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julia-elysia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2023

Gawain, der Lichtfalke!

Gawain: Lichtfalke
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Vor ein paar Monaten habe ich Jessica Bernetts Buch "Elayne 1: Rabenkind" gelesen, wodurch ich auf das Spin-off "Gawain: Lichtfalke" aufmerksam geworden bin. Da ich meine Bachelorarbeit zu Wolframs von ...

Vor ein paar Monaten habe ich Jessica Bernetts Buch "Elayne 1: Rabenkind" gelesen, wodurch ich auf das Spin-off "Gawain: Lichtfalke" aufmerksam geworden bin. Da ich meine Bachelorarbeit zu Wolframs von Eschenbach Gawan geschrieben habe, wollte ich es unbedingt lesen, allerdings habe ich während des Lesens realisiert, dass ich das Spin-off an anderer Stelle hätte lesen sollen (womöglich nach Band 2 der Hauptreihe). Dadurch wurde ich zwar minimal gespoilert, dennoch kann man das Buch auch getrost als Einzelband lesen.

Es war wirklich spannend, rührend und vor allem magisch geschrieben. Wie auch bei Elayne hat man hier bemerkt, dass Jessica Bernett sich unfassbar gut mit der Materie und der Artussaga auseinandergesetzt hat. Hier wurde nicht nur Gawains Leben geschildert und seine Geschichte erzählt, sondern auch das des Artus' und teilweise das der anderen Ritter der Tafelrunde.

Der Bund der Tafelrunde kam durchaus zur Geltung, und auch wenn die vielen Verwandtschaftsbeziehungen zeitweise etwas verwirrend waren, so waren diese gut verknüpft worden. Gawains Darstellung von einem jungen Mann, der sich nicht binden möchte, dennoch loyal ist und weiß, was er will, ist äußerst gelungen, vor allem auch die Darstellung seiner ehrenwerten Seite, die in dem Buch letztendlich eine große Rollen spielen wird.

Eine schöne Geschichte, die sich schnell zwischendurch lesen lässt! Klare 5 Sterne!

Veröffentlicht am 21.01.2023

Vergessene oder eher verdrängte "Frauenliteratur"?

FRAUEN LITERATUR
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Ich studiere momentan im Master Germanistik mit dem Schwerpunkt Literaturwissenschaft. Das Buch von Nicole Seifert war für mich also nicht nur absolut lesenswert, sondern auch ein deutlicher Augenöffner! ...

Ich studiere momentan im Master Germanistik mit dem Schwerpunkt Literaturwissenschaft. Das Buch von Nicole Seifert war für mich also nicht nur absolut lesenswert, sondern auch ein deutlicher Augenöffner! Ich selbst habe im Bücherregal hauptsächlich Literatur von weiblichen Autoren zu stehen (die ich allerdings nicht bewusst gekauft habe), dennoch habe ich viele im Buch angesprochene Aspekte rückwirkend überdacht.

Seifert spricht über die hauptsächlich männliche literarische Präsentation in der Schule und die Abwertung der "weiblichen Literatur" in unserer Literatur(kritik)branche. Sie gibt viele Inputs zu Studien, die in den letzten Jahrzehnten im Hinblick auf die Unterschiede von "weiblicher" und "männlicher" Literatur geführt wurden, und führt auch viele Werke von bekannten oder auch vergessenen Autorinnen auf.

Das Buch ist kurz und bündig und doch fasst es die wichtigsten Merkmale zusammen. Es hat mir als Leserin und auch als Germanistin vor Augen geführt, welche Probleme und Ungleichheiten wir in der Literaturbranche immer noch haben und warum wir diese unbedingt beseitigen müssen.

Ich vergebe 5 Sterne und spreche eine absolute Leseempfehlung aus!

Veröffentlicht am 21.01.2023

Der Riss in der Antarktis

Der Riss
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kann Spoiler enthalten

Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und bin durchweg begeistert von dem Konzept und der Geschichte! Es war wirklich durchweg spannend und man ist nur so durch ...

kann Spoiler enthalten

Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und bin durchweg begeistert von dem Konzept und der Geschichte! Es war wirklich durchweg spannend und man ist nur so durch die Seiten geflogen.

Der Autor weiß auf jeden Fall, worüber er schreibt. In seinem Nachwort wird noch einmal deutlich, dass er sich weitläufig mit dem Thema beschäftigt hat, und das hat man auch beim Lesen bemerkt, so dass man wirklich das Gefühl hatte, einen Roman zu lesen, der nicht allzu weit von der Realität entfernt liegt. Viele Punkte, die er aufgeführt hat, wie die Süßwasserseen unter dem Eis und die Vulkane, existieren nämlich wirklich in der Antarktis.

Die Protagonistinnen sind ebenfalls interessant gestaltet. Antonia, die ihren verschollenen Bruder Emilio finden will und genau wie er eine Wissenschaftlerin ist, hat einen besonderen Bezug zu dem Ort. Bei ihrer Suche nach Emilio muss sie sich nicht nur Leuten mit fiesen Hintergedanken und Machenschaften stellen, sondern auch noch das Geheimnis um ihre Familie und die Entdeckung ihres Bruders lösen.

Es folgt Spannung über Spannung, zwischenzeitlich aber auch Hintergründe zu der Protagonistin und dem Antagonisten. Der Autor spielt mit Verwirrung und Täuschung, so dass man sich als Leser
in zunächst gar nicht sicher ist, wer eigentlich alles hinter der Intrige steckt. Das hat auf jeden Fall sehr zum Miträtseln angeregt!

Eine Sache fand ich nur etwas merkwürdig: Das Wesen im See und die plötzliche Wunderheilung der Schwämme war mir doch etwas zu fantastisch. Ich schließe nicht aus, dass es Leben in diesen Gewässern geben könnte, doch wirkte es beinahe, als wäre hier eine andere Zivilisation geschildert worden. Auch wäre es etwas überzeugender gewesen, wenn die Schwämme oder das Wasser nicht sofort als Wunderheilmittel funktioniert hätten. Letztendlich kann ich mich doch damit abfinden und die Darstellung tut der Geschichte auch keinen Abbruch. Irgendetwas Besonderes muss ja an den Schwämmen, die Emilio gefunden hat, sein, sonst gäbe es keinen runden Abschluss der Geschichte.

Ich finde es im Übrigen auch gut, dass Arlo und Antonia das Geheimnis nicht weitertragen, denn letztendlich haben die beiden recht: Wüsste jeder davon, würden alle etwas von dieser "Macht" haben wollen und jeder würde Anspruch auf die Antarktis erheben.

Durch und durch ein spannender Thriller mit erschreckendem Realitätsbezug. Klare 5 Sterne von mir!

Veröffentlicht am 17.09.2022

The Boy Who Steals Houses

The Boy Who Steals Houses: The Girl Who Steals His Heart
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kann Spoiler enthalten

Ich habe das Buch bei einer Leserunde gewonnen und bin absolut begeistert von der Geschichte gewesen. Der Schreibstil war angenehm und leicht, so dass man nur so durch die Seiten ...

kann Spoiler enthalten

Ich habe das Buch bei einer Leserunde gewonnen und bin absolut begeistert von der Geschichte gewesen. Der Schreibstil war angenehm und leicht, so dass man nur so durch die Seiten geflogen ist.

Das Buch erzählt die Geschichte eines 15-jährigen Jungen, der mit seinem zwei Jahre älteren Bruder von zu Hause geflohen ist und sich seither eine Bleibe in "verlassenen" Häusern sucht. Das klappt auch, bis er eines Tages in einem Haus schläft, in welchem die Familie früher als erwartet zurückkommt.

Die Geschichte ist emotional und herzerwärmend zugleich. Sie hat mich an so vielen Stellen berührt, aber auch zum Lächeln angeregt. Die De Laineys sind eine wirklich lustige und chaotische Familie, die mich teilweise an die Weasleys von Harry Potter und an die Schmülls von Bibi und Tina erinnert hat. Ich liebe die Aufmachung und die Charaktere aller Kinder. Jedes von ihnen hat seine feste Rolle in der Geschichte, was ein kunterbuntes, aber auch passendes Zusammenspiel erwirkt hat. Auch die Protagonist:innen haben mein Herz erwärmt. Sammys Lebensgeschichte ist auf jeden Fall keine leichte, vor allem weil er wie ein großer Bruder für seinen eigentlich großen Bruder sein muss.

Auf jeden Fall vergebe ich klare 5 Sterne!

Veröffentlicht am 13.09.2022

Die Kunst des Loslassens von toxischen Menschen

Wie du Menschen loswirst, die dir nicht guttun, ohne sie umzubringen
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Ich habe mir das Buch kurz vor meinem Arzttermin gekauft, weil ich noch etwas Zeit hatte und der Buchladen direkt gegenüber war. Ich selbst bin jemand, der ziemlich schnell loslassen kann - was die Beziehung ...

Ich habe mir das Buch kurz vor meinem Arzttermin gekauft, weil ich noch etwas Zeit hatte und der Buchladen direkt gegenüber war. Ich selbst bin jemand, der ziemlich schnell loslassen kann - was die Beziehung angeht, gedanklich hänge ich noch sehr viel länger an diesen Menschen. Dabei hat mich vor allem der Satz "Hör auf, Beziehungen mit Menschen zu führen, mit denen du gar keine Beziehung mehr führst" aus dem Buch abgeholt. Generell gab es unendlich viele Passagen, die mich angesprochen haben oder wo ich zustimmend genickt habe.

Zugegeben dachte ich, dass mich etwas anderes erwarten würde: eine Art Ratgeber, der dir zeigt, wie du wirklich mit Menschen abschließen kannst. Irgendwie war das Buch von Andrea Weidlich auch so etwas wie so ein Ratgeber, allerdings wurde hier die Geschichte eines Wochenendes erzählt, wo sieben Menschen (plus ein Psychotherapeut) gemeinsam daran arbeiten, wie man toxische Menschen am besten loswird (ohne sie umzubringen natürlich).

Das Buch war an so vielen Punkten Augen öffnend. Auch wenn die Protagonist:innen ihre Geschichten erzählt haben, so habe ich mich darin wiedergefunden. Dabei war nicht nur der Psychotherapeut die zum Umdenken antreibende Kraft, sondern auch der Austausch zwischen den Protagonist:innen selbst.

Am Ende jedes Kapitels gab es dann immer wieder kurze oder längere Sprüche, die die wichtigste Kernessenz des Kapitels zusammengefasst haben.

Das Buch wird auf jeden Fall noch lange in meinem Gedächtnis bleiben und es hat mich auf jeden Fall dazu gebracht, einige Aspekte in meinem Leben umzudenken oder überdenken. Ich vergebe klare 5 Sterne!