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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2023

Ein sehr toller Dorfroman

Nincshof
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"Nincshof" von Johanna Seebauer ist ein herrlich unterhaltsamer Dorfroman über ein kleines Örtchen nahe der Österreich-ungarischen Grenze, in dem drei Bewohner alles dafür tun, dass ihr Ort in Vergessenheit ...

"Nincshof" von Johanna Seebauer ist ein herrlich unterhaltsamer Dorfroman über ein kleines Örtchen nahe der Österreich-ungarischen Grenze, in dem drei Bewohner alles dafür tun, dass ihr Ort in Vergessenheit gerät. Eine Legende erzählt davon, dass Nincshof früher frei und vor allen Unruhen der Welt versteckt mitten im Schilf lag, bis es entdeckt und alles nur anstrengender und komplizierter wurde. Die Oblivisten, wie sie sich nennen, möchten diese Freiheit zurückzugewinnen und so schmieden sie einen Plan, der alle Aufmerksamkeit verhindern und Nincshof von der Landkarte verschwinden lassen soll. Wahrscheinlich würden sie dies sogar schaffen, gäbe es da nicht die neu zugezogenen Großstädter, die Dokumentarfilmerin Isa Bachgasser und ihr Mann Silvano Mezzaroni, der ausgerechnet mit der Zucht seltener Ziegen sein Glück versuchen will.
Dieser Roman handelt von so liebevollen und verschrobenen Charakteren, einem irren Plan und vielen kleineren, komischen Situationen, die beinahe typisch für ein Dorf, in dem jeder jeden kennt und auf jeden ein Auge wirft, sind. Ihr Ziel sich von der Welt mit all ihren Problemen abzugrenzen, passt super zur heutigen Zeit und machte mir beim Lesen sehr viel Freude, zumal es mal ein Buch ohne Tod, Trauer, Krieg und Krankheiten ist und ich die Protagonistin Erna Rohdiebl sehr liebgewonnen habe.

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Veröffentlicht am 12.05.2023

das mochte ich sehr gern

Das Meer und ich
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Was für ein schönes kleines Buch von Tessa Randau über Selbstliebe und Selbstfindung. "Das Meer und ich" und das wirklich, denn ich konnte mich in vielen Gedanken und Empfindungen der hier beschriebenen ...

Was für ein schönes kleines Buch von Tessa Randau über Selbstliebe und Selbstfindung. "Das Meer und ich" und das wirklich, denn ich konnte mich in vielen Gedanken und Empfindungen der hier beschriebenen Frau wiederfinden. Sie ist Mitte vierzig, fühlt sich alt, antriebslos und nicht mehr gebraucht. Alles ist grau in grau bis sie versucht auszubrechen und durch einen Zufall Lene kennenlernt. Lene entwickelt sich in kürzester Zeit zu einer sehr guten Freundin und holt sie aus ihrer traurigen Komfortzone heraus und gibt ihr einige Anstöße um sich selbst zu akzeptieren, Routinen und alltägliche Sorgen zu durchbrechen und neue Ziele zu finden. Bestimmt hat jeder mal diesen Tiefpunkt im Leben und kann eine gute Freundin, die zuhört, versteht und wirklich passende Ratschläge gibt, gebrauchen. Dieses Buch ist so ein schönes ermutigendes Geschenk. Ich habe es sehr gerne gelesen und nehme einige Gedanken über das Leben mit.

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Veröffentlicht am 14.04.2023

ein tolles Buch!

Homefarming: Das Kochbuch
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Mein Sohn hatte mir vor einer Weile den Vorgänger "Homefarming" von Judith Rakers geschenkt. Das war schon ein sehr tolles und informatives Buch mit vielen Anbautipps und Tricks rund ums Jahr. Dieses Kochbuch ...

Mein Sohn hatte mir vor einer Weile den Vorgänger "Homefarming" von Judith Rakers geschenkt. Das war schon ein sehr tolles und informatives Buch mit vielen Anbautipps und Tricks rund ums Jahr. Dieses Kochbuch ist nun eine super Ergänzung. Es ist sehr schön und lebendig mit vielen Bildern gestaltet und Judith Rakers erzählt mal wieder sehr sympathisch vom ernten, lagern, sähen und anbauen rund ums Jahr. Der Inhalt ist sehr klar und übersichtlich nach Jahreszeiten und Monaten gegliedert. Die Rezepte sind toll und einfach erklärt. Wir probieren uns gerade noch ein bisschen durch, aber die Blumenkohl-Bolognese und der Kohleintopf sind schon mal der Hammer und ich finde es toll, dass die Rezepte nicht so wahnsinnig viele Schritte brauchen und massig Zutaten benötigen. Allein dafür hat sich dieses Buch für uns schon gelohnt.

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Veröffentlicht am 14.04.2023

eine ganz besondere Geschichte

Leonard und Paul
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Schon äußerlich wirkt dieses Buch im Vergleich zu allen anderen Büchern anders. Es ist sehr zurückhaltend, schlicht und reduziert gestaltet und gerade das macht es sehr auffällig. "Leonard und Paul" ist ...

Schon äußerlich wirkt dieses Buch im Vergleich zu allen anderen Büchern anders. Es ist sehr zurückhaltend, schlicht und reduziert gestaltet und gerade das macht es sehr auffällig. "Leonard und Paul" ist ein eher ruhiger, warmherziger und wohlfühliger Roman über eine ganz besondere Freundschaft und das Leben. Die beiden etwas veschrobenen Freunde hätten sich gewiss niemals gedacht mal zu Hauptcharakteren eines Buches zu werden. Es sind zwei Menschen, die man sehr gerne ins Herz schließt und die man gerne durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens begleitet. Ein bisschen musste ich beim Lesen an Benjamin Myers Roman "Offene See" denken, aber auch das hat mir wegen dieser ruhigen und unaufgeregten Erzählart sehr gut gefallen. Es ist kein Buch, das man mal eben so weglesen kann, aber mit ein bisschen Ruhe und Gelassenheit ein sehr, sehr toller Roman mit sehr liebeswürdigen Figuren.

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Veröffentlicht am 23.01.2023

Ein Leben mit der Schuld

Als die Welt zerbrach
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"Als die Welt zerbrach" war nicht mein erstes Buch von John Boyne. Schon "der Junge mit gestreiften Pyjama" oder "Der Junge auf dem Berg" haben mir damals sehr gefallen. In jedem Buch legt Boyne den Fokus ...

"Als die Welt zerbrach" war nicht mein erstes Buch von John Boyne. Schon "der Junge mit gestreiften Pyjama" oder "Der Junge auf dem Berg" haben mir damals sehr gefallen. In jedem Buch legt Boyne den Fokus auf eine andere Perspektive und ein anderes Leben während des zweiten Weltkriegs. Hier geht es nun um die Frage der Schuld und die Zeit danach. Auch wenn Gretel mit ihre Mutter die Zelte in Deutschland 1946 abbrach und sie über Polen, nach Paris, Australien und später nach London floh um endlich der Vergangenheit zu entkommen, so bleibt das Trauma wie ein Schatten an ihr haften. Gretel hofft mit jedem Neuanfang, das Erlebte und die Schuld abschütteln zu können, doch früher oder später wird sie immer wieder damit konfrontiert. Warum ist sie damals nicht aufgestanden und hat sich für das Gute eingesetzt? Doch was hätte sie als zwölfjähriges Mädchen und Tochter eines KZ-Kommandanten schon bewegen können, ohne sich selbst zu belasten? Jetzt,2022 in London, als eine junge Familie in die Wohnung unter ihr einzieht, macht sie erstaunliche Entdeckungen und wird erneut mit dieser Ungerechtigkeit und der Vergangenheit konfrontiert. Wird sie sich dieses Mal für andere einsetzen oder sich für ihre Sicherheit entscheiden?

Diese Geschichte empfand ich sehr beklemmend und sehr aufwühlend. Ich habe mit Gretel von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert, mich sehr gut in ihre Lage hineinversetzen können und las diesen Roman wie im Rausch binnen kürzester Zeit. Die Aufteilung in drei große Abschnitte, die einmal von der Flucht mit der Mutter nach Paris, ihre Zeit in Australien und von London erzählen, fand ich sehr hilfreich um die unterschiedlichen Erlebnisse und ihr Handeln zu verstehen. Auch wenn der Krieg schon lange vorbei ist, so sind seine Auswirkungen nach wie vor spürbar. Ein sehr intensives Buch, das ich sehr gerne empfehlen möchte!

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