leser, hatte mir aber vorgenommen, ein bisschen mehr in das Genre einzutauchen. Für diesen Zweck war das Buch eigentlich ideal. Die Fantasy-Elemente in diesem Buch sind übersichtlich, mit High Fantasy haben wir es hier definitiv nicht zu tun, und es stehen eher die Handlung und die Charaktere im Mittelpunkt als kompliziertes Worldbuilding. Da es sich hier außerdem um das Retelling eines bekannten Märchens handelt, kann man auch immer gut folgen. Tatsächlich hätte ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Abweichungen von diesem Märchen gewünscht, aber ich schätze, das kommt in Folgebänden dann mehr.

Einziger Kritikpunkt von mir ist, dass sich die Mitte des Buches etwas zog und man meiner Meinung nach diesen Teil des Buches etwas kompakter hätte erzählen können. Dafür konnte mich das sehr spannend erzählte Ende umso mehr überzeugen.

Wer also einen leichten Einstieg in das Fantasy-Genre sucht, wird sicher mit diesem Buch sehr zufrieden sein. Ich bin gespannt, wie es in den Folgebänden weitergeht.

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Veröffentlicht am 01.03.2023

Guillaume, bist du's?

Uns bleibt immer New York
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Marketing-Chefin Lorraine ist gerade neu in New York angekommen, nachdem sie in Paris von einem anonymen Stalker belästigt wurde. Zeitgleich wird Kunstfälscher Léo nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen ...

Marketing-Chefin Lorraine ist gerade neu in New York angekommen, nachdem sie in Paris von einem anonymen Stalker belästigt wurde. Zeitgleich wird Kunstfälscher Léo nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen und muss sich in der Realität wieder zurechtfinden. Die beiden begegnen sich auf schicksalshafte Weise und verlieben sich ineinander - doch Lorraines Stalker ist ihnen auf den Fersen...

Schon beim Lesen des Klappentextes fühlte ich mich sehr an die Geschichten von Guillaume Musso erinnert, von dem ich großer Fan bin. Während des Lesens hat sich dieser Eindruck stark gefestigt, sodass ich schon fast denke, dass er sich hinter dem Pseudonym Mark Miller verbringt - wenn nicht, ist es zumindest definitiv jemand, der Mussos Arbeit bewundert und sich hat von ihm inspirieren lassen. Ich denke, die Musso-Fans werden hier wieder ihre Freude haben - und die, die ihn nicht mögen, werden diesem Buch sicher auch nichts abgewinnen können.

Musso-Standardelemente wie die teilweise doch recht absurde Obsession mit New York (inklusive Songtexte am Kapitelanfang, die ich meistens ziemlich sinnlos fand) sowie nicht ganz so überraschende Wendungen werden nicht jedem gefallen, doch nachdem ich mich darauf eingelassen hatte, war ich irgendwie voll dabei. Auch das manche Figuren doch recht klischeehaft gezeichnet wurden, hat mich irgendwie nicht so sehr gestört.

Einziger wirklicher Kritikpunkt war für mich das Ende, das etwas zu überdreht für mich war, daher nur vier Sterne.

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Veröffentlicht am 24.01.2023

Liebe und Widerstand im besetzten Frankreich

Die Nachtigall
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In "Die Nachtigall" lernen wir zwei grundverschiedene Schwestern in der Zeit der deutschen Besetzung Frankreichs während des Zweiten Weltkrieges kennen. Vianne versucht das Leben ihrer Tochter so normal ...

In "Die Nachtigall" lernen wir zwei grundverschiedene Schwestern in der Zeit der deutschen Besetzung Frankreichs während des Zweiten Weltkrieges kennen. Vianne versucht das Leben ihrer Tochter so normal wie möglich zu halten, während sie mit den Schikanen der Deutschen und den Sorgen um ihren kämpfenden Mann umgehen muss. Ihre jüngere Schwester Isabelle ist dagegen rebellisch und möchte sich aktiv gegen das wehren, was ihrem Land angetan wird.

Kristin Hannah zeichnet in diesem Buch ein unheimlich gutes Bild darüber, wie die Besatzung in Frankreich aussah - was tatsächlich ein Aspekt des Zweiten Weltkrieges ist, über den ich bisher nie großartig nachgedacht habe. Von Charles de Gaulle über Judendeportationen zu Lebensmittelknappheit werden wirklich unheimlich viele Elemente hineingebracht. Ab und zu hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass es etwas überladen wirkte, gleichzeitig kann ich mir doch vorstellen, dass die Realität genauso aussah. Besonders gut hat mir gefallen, wie die Methoden und die Organisation der Résistance beschrieben wurde. Hier bekam man als Leser einen wirklich sehr interessanten Einblick darüber, wie genau deren Arbeit abgelaufen ist.

Einen Stern Abzug bekommt das Buch von mir, da es mir an einigen Stellen einfach zu kitschig wurde. Hier spielt sicher auch mit rein, dass die Autorin Amerikanerin ist, aber oft haben mir die etwas schwülstigen Formulierungen und die ständige Rückbesinnung auf die Liebe die Ernsthaftigkeit der Thematik irgendwie untergraben. So war mir nicht unbedingt bewusst, warum eine Figur relativ spät nochmal einen Love Interest brauchte, um ihre Motivationen zu begründen, wenn die sowieso vorher omnipräsent waren. Auch das Ende war mir dahingehend doch eine Spur drüber. Auch warum ständig ziemlich sinnlos französische Wörter wie "Oui" oder "Merde" eingefügt wurden, war mir nicht so richtig klar.

Nichtsdestotrotz war "Die Nachtigall" ein toller historischer Roman, bei dem ich einiges lernen konnte. Die über 600 Seiten ließen sich dank der spannenden Handlung sehr schnell lesen.

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Veröffentlicht am 18.01.2023

Ungewöhnlicher Einblick in die Gedanken eines 14-jährigen

Frankie
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Der titelgebende, 14-jährige Frankie und seine Mutter holen zu Beginn des Buches Frankies Großvater vom Gefängnis ab, wo dieser die letzten 18 Jahre verbracht hat. Auf den folgenden knapp 200 ...

Der titelgebende, 14-jährige Frankie und seine Mutter holen zu Beginn des Buches Frankies Großvater vom Gefängnis ab, wo dieser die letzten 18 Jahre verbracht hat. Auf den folgenden knapp 200 Seiten begleiten wir Frankie durch die nächsten Wochen, in denen er eine Beziehung zu seinem Großvater aufbaut, seine Familie aus einer anderen Sichtweise kennenlernt und ein paar wilde Abenteuer erlebt.

Bei dem Buch scheinen sich die Geister zu scheiden und ich kann total verstehen wieso. Die Geschichte ist nicht so ganz das, was der Klappentext verspricht, der Schreibstil ist etwas ungewöhnlich und am Ende hat man irgendwie mehr Fragen als Antworten. Auch ich brauchte ein paar Tage, um mir darüber im Klaren zu werden, was ich von dem Buch halte. Mein Fazit ist dabei ziemlich positiv, ich kann aber auch viele kritische Stimmen verstehen.

Die Geschichte wird komplett aus der Sicht des 14-jährigen Frankie erzählt. Tatsächlich wirkte Frankie für mich doch eher unreif für sein Alter, gerade was seine Gedankengänge angeht, zwischendurch war ich mir nicht ganz sicher, ob er auf dem Spektrum sein soll oder eine andere psychische Beeinträchtigung hat. Grundsätzlich hätte die Geschichte für mich etwas mehr Sinn gemacht, wenn er ein paar Jahre jünger gewesen wäre.

Nichtsdestotrotz bleibt "Frankie" eine Geschichte, die mir sicher lange im Gedächtnis bleiben wird. Ich fand den außergewöhnlichen, zeitweise überraschend philosophischen Schreibstil sehr anregend, sodass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit durch hatte, auch die Charaktere und ihre Probleme fand ich durchaus spannend geschrieben.

Das Buch ist sicher nichts für jeden, doch wer auf der Suche auf eine etwas andere Geschichte ist, findet hier einen guten Kandidaten.

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Veröffentlicht am 16.01.2023

Toller Auftakt - ich freue mich auf mehr!

This Vicious Grace - Die Auserwählte
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Alessa ist die Finestra - die gottgegebene Kriegerin, die die Insel Saverio bei einer epischen Schlacht anführen soll. Dazu braucht sie jedoch einen Fonte, einen Begleiter, der ebenfalls eine Macht besitzt, ...

Alessa ist die Finestra - die gottgegebene Kriegerin, die die Insel Saverio bei einer epischen Schlacht anführen soll. Dazu braucht sie jedoch einen Fonte, einen Begleiter, der ebenfalls eine Macht besitzt, die sie mit ihrer kombinieren kann. Blöd nur, dass Alessa bereits drei Fonte auf dem Gewissen hat, da sie alle zu schwach waren, um eine reine Berührung von ihr auszuhalten. In "This Vicious Grace" begleiten wir Alessa nun auf der Suche nach einem neuen Fonte, die immer stressiger wird...

Ich bin normalerweise kein großer Fantasy-Leser, aber diese Prämisse und eine erste Leseprobe hatten mir sofort zugesagt. Die Autorin schafft eine sehr spannende und einzigartige Welt, die viele Elemente aus der italienischen Kultur, Sagenwelt und Sprache entlehnt. Gern hätte das Wordbuilding von mir aus hier noch etwas tiefer gehen können. Allgemein fand ich, dass gerade mit weiterem Verlauf der Geschichte immer mehr der romantische und weniger der Fantasy-Aspekt in den Mittelpunkt rückte, was mir nur Recht war. Gerade die Liebesgeschichte war spannend geschrieben und vor allem die zweite Hälfte des Buches konnte mich wirklich überzeugen.

Besonders mochte ich, wie in diesem Buch psychische Gesundheit und Themen wie Einsamkeit verarbeitet werden. Ich fand auch, dass es einen sehr gesunden Umgang zu Sexualität - Sex und sexuelle Bedürfnisse wurden oberflächlich besprochen, es gibt aber (so weit ich mich erinnere) keine expliziten Sexszenen.

Für eine 5-Sterne-Bewertung hat mir aber an manchen Stellen noch das gewisse Etwas gefehlt. Es gibt keine großen Sachen, die mich gestört haben, aber an ein perfektes Buch ist es noch nicht herangekommen. Tatsächlich musste ich erst ein wenig darüber nachdenken und andere Rezensionen lesen, um fassen zu können, was genau mich gestört hat, aber am Ende kam es auf mehrere kleinere Aspekte heraus: der Wandel von lustigen zu sehr ernsten Szenen kam mir manchmal zu plötzlich und unpassend, die Charaktere waren an manchen Stellen für mich etwas zu oberflächlich und unorignell und allgemein ist die Handlung relativ vorhersehbar.

Trotzdem konnte mich das Buch packen und ich freue mich schon auf den zweiten Band dieses Jahr!

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