Regency-Roman mit Tiefgang
Die Ladys von Somerset – Ein Lord, die rebellische Frances und die BallsaisonWer einen typischen „Heiratsmarkt-Regency-Roman“ sucht, liegt hiermit falsch. Dieser Roman ist weder seicht noch dreht er sich rund um die Vorzüge sich einen Lord zu angeln. Die Geschichte dreht sich um ...
Wer einen typischen „Heiratsmarkt-Regency-Roman“ sucht, liegt hiermit falsch. Dieser Roman ist weder seicht noch dreht er sich rund um die Vorzüge sich einen Lord zu angeln. Die Geschichte dreht sich um drei Freundinnen, von denen es eine tatsächlich nicht erwarten kann, obiges zu tun. Während die anderen beiden tiefgründiger sind und eine sogar eine skandalträchtige Schwester vorzuweisen hat.
Frances Schwester sollte vor einigen Jahren glorreich verheiratet werden, damit ihre Familie weiterhin im Familiensitz leben konnte. Aber dazu kam es nicht, denn diese brannte durch. Frances soll jetzt alles retten, daran setzt ihre Mutter alles und ihre Tochter gewaltig unter Druck und sie nimmt sich dafür allerhand heraus. Prudence will nichts lieber als einen reichen Gatten, der ihr die Welt zu Füßen legt. Rose ist pragmatischer und verfügt obendrein über einen charmanten Bruder – leider einen Soldaten und keineswegs in der richtigen Gehaltsklasse, die Frances Mutter vorschwebt.
Es ist beileibe nicht alles eitel Sonnenschein. Julie Marsh beschreibt die Welt hinter den „heilen“ Fassaden und das es auch – natürlich! – in diesem romantischen Zeitalter noch andere Szenarien gab, als die in den typischen Regency-Romanen beschriebenen. Sie nimmt die Befürchtungen des Majors auf, Frances um ihre Hand zu bitten, weil er ihr nur einen bescheidenen Lebensstil garantieren kann. Er lernt sie jedoch in verschiedenen Facetten kennen und macht auch Bekanntschaft mit der „Skandalschwester“. Rose ist ziemlich unscheinbar, hat aber eine nette Familie und ist klug. Eine der drei Freundinnen erhält einen Antrag zu einer Vernunftehe, die Hintergründe sind spannend – von Seiten der Dame wie des Herren. Dabei kommen auch Eifersüchteleien zutage. Nein, es ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber es ist endlich einmal ein wirklich gut verfasster, moderner Roman zu dieser Zeit, der auch noch über Tiefe verfügt und angenehm unterhält.