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Veröffentlicht am 08.11.2023

Leider kein Highlight

»Du hattest 90 Minuten Zeit«
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Inhalt:
Dieses kleine Taschenbuch beinhaltet 90 Fragen von mehr oder minder prominenten Persönlichkeiten. Die Antworten sollen wohl einen tiefen Einblick in das Privat- und Sportlerleben von Toni Kroos ...

Inhalt:
Dieses kleine Taschenbuch beinhaltet 90 Fragen von mehr oder minder prominenten Persönlichkeiten. Die Antworten sollen wohl einen tiefen Einblick in das Privat- und Sportlerleben von Toni Kroos bieten, aber dazu muss sich jeder selbst ein Bild machen.

Meinung:
Ich bin seit fast fünf Jahren Buchbloggerin und in dieser Zeit habe ich tatsächlich schon mehr als 1.000 Bücher gelesen und rezensiert, darunter natürlich hauptsächlich Kinder- und Jugendbücher, aber ab und zu auch mal ein Buch, das sportliche Inhalte bietet. Ich selbst spiele schon seit meinem fünften Lebensjahr Fußball und wenn es wirklich etwas gibt, dass ich ein klein wenig mehr liebe als das Lesen und das Schreiben, dann ist es alles rund um das Thema Fußball. Ich besitze einen Haufen Bücher, die einer ambitionierten Fußballspielerin wie mir Skills und Fachwissen bieten. Zwischendurch lese ich auch gerne Biografien wie die von Alexandra Popp, von Robin Gosens oder auch von Luka Modrić. Und als ich dann dieses Cover online entdeckt habe, suggerierte mir mein Fußballherz, dass ich dieses Buch unbedingt haben müsste, denn Toni Kroos ist nicht nur einer der besten deutschen Fußballprofis, sondern auch ein Mann mit einem sehr großen Herzen für Kinder. Es gibt viele Promis, die viel Geld verdienen, aber nicht viele davon teilen es auch gerne. Toni Kroos schon. Im Jahre 2015 wurde die Toni Kroos Stiftung mit dem Ziel, schwerkranken Kindern zu helfen, gegründet. Als mir dann vor einigen Tagen der Briefträger das Paket mit diesem Buch überbrachte, war ich zuerst verwundert und dann sehr enttäuscht. Dieses Buch als Buch zu bezeichnen, ist in meinen Augen ein Witz, denn es handelt sich wohl eher um ein Bilderbuch oder größtenfalls um eine Lektüre für Leseanfänger. Sehr viele Bilder und eine sehr große Schrift ließen mich im Glauben, dass es hier nur darum ging, auf die Schnelle ein Buch zu füllen, mit dem man noch schneller sehr viel Geld verdienen könnte. Laut Sports Illustrated könnte die Liste der prominenten Fragenden kaum hochkarätiger sein, allerdings sehe ich das ein klein wenig anders. Natürlich sind da Hochkaräter dabei, die man definitiv zu Wort kommen lassen sollte, aber leider nicht alle. 90 Prominente aus Sport, Medien und Show (und nicht alle haben tatsächlich was mit Fußball zu tun) wurden gebeten, je eine Frage an Toni Kroos zu richten. Toni Kroos bezeichnte dieses Interview sogar auf X (früher Twitter) als das wichtigste Interview seiner Karriere. Dazu mag ich mich nicht äußern, denn wenn das tatsächlich das wichtigste Interview gewesen sein soll, dann frage ich mich, was für Interviews er bisher gegeben hat?!? Ich bin zwar kein Promi, aber wenn ich Toni Kroos jemals begegnen sollte, werde ich ihn bitten, ob ich Hochkaräter Nr. 91 sein darf und ob ich ihm auch eine Frage stellen kann. Denn das „Warum?“ interessiert mich ernsthaft. Warum lässt ein Profifußballer wie Toni Kroos solch ein Buch in seinem Namen und mit seinem Antlitz drucken? Laut Vorwort erschienen 90 Fragen exakt 90 Tage nach dem Finale von Paris (Champions-League-Finalsieg mit Real Madrid gegen den FC Liverpool am 28. Mai 2022) zunächst als PDF und von deren Erlös gingen je Download 90 Cent in die Toni Kroos Stiftung. Wie viel der Download gekostet hat und ob der Erlös somit vollständig oder nur teilweise in die Stiftung geflossen ist, wird hier im Buch nicht näher erläutert. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass mit jedem verkauften Exemplar dieses Buches die Toni Kroos Stiftung finanziell unterstützt wird. Ob der vollständige Erlös gespendet wird oder nur ein Bruchteil, ist für mich ein äußerst wichtiger Aspekt, den ich gerne in meine Beurteilung mit einfließen lassen würde. Sollte sich jemals die Gelegenheit ergeben, dass mir Toni Kroos hierzu Rede und Antwort steht, werde ich dementsprechend meine Bewertung eventuell abändern. Für ein Buch wie dieses würde ich sogar noch viel mehr bezahlen, wenn ich wüsste, dass der Erlös schwerkranken Kindern zu Gute kommt. Aber solange ich das nicht weiß, muss ich einfach bewerten, was ich vor mir liegen habe – und das ist wahrlich keine 13 € wert. Die zahlreichen Fotos sind alle ganz toll und für Fans ein Must-have, aber die teilweise banalen Fragen und die dazugehörigen Antworten haben mich jetzt nicht vom Hocker gerissen oder mir tatsächlich einen privaten Einblick in das Leben eines Profisportlers gewährt.

Fazit:
In »Du hattest 90 Minuten Zeit« von Toni Kroos und Oliver Wurm stellen 90 mehr oder minder prominente Persönlichkeiten Fragen, die man einem Profifußballer stellen kann, wenn man Lust auf Smalltalk hat, aber ungern über das Wetter reden möchte. Von mir gibt es leider nur 2 von 5 Sternchen, einen Stern für die vielen Fotos und einen für Toni Kroos und seine Stiftung, mit der er viele Kinder glücklich macht.

Veröffentlicht am 05.02.2023

Tolle Grundidee, aber...

Proof of Hope
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Inhalt:
Gemeinsam mit ihren beiden Schwestern Sierra und Chelsea leitet Aurora Madigan die Treuetest-Agentur „Proof of Love“. Da die Agentur ziemlich erfolgreich ist, wollen die Schwestern expandieren. ...

Inhalt:
Gemeinsam mit ihren beiden Schwestern Sierra und Chelsea leitet Aurora Madigan die Treuetest-Agentur „Proof of Love“. Da die Agentur ziemlich erfolgreich ist, wollen die Schwestern expandieren. Finanzmogul Elijah James würde lieber heute als morgen in das Start-up investieren, doch das erste Treffen geht gewaltig schief, und Rory wird darauf angesetzt, den Deal zu retten. Da Rory bisher immer an die falschen Männer geraten ist, glaubt sie schon lange nicht mehr an die Liebe. Doch nun ist sie sich nicht mehr ganz so sicher, ob sie Privates vom Geschäftlichen trennen kann…

Meinung:
Ich mag mir mit meiner Aussage wahrscheinlich keine Freunde und Freundinnen machen, aber mich konnte dieser Auftakt leider nicht begeistern. Der Klappentext hat direkt mein Interesse geweckt und das Cover ist traumhaft schön. Allerdings ging mir das Gendern unfassbar auf die Nerven. Wen es nicht stört, dass im Schnitt ein- bis zweimal pro Seite Wortkombinationen mit *innen den Lesefluss stören, könnte womöglich begeistert sein. Es tut mir im Herzen weh, weil ich ungern Bücher schlecht bewerte – schon allein aus Respekt vor den Autoren und Autorinnen und ihren Werken. Ich bin ehrlich und sage, wie es ist: Ich hätte es am liebsten abgebrochen. Wenn es nicht ein Rezensionsexemplar gewesen wäre, hätte ich das Buch wahrscheinlich direkt nach dem ersten Kapitel in die Ecke geworfen – aber so musste ich mich Stück für Stück durchquälen.

Fazit:
„Proof of Hope“ ist der erste Band der „Proof of Love“-Reihe aus der Feder von April Dawson. Die Grundidee des Romans, eine Treuetest-Agentur in New York unter der Leitung der zauberhaften Schwestern Rory, Sierra und Chelsea, fand ich sehr gelungen. Insgesamt sind manche Handlungen aber viel zu vorhersehbar, Elijah ein wenig zu perfekt und die Beziehung der Schwestern zu harmonisch. Letztendlich kann ich daher leider nur lieb gemeinte 2 von 5 Sternchen vergeben.

Veröffentlicht am 05.02.2023

Taschengeld, Ferienjobs, Money Mindset – Was du schon immer über Geld wissen wolltest

Miss Money – Was schlaue Mädchen über Geld wissen sollten
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Inhalt:
Dieser Ratgeber soll jungen Mädchen ab 12 Jahren ein überschaubares und einfach erklärtes Grundlagenwissen zu Themen wie Sparen, Geldverdienen, Konsumieren und Investieren vermitteln, damit sie ...

Inhalt:
Dieser Ratgeber soll jungen Mädchen ab 12 Jahren ein überschaubares und einfach erklärtes Grundlagenwissen zu Themen wie Sparen, Geldverdienen, Konsumieren und Investieren vermitteln, damit sie eines Tages selbstbewusst ihre Finanzen in die eigene Hand nehmen können.

Meinung:
Auf dieses Buch habe ich mich tatsächlich riesig gefreut, auch wenn ich schon etwas erstaunt über die Wahl des Titels war. Eigentlich sollte es doch das Ziel sein, alle jungen Menschen anzusprechen – und nicht nur explizit die schlauen Mädchen. Nun denn, hängen wir uns nicht an solchen Kleinigkeiten auf, denn es gibt tatsächlich noch einige wichtigere Punkte, über die wir reden sollten. Zum einen fängt es schon einmal beim Vorwort an, in dem uns Collien Ulmen-Fernandes mitteilt, wie toll es ist, dass DU dich entschieden hast, dieses Buch zu lesen, um DEINE Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Und obwohl wir noch nicht einmal bis zum ersten Kapitel gekommen sind, fängt hier schon meine Kritik an. Wer zur Hölle ist Collien Ulmen-Fernandes, dass sie dieses Vorwort hält und uns viel Spaß beim Lesen wünscht? Nicht falsch verstehen, denn ich persönlich weiß, wer sie ist. Immerhin habe ich auch schon eins ihrer Bücher rezensiert. Aber ob das die Zielgruppe weiß, das bezweifle ich sehr. Hierzu dienen mir meine kleine Schwester und ihre Freundinnen immer als perfekte Zielgruppe, die ich befragen kann, denn die sind alle 12 Jahre alt oder kurz davor. Meine Schwester wusste tatsächlich, dass Collien Ulmen-Fernandes diejenige ist, die Werbung für die Telekom macht – die anderen wussten nicht einmal das. Aber was macht die gute Frau denn sonst noch? Außer Werbung mit ihrem Mann? Hier wäre es schön gewesen, wenn man die halbe Seite unter ihrem Grußwort noch genutzt hätte, um zu erklären, dass Collien Ulmen-Fernandes nicht nur eine deutsche Fernsehmoderatorin, Schauspielerin und Autorin ist, sondern dass sie bereits früh gelernt hat, was es heißt, selbstständig Geld zu verdienen und damit umgehen zu können. Die selbstbewusste und engagierte Dame hat nämlich ihre erste Immobilie bereits mit 19 Jahren erworben. Dass sie zwar Werbung im Fernsehen macht, aber unterschwellige Werbung auf Instagram verweigert, weil diese als freundschaftliche Empfehlung getarnte Werbung einfach verlogen ist, finde ich absolut sympathisch. Schade, dass man es versäumt hat, den jungen Leserinnen diese Frau etwas näher vorzustellen. Vielleicht ist man einfach davon ausgegangen, dass „schlaue Mädchen“ das wissen oder aber sich direkt ans Internet setzen, um zu googeln. Hier will ich nicht vorweggreifen, aber wenn wir schon beim Thema „Informationen googeln“ sind, dann hätte man sich dieses Heftchen auch komplett sparen können, denn ich, eine schlaue Dreizehnjährige, hätte mir die Finanzthemen in der Form auch alle selbst im Internet ergoogeln können. Die ersten zwei Kapitel, in denen es hauptsächlich um die Erklärung der Begriffe Geld und Sparen geht, sind übersichtlich gestaltet und für das Lesealter ab 12 Jahren verständlich erklärt. Das erste Drittel wäre somit nicht zu beanstanden, auch wenn ich persönlich denke, dass dies eigentlich Grundlagen sind, die „schlaue Mädchen“ wissen sollten, wenn sie sich ernsthaft mit dem Thema Finanzen befassen wollen. Als Einstieg in das Thema erhalten wir hier aber tatsächlich ein überschaubares und einfach erklärtes Grundlagenwissen. Aber ab dem dritten Kapitel ging bei mir der Hut hoch. Echt! Wenn Sparen allein nicht mehr ausreichen sollte, dann lautet die Devise „Nimm mehr Geld ein!“ Reden wir hier noch immer von der Zielgruppe ab 12 Jahren? Nein, definitiv nicht! Die restlichen Kapitel sind auf jeden Fall Themen, die ich Jugendlichen ab etwa 16 Jahren erst empfehlen würde. Ich bin ja selbst erst Dreizehn Jahre alt, allerdings ein spezieller Fall und geistig ein paar Jahre weiter als der „normale“ Durchschnitt, sodass ich immer wieder selbst an gewisse Grenzen stoße. Ich möchte viel, kann auch viel – jedoch darf ich recht wenig. Wenn ich dann also Fragen der Autorin wie „Was, wenn deine Eltern dir raten, die Finger von Aktien zu lassen…“ lese, dann fühle ich mich schon ein wenig verschaukelt. Ist das ein Witz? Reden wir hier noch immer von der Zielgruppe ab 12 Jahren? Mal abgesehen, dass man erst ab 18 Jahren ein eigenes Aktiendepot eröffnen kann und alles davor sich Kinderdepot nennt und von den Eltern verwaltet wird, bin ich mir nicht ganz so sicher, ob die Autorin, das Lektorat und der Verlag wirklich bedacht haben, dass wir hier noch immer von einem Ratgeber für junge Mädchen ab 12 Jahren reden. Gut, gehen wir also davon aus, dass dies ein Ratgeber für Jugendliche ab 16 Jahren ist – Mädchen und Jungs gleichermaßen, denn „Excuse me, wir haben das Jahr 2023“, und ich glaube, dass das Bild, das die Autorin von Männern und Frauen bezüglich des Themas Finanzen hat, doch recht angestaubt ist, und gehen wir ferner davon aus, dass diese Gestaltung, die eigentlich Zwölfjährige hätte ansprechen sollen, auch Sechzehnjährige anspricht, dann haben wir dennoch ein Problem. Jugendliche, die sich ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzen wollen, benötigen nicht nur Informationen, Tipps und Tricks, sondern auch Ratschläge, die verlässlich und gut recherchiert sind. Einem Kind vorzuschalgen, ein Start-Up zu gründen, um mehr Geld einzunehmen und beispielsweise selbstgemachte Müsliriegel auf dem Schulhof zu verkaufen, finde ich nicht nur abstrus, sondern grob fahrlässig. Ich persönlich bin von meinen Eltern schon recht früh dazu erzogen worden, sorgsam mit meinen Ein- und Ausgaben umzugehen. Wenn wir aber mal ehrlich sind, dann bekomme weder ich noch meine Schwester Taschengeld. Bei uns herrscht ein gegenseitiges Vertrauen und wenn wir Geld für etwas benötigen, dann bekommen wir dieses – aber auch nur deshalb, weil meine Eltern uns sehr früh den Umgang mit Geld erklärt und vorgelebt haben. Dies ist vielleicht mitunter ein Grund, weshalb Wirtschaft in der Schule zu meinen Lieblingsfächern gehört. Während andere Teenager in meinem Alter vielleicht noch keine Ahnung davon haben, wie viel die eigenen Eltern verdienen und wie viel davon am Ende des Monats tatsächlich übrig bleibt, reden wir sehr offen über diese Themen innerhalb der Familie. Meine Eltern haben ähnlich wie Collien Ulmen-Fernandes ihr Geld frühzeitig angelegt. Bereits im ersten Semester haben die beiden als Studenten mit Aktien gehandelt. Damals war es wohl auch noch einfacher, Gewinne zu erzielen, da die Spekulationssteuer erst später eingeführt wurde. Meine Mutter war 21 Jahre alt, als die beiden sich die erste gemeinsame Wohnung gekauft haben. Manch einer mag das für spießig halten, in so jungen Jahren schon an die Altersvorsorge zu denken und sich ein Klotz ans Bein zu binden. Tatsächlich sagt meine Mutter immer wieder, dass meine Eltern bei den Ausgaben manchmal etwas eingeschränkter waren, während andere Studenten feiern gehen konnten und achtlos mit ihrem Geld umgegangen sind. Aber das ist ja tatsächlich irgendwie auch eine Lebenseinstellung. Manch einer lernt es bis ins hohe Alter nicht, mit seinen Einnahmen sorgsam umzugehen. Wenn Eltern es ihren Kindern also nicht vorleben, bezweifle ich sehr, dass eine Zwölfjährige in die Buchhandlung geht und satte 14 € für einen Ratgeber wie diesen ausgibt. Hier fängt bei mir tatsächlich auch schon das Sparen an, denn vergleiche ich dieses Buch mit anderen Kinder- oder Jugendbüchern, dann empfinde ich es als überteuert. Ich lese gerade ein Kinderbuch mich Hardcover und Silberfolienprägung, einem schönen Lesezeichen und wunderschönen Illustrationen und Vignetten auf fast 300 Seiten. Dieses Buch kostet tatsächlich nur 13 €. Man könnte natürlich nun mit dem farbigen Druck von „Miss Money“ und vielem mehr argumentieren, aber ich persönlich würde als Teenie nie im Leben 14 € von meinem Taschengeld für dieses Buch entbehren. Man könnte es als Nachschlagewerk nutzen. Also ein Finanzlexikon. Immer dann, wenn man was nachschlagen will. Allerdings frage ich mich, macht das tatsächlich jemand? Wenn ich ein Buch lese, dann lese ich es jetzt. Lasse ich es irgendwo liegen oder stecke ich es ins Regal, dann nutze ich es nie wieder. Wenn ich beispielsweise zu irgendwelchen Themen wie Kryptowährung was nachschlagen müsste, dann würde ich eher kurz googeln. Ich würde das Buch sicherlich nicht nutzen, um die Wissenslücke zu schließen. Wer tiefer ins Thema gehen möchte, braucht andere Infoquellen. Und genau das ist der Punkt, wo ich mich frage, ist das Buch denn tatsächlich 14 € wert? Als Einstiegslektüre finde ich den Preis echt happig, denn bei den meisten landet das Heftchen nach ein paar Stunden irgendwo in der Ecke. Das ist das typische Mitbringsel einer Oma fürs Enkelkind oder ein Verlegenheitskauf, wenn man einem Kind was mitbringen will und nicht weiß, was es gerne liest.

Fazit:
„Miss Money“ von Magdalena Sporkmann wird mit den Worten „das perfekte Buch um schon junge Mädchen zu empowern, ihre Finanzen selbstbewusst in die Hand zu nehmen“ beworben. Die Grundidee hinter diesem Buch ist für mich deutlich erkennbar, jedoch weist es zu viele Schwachstellen auf. Obwohl die Autorin wirklich bemüht ist, ihr Wissen mit jungen Mädchen zu teilen, rate ich grundlegend davon ab, alle Tipps und Ratschläge ohne eigene Recherchen anzunehmen. Die Angaben zur Gründung eines Start-Ups oder beim Thema Versicherungen sind beispielsweise unvollständig und falsch. Daher ist es grob fahrlässig, Kindern ab 12 Jahren, die eventuell noch gar keine Ahnung vom „Money Mindset“ haben, dieses Buch ans Herz zu legen. Ich möchte mir nicht vorwerfen lassen, dass eine Zwölfjährige aufgrund meiner Empfehlung selbstgemachte Müsliriegel auf dem Schulhof verkauft, um ihr Taschengeld aufzubessern. Neben der Suche nach einer genialen Geschäftsidee gehört nämlich noch weitaus mehr, wenn man ernsthaft in Betracht zieht, in jungen Jahren ein Unternehmen zu gründen. Von mir gibt es 2 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 26.10.2022

Kann man jemanden retten, der nicht gerettet werden will?

Wir holen uns die Nacht zurück
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Inhalt:
Ilvy und Kaja sind beste Freundinnen und unzertrennlich. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn. Sie sind Freundinnen fürs Leben und immer füreinander da – in guten und auch in schlechten Zeiten. ...

Inhalt:
Ilvy und Kaja sind beste Freundinnen und unzertrennlich. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn. Sie sind Freundinnen fürs Leben und immer füreinander da – in guten und auch in schlechten Zeiten. Deshalb ist es für Ilvy auch selbstverständlich, dass sie immer ein wachsames Auge auf Kaja hat, sie beschützt sie und hilft ihr in allen Belangen. Doch langsam muss Ilvy einsehen, dass sie das nicht mehr alleine schafft…

Meinung:
Dieser Jugendroman ist keine leichte Kost – für mich definitv nicht. Leider konnte ich anhand des Klappentextes nicht erkennen, dass es sich hier nicht einfach nur um eine Freundschaftsgeschichte zwischen Ilvy und Kaja handelt, sondern um so viel mehr. Als die beiden Hauptcharaktere sich kurz vor der Einschulung kennenlernen, scheint Kaja das Mädchen zu sein, das in einer Bilderbuchfamilie aufwachsen darf, und Ilvy das Mädchen, das von einer alleinerziehenden Mutter mit wechselnden Männerbekanntschaften großgezogen wird. Jedoch täuscht dieser erste Eindruck, denn Ilvys Mutter Paula trägt ihr Herz am rechten Fleck und sie tut alles für ihre Tochter und natürlich auch für deren Freundin Kaja. Im Grunde wünscht sich Kaja schon seit Jahren eine Mutter wie Paula und deshalb ist Ilvy nicht nur ihre beste Freundin und Nachbarin, sondern eher eine Schwester. Bei Ilvy fühlt sich Kaja geborgen und geliebt. Dass Kaja und ihre Mutter unter dem gewalttätigen Vater und Ehemann leiden, weiß Ilvy, aber über all die Jahre redet keiner über das Thema – über die häusliche Gewalt. Weder Kajas Mutter noch Kaja selbst können sich der Gewalt entziehen und verarbeiten die Situation auf ihre Weise. Dabei rutscht Kaja in den endlosen Sumpf der Drogen- und Alkoholsucht. Fast schon zu spät muss Ilvy erkennen und einsehen, dass sie ihrer besten Freundin nicht helfen kann und dass es sinnvoller gewesen wäre, sich früher professionelle Hilfe zu holen. Hier möchte ich dringend darauf hinweisen, dass am Ende des Buches ganz viele Infos zu Beratungs- und Anlaufstellen zu finden sind. Meines Erachtens fehlt leider eine Triggerwarnung, diese konnte ich weder vorne noch hinten im Buch finden. Insgesamt hatte ich mir zumindest für das Ende der Geschichte irgendwie ein klein wenig mehr Hoffnung und Liebe gewünscht, aber darauf wurde verzichtet. So musste ich das Buch mit einem beklemmenden Gefühl zuklappen – wissend, dass ich all das habe, was Kaja und ganz viele Kinder da draußen nicht haben: eine Familie, die mich liebt und immer für mich da ist.

Fazit:
„Wir holen uns die Nacht zurück“ von Nora Hoch ist eine intensive Freundschaftsgeschichte mit wichtigen Themen für Jugendliche ab 14 Jahren. Mich konnte dieses Buch allerdings weder berühren noch abholen, es hinterließ vielmehr ein tiefes, dunkles, trauriges Loch in mir, weshalb es nur 2 von 5 Sternchen gibt.

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Veröffentlicht am 27.05.2022

Auch Hexenherzen können brechen

Witchy Wishes – Ohne Magie klappt das nie
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Inhalt:
Mia, Sophia und Alexis sind beste Freundinnen und felsenfest davon überzeugt, dass sie echte Hexen sind. Bei einem magischen Mädelsabend probieren die drei Mädchen deshalb ein paar Hexensprüche ...

Inhalt:
Mia, Sophia und Alexis sind beste Freundinnen und felsenfest davon überzeugt, dass sie echte Hexen sind. Bei einem magischen Mädelsabend probieren die drei Mädchen deshalb ein paar Hexensprüche aus.

Meinung:
Bei diesem dünnen Buch handelt es sich eher um eine Kurzgeschichte als um ein Jugendbuch. In Windeseile war ich durch und stand dann etwas verloren und enttäuscht da. Ja, die Geschichte ließ sich hervorragend einfach lesen, aber sie konnte mich leider nicht überzeugen. Ich liebe Holly Bournes Schreibstil und ihre Bücher, aber diese Story war eine ganz große Enttäuschung für mich. Wer sich langweilt und gerade kein anderes Buch griffbereit hat, der kann das Buch gerne zwischendurch mal lesen, aber ansonsten wäre es die reinste Zeitverschwendung. Eine Geschichte, die ich so oder so ähnlich schon sehr oft gelesen habe – allerdings noch nie so schlecht und oberflächlich erzählt. Ich zerreiße wirklich ungern Bücher, weil ich die Arbeit hinter einem Buch einfach wertschätze und großen Respekt vor Autoren habe, aber dieses Buch werde ich definitiv aus meinem Bücherregal verbannen. Ich würde wirklich gerne noch etwas Nettes schreiben, aber weder der Plot noch die Protagonistinnen konnten mein Herz gewinnen. Einzig und allein die Covergestaltung ist wirklich mega.

Fazit:
„Witchy Wishes – Ohne Magie klappt das nie“ von Holly Bourne ist der nette Versuch einer Kurzgeschichte über Freundschaft und Selbstliebe. Wenn Jugendliche ab 12 Jahren unbedingt eine magisch angehauchte Geschichte über drei Teenager lesen möchten, dann nur zu – ich würde mir allerdings die Zeit sparen. Der Klappentext und die zauberhafte Aufmachung versprechen leider mehr, als das Buch dann am Ende tatsächlich hergibt. Von mir gibt es leider enttäuschende 2 von 5 Sternchen.

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